Der Westen flieht aus Afghanistan und Verrät seine Verbündeten | Anti-Spiegel

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07-07-21 07:55:00,

Was westliche Politiker und Medien als “Abzug” aus Afghanistan bezeichnen, ist de facto eine überstürzte Flucht. Ihre (ehemaligen) Verbündeten überlassen die westlichen Staaten ihrem Schicksal.

Es gab und gibt reichlich Gründe, den Afghanistan-Krieg zu kritisieren. Nun kommt ein weiterer Grund hinzu, denn die derzeitige überstürzte Flucht des Westens zeigt auf, was Bündnisse und Hilfsversprechen der westlichen Staaten wert sind. Bei ihrer Flucht lassen die westlichen Staaten ihre Verbündeten und ihre ehemaligen Helfer im Land zurück und liefern sie den Mörderbanden der Taliban aus, die mit den „Verrätern“ kurzen Prozess machen werden.

Das Afghanistan-Fiasko des Westens

Ob ein Krieg erfolgreich war, kann man leicht überprüfen, indem man nach dem Krieg anschaut, mit welchen Zielen die Parteien in den Krieg gezogen sind. Im Falle Afghanistans wurde uns vor 20 Jahren erzählt, dass wir in Afghanistan Krieg führen müssten, um erstens die Taliban zu besiegen, denen man die Schuld an 9/11 gegeben hat. Zweitens sollte in Afghanistan endlich die Demokratie eingeführt werden und natürlich ging es drittens um Menschenrechte, vor allem um die Rechte der Frauen und das Recht der Mädchen auf Schulbesuch.

Erreicht wurde keines der Ziele, im Gegenteil: In Afghanistan herrscht immer noch ein Steinzeit-Islamismus ohne Frauenrechte. Von Demokratie kann keine Rede sein, denn im Land herrscht Krieg und die Zentralregierung, die nur kleine Teile des Landes kontrolliert, macht eher mit Korruption Schlagzeilen als mit Demokratie. Und die Taliban erobern Afghanistan gerade im Eiltempo zurück und besetzen die Teile des Landes, die bisher von Nato-Truppen gehalten wurden.

Im Grunde hat sich in Afghanistan durch den Nato-Krieg nichts geändert, außer dass es zehntausende Tote gab und dass Afghanistan unter Nato-Herrschaft zum weltweit größten Produzenten von Schlafmohn geworden ist, aus dem Heroin gewonnen wird. So ironisch es klingt, aber aus Sicht der Drogenbekämpfung kann man sich auf die Rückkehr der Taliban sogar freuen, denn unter deren Herrschaft der Anbau von Drogen in Afghanistan schon aus religiösen Gründen verboten, weshalb zu erwarten ist, dass sie – im Gegensatz zu den Nato-Staaten – wieder dagegen vorgehen werden.

Die Flucht des Westens

Was Politik und Medien als „Abzug“ bezeichnen, erinnert in frappierender Weise an die Flucht der USA aus Vietnam. Nachdem die USA erklärt haben, sich aus Afghanistan zurückziehen zu wollen, haben Deutschland und die anderen Staaten ihre Soldaten in aller Eile abgezogen. Wo eben noch die deutschen Soldaten waren,

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