Warum haben die USA auf neue Sanktionen gegen deutsche Firmen wegen Nord Stream 2 verzichtet? | Anti-Spiegel

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20-05-21 05:08:00,

Die Biden-Regierung hat überraschend auf weitere Sanktionen gegen deutsche Firmen verzichtet. Deutsche Medien berichten, die USA wollten “negative Auswirkungen” auf die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland verhindern. Ist das wirklich der Grund?

Deutsche Medien haben in den letzten Tagen gemeldet, dass die USA von weiteren Sanktionen gegen deutsche Unternehmen absehen. Im Spiegel klang das so:

„Wegen »negativer Auswirkungen« auf die Beziehungen zu Deutschland will die US-Regierung keine Sanktionen gegen die Betreiber von Nordstream 2 verhängen. Strafmaßnahmen gegen russische Verlegeschiffe sollen dennoch kommen.“

Es wird der Eindruck vermittelt, die USA seien an einem besseren Verhältnis zu Deutschland interessiert und sie würden gleichzeitig hart gegen Russland durchgreifen. Dieser Eindruck dürfte falsch sein, wenn man die aktuelle Entscheidung der USA in einem größeren Rahmen betrachtet. Um das Verhältnis zu Deutschland dürfte es bei der Entscheidung nicht gegangen sein und ein hartes Vorgehen gegen Russland ist das erst recht nicht, wie der Kreml mitgeteilt hat.

Also der Reihe nach.

Amerikanischer Druck und russische Reaktionen

Wie so oft wird die Außenpolitik der USA von der US-Innenpolitik bestimmt. Joe Biden und seine Demokraten gebären sich seit Jahren als wahre Russenhasser, die hinter jedem Vorfall den „bösartigen russischen Einfluss“ wittern. Das ging soweit, dass Kamala Harris Russland im Wahlkampf sogar beschuldigt hat, hinter den BLM-Unruhen zu stecken, die nun wirklich ein rein innenpolitisches Problem der USA waren.

Und nachdem Joe Biden US-Präsident geworden ist, hat er seine anti-russische Haltung gezeigt, neue Sanktionen gegen Russland verhängt und Putin als „Killer“ bezeichnet, worauf Russland hart reagiert, seinen Botschafter aus Washington nach Hause gerufen und dem US-Botschafter in Moskau ebenfalls empfohlen hat, nach Washington zu gehen, was dieser auch getan hat. Die Beziehungen zwischen den Ländern waren auf einem absoluten Tiefpunkt.

Auch auf die US-Sanktionen hat Russland hart reagiert, indem es den USA verboten hat, in diplomatischen Vertretungen der USA in Russland russische Mitarbeiter zu beschäftigen. Das ist eine sehr harte Maßnahme, denn westliche Botschaften und Konsulate beschäftigen mehr russisches Personal, als eigene Diplomaten. Die lokalen Kräfte nehmen ihnen viele Routinearbeiten ab, weshalb der russische Schritt den USA und ihren Bemühungen, sich in die russische Innenpolitik einzumischen, sehr weh getan haben dürfte. Anstatt sich zum Beispiel mit russischen Oppositionellen zu treffen, müssen sie – überspitzt gesagt – erst einmal die Böden in der Botschaft wischen,

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