Kraft gegen den technischen Monopolismus gewinnen – aber wie?

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25-06-21 05:51:00,

Der Bericht zum zurückliegenden Treffen muss sehr kurz ausfallen – wenn er nicht in endloser Ausführlichkeit versinken soll. Es ging einfach darum, wie dem im Zuge der Corona-Krise entstehenden Druck der rasant anwachsenden Technisierung geistig, emotional und sozial zu begegnen sein kann, wenn man sich diesem Druck nicht einfach ergeben und ihn widerstandslos an seine soziale Umgebung weitergeben will.

Vor uns öffnet sich eine durch Corona aufgewühlte geistige und politische Landschaft, in der das Austeilen von politischen und ideologischen Plaketten und Stigmata den an Verständigung orientierten Dialog und die sachliche Auseinandersetzung in erschreckendem Maße ersetzen. Die einen halten den „Großen Umbruch“, wie er u.a. von Klaus Schwab, Führungsfigur des World Economic Forums propagiert wird, für eine Chance und erklären alle, die dieser Entwicklung kritisch gegenüberstehen, zu Feinden des Fortschritts, zu Spinnern, schieben sie auch gern in die rechte Ecke, verspotten sie bestenfalls als Esoteriker. Andere sehen sich als Opfer von Weltherrschaftsplänen verschworener „Eliten“, einem Wiederaufleben eines „kommunistischen Geschichtsimpulses“ und hinter all dem vermuteter „Mächte des Bösen“. Kurz: Verschwörungszuweisungen, Vorverurteilungen und Stigmatisierungen, diffuse Ängste, wohin das Auge reicht, statt Aufklärung darüber, was – wie Karl Marx es einst formulierte – „hinter dem Rücken der Akteure“ tatsächlich geschieht, selbst hinter dem Rücken derer, die sich für die Macher dieser Entwicklung halten.

Damit sind wir bei der entscheidenden Frage, ohne die zu beantworten, zumindest, ohne auf die Antworten zu suchen, keine Orientierung in der gegenwärtigen Verwirrung zu findet ist.

In welcher Tendenz schwimmen wir heute, ob wir wollen oder nicht? Wie können wir darin unsere Eigenständigkeit, unseren Lebenssinn, unsere Menschlichkeit halten?

Das Erste ist vermutlich, uns zu erinnern, woher und wohin der Strom fließt. Einfach gesagt: Es gilt nicht nur Tagesfragen zu stellen, sondern den geistigen Charakter dieser Krise zu erkennen: die tendenziell unaufhaltsame Verschmelzung des Menschen mit der von ihm selbst, von uns selbst hervorgebrachten Technik, die als Ausdruck eines sich selbst verwertenden Kapitals in zunehmendem Maße der Kontrolle durch menschlichen Geist zu entgleiten droht. Genauer, es geht darum, wie wir in dem von uns selbst hervorgebrachten technischen Strom unsere Entwicklungsmöglichkeiten nicht nur erhalten, sondern mit Hilfe der Technik steigern können – aber ohne dabei als „Organwesen“, als Sklave dieser Technik zurückzubleiben.

Als knappe Stichworte sollen hier nur genannt werden: 

  • Heute zeigt sich die Tendenz der digitalen Entmündigung, die in eine totale digitale Führung des Menschen übergehen könnte – wenn wir dem nicht eine neue Art des zivilen Ungehorsams entgegensetzen,

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