Ohne das Basiswissen der NachDenkSeiten werden Sie zum Spielball der professionellen Meinungsmacher

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09-07-21 03:31:00,

Wenn Sie zum Beispiel die Manipulationsmethode „Wippschaukeleffekt“ nicht kennen, dann werden Sie zurzeit nur ungenügend durchschauen können, welches Spiel der sogenannte demokratische Westen mit den Schmuddelkindern Europas und der Welt spielt. Wir sind die Guten, die Demokraten, Länder mit Pressefreiheit – dort sind die Autokraten, Machthaber, die Bösen, jene, die die Pressefreiheit schmähen. Wenn man die Bedeutung des „Wippschaukeleffektes“ erkennt, dann weiß man, dass der Eifer der Anklagen gegen die Schmuddelkinder auch deshalb so groß ist, weil damit das eigene Ansehen verbessert wird. In Kenntnis dieser Manipulationsmethode kann man sogar den Umgang der EU-Spitze mit Orban, dem ungarischen Ministerpräsidenten, besser einordnen. Albrecht Müller.

Sie konnten am Anfang der Woche beispielsweise im Deutschlandfunk hören, die EU-Spitze habe den Autokraten Orban ermahnt, in Ungarn die Pressefreiheit zu garantieren, so wie das in den anderen Ländern der EU auch geschehe. Die Tagesschau vom 7. Juli beklagte, Orban habe immer wieder die Freiheit der Presse beschnitten und teile nicht die guten Werte der sonstigen EU.

Ich will mit diesem Hinweis nicht die undemokratischen Besonderheiten des ungarischen Ministerpräsidenten rechtfertigen. Ich will aber darauf hinweisen, dass die harschen Urteile über Orban wie auch jene über den Autokraten/Machthaber Putin und andere Feindbilder auch genau jene Funktion haben, die demokratische und humane Qualität der sonstigen EU-Repräsentanten bis hin zu Ursula von der Leyen in glänzendem Licht erscheinen zu lassen.

Dieser „Wippschaukeleffekt“ funktioniert in der Auseinandersetzung zwischen dem Westen und Russland, China, dem Iran und eben in milderer Form mit Ungarn und Polen.

Mit dieser Manipulationsmethode wird überspielt und zugekleistert, in welch jämmerlichem Zustand die Demokratie und Meinungsfreiheit in Deutschland und anderen westlichen „Musterstaaten“ ist.

Wir haben eine hochkonzentrierte Presselandschaft, sie ist in wenigen Händen von superreichen Menschen; die Presseagenturen dpa, afp und andere gehorchen offensichtlich den immergleichen Einflüssen; was damit noch nicht gleichgerichtet ist, wird über Public-Relations-Agenturen besorgt. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben sich den privaten Print- und elektronischen Medien angepasst; ein Krimi folgt dem anderen, dazwischen Rosamunde Pilcher. Die privaten kommerziellen elektronischen Medien sind kaum auszuhalten. Das Ergebnis: Kritischer Verstand und kritische Begleitung des Geschehens kommt in den deutschen Medien nur noch äußerst selten vor. Gute, aufklärende kritische Sendungen gibt es. Aber Kampagnenjournalismus zum Zwecke der Verbreitung einer gewollten Botschaft und zur Durchsetzung großer Interessen ist Usus und überlagert die Ausnahmen.

Es gibt laufend Belege für die demokratieferne Entwicklung: Die lammfromme Berichterstattung und Kommentierung der Corona-Politik zum Beispiel.

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