Fußball-EM als Propaganda-Bühne: Trikots der Ukraine mit Nazi-Slogan

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10-06-21 10:57:00,

Ultra-Nationalismus statt Völkerverständigung: Die Ukraine provoziert einmal mehr mit rechtsextremen Anspielungen. Die (vorübergehende) Billigung des Vorgangs durch die UEFA war skandalös – inzwischen hat die Organisation aber reagiert. Problematisch bleiben Reaktionen in Teilen der deutschen Presse und Doppelstandards bei Teilen der sonst lauten Warner vor Rechtsextremismus. Einer Politisierung des Sports ist prinzipiell entgegenzutreten. Von Tobias Riegel.

Die Fußball-Europameisterschaft wird morgen (11. Juni) mit dem Spiel Italien-Türkei eröffnet. Das ist sehr erfreulich. Die EM bietet nicht nur die Aussicht auf spannende sportliche Unterhaltung, sondern auch – zumindest potenziell – die Chance auf gelebte Völkerverständigung.

Die Ukraine konterkariert aber den Gedanken der potenziell möglichen Völkerverständigung in einem von Geopolitik vorübergehend befreiten Raum, indem sie die Trikots ihrer Nationalmannschaft für skandalöse politische Statements missbraucht. Ebenso skandalös war die vorübergehende Billigung dieser Propaganda durch die UEFA. Immerhin: Mittlerweile hat die UEFA die Ukraine aufgefordert, den Slogan zu entfernen. Problematisch bleibt das Verhalten von Teilen der westlichen Politiker und Journalisten dazu, dass der eng mit historischen Nazi-Kollaborateuren verknüpfte Slogan »Ruhm der Ukraine, Ruhm den Helden« nun (noch) auf den Trikots zu lesen ist. Außerdem ist auf den Trikots die Krim als Teil des ukrainischen Staatsgebiets markiert.

Gegen die Politisierung des Sports

Eine Politisierung von Sportveranstaltungen ist abzulehnen – besonders, wenn es sich um internationale Treffen handelt. Bricht man mit dieser Regel, büßen solche Sportveranstaltungen ihre letzten Reste der Glaubwürdigkeit bezüglich ihres Beitrags zur Völkerverständigung ein und verwandeln sich potenziell ins Gegenteil: in eine internationale Bühne der gegenseitigen Ressentiments. Das darf man nicht dulden.

Darum war das vorübergehende Schweigen der UEFA zu den zurecht umstrittenen Trikots der ukrainischen Fußballnationalmannschaft unhaltbar und ein politisch parteiischer Schritt. Besser spät als nie: Dass die UEFA nach der zunächst erteilten Erlaubnis der Trikots nun doch noch reagiert hat, ist zu begrüßen. Jedoch wird laut den Medienberichten nur der erwähnte Slogan moniert, nicht aber die Darstellung der Krim als offizieller Teil der Ukraine.

Man kann an vielen Aspekten von Organisationen wie der UEFA oder an der Kommerzialisierung des Sports scharfe Kritik üben. Aber dennoch können internationale Treffen wie die nun kommende Fußball-EM potenziell positiv als eine der letzten Brücken zwischen den Völkern dienen, wenn die anderen Brücken von der Politik torpediert werden.

Doppelte Standards beim Rechtsextremismus

Eigentlich herrscht darüber,

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