RubikonNews:ㅤDie Mangel-Lüge

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25-05-22 11:00:00,

Am Mittwoch, dem 3. Juli 1315, erließ König Ludwig X. von Frankreich — auch bekannt als Ludwig der Zänker — ein bahnbrechendes Edikt. „Nach dem Naturgesetz muss jeder offen geboren werden …“, begann es. „Viele Menschen unseres Gemeinwesens sind in die Bande der Knechtschaft geraten, was uns sehr missfällt.“

„Unser Königreich heißt das Königreich der Franken (was im Altfranzösischen ‚frei’ bedeutet). Deshalb verordne ich, dass diese Leibeigenen in die Freiheit entlassen werden.“

Und so schaffte Ludwig X. mit einem Federstrich die Sklaverei und Leibeigenschaft in Frankreich ab. Zum Leidwesen der Leibeigenen war die Emanzipation des Königs nicht von langer Dauer: Ludwig starb weniger als ein Jahr später nach einem besonders schweißtreibenden Jeu de Paume (eine wahre Geschichte), und seine Nachfolger waren nicht so liberal.

Mehr als vier Jahrhunderte später, Mitte des 17. Jahrhunderts, gab es laut dem Historiker Hippolyte Taine immer noch mehr als eine Million Leibeigene in Frankreich. Und ihre Lage war noch schlimmer als die ihrer mittelalterlichen Vorfahren. Im 18. Jahrhundert musste ein Leibeigener in Frankreich eine Feudalabgabe von mindestens 14 Prozent an den örtlichen Adeligen entrichten.

Darüber hinaus gab es eine Menge weiterer absurder Vorschriften: Ein französischer Leibeigener war an sein Land gebunden und konnte es ohne die Zustimmung seines Herrn nicht verlassen. Er musste mehrere Wochen lang unentgeltliche Arbeit für die Regierung leisten. Und jeder Leibeigene, der kinderlos starb, musste seinen gesamten Besitz an den Adel abtreten.

Zusätzlich zu dieser Steuer musste der französische Leibeigene ein Zehntel an die Kirche entrichten.

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