Putin im O-Ton über die Ukraine und Selensky | Anti-Spiegel

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02-07-21 09:33:00,

Kein Interview mit Putin kommt in Russland ohne das Thema Ukraine aus. So auch seine vierstündige Fragestunde am Mittwoch.

Wie angekündigt übersetze ich die Teile von Putins vierstündiger Fragestunde, die meiner Meinung nach für deutsche Leser interessant sind. Da über fünf Millionen Ukrainer nach Russland geflohen sind und da es immer noch viele gemischte russisch-ukrainische Familien gibt, ist das Thema Ukraine für die Russen ein Dauerbrenner. Auch bei Putins Fragestunde am Mittwoch gab es dazu eine Frage, die ich übersetzt habe.

Zum Verständnis noch ein paar Infos vorweg: Russland hat eine Liste von „unfreundlichen Ländern“ veröffentlicht, also von Ländern, die eine explizit unfreundliche Politik gegenüber Russland machen. Als Folge gibt es für diese Länder Einschränkungen zum Beispiel für die Tätigkeit ihrer diplomatischen Vertretungen in Russland. Auf dieser Liste stehen bisher die USA und Tschechien.

Außerdem wurde in der Ukraine gerade ein Rassengesetz verabschiedet, das die Staatsbürger der Ukraine nach völkischen Kriterien in Kategorien einteilt, die auch unterschiedliche Rechte haben. Ich habe über das am 18. Mai ins Parlament eingereichte Gesetz berichtet, die Details finden Sie hier. Übrigens wurde das Gesetz am 1. Juli verabschiedet.

Nun zur Übersetzung der Frage zur Ukraine und Putins Antwort.

Beginn der Übersetzung:

Beresowskaja: Herr Präsident, es ist klar, dass Sie nach Ihrer Impfung nicht nur gegen das Coronavirus immun sind, sondern wahrscheinlich auch gegen einige unfreundliche Länder. Diese Frage erreichte uns per SMS: Warum steht die Ukraine nicht auf der Liste der unfreundlichen Länder? Von Igor Oboymov, Moskau.

Noch eine zum gleichen Thema: Werden Sie und Selensky sich treffen?

Putin: Warum steht die Ukraine nicht auf der Liste der unfreundlichen Länder? Weil ich nicht glaube, dass das ukrainische Volk uns gegenüber unfreundlich ist. Ich habe schon oft darüber gesprochen. Ich kann es noch einmal sagen: Ich glaube, dass Ukrainer und Russen ein Volk sind.

Schauen Sie: Juden kommen aus Afrika, aus Europa, aus anderen Ländern der Welt nach Israel. Aus Afrika kommen Schwarze, richtig? Die aus Europa kommen, sprechen Jiddisch, nicht Hebräisch. Sie sind anscheinend vollkommen unterschiedlich, aber das jüdische Volk pflegt dennoch seine Einheit.

Aber warum in die Ferne, nach Israel, schauen? Wir haben ein solches Volk, eines der in Russland heimischen Völker, wie zum Beispiel die Mordva.

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