Wie anders das russische Fernsehen über die Lage in Israel und Palästina berichtet | Anti-Spiegel

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17-05-21 06:05:00,

Bei internationalen Konflikten ist es immer interessant, sich anzuschauen, wie außerhalb der Filterblase der westlichen Medien berichtet wird. Daher habe ich einen sehr langen Bericht des russischen Fernsehens über den eskalierenden Konflikt zwischen Israel und Palästina übersetzt.

Ich behaupte immer wieder, dass die russischen Medien viel neutraler berichten als die westlichen Medien. Das wurde am Sonntag in der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ wieder besonders deutlich. Dem Konflikt zwischen Israel und Palästina wurden ganze 13 Minuten gewidmet und im Gegensatz zu westlichen Medien hat das russische Fernsehen nicht nur einen Korrespondenten in Israel, sondern auch es hat auch ein Kamerateam mit dem auf Kriegsberichterstattung spezialisierten Korrespondenten Evgeni Poddubnyi im Gazastreifen.

Das Ergebnis ist, dass das russische Fernsehen in seinen Korrespondentenberichten die Sichtweise beider Seiten ausführlich aufzeigt. Ich habe die vollen 13 Minuten mit beiden Berichten übersetzt. Zuerst kam eine Einleitung des Moderators im Studio und dann der Bericht aus Israel. Anschließend folgt der Bericht aus dem Gazastreifen.

Beginn der Übersetzung:

Die Situation in Israel: Ein grausiger Anblick

Israel und Palästina. Seit dieser Woche herrscht dort de facto Krieg. Er unterscheidet sich von den vorherigen in mindestens zwei Punkten. Erstens: Jetzt gibt völlig andere Militärtechnologien. Und zweitens: Der zivilisatorische Kontext um Israel und Palästina ist jetzt völlig anders.

Nach dem Triumph von BLM in den USA werden das Handeln Israels und die Rolle Palästinas – ob es einem gefällt oder nicht – vor der aktuellen Black Renaissance ganz anders wahrgenommen als zuvor. Nimmt man noch das Erstarken der Türkei, die aktivere Rolle des Irans in der Region und die schnell mobilisierte Solidarität im Islam hinzu, wird das Bild verständlicher.

Unter diesen Bedingungen könnte die Eskalation des neuen palästinensisch-israelischen Konflikts unerwartete Folgen haben. Und selbst die Vereinigten Staaten spüren das. Immerhin rief Präsident Biden sogar den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu an und flehte ihn buchstäblich an: „Ich hoffe, dass das endet – und zwar je früher desto besser.“ So etwas war von Seiten der USA früher schwer vorstellbar.

Russland seinerseits besteht auf der Aufnahme direkter Verhandlungen zwischen Israel und Palästina und fordert darüber hinaus die Aktivierung des Nahost-Quartetts internationaler Vermittler – Russland, USA, UN und EU -, um die Feindseligkeiten so schnell wie möglich zu beenden und die grundlegenden Fragen zu lösen, einschließlich des Problems von Ost-Jerusalem.

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