„Man kann nicht nur diskutieren, man muss auch mal ne Schippe in die Hand nehmen“

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22-07-21 10:51:00,

Eine Woche nach den verheerenden Überschwemmungen in Westdeutschland zeigt sich immer deutlicher, wie sehr sich Teile der Politik und der Verwaltung in einem Paralleluniversum befinden. Während tausende Landwirte, Bauunternehmer und Freiwillige aus ganz Deutschland vor Ort anpacken und Übermenschliches leisten, herrscht auf oberer Ebene das reinste Chaos und eine kaum mehr zu fassende Arroganz und Ignoranz. Auch die Medien driften mehr und mehr in den Wahnsinn ab. Deren größte Sorge scheint es wohl zu sein, dass die Helfer keine FFP2-Masken tragen. Das Eintreffen des ersten „Impfbusses“ wurde dementsprechend auch bejubelt. Dass es gleichzeitig bis vor kurzem keine Dixi-Klos und Wasser für die Betroffenen und die Helfer gab, spielt da wohl eine untergeordnete Rolle. Von Jens Berger.

Wer sich mal einen Eindruck über die Aufräumarbeiten vor Ort machen will, dem sei der Facebook-Kanal des Kölner Landwirts Markus Wipperfürth ans Herz gelegt. Wipperfürth hat sich wie viele, viele andere Landwirte auch kurz nach der Hochwasserkatastrophe mit seinem Trecker in die Überflutungsgebiete aufgemacht, um dort mit anzupacken und zu helfen. Seit sechs Tagen filmt er seine Eindrücke aus dem Örtchen Walporzheim in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler, spricht mit Anwohnern und Helfern vor Ort und sendet diese Videos als Live-Streams auf Facebook. Diese Filme erlauben einen – wenn natürlich auch subjektiv gefärbten – Eindruck, der einen auf der einen Seite tief berührt, auf der anderen Seite jedoch auch tief bestürzt.

Berührend und beeindruckend ist die Solidarität, die man im Katastrophengebiet sowohl von den Betroffenen selbst als auch von den zahlreichen Helfern mitbekommt. Da gibt es Frauen aus Bayern die vor Ort die Helfer mit gespendeten Lebensmitteln versorgen, Jugendliche und Kinder, die mit dem Bollerwagen den Helfer Kaffee anbieten oder einen friesischen Landmaschinen-Techniker, der sich mit seinem Service-Wagen auf den Weg gemacht hat, um den Landwirten vor Ort dringend nötige Reparaturarbeiten an ihren als Räumgerät genutzten Landmaschinen anzubieten. Und dies sind nur drei kleine Beispiele. Die Solidarität ist wirklich überwältigend. Wer angesichts der fortwährenden Spaltung der Gesellschaft gedacht hat, es gäbe keine Solidarität mehr, sieht sich angesichts dieser Bilder zum Glück eines Besseren belehrt. Unter dem Artikel haben wir noch einige Videos verlinkt, die einen groben Einblick in die Arbeit vor Ort gibt, die zum übergroßen Teil von Freiwilligen ohne Bezahlung und ohne Anweisung auf eigene Faust erledigt wird.

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