Das Mutterschiff

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22-07-21 04:41:00,

von Richard Poe

Am 13. April 1919 eröffnete eine fünfzig Mann starke Untereinheit britischer Soldaten das Feuer auf Demonstranten in Amritsar in Indien und tötete Hunderte. Die Soldaten waren Inder in britischen Uniformen. Ihr Kommandant war ein Engländer. Als Colonel Reginald Dyer den Befehl gab, schossen fünfzig Inder ohne zu zögern auf ihre eigenen Landsleute und hörten zehn Minuten nicht auf zu schießen. Das nennt man Soft Power. Das britische Empire beruhte darauf.

Soft Power ist die Fähigkeit, andere zu verführen und dazu zu bringen, den eigenen Wünschen gemäß zu handeln. Manch einer würde es Gedankenkontrolle nennen.

Durch den Gebrauch von Soft Power kann ein kleines Land wie England größere, bevölkerungsreichere Länder beherrschen. Sogar die mächtigen USA unterliegen noch immer dem britischen Einfluss in einer Weise, die die meisten Amerikaner nicht verstehen.

Seit mehr als einhundert Jahren sind wir Amerikaner gnadenlos die Straße in Richtung Globalismus hinabgestoßen worden, entgegen unseren eigenen Interessen und gegen unsere natürliche Neigung. Das Drängen in Richtung Globalismus kommt hauptsächlich von britischen Front Groups, die sich als amerikanische Thinktanks tarnen. Herausragend unter ihnen ist der Council on Foreign Relations (CFR).

Der CFR entwickelte sich aus der britischen Round-Table-Bewegung. In meinem letzten Artikel „How the British Invented Globalism“ habe ich erklärt, wie britische Führer im 19. Jahrhundert begannen, Pläne für eine globale Regierung zu formulieren.

Mit finanzieller Unterstützung durch den Rhodes Trust wurde 1909 eine geheime Gruppe namens Round Table gebildet. Sie gründete Niederlassungen in englischsprachigen Ländern einschließlich den USA, um Propaganda für eine weltweite Föderation in einem einzigen Superstaat vereinter englischsprachiger Völker zu betreiben.

Das langfristige Ziel des Round Table — wie Cecil Rhodes 1877 in seinem Testament deutlich machte — bestand darin, durch britische Hegemonie Weltfrieden zu erwirken. In diesem Prozess strebte Rhodes auch die (ich zitiere) „endgültige Wiederherstellung der Vereinigten Staaten als integraler Teil des British Empire“ an.

Es zeigte sich, dass Großbritanniens englischsprachige Kolonien kein Teil von Rhodes‘ Föderation sein wollten. Sie wollten Unabhängigkeit. Daher schlugen die Mitglieder des Round Table einen Kompromiss vor. Sie offerierten stattdessen den Status eines Dominions beziehungsweise einer Teilunabhängigkeit. Kanada diente als Modell. Es erlangte 1867 den Status eines Dominions. Das bedeutete, dass Kanada seine inneren Angelegenheiten selbst bestimmte, während Großbritannien seine Außenpolitik bestimmte.

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