Wer wird die Serengeti erben? | Von Hartmut Barth-Engelbart | KenFM.de

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11-06-21 12:37:00,

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Wer hat den Massai die Sohlen gestohlen?

Mit den beiden so überschriebenen Short-Storys aus Ostafrika ist es nicht getan. 

Von Hartmut Barth-Engelbart.

Eigentlich müsste ich eine Monatsdosis schreiben. Denn der angeblich rein humanitäre Besuch Macrons in Ruanda und Burundi und die dazu erfolgte Berichterstattung (1) ist die Perpetuierung des europäischen Kolonialismus auf höherer Stufe.  Macron soll dafür um Entschuldigung gebeten haben, dass Frankreich die Hutus gegen die Tutsis bewaffnet hat.

Der Herr und seine Pressemeute haben dabei ganz „vergessen“, dass Deutschland, Frankreich und Belgien die Tutsi als Sklaventreiber benutzt und sie bewaffnet haben.  Die Hutu haben die Unabhängigkeit dieser Länder gegen die Kolonialmächte und ihre Kompradoren-Kalfaktoren erkämpft und wollten ihre Henker nicht wieder über sich sehen. Macrons Besuch galt dem Zugang zu den seltenen Erden, dem Tantal, dem Koltan, dem Kupfer in der Region und nicht nur den Usambara-Veilchen. Da gleichen sich EU von der Leichen und das Pariser Macronat wie das Berliner Matronat

Wie schön man Neo-Kolonialismus tarnen kann, hat nicht erst Nina Hoss als „Die weiße Massai“ bewiesen.  Das ging schon in den 1950ern mit Professor Bernhard Grzimek und seinem Sohn sehr gut, mit der Rettung der Serengeti vor den bösen „Massai-Wilderern“, denen rund um die Weidegründe geraubt wurden. Die zur Vergrößerung ihrer Herden auf überweideten Restflächen gezwungenen Massai gerieten nicht nur mit den europäischen Nationalparkfreunden in Konflikt. Sie konkurrierten jetzt zusätzlich mit den auf noch nicht kapitalisierten Böden Kleinlandwirtschaft-betreibenden  Stämmen.

Ein wunderbarer Ansatz für das Teile und Herrsche neokolonialer „Entwicklungshelfer“ und weiterer Landgrabber in den Startlöchern… Der Ngorogoro-Krater und die Serengeti als Übersee-Museum und renaturierter Zirkus Hagenbeck zur Bespaßung denaturierter Europäer, als Ausweichfläche für den zu engen Frankfurter Zoo, der wegen seiner Immobilienpreis-Steigerung im Schatten der EZB-Twintower so oder so nicht länger zu halten ist. Da jubeln sich selbst Grüne schwarz, wenn endlich in Afrika artgerechte Zoohaltung durchgesetzt wird.  Schluss mit lustig, jetzt wird es blut-ernst:

Wie Kenia mit Rosen zum Valentinstag Millionen verdient“ (2), schreibt auf dem Valentinstags-FR-Titel vom 14.02.2017 Johannes Dietrich, der FRontschau Afrika-Erschließer und unterschlägt dabei in dieser verFAZten Abendpost-Nachtausgabe für Besserverdienende das fortgesetzte Massai-Schlachten in dieser französisch-belgisch-deutsch-britisch und USAIDs- kolonial- und neokolonial beglückten Region des schwarzen Kontinents.

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