USA: Kommt es zur Balkanisierung der ehemaligen Supermacht? | www.konjunktion.info

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05-06-21 06:11:00,

Veröffentlicht 5. Juni 2021 · 128 Aufrufe

USA - Bildquelle: Pixabay / Comfreak; Pixabay License

USA – Bildquelle: Pixabay / Comfreak; Pixabay License

Von allen inflationären Katastrophen der modernen Wirtschaftsgeschichte ist die von Jugoslawien diejenige, die vom Mainstream am meisten ignoriert wird. Der Zusammenbruch der osteuropäischen Nation war zwar eine langsamer Vorgang, aber mit einer großen Explosion am Ende. Die meisten Menschen sind mit dem serbisch-kroatischen Krieg, dem darauf folgenden Völkermord und der Rolle der westlichen Geheimdienste vertraut, aber nur wenige wissen um die Wirtschaftskrise, die im Vorfeld des Konflikts gezielt geschürt wurde.

Ich möchte hier keine detaillierte Analyse des letztendlichen Zusammenbruchs Jugoslawiens präsentieren, sondern nur die Bedingungen untersuchen, die ihn auslösten. Ich glaube, dass es einige interessante Ähnlichkeiten zu den aufkeimenden Balkanisierungsbedingungen in den USA gibt, zusammen mit einigen deutlichen Unterschieden.

Die erste Phase: Inflation

Präsident Josip Broz Tito führte die Nation in verschiedenen Funktionen von 1953 bis 1980. Er benutzte zwei mächtige Werkzeuge, um die Unruhen in der ethnisch vielfältigen Nation einzudämmen: groß angelegte Unterdrückung abweichender Stimmen mit Hilfe von Polizei und Militär und die Erlaubnis, regionale Kredite aus dem Ausland aufzunehmen. Letzteres mag nicht besonders wichtig klingen. Ein Geheimdienstdokument der CIA von 1983 mit dem Titel Yugoslavia: An Approaching Crisis? (Jugoslawien: Eine heraufziehende Krise?) dazu:

Obwohl die Selbstverwaltung in der Theorie den Arbeitern erlaubt, ihre Unternehmen zu besitzen und zu leiten, wurden in Wirklichkeit die Führer in den sechs Republiken und zwei Provinzen […] die dominierenden wirtschaftlichen Entscheidungsträger. Sie wurden zunehmend protektionistisch und isolierten sich gegenseitig bei der Verfolgung lokaler Interessen. Sie ignorierten die nationalen Größenvorteile und die letztendliche Rentabilität, bauten überflüssige Unternehmen auf, blockierten den Wettbewerb auf dem “einheitlichen Markt” und gewährten unrealistische Preiserhöhungen und Subventionen für begünstigte Branchen. So wurde in den frühen 1980er Jahren eine Inflation von 30 bis 40 Prozent chronisch…

(Although self-management in theory permits workers to own and manage their enterprises, in fact the leaders in the six republics and two provinces […] became the dominant economic decision makers. They grew increasingly protectionist and isolated from each other in pursuing local interests. Ignoring national economies of scale and ultimate profitability, they built redundant enterprises, blocked competition on the “unified market,” and granted unrealistic price increases and subsidies to favored industries.

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