In Genf steht die Zukunft der Weltgesundheit auf dem Spiel – infosperber

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26-05-21 07:37:00,

Dale Bechtel / swissinfo.ch / 24.05.2021  Weichenstellung für eine bessere Koordination künftiger Pandemien: In Genf findet die WHO-Jahreskonferenz statt.

Ganz der Pandemie geschuldet, findet in Genf die einwöchige Jahresversammlung der Weltgesundheits-Organisation (WHO) virtuell statt. Daran teilnehmen werden hochrangige Delegationen aus den 194 Mitgliedstaaten. Sie legen die Eckwerte der WHO-Politik fest, fällen Personalentscheide und überprüfen das Budget. Was unspektakulär tönt, könnte aber zur meistbeachteten WHO-Jahreskonferenz aller Zeiten werden. Denn im jüngsten Streit um den Zugang zu Impfstoffen haben sich einerseits die Entwicklungsländer gegen die Industriestaaten aufgestellt, andererseits sind sich auch die westlichen Staaten untereinander in die Haare geraten.

Wenige Wochen vor Beginn der Versammlung liess die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai eine Bombe platzen: Sie kündigte an, dass Washington einen vorübergehenden Verzicht auf den Patentschutz für Covid-19-Impfstoffe unterstützen würde. Diese Kehrtwende traf Europa unvorbereitet. Das gilt speziell für die Schweiz, die über einen sehr starken Pharmasektor verfügt. Diese Haltung hat auch Bundespräsident Guy Parmelin bekräftigt. Der endgültige Entscheid der WHO-Staaten über ein allfälliges Fallenlassen des Patentschutzes wird aber nicht in Genf, sondern wohl erst später in diesem Jahr fallen. Die Jahreskonferenz dreht sich vielmehr um einen verbesserten Zugang zu Medikamenten und anderen Gesundheitsangeboten für alle.

Erste Reaktion auf Ausbruch in Wuhan

Sowohl die WHO als auch China gerieten unter massive Kritik, sie hätten nicht schnell und entschlossen genug gehandelt, um Covid-19 einzudämmen, als die Infektionskrankheit Ende 2019 erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan auftrat.

Zwar liess China Anfang dieses Jahres eine internationale Delegation von Wissenschaftlerinnen und Forschern nach Wuhan einreisen. Ziel der Mission war die Identifizierung des Ursprungs der Pandemie. Doch steht Peking weiter im Verdacht, dass es dem Team wichtige Informationen vorenthalten habe, die es den Forschenden erlaubt hätten, zur Quelle des Ausbruchs vorzustossen.

In der Tat ist die WHO ohne Mitgliedstaaten und regionale Zusammenarbeit ein Papiertiger. SWI swissinfo.ch ist der Frage nachgegangen, wie die Organisation ihre Reaktion auf gesundheitliche Notfälle effektiver koordinieren sollte.

In vielen Fällen gelingt dies der WHO auch. Denn in ihren Regionalbüros leisten die WHO-Mitarbeitenden hervorragende Arbeit: Sie sorgen für einen Ausbau der Laborkapazitäten, damit Viren überhaupt erst entdeckt werden können, und sie optimieren die lokalen Gesundheitseinrichtungen. Aus diesen Anstrengungen resultieren schnellere und präzisere Informationen über Viren-Ausbrüche.

Die schwache internationale Reaktion auf die Covid-19-Pandemie liegt auch im Versagen der Regierungen,

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