Wenn der Regenbogen zur Farce wird

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25-06-21 09:28:00,

Die Frage, ob das Münchner Stadion zum Fußballspiel Deutschland gegen Ungarn zur „Solidarität“ mit Schwulen, Lesben und Menschen mit unkonventioneller sexueller Identität in den Regenbogenfarben angeleuchtet wird, war zumindest in den sozialen Netzwerken das Thema der Woche. Tobias Riegel und Albrecht Müller haben die Debatte auf den NachDenkSeiten bereits kritisch beleuchtet. Dieser Vorgang ist jedoch nur ein abstruses Beispiel von vielen. Auch Banken, Rüstungskonzerne und sogar die skrupellosen EU-Grenzschützer der Frontex nutzen die Regenbogenfarben, um sich als „fortschrittlich“ darzustellen. Die NachDenkSeiten haben einige besonders skurrile Beispiele gefunden, die die gesamte Heuchelei aufzeigen und nur mit sehr viel Zynismus zu ertragen sind. Von Jens Berger.

Als Deutschlands Fußballer am Mittwoch in der dank UEFA-Einspruch nicht in Regenbogenfarben illuminierten Münchner Allianz-Arena kickten, war dies eine Steilvorlage für Politiker jeglicher Couleur, sich über die Sozialen Medien als aufrechte Anhänger von „Freiheit und Toleranz“ zu verkaufen. So zeigte sich beispielsweise CSU-Generalsekretär Markus Blume stolz mit einer Schutzmaske in Regenbogenfarben vor seinem ebenfalls ungewöhnlich bunt maskierten Parteichef Markus Söder. Die Botschaft war klar – „Schaut her, die CSU ist ganz toll für Schwule und Lesben und protestiert so richtig rebellisch gegen die böse UEFA“.

Bild: Screenshot Facebook

Das ist doch mal erstaunlich, hat eben jener Markus Blume die Ehe für Alle, die für Schwule und Lesben ein zentrales Thema ist, doch noch kurz zuvor mit bajuwarisch-katholischer Frömmelei abgelehnt – wenn Schwule und Lesben heiraten dürften, „entfernte sich [das] vom christlichen Eheverständnis“, so Blume. Da fragt man sich doch, warum er und sein Parteichef dann nicht lieber ein Kreuz auf ihrem Mundschutz tragen?

Bild: Screenshots Twitter

Aber die CSU ist da in „bester“ Gesellschaft. Bei der Abstimmung über die Ehe für Alle hatte vor gerade mal vier Jahren auch ein übergroßer Teil der CDU-Abgeordneten – darunter übrigens auch die Kanzlerin – mit „Nein“ abgestimmt. Diejenigen, die sich jetzt für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben „stark machen“, verweigern ihnen also gleichzeitig das Recht auf eine Eheschließung? Ja, die Bigotterie unter dem großen „C“ ist schon erstaunlich.

Erstaunlich ist auch die demonstrative „Unterstützung“ der Rechte von Menschen mit einer homosexuellen Orientierung durch die deutsche Wirtschaft. Es wäre müßig, an dieser Stelle alle deutschen Konzerne aufzuzählen,

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