Carsten Leimert: – Merkwürdigkeiten bezüglich der Todesursachenstatistik 2020

Zu 2020 gibt es eine vorläufige Todesursachenstatistik des statistischen Bundesamtes. Diese kann man so – wie es Herr Samuel Eckert gemacht hat – extrapolieren, da davon ausgegangen werden kann, dass sich die noch ausstehenden 8% der Todesursachen sich nach demselben Schlüssel verteilen wie die ersten 92%. Insgesamt starben 2020 985.620 Menschen, während 2019 nur 939.520 Menschen starben. Nun können wir die Werte für die verschiedenen Todesursachen von 2019 jeweils dergestalt erhöhen (extrapolieren), dass wir insgesamt einen (fiktiven) Gesamtwert von ebenfalls 985.620 Toten haben, indem wir den Wert jeder Todesursache von 2019 mit dem Bruch 985.620/939.520 multiplizieren. M.a.W. extrapolieren wir die Gesamtzahl der Toten von 2019 (939.520) auf eine höhere (fiktive) Gesamtzahl von ebenfalls 985.620 (d.h. auf die gleiche Gesamtzahl wie 2020). Wir erhalten dadurch eine Übersicht über die Toten der verschiedenen Todesursachen, wenn 2019 nicht nur 939.520, sondern 985.620 Menschen entsprechend dem Verteilungsschlüssel von 2019 gestorben wären. Auf diese Weise erhalten wir einen Erwartungswert für 2020 basierend auf dem Verteilungsschlüssel von 2019. Denn da die Menschen 2020 mit fast demselben Sterbealter wie 2019 gestorben sind, wäre zu erwarten gewesen, dass sich die Todesursachen auch 2020 genauso wie 2019 verteilt hätten. Merkwürdigerweise sind aber fast alle derartigen Erwartungswerte höher als die tatsächlichen (extrapolierten) Werte für 2020. Und zwar insbesondere in den Kategorien C, F, G, I, K, N, R und V. In diesen Kategorien starben 2020 insgesamt 32.690 weniger Menschen als zu erwarten gewesen wären.

  1. Dies ist erstens deswegen verwunderlich, da das durchschnittliche Sterbealter 2020 sogar leicht höher als das durchschnittliche Sterbealter von 2019 war. Da es mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit wahrscheinlich ist, dass man bis zu diesem Durchschnittsalter an einer bestimmten Todesursache stirbt, hätten sich die Todesursachen der Menschen 2020 eigentlich entsprechend dem Erwartungswert verteilen müssen. Da aber bezüglich fast aller Todesursachen der tatsächliche Wert niedriger war als der Erwartungswert (zumal das durchschnittliche Sterbealter 2020 sogar noch leicht höher war als 2019), muss sich das Sterberisiko bzw. die Letalität fast aller anderen Todesursachen gesenkt haben. Normalerweise erhöht sich die Letalität der verschiedenen Todesursachen bzw. Krankheiten nicht.
  2. Nun sind 2020 die Menschen anstatt an den erwarteten Todesursachen insbesondere an Corona gestorben. Doch wenn Corona die anderen Todesursachen verdrängt haben soll bzw. ihnen zuvor gekommen sein soll und damit das Leben verkürzt haben müsste, wieso hat sich dann 2020 das durchschnittliche Sterbealter gegenüber 2019 nicht verringert (sondern sich sogar noch leicht erhöht)?!
  3. Und wie kann es überhaupt möglich sein, dass Menschen anstatt an den zu erwartenden Todesursachen (wie z.B. Krebs oder Kreislaufproblemen oder äußeren Ursachen wie Unfallfolgen) plötzlich an einer völlig anderen Ursache wie Corona sterben? Abgesehen davon, dass es unwahrscheinlich ist, dass ausgerechnet einer, der sterbenskrank mit Krebs im Bett liegt, plötzlich tödlich an Corona erkrankt, und das dies auch noch so perfekt getimed ist, dass sich sein Sterbealter nicht erhöht, indem sein Coronatod zufälligerweise genau zum Zeitpunkt seines zu erwartenden Krebstodes eintritt (sodass sich das durchschnittliche Sterbealter nicht senkt).

Tabelle:

Todesursache:   2020 auf 100% extrapoliert:     2019 auf 985.620 extrapoliert:           Differenz:

A                        15.133                                     16.989

C                        240.583                                   251.347                                               10.764

E                        36.722                                     35.276

F                        59.537                                     60.677                                                 1.140

G                        35.399                                     35.850                                                 451

I                         339.153                                   347.463                                               8.310

J                        62.034                                     70.309

K                       42.489                                     43.453                                                 964

N                       25.558                                     25.954                                                 396

R                       31.184                                     39.248                                                 8.064

V                       41.228                                     43.829                                                 2.601

Insgesamt         985.620                                   985.620

(Kategorien nach dem statistischen Bundesamt, 2. Spalte extrapoliert auf 100% nach Herrn Samuel Eckert)

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