Tickende Zeitbombe an den Aktienmärkten durch Kleinanleger und Neo-Broker: Hilft Robinhood wirklich den Armen? | Von Christian Kreiß | KenFM.de

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12-07-21 04:49:00,

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Ein Standpunkt von Christian Kreiß.

Fragestellung

Seit Anfang 2020 hat an den Aktienbörsen eine kleine Revolution stattgefunden. Das Wall Street Journal spricht davon, dass nicht-professionelle Kleinanleger die Finanzmärkte umstülpen.(1) Schlagzeilen zu bizarren Kurssprüngen bei kleinen, unbekannten Aktienunternehmen wie dem Computerspielverkäufer GameStop oder der Kinokette AMC sorgten auch in Deutschland Anfang 2021 für Schlagzeilen.(2) Heerscharen von jungen, unerfahrenen, mehrheitlich männlichen Kleinanlegern stürmen an die Börsen. Allein im ersten Halbjahr 2021 wurden in den USA über 10 Millionen neue Börsenhandels-Kundenkonten eröffnet. Kleinkunden haben in diesen sechs Monaten netto 140 Milliarden Dollar an die Aktienbörsen fließen lassen. Das entspricht einem Zuwachs von 33 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 und einer Versechsfachung gegenüber den ersten sechs Monaten 2019. Der Anteil von Kleinanlegern am Börsenhandelsvolumen hat sich auf über 20 Prozent verdoppelt, in der Spitze betrug er Anfang 2021 26 Prozent.(3)

Auch in Deutschland haben Börsenanlagen einen stürmischen Aufschwung erlebt Die Anzahl der Menschen, die nun mit Aktien bzw. Wertpapieren an der Börse handeln, hat allein 2020 um 28 Prozent auf 12,7 Millionen zugenommen. Haupttreiber waren junge Männer aus den westlichen Bundesländern mit Beträgen von unter 2000 Euro.(4)

Hintergründe

Was ist geschehen? Das Schlagwort dazu heißt „Neo-Broker“. Bekannte Unternehmensnamen dazu in den USA sind Robinhood und E*Trade, in Deutschland Trade Republic, Scalable Capital, Gratisbroker, Smartbroker oder JustTrade. Diese neuen Aktienhandelsunternehmen haben in der Tat eine Revolution im Aktienhandel bewirkt. Während früher die Gebühren für Akteinkäufe bei etwa 10 Dollar pro Transaktion (Kauf oder Verkauf) lagen, bieten die neuen Broker Käufe und Verkäufe von Wertpapieren meistens zum Nulltarif an. Außerdem haben sie die Handhabung bzw. die Benutzeroberflächen so stark vereinfacht, dass nun jeder Mensch mit wenigen Klicks von seinem Smartphone aus Wertpapiere in Sekundenschnelle kaufen und verkaufen kann. Die dramatische Kostensenkung wurde durch neuen Technologien, neue Software, Smartphone und Internet ermöglicht. Auch etablierte Börsenbroker wie Charles Schwab mussten ihre Gebühren nach dem Frontalangriff durch die Neo-Broker auf Null senken.(5)

Dazu kommen als weitere Treiber die extrem niedrigen Zinsen,

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