Protasewitsch gibt dem weißrussischen Fernsehen ein langes Interview und nennt seine Hintermänner | Anti-Spiegel

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04-06-21 12:14:00,

Der in Minsk verhaftete Oppositionelle Roman Protasewitsch hat dem weißrussischen Fernsehen ein über vierstündiges Interview gegeben, von dem fast eineinhalb Stunden ausgestrahlt wurden.

Protasewitsch hat in dem Interview in allen Details über Interna und Machtkämpfe in der weißrussischen Opposition erzählt, er hat erzählt wer von wem bezahlt wird, wer von wem Anweisungen bekommt und er hat praktisch alle Vorwürfe gegen ihn offen zugegeben. In dem Interview erzählt er zu den Finanzen der Opposition, was er weiß, wobei er immer wieder darauf hinweist, dass er selbst mit den Finanzen der Opposition nichts zu tun hatte, sondern nur mit den Finanzen des von ihm mitgegründeten Telegramkanals Nexta.

Das Interview

Das Interview hat nach Angaben des weißrussischen Fernsehens über vier Stunden gedauert, es wurde jedoch auf knapp eineinhalb Stunden gekürzt, weil dort viel gesagt wurde, was aus ermittlungstechnischen Gründen noch nicht veröffentlicht werden darf. Protasewitsch hat in dem Interview die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zugegeben, es geht dabei um die Vorwürfe, er habe zu den Massenunruhen im letzten Jahr aufgerufen und sie über den Telegramkanal Nexta gesteuert. Er bestreitet hingegen, im Donbass gekämpft zu haben, wie russische und weißrussische Medien gemeldet haben, er bleibt bei seiner Version, er habe dort als freier Journalist gearbeitet.

Außerdem erzählt er immer wieder, dass er in den letzten Monaten Zweifel bekommen hat, dass er in Konflikt mit seinen Mitstreitern geraten ist, weil er – nachdem es im März nicht gelungen ist, die Proteste wieder aufleben zu lassen – der Meinung war, das Spiel sei verloren gewesen. Er behauptet, ihm seien in den letzten Monaten Zweifel gekommen.

Das kann eine Schutzbehauptung sein, weil er natürlich auf Strafmilderung hofft. Andererseits erklärt sich Protasewitsch mit diesen Konflikten, dass er nun geopfert wurde, um als Vorwand für neue Sanktionen gegen Weißrussland zu dienen.

Auch von dem vereitelten Putschversuch hat er gewusst und nach seiner Aussage war er es, der Tichanowskaja angedeutet hat, dass einen gewaltsamen Versuch der Machtübernahme geben könnte. Sie scheint nichts davon gewusst zu haben, dass ihre Berater einen Putsch geplanten hatten.

Es ist kaum möglich, das Interview hier zusammenzufassen, denn es enthielt so viele Details, dass das unmöglich ist. Hinzu kommt, dass da sehr viele Namen aus der weißrussischen Opposition genannt werden, von denen selbst ich nur wenig gehört habe, dem deutschen Leser sind sie komplett unbekannt.

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