Krieg ist Big Business – infosperber

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20-07-21 03:13:00,

Helmut Scheben / 18.07.2021  Die Lobbyisten der Rüstungsindustrie reden selten vom Geschäft, aber häufig und gerne von Sicherheit, Moral und Verantwortung.

Der grösste Arbeitgeber der USA ist das Verteidigungsministerium. Laut eigenen Angaben beschäftigt der militärische Apparat derzeit 2,91 Millionen Menschen an 4800 Orten in 160 Ländern. Die Raumfahrt als eng mit militärischer Strategie verflochtene Sparte könnte man wohl dazu rechnen, ebenso zahlreiche PR-Denkfabriken und nicht zuletzt ein paar Millionen US-Veteranen und ihre Angehörigen, die mit mehr oder weniger beträchtlichen Leistungen auf der Payroll des Pentagons stehen. 

Die US-Army verbraucht weltweit Tag für Tag soviel Erdöl wie das ganze Land Schweden ebenfalls an einem Tag. Von Nahrung und Kleidung über Transport und Bauwesen bis zu den IT-Konzernen gibt es keine Branche, die nicht mit Milliarden-Aufträgen am Tropf des Militärs hängt. Für die Fabrikation des F-35 sind 1250 US-Firmen unter Vertrag. Die Beschaffungskanäle (supply chain) erstrecken sich auf 45 US-Bundesstaaten

Aufrüstung und Krieg waren schon immer Wirtschaftsmotoren der Industriestaaten, unterdessen sind sie Big Business geworden. Die Mythologie vom «Krieg gegen den Terror» funktioniert seit 9/11 als wirkungsvolle politische Anästhesie, welche die Öffentlichkeit an den permanenten Krieg als den Normalzustand gewöhnt hat. Die militärischen Angriffe der Nato-Alliierten auf «Schurkenstaaten» werden weitherum als unvermeidlich akzeptiert. 

Dabei fällt gerne unter den Tisch, dass die Kriege in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien oder in der Sahelzone die Motoren einer Geldmaschine sind, die Jahr für Jahr enorm viel Cash in die Kassen der grössten US-Konzerne und ihrer Aktionäre leitet. 

Als in den USA Brücken und Dämme einstürzten, an Gesundheitsversorgung und Bildung gespart werden musste, hatten die Neoliberalen in Washington keine Bedenken, sich aufs keynesianische «Deficit Spending» zu berufen, als es darum ging, den Rüstungs-Moloch zu füttern. 

Das Geschäft folgt der Logik von Zerstörung und Wiederaufbau. Die Luftwaffe legt die Infrastruktur eines Landes wie Irak in Schutt und Asche. Dann beginnt mit dem «Wiederaufbau» der grosse Reibach westlicher Unternehmen. Vizepräsident Dick Cheney war einer der schärfsten Kriegstreiber und zuvor Vorstandsmitglied des Halliburton-Konzerns, welcher wiederum ohne öffentliche Ausschreibung den Auftrag erhielt, den kaputtgebombten Irak zu sanieren. Ein open-end Auftrag. 

«Ordnungsmacht», «Sicherheit» und andere wohltönende Vokabeln 

Ihre grossen Geschäftsinteressen vernebeln die Sicherheits-Experten und Lobbyisten der Rüstungsindustrie mit abstrakten Textbausteinen. Sie sagen nicht, mit Krieg und Aufrüstung werde gut Geld verdient.

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