Wie die Ryanair-Landung in Minsk propagandistisch ausgeschlachtet wird | Anti-Spiegel

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31-05-21 09:39:00,

Die Landung des Ryanair-Flugzeugs in Minsk ist geradezu ein Lehrstück, wenn es um die westlichen Medien geht. Vieles, was da nun behauptet wird, klingt für deren Leser nur deshalb überzeugend, weil die “Qualitätsmedien” vorher vieles einfach verschwiegen haben.

In diesem Artikel will ich anhand von einigen Beispielen aus den letzten Tagen aufzeigen, wie die westlichen Medien ihre Leser desinformieren. Vieles, was die „Qualitätsmedien“ in ihren Artikeln über die Ryanair-Landung in Minsk schreiben, können sie nur deshalb ohne größere Shitstürme schreiben, weil sie ihre Leser vorher dumm gehalten und ihnen wichtige Ereignisse und Informationen schlicht verschwiegen haben.

Der im Westen verschwiegene Putschversuch

Am 27. Mai ist beim Spiegel ein Artikel mit der Überschrift „Erzwungene Ryanair-Landung – Lukaschenko nennt inhaftierten Protassewitsch einen »Terroristen«“ veröffentlicht worden, der exemplarisch aufzeigt, was ich meine. So kann man da zum Beispiel lesen:

„Der 26-Jährige und seine Helfer hätten einen »blutigen Aufstand« in Belarus geplant, sagte Lukaschenko. »Sie sollten die Hauptsache hier verstehen: An Bord des Flugzeugs war ein Terrorist«, sagte Lukaschenko laut der Zeitung des Präsidentenamtes, »Belarus Segodnja«. Das sei über die Grenze von Belarus hinaus bekannt gewesen, meinte er mit Blick auf Russland.“

Dieser Absatz ist ein Meisterwerk im Weglassen. Mitte April wurde bekannt, dass führende weißrussische Oppositionelle mit Unterstützung des Westens einen blutigen Putsch in Weißrussland geplant haben. Das hat übrigens niemand bestritten, denn die Beweise waren zu eindeutig. Der russische Geheimdienst hat Videoaufnahmen der Gespräche der Putschisten veröffentlicht, sodass es keinerlei Zweifel gibt (die Details finden Sie hier). Und da es nicht bestritten werden konnte, haben die westlichen Medien das Thema kurzerhand totgeschwiegen.

Das ist praktisch, denn weil der Spiegel-Leser davon nie gehört hat, kann der Spiegel den geplanten blutigen Aufstand in Anführungsstriche setzen und der Spiegel-Leser muss das (weil er nie davon gehört hat) für eine freche Lüge Lukaschenkos halten. Mehr noch: Es klingt für den Spiegel-Leser geradezu lächerlich, dass ein 26-jähriger, milchgesichtiger Junge einen einen „blutigen Aufstand“ geplant haben soll.

Da ist es schon fast lustig, wie dreist der Spiegel dann noch anfügt, das „sei über die Grenze von Belarus hinaus bekannt gewesen“ und dabei auf Russland verweist. Stimmt, in Russland ist das bekannt, im Westen aber nicht, denn „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel haben es ihren Lesern ja verschwiegen!

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