Die Parkinson-Pandemie

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08-07-21 03:00:00,

Vor ziemlich genau drei Jahren, an einem Sommertag im Juni, fanden sich um die 300 Männer zum „Men‘s Health Day“, einer Veranstaltung der Universität Rochester, im Bundesstaat New York ein. Man wollte sich über Prostataleiden, Darmkrebs und Herzerkrankungen austauschen. Mit von der Partie waren auch einige Neurologen mit dem Forschungsschwerpunkt auf der Parkinson‘schen Erkrankung, darunter Professor Bloem. Dazu muss man wissen, dass neurodegenerative Erkrankungen inzwischen ohnehin zu den global führenden Ursachen für Behinderungen zählen. Nicht Viren oder Bakterien führen zu dieser Epidemie, sondern in erster Linie Umweltgifte.

Bei dem Treffen entstand die Idee zum oben genannten Buch. Im Vorwort steht:

„Die explosionsartige Ausbreitung der Parkinson-Krankheit und ihr globales Ausmaß stehen für eine neue Art von Pandemien, die nicht infektiös, sondern degenerativ und vom Menschen verursacht sind. Sie werden nicht durch Bakterien oder Viren übertragen, sondern durch soziale und umweltbedingte Faktoren wie Industrialisierung, giftige Chemikalien und die Alterung der Bevölkerung. Kein Wunder also, dass diese Krankheit nicht nachlässt. Die Zahl der Menschen mit Parkinson hat sich von 1990 bis 2015 von 2,6 Millionen auf 6,3 Millionen mehr als verdoppelt. Und wir schätzen, dass sich die Zahl bis 2040 noch einmal verdoppeln wird, auf mindestens 12,9 Millionen — ein atemberaubender Anstieg.“

Zu den äußerlich sichtbaren Symptomen dieser Gehirnerkrankung können eine träge Motorik, Zittern, roboterhafte oder wie eingefroren wirkende Bewegungen, unkontrollierter Speichelfluss und weitere grob- und feinmotorische Auffälligkeiten gehören. Dazu können kognitive Einschränkungen, Stimmungsschwankungen, Angststörungen und Depressionen, Schlafprobleme, Inkontinenz sowie unerwünschte sexuelle Beeinträchtigungen, Schmerzen und etliches Weitere kommen.

Obwohl Parkinson in der Regel ein Leiden ist, das überwiegend mit älteren Menschen in Zusammenhang gebracht wird, treten die Symptome inzwischen immer öfter auch bei Jüngeren auf. Wie Professor Bloem in einem Vortrag (1) berichtet, sei sein jüngster Patient gerade mal 13 Jahre alt.

Es zeichne sich immer deutlicher ab, dass die Umweltverschmutzung eine entscheidende Rolle beim inflationären Auftreten dieser Gehirnerkrankung spiele, so Bloem. Das auffällige Ansteigen der Krankheit habe viel mit der Industrialisierung zu tun. Eine ganz entscheidende Rolle komme dabei der Kontamination durch Pestizide wie Glyphosat zu. Vergleiche man Regionen mit starker Trinkwasserbelastung durch Pestizide mit dem prozentualen Auftreten von Morbus Parkinson, seien die Zusammenhänge offensichtlich.

Etliche Studien belegen seit vielen Jahren die gesundheitlichen Risiken von Herbiziden. Besonders für Glyphosat, aber auch für das Herbizid Atrazin wurden unterschiedliche schädliche Effekte nachgewiesen.

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