Wir brauchen einen neuen Journalismus!

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19-07-21 09:50:00,

„Dies ist kein Buch über Corona“, so beginnt der richtungsweisende Text „Die Propaganda-Matrix“ von Michael Meyen. Dem Autor geht es nicht um die Zerstörung der Matrix, dies stellt er gleich zu Beginn klar, sondern um Aufklärung. Er wolle dem Leser helfen zu verstehen, „wo und wie die Realität produziert wird, die man uns rund um die Uhr ins Haus liefert“.

„Die Realität der Massenmedien ist genauso real wie der Baum, den wir im Wald umarmen können, der Polizist, der unsere Papiere checken will, oder der Fluss, den wir ohne Brücke schlecht überqueren können.“

In diesem Zusammenhang verweist der Autor auf Michel Foucaults Satz: „Wir denken stets innerhalb eines anonymen, zwingenden Gedankensystems, das einer Zeit und einer Sprache angehört.“ Mit anderen Worten: Die Medien und der durch sie erzeugte Diskurs konditioniert und beeinflusst unser Denken und Handeln.

Die Propaganda-Matrix bildet ein Raster, ein geistiges Gefängnis, ist aber kein Schicksal, sondern von Menschen gemacht. Und somit, so der Autor, können Menschen diese Matrix auch ändern, selbst wenn sich angesichts der scheinbar übermächtigen Einheitsfront dabei oftmals ein Gefühl der Ohnmacht einstellt.

Michael Meyen wünscht sich einen Journalismus, der dem Leser kein bestimmtes Weltbild oder eine bestimmte Haltung vorschreibt.

„Als Bürger, als Wähler, als Mensch möchte ich erfahren, was in der Welt so läuft, und mir selbst meinen Reim darauf machen. Wenn das dann unbedingt noch kommentiert werden muss: meinetwegen. Aber eigentlich ist es mir egal, wie Heribert Prantl oder Claus Kleber die Welt sehen.“

Dazu jedoch sei eine andere Organisation des Journalismus nötig. Gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehöre theoretisch den Bürgern, die dafür Gebühren zahlen, de facto aber werde er vom Staat, von den Parteien und von Interessenverbänden kontrolliert und nicht von der Gesellschaft.

Um die Propaganda-Matrix infrage zu stellen, brauche es Zeit und Kraft. Daran fehle es den meisten Menschen aufgrund von Arbeit, Familie und vielem anderen. Und so komme den Massenmedien trotz TikTok, YouTube, Instagram, et cetera doch wieder eine entscheidende Rolle zu. Sie bilden mit Niklas Luhmanns Worten „das Gedächtnis der Gesellschaft“. Sie bringen uns den „Schatz an Gemeinsamkeiten, auf den wir selbst dann zurückgreifen können, wenn wir unser Gegenüber noch nie gesehen haben“. Es werde ein Hintergrundwissen geschaffen, von dem man bei jeder Kommunikation ausgehen könne.

Obwohl vielen klar sei,

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