Antikommunismus, Antisowjetismus und die Fortführung im Kalten Krieg

antikommunismus,-antisowjetismus-und-die-fortfuhrung-im-kalten-krieg

04-06-21 12:45:00,

Es ist 80 Jahre nach dem Beginn des Vernichtungsfeldzugs gegen die Sowjetunion nicht nur im Interesse der Friedens- und Ökologie-Bewegung, der aktuellen Desinformation der NATO und ihrer Unterstützer historische Aufklärung entgegenzustellen. Das auch deshalb, weil die NATO-Propaganda einen erfolgreichen Zugang auch zu Teilen der einst kritischen Spektren in der Öffentlichkeit hat. Von Bernhard Trautvetter.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Der NATO-Gipfel mit US-Präsident Biden kommt acht Tage vor dem 22. Juni, an dem sich der Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion zum 80. Mal jährt, zusammen [1]. Die gegen Russland gerichtete Orientierung des Ankündigungstextes steht in einer fatalen Traditionslinie, die noch weiter in die Geschichte zurückgreift, über den 22. Juni hinaus.
Die Gefährlichkeit dieser Ausrichtung machte der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann schon in der frühen Nachkriegszeit deutlich:

»Antikommunismus hat uns schon einmal ins Verderben, ja sogar in die Verbrechen geführt … Setzen Sie an die Stelle der Erbfeindschaft gegen Frankreich nicht eine Erb- oder Todfeindschaft gegen die östlichen Nachbarn.« [2]

80 Jahre nach dem Jahrhundertverbrechen des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 ist es ein Erfordernis der Friedenspolitik, an die fatalen Folgen der Kriege gegen Russland und dann gegen die Sowjetunion zu erinnern, um deutlich zu machen, wohin Lügen und Völkerrechtsverletzungen führen können. Die heutige NATO-Propaganda gegen Russland ist eloquenter formuliert als die plumpe Hetze vor den beiden Weltkriegen; aber sie drückt aus, wie Spitzenpolitiker im Westen an einem schiefen Bild und an doppelten Standards festhalten, die in der Vorkriegs- und Kriegs-Stimmungsmache des 20. Jahrhunderts erfolgreich zur Manipulation der Öffentlichkeit eingesetzt wurden – mit den bekannten Konsequenzen, von denen sich die Menschheit im Atomzeitalter bis heute nicht erholt hat und deren Gefährlichkeit für die Zivilisation existenziell ist. Im 21. Jahrhundert geht es darum, die Gefahr des finalen Infernos abzuwenden. Die Stoßrichtung der NATO erinnert an die Motive, mit denen die zwei Weltkriege begannen [3].

Zur Vorgeschichte des Angriffs auf die Sowjetunion, der unter dem Begriff „Unternehmen Barbarossa“ zum tödlichsten Menschheitsverbrechen der Geschichte wurde, gehört die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts: Dies war der Erste Weltkrieg, der mit Deutschlands Kriegserklärung gegen Russland und der Lüge von einem russischen Angriff begann.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: