„Zwischenbilanz der vermeidbaren Schäden und tolerierten Opfer“

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02-07-21 10:27:00,

Das ist der Untertitel des neuen Buches von Jens Berger. Gestern Abend beim Blick in Maybrit Illners Talkshow wurde klar, wie wichtig seine Zwischenbilanz ist. Da war nämlich – welch eine Erkenntnis! – die Rede davon, Menschen könnten auch an den Folgen der Corona-Politik sterben. Die NachDenkSeiten berichten darüber seit April 2020! Im Oktober 2020 fragten wir dann unsere Leserinnen und Leser nach ihren persönlichen Erfahrungen und wir dokumentierten ihre oft bedrückenden Berichte: „Die im Dunkeln sieht man nicht. Eine Dokumentation über Folgen der Corona-Politik“. Daraus wurde dann zum Jahresende 2020 ein Buch mit dem gleichen Titel. Jetzt hat Jens Berger mit „Schwarzbuch Corona“ die notwendige Zwischenbilanz gezogen. Sie finden in seinem Buch eine Reihe von wichtigen Daten und Erkenntnissen zu den Folgen der Corona-Politik. Albrecht Müller.

Lassen wir den Autor selbst sprechen und zwar mit einem für ihn einschlägigen Kapitel – es geht um die Frage, wie verschieden die Schäden und Opfer der Corona-Politik verteilt sind. Die finanziell nicht gut ausgestatteten Menschen leiden deutlich mehr. Hier ein Auszug von den Seiten 102-104:

„Insgesamt haben die Maßnahmen die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert. Einen ganz wesentlichen Teil dazu hat die armutspolitische Ignoranz der maßgeblichen Akteure beigesteuert. Die Maßnahmen haben die soziale Spaltung als chronische Erkrankung unserer Gesellschaft offengelegt, die nicht durch Virologen gelöst werden kann.

Sorglos in Hobbingen

Der Lockdown ist nun einmal auch eine Klassenfrage, und es ist kein Wunder, dass die begeistertsten Lockdown-Anhänger mehrheitlich dem wohlsituierten Bürgertum angehören. Es macht halt einen Unterschied, ob man die sonnigen Tage als Pensionär oder »Homeoffice-Elite« nutzt, um im Eigenheim im grünen Speckgürtel mit den Kindern oder Enkeln im Garten zu spielen und sich selbst zu finden oder ob man als alleinerziehende Niedriglöhnerin, die vom Arbeitgeber auf Kurzarbeit gesetzt wurde, mit den Kindern bei gesperrten Spielplätzen in der kleinen Zweizimmerwohnung im Plattenbau verbringen muss. Für Millionen Deutsche ist der Lockdown eben kein verlängerter Urlaub daheim, sondern eine psychische und ökonomische Tragödie.

Als ich selbst während des ersten Lockdowns durch die Straßen meines ländlichen Wohnorts zog, kam ich mir damals ein wenig vor wie im Auenland der Herr-der-Ringe-Trilogie. Wie fröhliche Hobbits beschäftigten sich meine Nachbarn mit Gartenarbeit und spielten mit ihren Kindern. Doch man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man vor allem in der Kontaktsperre meist nicht.

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