War Willy Brandt ein Massenmörder?

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24.08.2021

Von Christoph Lövenich

In der alten Bundesrepublik wurden tödliche Atemwegspandemien, die Asiatische und die Hongkong-Grippe, weitestgehend ignoriert. Das war der vernünftigere Weg.

„Es gab einmal eine Zeit, in der die Menschen zu wenig Angst hatten, und dies musste geändert werden.“

„Die Hongkong-Grippe schleicht sich auch in die Bundesrepublik ein“, schrieb Anfang 1969 die Koblenzer Rhein-Zeitung. „In Schweden, der Sowjetunion, Großbritannien wurde längst Grippealarm gegeben. Auch die deutschen Ärzte fürchten die grassierende Krankheit“. In New York City waren Krankhäuser überfüllt, Pavarotti brachte in der Met nur ein Krächzen hervor. Hierzulande befürchtete man Knappheit beim Grippeimpfstoff. Die Pandemie, die weltweit einer oder mehreren Millionen Menschen das Leben gekostet haben soll, traf Deutschland Ende des gleichen Jahres dann richtig hart. So sollen in München die Krankenhäuser voll belegt, ein hoher Krankenstand beim Personal und Medikamentenengpässe zu beklagen gewesen sein. In West-Berlin ächzte um den Jahreswechsel herum die ärztliche Versorgung unter der Viruslast. Sogar von einem „Bestattungsnotstand“ war die Rede.

Noch zwei Monate zuvor hatte in Bonn ein früherer Regierender Bürgermeister letzterer Stadt sein neues Amt als Bundeskanzler angetreten. In seiner ersten Regierungserklärung wollte Willy Brandt „mehr Demokratie wagen“, nicht jedoch mehr Infektionsschutz. „Ein Gesetz zur wirtschaftlichen Sicherung eines bedarfsgerecht gegliederten Systems leistungsfähiger Krankenhäuser“ kündigte der SPD-Politiker zwar an – aber kein Wort zur Atemwegs-Pandemie. Ebenso wenig ergriff seine Koalition Maßnahmen, um die drohende winterliche Welle zu ‚brechen‘.

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