Dr. Drosten im Faktencheck

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06-06-21 09:11:00, Deutsche Virologen und Mediziner (FAZ)

Publiziert: 6. Juni 2021 (akt.)
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Der bekannte deutsche Virologe Dr. Christian Drosten gab dem Schweizer Online-Magazin Republik ein gestern veröffentlichtes Interview zur Corona-Pandemie. Doch ein Faktencheck zeigt: Die meisten seiner zentralen Aussagen zu Corona sind unrichtig oder irreführend.

Hinweis: Es folgt eine sachlich-kritische Argumentation. Bitte verwenden Sie diese Analyse nicht für persönliche Angriffe oder Stimmungsmache. Die Analyse muss sonst depubliziert werden.

1) Ursprung des Coronavirus

Drosten: “Diese Idee eines Forschungs­unfalls ist für mich ausgesprochen unwahrscheinlich, weil es viel zu umständlich wäre.”

Warum glaubt Dr. Drosten, ein Szenario mit Forschungsunfall wäre “viel zu umständlich”?

Drosten: “Hätte man im Labor also eine Art Sars-2 entwickeln wollen, dann hätte man Änderungen, zum Beispiel diese furin site, in so einen Sars-1-Klon eingefügt. Um so herauszufinden: Macht diese Anpassung das Sars-Virus ansteckender? Aber das war hier nicht der Fall. Der ganze Backbone des Virus ist anders: Sars-2 ist voller Abweichungen zum ursprünglichen Sars-1-Virus.”

Warum glaubt Dr. Drosten, man hätte dafür einen Sars-1-Klon verwendet?

Drosten: “Also, wir stellen uns vor, jemand wollte schauen, was denn passiert, wenn man einem Corona­virus diese furin cleavage site verpasst, die man von den Influenza­viren kennt: Wird es dadurch bösartiger? Hierfür würde ich das Sars-1-Virus nehmen, und zwar in einer Form, die ich im Labor auch verändern kann.” [Hervorhebung hinzugefügt.]

Bewertung: Ein Strohmann-Argument. Es wurde nie angenommen, Sars-Cov-2 sei aus Sars-Cov-1 entstanden oder entwickelt worden. Bereits seit Mai 2020 ist bekannt, dass das Wuhan-Institut über circa ein dutzend der nächsten Verwandten von Sars-Cov-2 verfügte, mehrere davon mit bis heute unveröffentlichten Gensequenzen; dass diese Viren aus einer Mine stammten, in der es 2012 zu Covid-ähnlichen Lungenentzündungen kam; dass das WIV seit 2017 mit diesen Viren forschte; und dass das WIV diese Zusammenhänge aktiv zu verschleiern versuchte. Ein “Labor-Virus” muss zudem nicht besonders “bösartig” sein, es kann sich auch um ein abgeschwächtes Virus aus der Impfstoff-Forschung handeln (wie vermutlich 1977 und 2009). Dennoch ist es richtig, dass ein natürlicher Ursprung (z.B. Pelztiere) oder eine geopolitische Erklärung ebenfalls weiterhin möglich sind.

2) Saisonaler Effekt auf Infektionen

Drosten: “Beides zusammen [Lockdowns und Impfungen] und die wärmeren Temperaturen,

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