Das Ukraine-Déjà-vu

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06-06-21 07:48:00,

von Ben Norton

Ein profilierter weißrussischer Regimewechsel-Aktivist, dessen Verhaftung aus einem zur Landung gezwungenen Flugzeug heraus einen internationalen Skandal auslöste, hat starke Verbindungen zu neofaschistischen Gruppen, die seine politischen Sponsoren in den Hauptstädten des Westens geflissentlich übersahen.

Der rechtsradikale Aktivist Roman Protasewitsch war am 23. Mai 2021 in einer irischen Verkehrsmaschine der Ryanair unterwegs, als diese den weißrussischen Luftraum erreichte und von den Luftfahrtbehörden des Landes zum Landen aufgefordert wurde. Nach der Landung wurde Protasewitsch aus dem Flugzeug geholt und verhaftet.

Der Zwischenfall löste eine Welle von Denunziationen seitens westlicher Regierungen aus und eine neue Runde aggressiver Sanktionen gegen Weißrussland. Viele anti-interventionistisch gesinnte Kritiker wiesen auf die Scheinheiligkeit der Verurteilungen seitens der US-Regierung hin und erinnerten daran, wie diese im Jahre 2013 das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Evo Morales zur Landung in Wien gezwungen hatte — eine ungeheuerliche Verletzung internationalen Rechts —, weil sie glaubte, dass Morales den NSA-Whistleblower Edward Snowden mit an Bord habe.

Diesen Präzedenzfall Washingtons mühelos ignorierend, verurteilten westliche Regierungen und große Konzernmedien die Regierung des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko als brutale Diktatur, während sie den prominenten Oppositionellen Protasewitsch mit Lob überhäuften und ihn zum heroischen Verteidiger der Menschenrechte stilisierten.

Was sie sich zu sehen weigerten, ist Protasewitschs Vergangenheit im Dienste einer neonazistischen Miliz in der Ukraine und seine weitläufigen Beziehungen zu anderen rechtsradikalen Organisationen.

Ein Anführer von Ukraines berüchtigtem Asow-Bataillon, einer offen neonazistischen Miliz, die die Symbole des weißen Suprematismus benutzt, gab öffentlich zu, dass Protasewitsch in Asow an Kämpfen teilnahm. Laut einer ukrainischen Zeitung arbeitete er im Pressedienst der neonazistischen Miliz. Ein anderer ukrainischer Medienkanal entdeckte zahlreiche Fotos, die Protasewitsch inmitten des Asow-Bataillons zeigen, in Militäruniform gekleidet und mit einem Sturmgewehr ausgerüstet. Andere Fotos zeigen Protasewitsch in einem Neonazi-T-Shirt mit Hakenkreuzen.

Protasewitsch gab in einem Interview selbst zu, dass er in die Ukraine gereist sei und ein Jahr lang gegen die prorussischen Kräfte in der ostukrainischen Kriegszone, dem Donbass, gekämpft habe. Man glaubt sogar, dass das Titelbild einer Ausgabe von Asows Propagandazeitschrift, die mit einem großen neonazistischen Symbol geschmückt ist, ihn zeigt, mit Sturmgewehr und in Uniform.

Asow und ähnliche ultranationalistische Gruppen konnten ihren Einfluss bis weit über die ukrainischen Grenzen hinaus zur Geltung bringen,

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