Starlink & Co.Der Sternenhimmel gehört uns allen – und nicht Elon Musk und Jeff Bezos

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09-07-21 10:59:00,

Im letzten Sommer sah es so aus, als sei der ruhige Sternenhimmel für immer verloren. Plötzlich kreuzten helle Satellitenzüge das Firmament. Es fühlte sich an, als ob die Sterne für immer in den Hintergrund treten würden.

Multimilliardäre wie Elon Musk und Jeff Bezos, aber auch Staaten wie China, stehen kurz davor, unseren Himmel zu dominieren. Wenn sie dabei die Satelliten nicht signifikant abdunkeln, werden unsere Kinder statt dem funkelndem Glitzern und der Magie von Sternschnuppen vor allem vorbeifliegende Gerätschaften und menschengemachte Formationen sehen. 

Die neuen Satelliten im erdnahen Orbit sollen weltweit Internet bringen. An jeden Ort. Ich bin ein großer Freund des Breitbandausbaus und von schnellem Internet überall.

Befürworter:innen der Projekte bringen neben der weltweiten Versorgung mit Internet noch ein weiteres Argument für die Satelliten-Flotten: Es könnte Zensur umgehen. Doch wie weit trägt das, wenn Konzerne – wie in der Vergangenheit schon so häufig – sich dem Druck der Wirtschaftsmacht Chinas oder anderer autoritärer Regime beugen? Und könnte ein europäisches Satelliten-Internet, wie es etwa eine Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik beschreibt, dem wirklich etwas entgegensetzen?

Ich fand Technikpessimisten immer sonderbar. Und vielleicht redet es sich leicht aus dem recht gut internetversorgten Mitteleuropa. Doch wir müssen das anders machen. Wir können das anders machen. Der Preis und die Gefahren eines Satelliten-Internet aus dem erdnahen Orbit sind zu viel groß. Gleichzeitig ist der Nutzen für die Menschheit fraglich. Gefahr für die Astronomie

Die Gefahr für den Sternenhimmel ist noch nicht gebannt, weil es keine Standards gibt, wie dunkel die neuen Satelliten sein sollen. Mit bloßem Auge können wir Menschen bis zu 5.000 Sterne sehen. Das Unternehmen Starlink von Musk will alleine 42.000 Satelliten in den nahen Erdorbit schießen, zusammen mit anderen Projekten von beispielsweise Amazon sollen es in den nächsten Jahren zusammen  55.000 sein. Die Zahl 100.000 steht im Raum. Bis zum Jahr 2027 will alleine Musk 12.000 im Himmel haben. Starlink-Satelliten in LangzeitaufnahmeStarlink-Satelliten in Langzeitaufnahme. – CC-BY-SA 2.0 jabberwock

Auf Musks Satellitenzüge gab es weltweit einen Aufschrei, nicht nur von Astronom:innen. Starlink reagierte und versucht seitdem, die Satelliten dunkler zu machen. Mittlerweile tragen die Satelliten kleine Schirmchen, damit sie nicht so hell leuchten. Dennoch wird die Astronomie in Zukunft tausende sich bewegende Satelliten gleichzeitig am Nachthimmel beobachten müssen.

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