Wetten auf den Krieg

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09-07-21 10:59:00, Grosse_Militaeruebun_70016707.jpg

Ukrinform/dpa

Ukrainische Soldaten inspizieren während des Manövers »Sea Breeze 21« eine »Bayraktar«-Drohne (30.6.2021)

Die Ukraine wird von der Türkei Angriffsdrohnen des Typs »Bayraktar TB2« kaufen. Das kündigte Präsident Wolodimir Selenskij am Wochenende bei Feierlichkeiten zum »Tag der Marine« in Odessa an. Über die Anzahl der künftigen türkischen Drohnen in der ukrainischen Armee äußerte sich Selenskij ebensowenig wie über den Zeitpunkt, zu dem sie übernommen werden sollen. Die unbemannten Flugkörper würden der Ukraine helfen, ihre »territoriale Integrität« zu verteidigen, so der Präsident.

Die »Bayraktar«-Drohnen hatten sich im Karabach-Krieg des vergangenen Herbstes als kriegsentscheidend für Aserbaidschan erwiesen. Sie zeigten sich als gegenüber den S-300-Flugabwehrsystemen der armenischen Armee überlegen, sind allerdings technisch nicht der letzte Schrei. Russland hat inzwischen eigene moderne Kampfdrohnen vom Typ »Orion-3« auf die Krim verlegt und auf das andauernde NATO-Manöver »Sea Breeze 2021« mit Übungen seiner Luftabwehrkräfte im Bezirk Nordkaukasus geantwortet. Inhalt des Manövers war die Abwehr eines Angriffs mit Marschflugkörpern, wie sie der aktuell im Schwarzen Meer kreuzende US-Raketenzerstörer »USS Ross« trägt.

Mit dem Kauf der türkischen Drohnen versucht die Ukraine offenbar, die Luftherrschaft über dem Donbass wiederzuerringen. Diese wäre die praktische Voraussetzung für eine Bodenoffensive gegen die international nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk. Faktisch hat die ukrainische Luftwaffe nach mehreren Verlusten eigener Flugzeuge und dem Abschuss der malaysischen Boeing über dem Donbass im Juli 2014 keine Luftangriffe mehr auf die »Volksrepubliken« geflogen. Während der »Manöverkrise« im Frühjahr hatte die ukrainische Armeeführung mehrfach erklärt, sie sei zum Angriff auf den Donbass bereit und warte nur auf den politischen Befehl dazu.

Unterdessen erhöht Kiew den Druck auf die EU-Staaten, die Ukraine auch militärisch zu unterstützen. Außenminister Dmitro Kuleba sagte, sein Land werde von der BRD »Kompensationen« für die absehbare Inbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream 2 verlangen. Darum werde es bei dem am 12. Juli geplanten Treffen Selenskijs mit der deutschen Bundeskanzlerin gehen. Kuleba machte deutlich, dass es ihm dabei in erster Linie um militärische Sicherheitsgarantien gehe, nicht um finanzielle Leistungen. Sein Untergebener, der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, geht schon seit Wochen mit Forderungen nach deutschen Waffenlieferungen an sein Land hausieren, denen der Grünen-Kovorsitzende Robert Habeck öffentlich sekundiert hat.

Das ukrainische Bestreben, militärische Installationen der NATO ins eigene Land zu holen, wird dabei immer waghalsiger. Der Generalleutnant und Parlamentsabgeordnete der Poroschenko-Partei »Europäische Solidarität«,

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