Deutschland spricht von einem “Fehler” im OPCW-Bericht über Nawalnys angebliche Vergiftung | Anti-Spiegel

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14-07-21 06:34:00,

Letzte Woche hat die OPCW ihren Jahresbericht vorgestellt, in dem ungewollt belegt wurde, dass Deutschland schon vor der angeblichen Vergiftung von Nawalny die Hilfe der OPCW angefordert hat. Nun versucht sich die Bundesregierung herauszureden und schwingt sich zum Pressesprecher der OPCW auf.

Am 12. Juli hat der Anti-Spiegel darüber berichtet, dass die OPCW in ihrem Jahresbericht zugegeben hat, dass sie schon am 20. August, dem Tag von Nawalnys angeblicher Vergiftung, auf Bitte der Bundesregierung ein Team nach Berlin geschickt hat, um „im Zusammenhang mit der vermuteten Vergiftung eines russischen Staatsbürgers“ zu leisten. Das bedeutet, dass die Bundesregierung das Team bereits vor der Vergiftung von Nawalny angefordert haben muss, denn solche Teams stehen bei der OPCW nicht „auf Abruf“ bereit. Über Bitten um Unterstützung muss die OPCW entscheiden und dann ein entsprechendes Team zusammenstellen, das ist ein Prozess der im besten Fall einige Tage dauert, aber nicht innerhalb von Stunden erledigt werden kann.

Maria Sacharova, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat den Vorgang in ihrer gewohnt bissigen Art und Weise auf Telegram kommentiert und auch berichtet, dass der Chef des zuständigen Technischen Sekretariates der OPCW auf Nachfragen der anwesenden Diplomaten nicht beantworten konnte, wie es sein kann, dass die OPCW Experten nach Berlin schickt, um eine Vergiftung mit einem chemischen Kampfstoff zu untersuchen, die erst Tage später gemeldet wurde. Laut Sacharova war es – Überraschung – ausgerechnet die deutsche Vertreterin, die ihm zur Hilfe kam. Zuerst meinte sie, das sei ein Druckfehler, aber als der Chef des Technischen Sekretariates weiterhin schwieg, fiel der deutschen Vertreterin plötzlich ein, wie alles gewesen sei: Der Grund sei eine Pressekonferenz von Merkel und Macron am Abend des 20. August gewesen, bei der Merkel Nawalny medizinische Hilfe angeboten habe.

Wie erwartet wurde die Bundesregierung bei der Regierungspressekonferenz zu der Sache befragt. Dabei äußerte sich der Sprecher des Außenministeriums Rainer Breul laut der russischen Nachrichtenagentur TASS dazu folgendermaßen:

„“Im ersten Entwurf gab es in der Tat einen Fehler beim Datum – er bezog sich auf den 20. August als Datum der Anfrage durch Deutschland statt auf den korrekten 4. September. Das Sekretariat hat diesen Fehler gesehen und ihn im zweiten Entwurf korrigiert, damit es keine Missverständnisse gibt“, behauptete er. Laut Breul handelte es sich bei dem ersten Bericht um einen Entwurf.

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