Teil 1: Das gesamte Interview von Roman Protasewitsch auf Deutsch | Anti-Spiegel

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04-06-21 02:26:00,

Da das Interview von Roman Protasewitsch im Westen Schlagzeilen macht und als “erzwungen” bezeichnet wird, werde ich das gesamte Interview in drei Teilen übersetzen. Hier ist Teil 1.

Die Übersetzung des Interviews ist schwierig, weil es kein Transkript gibt. Aber auf YouTube wurde es in Fragen aufgeteilt. Ich werde alle Fragen übersetzen und die Antworten von Protasewitsch mal wörtlich zitieren, mal zusammenfassen. Dabei werde ich immer die Zeitstempel der Frage beifügen, sodass jeder sich die betreffende Passage anschauen und zum Beispiel Mimik und Körpersprache sehen und für sich entscheiden kann, ob Protasewitsch gezwungen oder natürlich wirkt.

Der Journalist, der das Interview mit Protasewitsch geführt hat, war selbst auf der Todesliste, die die Putschisten für den vereitelten Putschversuch vorbereitet hatten. Der Putschplan sah vor, Lukaschenko, seine Söhne und einige Dutzend der wichtigsten Vertreter der weißrussischen Regierung und staatlichen Medien in der ersten Stunde des Putsches zu erschießen oder zu internieren. Das muss man wissen, wenn man sich vor Augen führen möchte, wie emotional schwierig das Interview wahrscheinlich für beide Beteiligten war, denn Protasewitsch wusste zumindest von den Putschplänen.

Daher leitete der Moderator das Interview mit folgenden Worten ein:

Journalist: „Für mich, der ich auf der Todesliste stand, ist es nicht einfach, über die Prozesse zu sprechen, an denen Sie direkt beteiligt waren und über die wir heute sprechen werden. Aber ich versuche es. Und ich sage es ehrlich, das tue ich nicht für mich, sondern eher für die Menschen, damit sie lernen, miteinander zu reden, wenn sogar wir beide das können.
Die Journalisten-Kollegen, da bin ich sicher, hätten gerne so eine Möglichkeit bekommen. Aber ich habe die Erlaubnis bekommen. Darum werde ich das Gespräch heute aufteilen und werde die Frage stellen, die wohl die von der Opposition abhängigen Medien stellen würden, und auch die Fragen, die die staatlichen Medien stellen würden. Ich werde diese Fragen also ab und an trennen.
Ich hoffe, dass zumindest Sie verstehen, dass es keine unabhängigen Medien gibt
.“
Protasewitsch: „Selbstverständlich.“
Journalist: „Gut, dass Sie das verstehen, denn dann müssen wir vieles nicht extra erklären.“

0:01:21 Machen Sie dieses Interview freiwillig? Wie fühlen Sie sich?

Die Anwtort war kurz, Protasewitsch sagte, er mache das freiwillig und fühle sich bis auf eine Erkältung gut.

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