Das Sprachengesetz und die zwangsweise Ukrainisierung | Anti-Spiegel

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16-07-21 05:00:00,

In der Ukraine wurden Gesetze eingeführt, die mit Schutz ethnischer Minderheiten nicht vereinbar sind. So zwingt das Sprachgesetz die Minderheiten, Ukrainisch zu sprechen und in einem völkischen Rassengesetz wurden die Bürger der Ukraine in drei Kategorien mit unterschiedlichen Rechten aufgeteilt.

Das ukrainische Sprachgesetz tritt schrittweise in Kraft und da nun eine weitere Verschärfung der Unterdrückung und Diskriminierung der nationalen Minderheiten in Kraft getreten ist, werde ich gleich im Detail auf das Sprachgesetz eingehen. Zuvor will ich jedoch für alle, die sich in der Ukraine nicht so gut auskennen, kurz auf die ethnische Zusammensetzung des Landes und das gerade verabschiedete Rassengesetz eingehen.

Der Vielvölkerstaat Ukraine

Die Ukraine ist ein Vielvölkerstatt, dessen Grenzen von Lenin, Stalin und Chrustschow in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts willkürlich nach den innenpolitischen Erfordernissen der Sowjetunion gezogen wurden. Die Ostgebiete der Ukraine, darunter der umkämpfte Donbass, waren und sind zu fast hundert Prozent von Russen bewohnt und sie wurden nach der Oktoberrevolution zur Ukraine zugeschlagen, um innerhalb des „ukrainischen“ Teils der Sowjetunion ein Gegengewicht zu den ukrainischen Bauern zu bilden, die der Revolution ablehnend gegenüberstanden. Die Westgebiete des Landes hat Stalin der Ukraine nach dem Krieg zugeschlagen, als er die Grenze der Sowjetunion auf Kosten europäischer Länder nach Westen verschoben hat. Die Krim hat der sowjetische Generalsekretär Chrustschow, der seine Karriere in der Ukraine gemacht hat, dann entgegen den Regeln der sowjetischen Verfassung auch noch der Ukraine zugeschlagen.

Diese willkürlichen Grenzziehungen haben dazu geführt, dass im Osten und Süden der Ukraine (und früher auf der Krim) Russen leben, von denen viele nicht einmal Ukrainisch sprechen. Im Westen hingegen leben verschieden große polnische, ungarische, rumänische und andere Minderheiten, für die das gleiche gilt: Auch viele von ihnen sprechen kein Ukrainisch.

Über die genaue ethnische Zusammensetzung des Landes wird gestritten, denn natürlich gibt es auch viele gemischte und damit mehrsprachige Familien in der Ukraine. Daher ist der in meinen Augen beste Gradmesser die Frage, welche Sprache die Menschen zu Hause mit ihrer Familie sprechen. In meinem Buch über die Ukraine-Krise von 2014 habe ich eine Umfrage der ukrainischen Akademie der Wissenschaften zitiert, die seinerzeit jährlich gemacht wurde, der zufolge jeweils etwa 40 Prozent der ukrainischen Bevölkerung zu Hause Russisch, beziehungsweise Ukrainisch sprechen. Die restlichen etwas weniger als 20 Prozent verteilten sich demnach auf die restliche Minderheiten des Landes oder waren gemischte Familien,

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