Die Macht der Güte

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12-06-21 12:16:00,

Ein scharfer Wind fegt durchs Land. Trotz sommerlicher Temperaturen geht es harsch zu — auch dort, wo wir es vielleicht nicht erwarten. Wir alle tragen Wunden und Verletzungen in uns, bei deren Berührung es ungemütlich wird. In einer Zeit, in der tief Vergrabenes und kollektiv Vergessenes an die Oberfläche kommt, kann es uns allen passieren, dass wir anderen Menschen nicht mit der Achtsamkeit begegnen, nach der wir streben. Es klingt gut in einer Zeit, in der wir Hoffnung und Zuversicht brauchen: kosmische Liebe, allumfassendes Eins, unendliche Möglichkeiten. Doch verstehen wir, was wir da sagen?

Wer von uns nutzt zum Beispiel seine telepathischen Fähigkeiten und die Kraft seiner inneren Heilströme? Welcher in der relativen Welt lebende Mensch kennt sich mit dem Absoluten aus? Jahrtausende lang haben wir sie nicht mehr gelebt, die Verbindung zum ursprünglichen Licht. Wir haben aus der Religion — dem, was uns mit der geistlichen Welt verbindet — Dogmen gemacht und aus Gott einen eifersüchtigen Weltraumpolizisten.

In einer Zeit, in der wir uns von allem entfremdet haben, einschließlich von uns selbst, reicht es nicht aus, mit dem Finger zu schnippen und alles ist wieder da. Es ist nicht genug, regelmäßig zu meditieren, sich einen Schamanen zu suchen und bestimmte Substanzen zu sich zu nehmen. Um unser allzu lang verschüttetes Potenzial wieder freizulegen und die Verbindung zu den höchsten Prinzipien und der universellen Liebe wieder aufzunehmen, braucht es mehr als einen starken Glauben. Es braucht vor allem Übung.

Es sagt sich ganz einfach: Liebe. Ich tue das aus Liebe. Aus Liebe schlägt die Mutter ihr Kind, damit einmal etwas aus ihm wird. Aus Liebe verbrannte die Kirche diejenigen, die nicht an den rechten Gott glaubten. Aus Liebe werfen wir unserem Nächsten die schlimmsten Dinge ins Gesicht und drehen ihm für alle Zeit den Rücken zu. Denn aus der Ferne ist es leicht, jemanden zu lieben. Er tritt einem nicht mehr auf die Füße.

Toten kann man prächtige Altäre bauen und sich an den schönsten Erinnerungen laben. Doch wie sieht es im Alltag aus mit den Lebendigen? Wie sieht es mit denen aus, die uns Dinge sagen, die uns brüskieren und deren Verhalten uns auf die Palme bringt? Wie steht es hier mit der bedingungslosen Liebe? Ist auch dann noch alles eins und alles gut, wenn uns jemand verletzt? Oder werde ich zum Racheengel,

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