Litauen baut eine Mauer an der Grenze zu Weißrussland | Anti-Spiegel

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08-07-21 07:46:00,

Das Wort “Mauer” ist für Deutsche aufgrund der Geschichte ein negativ besetztes Wort. Das wissen die Medien zu nutzen, denn es gibt gute Mauern, über möglichst nicht berichtet wird, und böse Mauern, die man medial instrumentalisieren kann.

Die Berliner Mauer ist ein deutsches Trauma und daher ist das Wort „Mauer“ im Zusammenhang mit einer Grenze hervorragend zur medialen Manipulation des deutschen Publikums geeignet. Es gibt nämlich in den Augen von Politik und Medien gute und schlechte Mauern. Über Mauern, die Politik und Medien gut finden, wird möglichst nicht berichtet und wenn es unvermeidbar ist, versucht man wenigstens das Wort Mauer zu vermeiden und es mit anderen Worten zu umschreiben. Wenn Politik und Medien eine Mauer doof finden, dann berichten sie ausführlich über sie und sparen nicht mit dem Begriff Mauer.

Bevor wir auf die neueste Mauer kommen, nämlich die Mauer, die Litauen nun bauen will, muss ich erst einmal erklären, was ich mit meiner Einleitung meine und es belegen.

Gute Mauern

Es gibt Mauern, über die in Deutschland nur wenig berichtet wird. Da ist zum Beispiel die Mauer, mit der Israel die Palästinenser eingesperrt hat. Diese wirklich menschenverachtende Mauer, die die Palästinensergebiete de facto zu riesigen Freiluftgefängnissen gemacht hat, spielt in deutschen Medien kaum eine Rolle. Und wenn sie mal erwähnt wird, dann ist von einer „Grenzsicherung“ oder ähnlichem die Rede, die unvermeidbar sei, weil die Palästinenser ja Terroristen sind und Israel angreifen. Ob Israel mit seiner Unterdrückungspolitik diesen Terror möglicherweise selbst erschaffen hat, wird nicht gefragt und dass Israel mal eben ein ganzes Volk eingesperrt hat, wird praktisch nie kritisch erwähnt.

Auch die Mauer, die Spanien um seine nordafrikanische Enklave gebaut hat, um Flüchtlinge auszusperren, wird nur selten erwähnt. Dass Spanien seine Grenze (auch vor illegalen Einwanderern) schützen will, ist verständlich. Aber wenn man die spanische Mauer aus Sicht der EU-Politik betrachtet, ist sie der Gipfel des Zynismus, denn sie versperrt den Flüchtlingen eine Möglichkeit, sicher in die EU zu gelangen. Dadurch sind die Flüchtlinge, die aus purer Verzweiflung in die EU wollen und nach einer lebensgefährlichen Wanderung durch halb Afrika nichts mehr zu verlieren haben, gezwungen, mit seeuntüchtigen Nussschalen aufs Mittelmeer zu schippern und zu hoffen, von einem der „Flüchtlingssammelschiffe“ aufgelesen zu werden.

Die EU betrauert die im Mittelmeer ertrunkenen Menschen und fordert die Rettung der Bootsflüchtlinge. Aber gleichzeitig zwingt die EU selbst die Flüchtlinge mit Mauer und Frontex dazu,

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