Warum sich in Russland so wenige Menschen gegen Corona impfen lassen | Anti-Spiegel

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02-06-21 01:57:00,

Man hört in westlichen Medien immer wieder, dass angeblich selbst die Russen dem russischen Impfstoff Sputnik-V misstrauen und sich deshalb so wenige Russen impfen lassen. Ist das so, oder hat das andere Gründe?

Der Anlass dafür, dass ich über das Thema Impfungen in Russland schreibe, ist ein Artikel aus dem Handelsblatt mit der Überschrift „Ernüchterung statt Durchbruch: Sputnik V wird vom Hoffnungsträger zum Ladenhüter“ In dem Artikel wird behauptet, dass es international großes Misstrauen gegen Sputnik-V gibt und dass auch die Russen dem russischen Impfstoff nicht trauen, was die niedrige Impfquote in Russland angeblich belegt. Das sind zwei verschiedene Themen, die wir trennen müssen.

Sputnik-V – International akzeptiert oder nicht?

Im Handelsblatt wird lang und wortreich ausgeführt, dass der russische Impfstoff international mangelndes Vertrauen genieße. Als Beleg werden viele Dinge durcheinandergeworfen, so wird zum Beispiel angeführt, dass bisher nur ein Bruchteil der bestellten Impfdosen auch ausgeliefert sind. Das stimmt natürlich, nur gilt das für ausnahmslos alle Impfstoffe und ist kein Problem des russischen Impfstoffs. Im Gegenteil hat der russische Impfstoff den Vorteil, dass Russland es gestattet, dass er im Ausland in Lizenz produziert werden kann.

Wenn man aber die Zahlen der bestellten und ausgelieferten Impfdosen vergleichen würde, käme der russische Impfstoff wohl besser weg, als die westlichen Impfstoffe, denn die westlichen Konzerne haben bisher noch nicht einmal ihre vor Monaten eingegangenen Lieferverpflichtungen erfüllt, aber die EU hat von dem Pfizer-Impfstoff gerade erst 1,8 Milliarden Dosen nachbestellt, von denen die ersten erst in einigen Monaten geliefert werden sollen. Daran sieht man, dass es ziemlich unsinnig ist, die Zahl der Bestellungen und die Zahl der gelieferten Impfdosen zu vergleichen.

Aber das stört den Autoren beim Handelsblatt nicht, er vergleicht das trotzdem. Warum er das so macht, werden wir sehen, wenn wir am Ende dieses Artikels auf den Autoren des Handelsblatt-Artikels eingehen.

Auch die Anzahl der Länder zu vergleichen, in denen Impfstoffe eine Notfallzulassung bekommen haben, ist nur wenig aussagekräftig. Der Pfizer-Impfstoff ist aktuell in 112 Ländern (notfall-)zugelassen, Sputnik-V in 71 Ländern (dazu gibt es bei Wikipedia eine interessante Auflistung). Aber wenn man bedenkt, dass die 30 Nato-Staaten (mit Ausnahme Ungarns) den russischen Impfstoff aus politischen Gründen ablehnen und dass das gleiche noch für einige andere US-Vasallen (zum Beispiel Japan oder Australien) gilt, dann wird klar,

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