Das Pentagon experimentiert mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz, um „einige Tage in die Zukunft zu sehen“

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03-08-21 01:05:00,

thedrive.com: Das Pentagon will modernste Cloud-Netzwerke und Systeme der künstlichen Intelligenz nutzen, um die Schritte des Gegners zu antizipieren, bevor er sie unternimmt.

Das U.S. Northern Command (NORTHCOM) führte kürzlich eine Reihe von Tests durch, die als „Global Information Dominance Experiments“ (GIDE) bekannt sind. Dabei wurden globale Sensornetzwerke, Systeme der künstlichen Intelligenz (KI) und Cloud-Computing-Ressourcen kombiniert, um „Informationsdominanz“ und „Entscheidungsüberlegenheit“ zu erreichen. Nach Angaben der NORTHCOM-Führung könnten die in den Experimenten getesteten KI- und maschinellen Lernwerkzeuge dem Pentagon eines Tages eine robuste „Fähigkeit bieten, Tage im Voraus zu sehen“, d. h. sie könnten die Zukunft auf der Grundlage der Auswertung von Mustern, Anomalien und Trends in massiven Datensätzen mit einer gewissen Zuverlässigkeit vorhersagen. Das Konzept klingt wie aus „Minority Report“, doch der Befehlshaber des NORTHCOM sagt, dass diese Fähigkeit durch die dem Pentagon zur Verfügung stehenden Instrumente bereits ermöglicht wird.

General Glen VanHerck, Befehlshaber des NORTHCOM und des Nordamerikanischen Luft- und Raumfahrtverteidigungskommandos (NORAD), erklärte diese Woche gegenüber Reportern im Pentagon, dass dies der dritte Test von GIDE war, der in Verbindung mit allen 11 Kampfkommandos durchgeführt wurde, die „im gleichen Informationsraum zusammenarbeiten und dabei genau die gleichen Fähigkeiten nutzen“. Das Experiment konzentrierte sich im Wesentlichen auf die umkämpfte Logistik und den Informationsvorsprung, zwei Eckpfeiler des neuen Paradigmas für die Kriegsführung, das kürzlich vom stellvertretenden Vorsitzenden der Generalstabschefs vorgeschlagen wurde. Eine vollständige Abschrift der Pressekonferenz von VanHerck ist online verfügbar.

Eine Starlink-Antenne im Einsatz während des „Global Information Dominance Experiment 3“ im „Alpena Combat Readiness Training Center“, Alpena, Michigan, 15. Juli 2021. Bild: USAF/TSGT, Peter Tomson

VanHerck erklärte gegenüber Reportern, dass diese KI-gestützte Entscheidungsfindung tatsächlich eine Art von proaktiver Vorhersage ermöglichen könnte, die wirklich wie Science-Fiction klingt:

Das maschinelle Lernen und die künstliche Intelligenz können Veränderungen erkennen [und] wir können Parameter festlegen, bei denen ein Alarm ausgelöst wird, damit man sich bewusst wird, dass man einen anderen Sensor, wie z. B. GEOINT-Satellitenfähigkeiten, einsetzen muss, um einen genaueren Blick auf das zu werfen, was an einem bestimmten Ort vor sich gehen könnte. […]

Was wir gesehen haben, ist die Fähigkeit, weit über das hinauszugehen, was ich als Überbleibsel bezeichne, nämlich als Überbleibsel bloßer Reaktivität hin zur Proaktivität.

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