Wer will einen “Gesinnungstest” für Journalisten? | Anti-Spiegel

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09-07-21 07:02:00,

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen fordert einen “Gesinnungstest” für Journalisten und des Geschrei in Politik und Medien ist groß. Dabei gibt es den “Gesinnungstest” schon und ein gewisser Herr Lauterbach geht sogar noch einen Schritt weiter.

In einem Interview hat der ehemalige Verfassungsschutzpräsident und CDU-Bundestagskandidat Hans-Georg Maaßen gefordert, die Mitarbeiter der tagesschau einem „Gesinnungstest“ zu unterziehen. Außerdem erklärte Maaßen, dass es Verbindungen zwischen Mitarbeitern der tagesschau und der linken und linksextremen Szene gebe. Die Reaktion darauf war und ist deutlich. Politik und Medien schäumen vor Wut, es gibt Rücktrittsforderungen, Forderungen nach einem Parteiausschluss und was nicht noch alles.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht mir hier nicht darum, Herrn Maaßen zu verteidigen. In meinen Augen gehört der Mann vor Gericht. Aber nicht wegen seiner Meinungen oder Aussagen, sondern wegen seiner Tätigkeit als Verfassungsschutzpräsident. Warum ich dieser Meinung bin, können Sie hier nachlesen.

„Gesinnungstest“ für Journalisten?

Einen „Gesinnungstest“ für Journalisten kann man natürlich nur ablehnen, wenn man es mit Presse- und Meinungsfreiheit ernst meint. Daher ist die Kritik – vor allem der Mainstream-Medien – an Maaßens Forderung natürlich berechtigt. Zumindest in der Theorie.

In der Praxis gibt es in Deutschland längst den „Gesinnungstest“ für Journalisten. So müssen Journalisten, die bei Springer angestellt sind, sich verpflichten, die transatlantische Westanbindung – namentlich die Nato – gut zu finden und enstrechend zu schreiben. Was bei Springer offiziell ist, ist bei den restlichen Mainstream-Medien ein ungeschriebenes Gesetz: Es gibt „Gesinnungen“, die in den Redaktionen der deutschen „Qualitätsmedien“ keinen Platz haben.

Wer sich gegen die Globalisierung ausspricht, gegen die Nato, gegen die EU in ihrer existierenden Form oder auch gegen die Corona-Politik der Regierung ist, der hat keine Chance, auch nur einen Gastartikel in den Medien zu platzieren, von einer Festanstellung in der Redaktion gar nicht zu reden. Es gibt Themen in Deutschland, bei denen abweichende Meinungen in den Medien keinen Platz haben und wer (sogar als freier Journalist) doch mal eine abweichende Meinung vertritt, der bekommt von den Mainstream-Medien nie wieder einen Auftrag, geschweige denn eine Festanstellung. Beispiele für Journalisten in Deutschland, die aus diesem Grunde kalt gestellt wurden, gibt es reichlich.

Aber was ist das anderes, als ein „Gesinnungstest“, wenn auch kein offizieller, so doch ein ungeschriebener, aber trotzdem geltender?

Pressefreiheit à la Lauterbach

Ein Politiker, den die deutschen Medien derzeit fast täglich feiern,

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