Ein Besuch im serbischen Valjevo – 80 Jahre nach dem deutschen Überfall 1941

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16-05-21 09:45:00,

Die Nato-Aggression gegen die Bundesrepublik Jugoslawien und die täglichen Berichte von den Bombardierungen serbischer Städte hatten den Autor Bernd Duschner 1999 tief aufgewühlt. Als Vater von drei, damals noch kleinen, Kindern empfand er die Luftangriffe auf Städte und ihre Bewohner als ein unerträgliches Verbrechen. Über Wochen verteilte er deshalb in seiner Stadt Pfaffenhofen an der Ilm selbstverfasste Flugblätter und gewann schließlich über Hundert Bürger, darunter mehrere Stadträte und den Bürgermeister, dafür, einen gemeinsamen Aufruf in der Lokalzeitung „Schluß mit den Bombardierungen, zurück zum Verhandlungstisch!“ zu veröffentlichen. Kurz Kriegsende gründete er mit Freunden den Verein „Freundschaft mit Valjevo e.V.“ und brachte am 5. Oktober 1999 den ersten Hilfstransport in das serbische Valjevo. Mitte April hat Duschner die Stadt wieder besucht. Nachstehend sein Bericht.

Vor 80 Jahren, am 6. April 1941, begann mit der Bombardierung Belgrads der Überfall des faschistischen Deutschlands auf Jugoslawien. Dreieinhalb lange Jahre Besatzung, geprägt von rücksichtsloser Ausplünderung des Landes und zahllosen Massakern an der Zivilbevölkerung, folgten. Das war die Rache der herrschenden Klasse in Deutschland dafür, dass die dortige Bevölkerung ihre damalige Regierung umgehend gestürzt hatte, nachdem diese dem gegen die Sowjetunion gerichteten Dreimächtepakt beigetreten war.

Seit dem Krieg der Nato gegen Serbien 1999 hatte unser Verein jedes Jahr für Schülergruppen aus dem stark bombardierten Valjevo ein einwöchiges Besuchsprogramm in Pfaffenhofen organisiert. Seit dem vergangenen Jahr war das nicht mehr möglich gewesen. Weil wir auch in Krisenzeiten unsere freundschaftlichen Beziehungen weiterführen möchten, habe ich im April die Stadt Valjevo besucht. Dort konnte ich der Stadtbücherei Bücher von Peter Handke und dem „Centar za Porodicni mestaj“, das Waisen betreut, eine Palette mit 260 Paar Schuhe eines namhaften bayerischen Herstellers für Kinder und Jugendliche übergeben.

Unaufgeregt durch die Pandemie

Bei der Einreise hatte ich meinen negativen PCR-Test vorgezeigt. Anschließend konnte ich ohne Quarantäne knapp 3 Wochen in Serbien verbringen und herumreisen. Das Land hat die Pandemie bisher deutlich besser verkraftet als die EU-Staaten. Sein Bruttoinlandsprodukt ging 2020 nur unwesentlich um 1% (Deutschland minus 4,9%) zurück. Das erklärt sich u.a. aus dem höheren Anteil von Landwirtschaft und konsumnaher Zweige wie der Lebensmittelindustrie an seiner Volkswirtschaft, einem gut durchdachten Stützungsprogramm für die Unternehmen und, nicht zuletzt, aus dem Verzicht auf einen weiteren Lockdown. Den hatte es in Serbien nur im Frühjahr 2020 gegeben. Zwar wird auf die Einhaltung allgemeiner Hygienevorschriften geachtet und es ist Vorschrift,

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