Wie Russland und Weißrussland auf Vorwürfe und Sanktionen des Westens reagieren | Anti-Spiegel

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01-06-21 05:00:00,

Die westlichen Medien haben ausführlich über die angeblich erzwungene Landung des Ryanair-Fluges in Minsk und über die entrüsteten Reaktionen westlicher Politiker berichtet. Es gab aber erstaunlich wenig Artikel über die Reaktionen aus Russland und Weißrussland, weshalb ich die hier zusammenfassen werde.

Der Anti-Spiegel hat ausführlich über die Rede von Präsident Lukaschenko berichtet, die er zu dem Thema am 26. Mai im Parlament gehalten hat. Eine Aussage von Lukaschenko ist dabei aber unter den Tisch gefallen. Er hat bei der Gelegenheit darauf hingewiesen, dass Weißrussland bisher eine wichtige Rolle dabei gespielt hat, Drogen aus der EU fernzuhalten. Aufgrund der Anfeindungen des Westens und der Sanktionen hat er angekündigt, dass damit nun Schluss sei:

„Wir haben Migranten und Drogen aufgehalten. Ab jetzt könnt Ihr sie selbst fangen und nehmen.“

Eine internationale Untersuchung

Bei der Ryanair-Landung in Minsk geht der Westen nach dem bewährten Schema-F vor: Es werden Anschuldigungen erhoben und von den Medien verbreitet, ohne Belege vorzulegen oder gar eine unabhängige Untersuchung abzuwarten. Fakten zählen für den Westen nicht, es geht um möglichst emotionale Vorwürfe, die durch eine ebenso emotionsgeladene Medienberichterstattung flankiert werden. Das sind Stilmittel der Propaganda und das hat weder mit Fakten, noch mit Journalismus das Geringste zu tun.

Weißrussland hat – unbeachtet von den westlichen Medien – schon zwei Tage nach dem Vorfall eine unabhängige internationale Untersuchung angeboten und den Funkverkehr zwischen Fluglotsen und den Piloten der Ryanair-Maschine veröffentlicht. Darauf haben westliche Politiker nicht reagiert und die westlichen Medien haben das ebenfalls nicht – oder bestenfalls versteckt in kleinen Nebensätzen – erwähnt.

Dafür haben die zuständigen Stellen reagiert und die ICAO hat am 28. Mai eine Untersuchung angekündigt.

Was die Medien daraus machen

Eine internationale – und noch dazu unabhängige – Untersuchung ist offensichtlich nicht das, was der Westen sich wünscht, denn dabei könnte ja herauskommen, dass an den Vorwürfen des Westens nichts dran ist. Nach all dem Theater, dass der Westen veranstaltet hat, wäre das ziemlich peinlich.

Daher war es die Aufgabe der Medien, die Artikel darüber so zu formulieren, dass das Ergebnis angeblich schon feststeht. Der Spiegel titelte zum Beispiel „Affäre Protassewitsch – Uno untersucht belarussische Luftpiraterie“ und schrieb:

„Fünf Tage ist der Zwischenfall rund um den Ryanair-Jet über Belarus her – und die Affäre beschäftigt inzwischen auch die Vereinten Nationen.

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