Die Anwälte der Pandemie – Inside Paradeplatz

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18-05-21 12:41:00,

Forsch erhob die „Swiss National COVID-19 Science Task Force“ den Anspruch, „die Wissenschaft“ zu vertreten. Alle anderen stellte sie als unfähig dar. Klar ist heute: Wer versagt hat, ist die Task Force.

Zur Klarstellung: Die Task Force ist eine freiwillige Vereinigung von Forschenden. Sie hat sich selbst konstituiert und mandatiert. Sie hat sich dem Bundesrat anerboten, gewisse Zusammenhänge zur Pandemie aus wissenschaftlicher Perspektive anzuschauen.

Schnell wurde eine Lobbygruppe daraus. Zuerst gab es einen Vertrag mit dem Bundesamt für Gesundheit. Dann wurden Positionspapiere, „policy briefs“ verfasst.

Darauf folgte eine immer herrischer werdende Kommunikation – inklusive der Kritik an der Politik, wenn sich diese nicht an die Empfehlungen der Task Force hielt.

Wer nicht einverstanden war, wurde als anti-wissenschaftlich und schlicht unfähig abgekanzelt.

Man muss sich das vor Augen führen: Ein Grüppchen von Bundes- und Kantonsangestellten – bekanntlich sind die Universitäten und Spitäler in Kantonsbesitz, und die technischen Hochschulen gehören dem Bund – macht sich auf, allen anderen zu sagen, was sie zu tun und zu lassen haben.

Nach einem Jahr lustigem Treiben kam dann doch der „Reality check“. In den letzten Wochen und Tagen wurden die zahlreichen Fehler der Task Force öffentlich.

Sie sah etwa exponentielle Infektionszahlen, wo keine waren. Das Bundesamt für Gesundheit musste dann eingestehen, dass Lockdowns – eine von der Task Force forcierte Massnahme – nichts bringen.

Und schliesslich musste der Chair der Task Force in einem Interview mit der NZZ am Sonntag einräumen, die Modelle seien einseitig auf den „Worst case“ ausgerichtet.

Selbst bei 100’000 verimpften Dosen pro Tag erwartet die Schweiz eine dritte Welle – davon ging die Task Force in ihren Modellen Ende März zu den täglichen Fallzahlen aus.

Auch aufgrund dieser Modelle warnte sie vor Lockerungen und rechnete für Anfang Mai mit 5’000 täglichen Fällen, im Juli im schlimmsten Fall gar mit über 10’000 pro Tag.

Das ist alles nicht eingetreten, und diese Szenarien scheinen immer unwahrscheinlicher zu werden.

Das besonders Problematische ist aber: Die „im Namen der Wissenschaft“ agierenden Anwälte der Pandemie scheinen unbeeindruckt von den eigenen Irrtümern.

Einerseits geben sie offen zu, dass Faktoren wie Impfung, Wetter und Schutzkonzepte beigetragen hätten. Das sind alles Faktoren, die man in Modelle einbeziehen kann.

Andererseits gab der Chair der Task Force zu,

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