Wer ernährt die Welt wirklich?

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09-07-21 11:00:00,

Essen ist politisch, das war es schon immer, aber noch nie zuvor in diesem Maße. Das globalisierte Ernährungssystem hat uns an den Rand des Abgrunds geführt. 40% aller Klimaschäden werden durch eine hochindustrialisierte Landwirtschaft verursacht. Massiver Pestizideinsatz bedroht so essentielle Bestandteile des Ökosystems wie Bienen und Insekten sowie auch zunehmend unsere Gesundheit: Durch Glyphosat verursachtes Parkinson bei Landwirten ist in Frankreich bereits als „Berufskrankheit“ anerkannt, und das Ackergift hat auch im Bier und der Muttermilch von Städtern nichts zu suchen.

Die globalisierte Agrarindustrie – eine Schneise der Zerstörung

Die Abholzung riesiger Waldflächen für den Anbau von Soja & Co. hat ungeahnte Ausmaße angenommen, Böden sind erodiert, Wasserressourcen verseucht und verschwendet. Und die Agrarlobby hat keine bessere Idee, als die durch Monokultur, Gift und Gentechnik verursachten Probleme mit noch mehr davon beheben zu wollen. Nun sollen es Drohnen, Agrarroboter, Digitalisierung und die nächste Generation von gentechnischer Manipulation an Tieren und Pflanzen richten, die uns unter Namen wie CRISPR und Genom-Editierung angepriesen werden. Der angebliche Grund: Man müsse die Weltbevölkerung ernähren.

Zuerst sagten sie, Chemikalien werden uns ernähren. Dann sagten sie, GVOs werden uns ernähren. Die Menschen und der Planet wurden vergiftet. Jetzt wird uns gesagt, dass Big Data uns ernähren wird. (Vandana Shiva – „Wer ernährt die Welt wirklich?“, S. 221)

Aber brauchen Menschen wirklich klimaschädliches Billigfleisch, nährstoffarmen Weizen und Gentechnik-Gemüse zum Überleben, die auf der einen Hälfte des Globus produziert und auf der anderen konsumiert werden? Und spiegelt der Preis von billigem Essen auch tatsächlich dessen ökologischen Fußabdruck wieder? Wäre es nicht besser, lokal zu produzieren und zu konsumieren und dadurch auch die Erzeuger zu stärken? Muss wirklich ein Großteil der Preisspanne an Handelsriesen, Supermarktketten, Treibhausgas emittierende Containertransporte und Zigmillionen von Lkws gehen? (Siehe dazu auch das Factsheet „Wie irrsinnig ist Handel heutzutage“ von Local Futures)

Und vor allem: Müssen wir wirklich Jahrtausende lang gewachsenes Wissen um Saatgutvielfalt, Sortenreichtum, ökologische Anbaumethoden und Mischkulturen sowie Zusammenhänge um Biodiversität, von Regenwürmern bis zu Schmetterlingen, über Bord werfen, zugunsten einer von Konzernriesen beherrschten Chemie- und Agroindustrie, die mehr schadet als nutzt – außer den beteiligten Aktionären und Investoren?

Wer ernährt die Welt wirklich?

Nein, es geht auch anders! Und sogar viel besser und günstiger für die Umwelt und gesünder für die Menschen.

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