Woke-Wissenschaft untergräbt akademische Integrität

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Woke-Wissenschaft untergräbt akademische Integrität

18-01-24 07:07:00,

Ist dies schon Wahnsinn,
doch die Sache hat Methode.
William Shakespeare

Liebe Leserinnen und Leser,

Ein Experiment enthüllte vor einiger Zeit den alarmierenden Einfluss der Woke-Bewegung auf die wissenschaftlichen Standards.

Peter Boghossian war Philosophieprofessor an der Universität von Portland in den USA, wo er schliesslich zurücktrat, weil er das Klima der Intoleranz und die Drohungen, die er erhielt, nicht mehr aushielt.

Zusammen mit James Lindsay und Helen Pluckrose fälschte er Artikel zu Themen wie Feminismus, Rassismus und Queer-Theorie.

Wer auch nur ein wenig Ahnung von wissenschaftlichen Standards hat, hätte sofort erkennen müssen, dass es sich bei den (wohlgemerkt absichtlich so gestalteten) Texten um Machwerke und Unsinn handelt.

Sie reichten diese sogenannten «Hoax-Artikel» bei verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften ein, die von der Woke-Bewegung beeinflusst sind. Überraschenderweise wurden viele dieser gefälschten Texte akzeptiert und veröffentlicht.

Was war der Inhalt der veröffentlichten Artikel? Es wäre lustig, wenn es nicht traurig wäre:

In einem Text wurde der «westlichen Astronomie» vorgeworfen, sexistisch und imperialistisch zu sein, und es wurde eine andere, feministische Sichtweise auf die Untersuchung der Sterne gefordert. Ein weiterer Artikel, der in der Zeitschrift Gender, Place and Culture veröffentlicht wurde, untersuchte die «Vergewaltigungskultur» und den Sexismus unter Hunden in den Parks von Portland. In einem weiteren Artikel wurde Masturbation als eine Form des «metasexuellen Missbrauchs» dargestellt, da Männer bei der Selbstbefriedigung an Frauen denken, ohne ihre vorherige Zustimmung eingeholt zu haben. Ein weiterer Artikel schliesslich befasste sich mit der «Fettphobie». Er gipfelte in der Forderung, fettleibige Menschen sollten in Bodybuilding-Wettbewerben zugelassen werden und wies die medizinischen Behauptungen, Fettleibigkeit sei gesundheitsschädlich, als unbegründet zurück.

Selten so gelacht?

Die Tatsache, dass diese Artikel trotz ihres ungeheuerlichen Inhalts von den wissenschaftlichen Ausschüssen der Zeitschriften akzeptiert wurden, hat nicht nur gezeigt, dass es dort keine wissenschaftlichen Kriterien gibt, nach denen die Zeitschriften Artikel akzeptieren, beurteilen und veröffentlichen. Es hat auch gezeigt, mit welcher Freiheit die Anhänger des Wokeismus ihre als Wissenschaft getarnte Ideologie verbreiten können, ohne sich vor irgendjemandem für deren wissenschaftliche Stichhaltigkeit verantworten zu müssen.

Die so genannte «politische Korrektheit» dient also nicht nur der ideologischen Ausbreitung dieser Bewegung, sondern verfolgt auch das Ziel, die akademische Gemeinschaft von jedem Versuch abzuhalten, diese Theorien wissenschaftlich zu überprüfen.

Die drei Autoren wiesen in ihrer Begründung für das Experiment darauf hin, dass die Woke-Bewegung Minderheiten nicht fördert, sondern instrumentalisiert, um ihre eigene Agenda voranzutreiben und sozialen Zusammenhalt zu zerstören. Nur wenige haben den Mut, diese Studien gründlich zu überprüfen. Diejenigen, die ihnen nicht zustimmen schweigen lieber, da jede Kritik schwerwiegende Folgen haben kann, die von der üblichen Stigmatisierung bis zur Entlassung reichen. Durch Einschüchterung wird die Woke-Bewegung immun gegen wissenschaftliche Kritik.

Ihren Anhängern steht es frei, ihre Ideen kritiklos zu verbreiten, in einem Umfeld, in dem «alles gesagt werden kann» und «jede Theorie respektiert wird» – solange sie politisch nützlich ist.

Aber was ist der Zweck der Übung? Es scheint mir, dass die Woke-Bewegung nichts weiter als ein Werkzeug ist, um einen Menschentyp zu schaffen, der frei von jeder kollektiven Definition und Identität ist. Unter diesem Blickwinkel betrachtet werden die sozialen Minderheiten und ihre Rechte nur mobilisiert, um das anzugreifen, was «normal» ist oder von der Gesellschaft (noch?) als normal angeschaut wird.

Peter Boghossian betonte in seinem Rücktrittsschreiben: «Studenten an der Universität von Portland lernen nicht zu denken. Stattdessen werden sie darauf trainiert, die militante moralische Gewissheit von Ideologen zu imitieren. Die Fakultät hat den Auftrag der Universität, nach der Wahrheit zu suchen, aufgegeben und fördert stattdessen die Intoleranz gegenüber abweichenden Überzeugungen und Meinungen. Dies hat eine Kultur der Beleidigung geschaffen, in der die Studenten nun Angst haben, offen und ehrlich zu sprechen» (Übersetzung durch den Autor).

Dabei ist dies nicht das erste Mal, dass das sozial- und geisteswissenschaftliche Milieu durch Hoax-Artikel blossgestellt wird. Die Sokal-Affäre, auch bekannt als Sokal-Debatte, war eine Kontroverse über intellektuelle Standards in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Der Physiker Alan Sokal löste sie aus, indem er einen Hoax-Artikel mit absichtlichen logischen Fehlern und Unsinn in postmodernem Jargon verfasste.

Aber es gibt Hoffnung, denn die Stimmen innerhalb der akademischen Gemeinschaft mehren sich, die versuchen, sich der Untergrabung der wissenschaftlichen Standards und der mangelnden intellektuellen Strenge entgegenzustellen; sie kommen aus dem gesamten politischen Spektrum.

In Deutschland gibt es acht Lehrstühle für Kernforschung, aber 173 Lehrstühle für Genderforschung. Da stimmt wohl wirklich etwas nicht!

Und Boghossian? Er gehört zu den Gründern der University of Austin, einer Hochschule, die sich zum Ziel gesetzt hat, wirklich unabhängig zu sein. Die neue Institution, die schon USD 200.- Mio. an Drittmitteln eingeworben hat, wird als «Anti-Cancel-Kultur» und «Anti-Woke» beschrieben. Laut der Website der Universität ist geplant, bei den Zulassungsentscheidungen weder Rasse noch Geschlecht oder Klasse zu berücksichtigen, weil die Schule «gegen diese Art von Diskriminierung» ist. Im Herbst beginnen die ersten Studenten ihr Grundstudium.

Herzlich,

Daniel Funk

P.S. In einem meiner nächsten Newsletter werde ich aufzeigen, wie die «Woke-Ideologie» bei «meiner» Wissenschaft, der Geschichte vorgeht und was dies für unser kollektives Gedächtnis zu bedeuten hat.

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