Der Obama-Prozess | KenFM.de

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21-07-21 09:05:00,

Von Dirk C. Fleck

In der Ökodiktatur ECOCA, ein Zusammenschluss der ehemaligen US-Bundesstaaten Kalifornien und Oregon, wird Ex-Präsident Barack Obama der Prozess gemacht. Nachzulesen in meinem Roman FEUER AM FUSS. So etwas kann man machen in einem Roman. In der politischen Wirklichkeit ist ein solches Tribunal undenkbar, obwohl diejenigen, die die ökologischen und gesellschaftlichen Zustände auf der Erde zu verantworten haben, eigentlich zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Also lasst uns träumen, das ist ja noch erlaubt.

„Fällt Ihnen etwas auf?“
„Was denn, John?“ fragte Cording leicht genervt. Er hasste diese Standardfrage, mit der Knowles das Gespräch zwischen ihnen gerne eröffnete, auf die er aber nicht wirklich eine Antwort erwartete.

„Das Publikum. Die Leute wirken ein wenig beklommen. Als laste die Bürde, Obama zum Tode verurteilen zu müssen, zu schwer auf ihnen. Sie wissen, dass man ihr Urteil nachprüfen kann. Die elektronischen Geräte, mit denen abgestimmt wird, sind mit den Sitzen verbunden und wer wo sitzt, ist genau festgeschrieben. Parkett, Reihe elf, Platz sieben: Mrs. Barbara Ventura aus Sausalito, Filbert Avenue 47. Wie lautete ihr Urteil? Todesstrafe, brav. Und Mr. Ralph Paddington aus Sacramento? Wie hat der entschieden? Zehn Jahre. Um den sollten wir uns mal kümmern. So läuft das in einer Diktatur. Wie sind die eigentlich auf den albernen Namen ECOCA gekommen?“

„Das wissen Sie nicht? Sie machen Witze, John.“
„Glauben Sie mir, ich hab keine Ahnung“.
„ECO steht für Ecology, und CA für California“.

Zu Cordings Überraschung begann dieser Tag, der doch den Höhepunkt des Tribunals bildete, ohne überflüssiges Brimborium. Kein Knalleffekt, kein Stroboskopgewitter, keine dramatische Musikuntermalung. Der Vorhang öffnete sich unspektakulär, Obama saß wie immer auf seinem Stuhl, nur dass er sich diesmal nicht blinzelnd dem Frontalangriff eines Scheinwerfers zu erwehren hatte. Der Staatsanwalt stolzierte in bewährter Manier an den Bühnenrand.

„Wir haben in den letzten Tagen erfahren, welch ungeheurer Verbrechen sich der Angeklagte schuldig gemacht hat,“ begann er. „Ich vermute, dass uns Mr. Obama nachher in seiner Verteidigungsrede weiszumachen versucht, dass er durch die politischen und wirtschaftlichen Umstände keine andere Wahl hatte, als so zu handeln, wie er es nun einmal getan hat. Vielleicht erzählt er uns, dass er nicht frei entscheiden konnte, da er dem permanenten Druck einer geld- und machtgierigen Elite ausgesetzt war,

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