Verlorene Lebenszeit durch Corona – eine weitere Säule wankt

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06-07-21 08:40:00,

Mehr als 91.000 Menschen sind in Deutschland nach Angaben des RKI an oder mit Covid-19 verstorben. Das RKI hat „errechnet“, dass diese Menschen im Durchschnitt ohne Covid-19-Erkrankung noch 9,6 Jahre länger gelebt hätten. Das ist kaum glaubhaft, lag das Durchschnittsalter der Verstorbenen doch bei 83 Jahren und waren doch fast alle Verstorbenen schwer vorerkrankt. Der promovierte Mathematiker Günter Eder hat sich für die NachDenkSeiten die Zahlen genauer angeschaut und kommt bei seiner eher konservativen Berechnung zu ganz anderen Zahlen. Demnach hätten 85% der Verstorbenen ohne Corona nur noch eine Restlebenserwartung von zehn Wochen gehabt. Ergänzt mit den RKI-Schätzungen kommt man damit zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass im letzten Jahr mehr Lebenszeit durch Verkehrsunfälle als durch Covid-19 ausgelöscht wurde.

Im März letzten Jahres traten in Deutschland die ersten Coronafälle auf und etliche Infizierte verstarben. Die Ungewissheit, wie ansteckend und gefährlich das neuartige Virus sei, war allgemein groß und niemand wusste, was auf das Land zukam. In den Medien wurde viel über dramatische Ereignisse in anderen Ländern und auf den Intensivstationen der Krankenhäuser berichtet und Virologen hielten 280.000 Corona-Todesopfer für möglich oder rechneten gar mit bis zu 500.000 Toten.[1][2] Vor dem Hintergrund, dass Grippewellen in den vorangegangenen Jahren „nur“ zwanzig- bis fünfundzwanzigtausend Tote zur Folge hatten, war das eine erschreckende Perspektive, die vielen Menschen Angst machte.

Mittlerweile hat man wichtige Erfahrungen mit den gesundheitlichen Folgen von Coronainfektionen sammeln können und weiß besser, wie sich das Virus unter den Menschen ausbreitet. Das Krankheitsgeschehen wird insgesamt besser verstanden und auch aus Behandlungsfehlern in der Anfangsphase hat man gelernt. Trotzdem sind viele Fragen, die für die Einschätzung des Gefahrenpotentials wichtig sind, weiterhin offen. Das betrifft unter anderem das durch Corona ausgelöste Sterbegeschehen.

Anmerkungen zur RKI-Studie über verlorene Lebensjahre

Seit Beginn der Pandemie sind in Deutschland 90.270 Menschen an oder mit Corona verstorben (RKI vom 18. Juni 2021). In einer wissenschaftlichen Studie hat das Robert Koch-Institut (RKI) das Sterbegeschehen genauer untersucht. Dabei ist man insbesondere der Frage nachgegangen, wie viele Lebensjahre Verstorbene aufgrund von Coronainfektionen verloren haben. Oder anders ausgedrückt: Wie lange Verstorbene voraussichtlich noch gelebt hätten, wenn sie sich nicht mit dem Virus infiziert hätten. [3]

Die Studie wurde im Februar 2021 im Ärzteblatt veröffentlicht und kam zu dem Ergebnis, dass Covidverstorbene im Mittel 9,6 Jahre länger gelebt hätten,

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