Was die “Fehler” der OPCW über die Organisation und ihre Arbeit verraten | Anti-Spiegel

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19-07-21 09:16:00,

Der “Fehler” im Jahresbericht der OPCW, über den die deutschen “Qualitätsmedien” nicht berichtet haben, hat für einige Diskussionen gesorgt. Unabhängig davon, was tatsächlich geschehen ist, sagt uns der Fehler eine Menge über die Arbeit der Organisation für das Verbot chemischer Waffen.

Wie der Anti-Spiegel bereits berichtet hat, hat die OPCW in einer Tagung vom 6. bis zum 9. Juli den Mitgliedsländern den Entwurf ihres Jahresberichts für 2020 vorgelegt. Über die Untersuchung der OPCW im Fall Nawalny stand dort zu lesen:

„Auf Ersuchen Deutschlands entsandte das Sekretariat am 20. August 2020 ein Team zur Durchführung eines technischen Unterstützungsbesuchs (TAV) im Zusammenhang mit der vermuteten Vergiftung eines russischen Staatsbürgers. Der TAV beschränkte sich auf die Entnahme von biomedizinischen Proben.“

Die Ereignisse vom 20.August 2020

Nawalny ist am 20. August 2020 in einem russischen Flugzeug zusammengebrochen und nach einer Notlandung in ein russisches Krankenhaus in Sibirien gebracht worden. Das Team von Nawalny hat in sozialen Medien sofort von einer angeblichen Vergiftung berichtet, obwohl zu dem Zeitpunkt noch gar nichts bekannt war. Selbst wenn aber an dem Tag bereits eine Vergiftung mit einem chemischen Kampfstoff bekannt gewesen wäre, hätte Deutschland erst nach der Einlieferung Nawalnys in das russische Krankenhaus eine Bitte um Unterstützung an die OPCW schicken können. Das bedeutet, das wäre gegen Mittag des 20. August gewesen.

Das ist in der Realität kaum möglich, denn solche Anfragen müssen von Fachleuten geschrieben werden, das geht nicht in fünf Minuten. Aber selbst wenn – nehmen wir an, Deutschland hätte seine Anfrage schon gegen Mittag fertig gehabt und abgeschickt. Die OPCW hätte sie bearbeiten müssen, so etwas dauert Tage. Aber selbst wenn – nehmen wir an, die OPCW hätte das in einer Stunde erledigt. Dann muss aber immer noch ein Team von Spezialisten zusammengestellt und auf die Reise geschickt werden, die sitzen ja nicht auf Abruf in der Kantine der OPCW bereit.

Trotzdem berichtete die OPCW, sie habe das Team bereits am 20. August 2020 nach Berlin geschickt.

Der „Datumsfehler“

Auf eine entsprechende Frage bei der Regierungspressekonferenz teilte die deutsche Bundesregierung mit, es habe sich dabei um einen „Datumsfehler“ in dem Entwurf des Berichtes gehandelt, der korrigiert worden sei. Das wirft ein paar Fragen auf.

Die erste Frage ist, warum die Bundesregierung für die OPCW spricht.

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