Führen große Infrastrukturprojekte zur Energiewende? Ein Blick nach Norwegen, Irland, Frankreich und Deutschland

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31-05-21 10:33:00,

Am vergangenen Donnerstag wurde das Nordlink genannte Unterseekabel für Starkstrom zwischen Deutschland und Norwegen offiziell seiner Bestimmung übergeben. Derweil befindet sich die Celtic Interconnector genannte Verbindung zwischen der Republik Irland und der Bretagne noch in der Planungsphase. Beide Kabel sollen laut den Betreibern und Konstrukteuren für mehr Versorgungssicherheit und eine bessere Verteilung des Stroms sorgen und Spitzenlasten bzw. Überschüsse vermeiden helfen. Laut den Betreibern von Nordlink „dürfte das zugunsten der Verbraucher sein“. Nach einem Ortstermin beim geplanten Anlandepunkt im Süden Irlands, dem Anschauen eines Webinars und Recherchen im Internet bleiben allerdings noch einige, auch grundsätzliche Fragen offen zu diesem Projekt, welches mit 500 Millionen Euro rund zur Hälfte von der EU finanziert werden soll. Von Moritz Müller.

Am Celtic Interconnector sind die staatliche irische Netzbetreibergesellschaft Eirgrid sowie deren französisches Gegenstück RTE beteiligt. Diese Firmen planen den Bau und würden das Kabel, welches über eine Kapazität von 700 MW verfügen soll, nach der Fertigstellung auch betreiben. Auf der Webseite von Eirgrid kann man deren Informationen zum Kabel finden.

2009 gab es eine Machbarkeitsstudie, die sich mit der Verbindung des Stromnetzes der Insel Irland mit den Nachbarn Großbritannien und Frankreich beschäftigte. Die damals noch nicht Celtic Interconnector genannte Verbindung mit der Bretagne war in der Studie eine von mehreren Optionen.

Es gibt bei Eirgrid mittlerweile eine ganze Seite mit Dokumenten zum Interconnector. Dort findet man detaillierte Karten der geplanten Anlandepunkte und wie die Umspannwerke realisiert werden sollen, aber eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse findet sich nicht. Und das legt den Schluss nahe, dass dies entweder nie gemacht wurde oder dass man die Ergebnisse nicht veröffentlichen wollte. Dies ist natürlich nur eine Vermutung, aber auch die Tatsache, dass die mir vorliegenden diesbezüglichen Anfragen eines Anliegers der geplanten Streckenführung nicht beantwortet wurden, passt in dieses Bild.

Trotzdem ging die Planung danach richtig los und es sind mittlerweile einige Millionen Euro in diese Planungen geflossen. Dies führte zu vielfältigen Vorschlägen, wie man die Streckenführung realisieren könnte. Mittlerweile hat sich Claycastle, zwei Kilometer südlich der Ortschaft Youghal im Osten der Grafschaft Cork, als der Punkt herauskristallisiert, an dem das Kabel nach 500 km unter dem Meer wieder an Land kommen soll. Hier glaubt man gute Bedingungen gefunden zu haben, da es sich nicht um die in der Umgebung vorherrschende Felsenküste,

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