Die Dimension des nächsten Waffengangs | Von Willy Wimmer | KenFM.de

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06-07-21 01:55:00,

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Ein Kommentar von Willy Wimmer.

Der 22. Juni 2021 bot noch einmal die Gelegenheit, geradezu “in-sich-zu gehen”. Die Welt erinnerte sich an diesem Tag an den Angriff des Deutschen Reiches auf die damalige Sowjetunion vor achtzig Jahren. Es war eine Erinnerung an unsagbares Grauen, dessen Zündschnur von den Siegermächten des Ersten Weltkrieges gewußt und gewollt in “Versailles 1919” gelegt worden war, um sich der beiden möglichen Rivalen – Deutschland und das bolschewistische Russland, die Sowjetunion – zu entledigen. Die Bestimmungen von “Versailles 1919”, die Deutschland ohne Not knebelten, wirkten wie eine Tagesordnung, die ein bewusst geförderter Adolf Hitler nur abarbeiten musste, um den nächsten Krieg, der gewollt angesteuert worden war, entfachen zu können. Die Perfidie wird in vielen Umständen der damaligen Zeit deutlich. Aber in wenigen Umständen so offenbar, wie in den zeitgleich zu den Verhandlungen in Moskau durch den damaligen deutschen Aussenminister von Ribbentrop geführten Verhandlungen einer französisch-britischen Delegation. Sie sollte nichts zustande bringen. Aus diesem Grunde hatte London den britischen Verhandlungsführer ohne jede Vollmacht nach Moskau geschickt. Der russische Präsident Putin und sein französischer Kollege, Präsident Macron, tun gut daran, auch in der heutigen Zeit die historische Erinnerung an die damaligen Geschehnisse gleichsam “wachzuhalten”, weil das nächste Unheil heranrollt. Alexander Sosnowski und ich haben das in unserem Buch “Und immer wieder Versailles” in aller Komplexität angesprochen. 

Das wurde in den letzten Wochen mehr als deutlich. Nicht nur in den gezielten Provokationen von NATO-Schiffen im Schwarzen Meer in Hoheitsgewässern der Halbinsel Krim, die zu Russland gehört. Kurz zuvor war im walisischen Cornwall das G7-Treffen der führenden westlichen Industrienationen durchgeführt worden, nicht ohne durch den US-Präsidenten Joe Biden und den britischen Gastgeber, Premier Boris Johnson, in den gewünschten historischen Kontext gestellt zu werden. Es wurde nicht an den 22. Juni 1941 und das globale Verhängnis erinnert, sondern an die angelsächsische Allianz der “Atlantik-Charta” aus eben dem Jahr 1941 erinnert. Darin waren die angelsächsischen Kriegsziele in diesem Weltkrieg festgelegt worden. Ein klares, politisch-historisches Statement der Präsidenten und des Premiers, das sich deutlicher als je zuvor von der Geschichts-Ignoranz der deutschen Bundesregierung und des deutschen Staatsoberhauptes, des Herrn Bundespräsidenten,

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