Der mächtigste Mann der Welt

Der mächtigste Mann der Welt

17-10-18 11:18:00,

Ich habe Trump bei den Präsidentschaftswahlen aus drei Gründen unterstützt:

Trump war der einzige Kandidat, der die Notwendigkeit einer Normalisierung der Beziehungen zu Russland und eines Endes der rücksichtslosen Inszenierung von Konflikten mit einer atomaren Großmacht begriffen hat.

Trump war der einzige Kandidat, der erkannt hat, dass es notwendig ist, wieder zu hoher Produktivität zurückzufinden und Arbeitsplätze mit einer hohen Wertschöpfung für die amerikanische Erwerbsbevölkerung zu schaffen.

Trump war der einzige Kandidat, der zum amerikanischen Volk gesprochen hat, anstatt zu den organisierten Interessengruppen der herrschenden Elite.

Meine Sorge bestand darin, dass Trump Washington nicht kannte und nicht wusste, wen er ernennen sollte, um bei der Erreichung dieser Ziele Unterstützung zu erhalten.

Trump war sich des Ausmaßes der Bedrohung nicht bewusst, die seine Agenda für den Militär-/Sicherheits-Komplex, globale US-Unternehmen und die herrschende Oligarchie darstellte.

Eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland würde das jährliche Budget von 1.000 Milliarden Dollar und die mit ihm einhergehende Macht des Militär-/Sicherheits-Komplexes in Frage stellen. Holte man die ins Ausland verlagerten Jobs zurück in die Heimat, würde man die Arbeitskosten globaler US-Unternehmen erhöhen und die „Leistungsprämien“ der Manager-Schicht beschneiden.

Die direkte Ansprache an das amerikanische Volk weckte das Schreckgespenst einer populistischen Revolte gegen die herrschende Oligarchie. Dies sind zu viele Feinde für einen Präsidenten, der nicht wusste, wie er seine Regierung besetzen sollte, und Trump hat den Preis dafür gezahlt.

Die falschen Vorwürfe, die „Russiagate“ beinhalten, inszeniert von CIA-Direktor John Brennan, umgesetzt von höchst parteiischen demokratischen FBI-Agenten und Trumps eigenem stellvertretenden Generalstaatsanwalt Rod Rosenstein und vorangetrieben von den Demokraten und der sich anbiedernden Presse, hielten Trump von einer Normalisierung der Beziehungen zu Russland ab.

Schlechte wirtschaftliche Beratung, ob unbewusst oder beabsichtigt, hat Trumps Aufmerksamkeit vom Problem der ausgelagerten Jobs hin zu Zöllen verschoben und in der Konsequenz dazu geführt, dass er der amerikanischen Bevölkerung einen Handelskrieg und steigende Preise beschert hat, anstatt ihnen ihre Jobs zurückzuholen.

Die herrschenden Oligarchen haben beschlossen, an Trump ein Exempel zu statuieren, damit kein zukünftiger Präsidentschaftskandidat den Fehler macht, direkt zum amerikanischen Volk zu sprechen.

Trump war unsere letzte Chance, und es scheint, als gehe er unter.

Trumps Nahost-Politik liegt in den Händen seines zionistischen Schwiegersohns und von Netanjahu. Das Ergebnis sind erhöhte Spannungen mit Russland: Israel hat den Abschuss einer russischen Luftwaffenmaschine und ihrer Besatzung verursacht.

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Journalismus am Ende

Journalismus am Ende

17-10-18 11:16:00,

Der Tod Robert Parrys Anfang des Jahres fühlte sich an wie ein Abgesang auf das Zeitalter der Reporter. Parry war ein „Wegbereiter für unabhängigen Journalismus“, schrieb Seymour Hersh, mit dem er viel gemein hatte.

Hersh deckte das Massaker von My Lai in Vietnam sowie die heimliche Bombardierung Kambodschas auf, während Parry die Iran-Kontra-Affäre enthüllte — ein auf Waffenhandel und Drogenschmuggel basierendes Komplott, das vom Weißen Haus ausging. 2016 lieferten die beiden Journalisten unabhängig voneinander überzeugende Beweise dafür, dass die Assad-Regierung in Syrien keine chemischen Waffen eingesetzt hatte. Dies hat man den beiden nie verziehen.

Nachdem er aus den Mainstream-Medien vertrieben wurde, muss Hersh nun seine Arbeit außerhalb der USA veröffentlichen. Perry gründete seine eigene unabhängige Nachrichten-Website — Consortium News —, wo er sich nach einem Schlaganfall in einem letzten Beitrag zum journalistischen Katzbuckeln vor „anerkannten Meinungen“ äußerte, während „nicht gebilligte Beweise einfach beiseite gefegt oder abgewertet werden, ganz unabhängig von ihrer Qualität“.

Wenngleich Journalismus stets der verlängerte Arm der Macht des Establishments war, hat sich in den letzten Jahren etwas verändert. Was in den 1960er Jahren, als ich für eine britische Zeitung arbeitete, noch tolerierter Dissens war, hat sich in einen metaphorischen Untergrund zurückgezogen, während sich der liberale Kapitalismus in eine Art Diktatur der Konzerne verwandelt. Dies bezeichnet einen fundamentalen Umbruch.

Nunmehr überwachen Journalisten das von Parry so genannte „Gruppendenken“, indem sie dessen Mythen und Ablenkungsmanöver verbreiten und dessen Feinde verfolgen.

Wir erleben gerade Hexenjagden auf Flüchtlinge und Immigranten, die willentliche Aufgabe der Unschuldsvermutung durch die „MeToo”-Eifernden, den antirussischen Rassismus und die Anti-Brexit-Hysterie sowie eine wachsende Anti-China-Kampagne und die Unterdrückung von Warnungen vor einem Weltkrieg.

Nachdem nun viele — wenn nicht gar die meisten — der unabhängigen Journalisten vom „Mainstream“ ausgeschlossen oder hinausgeworfen worden waren, wurde eine Nische im Internet zu einer unverzichtbaren Quelle von Enthüllungen und evidenzbasierter Analyse: echter Journalismus. Für all jene, die eine Welt zu verstehen suchen, in der Wissenschaft und Technik auf wundersame Weise Fortschritte machen, während sich das politische und wirtschaftliche Leben in den verängstigten „Demokratien“ hinter der medialen Fassade eines narzisstischen Spektakels zurückentwickelt, werden Plattformen wie wikileaks.org, consortiumnews.com, wsws.org, truthdig.com, globalresearch.org, counterpunch.org und informationclearinghouse.com zur Pflichtlektüre.

In England bietet nur eine Website durchgängig unabhängige Medienkritik — die bemerkenswerte „Media Lens”. Bemerkenswert unter anderem deswegen, weil ihre Gründer,

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9/11: «Komplott von CIA und Saudis verhindert eine Aufklärung»

9/11: «Komplott von CIA und Saudis verhindert eine Aufklärung»

17-10-18 09:10:00,

Urs P. Gasche / 17. Okt 2018 –

Ein neues Buch bestätigt, dass die US-Regierung und die US-Geheimdienste die Hintermänner des Terroranschlags von 9/11 schützen.

Das neue Buch «The Watchdogs Didn’t Bark: The Cia, NSA, and the Crimes of the War on Terror» kommt zum gleichen Schluss, den Infosperber in einer dreiteiligen Recherche im Juli 2018 wie folgt formuliert hatte:

    «Hinter den Terroranschlägen von 9/11 in den USA steckte ein saudisches Netzwerk. Es reichte bis in saudische Regierungskreise und in die königliche Familie. Seit dem Anschlag sind die US-Regierungen Komplizinnen dieses Komplotts: Sie decken Hintermänner und sabotieren eine gründliche Aufklärung. Die USA verlangen nicht einmal, dass Saudiarabien seine bekannten saudischen Terroristen-Helfer, die mit Diplomatenpässen ausgerüstet sind, bestraft. Vorrang hat offensichtlich die strategische Freundschaft der USA mit den Saudis.»

Die Autoren des neuen Buches sind der Umweltaktivist John Duffy und der Dokumentarfilmer Ray Nowosielski.

Wusste der wahrscheinlich in Istanbul ermordete Khashoggi zu viel über die saudischen Hintermänner von 9/11?Jamal Kashoggi war jahrelang ein Vertrauter von Prinz Turki ibn Faisal, der bis 2001 Chef des saudischen Auslandsgeheimdienstes al-Muchabarat al-‘Amma war. Zehn Tage vor 9/11 trat Turki überraschend zurück. Ein Jahr nach 9/11 bezeichnete Khashoggi die Attentate als «einen Anschlag auf Toleranz, Koexistenz und den Islam selbst». In Medien wird gegenwärtig der unbewiesene Verdacht verbreitet, dass der saudische Herrscher Kronprinz Mohammed bin Salman befürchtete, Jamal Khashoggi könnte Informationen über die saudischen Hintermänner von 9/11 preisgeben.

Eine zentrale Frage über die damaligen Al-Kaida-Terroristen in den USA: Warum informierte die CIA den Inlandgeheimdienst FBI nicht über deren Präsenz und Aktivitäten?

Es muss sich um ein «Versagen der Geheimdienste in einem historischen Ausmass» handeln, schrieb der frühere CIA-Mann John Kiriakou, in seinem Buch «The Convenient Terrorist – Two Whistleblowers’ Stories of Torture, Terror, Secret Wars, and CIA Lies».

In welchem Ausmass die US-Regierung und die US-Geheimdienste die saudischen Hintermänner von 9/11 schützten und bis heute schützen, geht aus dem eingangs erwähnten neuen Buch von John Duffy und Ray Nowosielski hervor. «Newsweek» hat wichtige Aussagen zusammengefasst.

«Es ist unglaublich. Wir wissen noch heute nicht, was wirklich geschah»,

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Wie eine Elite den rechten Populismus vorspurt

Wie eine Elite den rechten Populismus vorspurt

17-10-18 09:08:00,

Kundgebung in Deutschland: Besorgte Menschen marschieren, rechte Intelektuelle steuern

Jürg Müller-Muralt / 17. Okt 2018 –

Ängste einer sich benachteiligt fühlenden Gruppe fördern den heutigen Rechtsrutsch. Regie aber führt eine intellektuelle Elite.

«Jedes Zeitalter hat seinen eigenen Faschismus»: Das schrieb einst der italienische Schriftsteller und Chemiker Primo Levi, der das Vernichtungslager Auschwitz überlebt hatte. Die frühere US-Aussenministerin Madeleine Albright hat dieses Zitat ihrem kürzlich erschienenen Buch «Faschismus – eine Warnung» vorangestellt. Sie analysiert darin den Vormarsch rechtsradikaler, autoritärer, antidemokratischer Kräfte und versucht nachzuweisen, welche Ähnlichkeiten viele dieser Parteien und Bewegungen mit dem Faschismus des 20. Jahrhunderts haben.

Der Faschist will das Volk hinter sich wissen

Man kann sich natürlich grundsätzlich fragen, ob der Faschismusbegriff zur Analyse moderner rechtspopulistischer und rechtsradikaler Parteien überhaupt etwas taugt. Albright nähert sich dieser Frage deshalb vorsichtig und gewissermassen dialogisch an: Sie zeichnet in ihrem Buch eine Debatte mit Studierenden der Georgetown University in Washington nach, wo sie als Dozentin wirkt. Ein Ergebnis des Kolloquiums: Im Unterschied etwa zu einer Militärdiktatur, die der Gesellschaft von oben auferlegt wird, beziehe der Faschismus seine Energie aus dem Unmut von Teilen der Bevölkerung, beispielsweise nach einer Niederlage im Krieg, wegen hoher Arbeitslosigkeit, wegen Migrationsproblemen, weil viele ihr Land in einem dramatischen Niedergang wähnen, weil sie sich erniedrigt und unverstanden fühlen etc. Während Diktatoren dazu neigten, den Bürgerinnen und Bürgern zu misstrauen, «erwartet ein Faschist, dass das Volk hinter ihm steht.»

Zusammenarbeit mit Traditionsparteien

Das ist deshalb eine wichtige Erkenntnis, weil sie die Herrschaftstechnik des Faschismus ebenso wie die des Rechtspopulismus treffend charakterisiert. Der heute 86-jährige amerikanische Historiker und Faschismusspezialist Robert Paxton hat einmal geschrieben, der Faschismus sei eine «Diktatur gegen die Linke unter der begeisterten Zustimmung der Bevölkerung». Und in seinem Buch «Anatomie des Faschismus» von 2004 definierte er den Faschismus «als eine Form politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen, nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit den traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt».

Rechtsradikale als Taktgeber

Paxton hat also bereits vor 14 Jahren klarsichtig erkannt,

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Indien: Kleiner Mann – was nun?

Indien: Kleiner Mann – was nun?

17-10-18 07:47:00,

Das Wirtschaftswachstum läuft am kleinen Mann vorbei – was nun? Foto: Gilbert Kolonko

Viele der einfachen Menschen Indiens haben vor vier Jahren große Hoffnungen in Narendra Modi gesetzt – der hat jetzt auch noch die Bankenkrise nach Indien geholt. Eine Lösung hat er auch dafür parat: Noch mehr Privatisierung. Unterstützt wird er dabei von der Weltbank.

Auch heute ist Amith schon zehn Stunden auf den Beinen, verkauft Tee für 10 Rupien und Kekse für zwei Rupien das Stück. Für seinen acht Quadratmeter großen Laden in einem bröckelnden Gebäude, 10 Minuten vom Bahnhof Neu-Delhi entfernt, zahlt er monatlich 18.000 Rupien (242 US Dollar) Miete – für den Vermieter ist das steuerfrei, denn auf dem Papier existiert Amiths Teebude nicht. Als ich ihn frage, wie teuer der Laden wäre, wenn er ihn kaufen würde, winkt der etwa 50-Jährige müde ab: “Mindestens 40 Lakh (54.000 US Dollar). In Delhi ist Platz nun mal Mangelware – und selbst einen Kilometer weiter vom Bahnhof entfernt, müsste ich immer noch 15-20 Lakh hinlegen.” Die Frage nach einem Bankkredit stelle ich ihm gar nicht: Für den “kleinen” Mann haben die Banken wegen der aktuellen Krise sowieso kein Geld – und auch vorher schauten sie bei Menschen wie Amith 10 Mal hin.

Vier Stunden hat er heute noch vor sich – und am Ende des Monats reicht das Geld gerade so um seine Frau und seinen Sohn über die Runden zu bringen. Die schwarzen Flecken im Gesicht und die trüben Augen erzählen vom täglichen Überlebenskampf im Dauerlärm einer 20-Millionen-Einwohner-Metropole mit Feinstaubwerten bis zu 1000 Mikrogramm PM 2,5 pro Kubikmeter Luft.

In der Nähe des Kaschmir-Tores steht Ravish unter einer der Brücken, über die dauerhupende Autos im Dauerstau schleichen. Vor ihm auf einem Tischwagen liegen grellfarbige Polo-Shirts. “China?”, frage ich, worauf er stolz antwortet: “Nein. Export-Qualität! Bangladesch!” Ein genauer Blick in die Innenseite der Shirts zeigt, dass er Recht hat. Da sind die Stempel, die anzeigen, dass es sich um die Überschussware eines westlichen Einkäufers handelt. Die Nähereien Bangladeschs produzieren 10 Prozent mehr, als es der Auftrag verlangt, damit fehlerhafte Stücke ausgetauscht werden können. In der Regel geht der Überschuss unter der Hand auf den Markt.

84,7 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Indien arbeiten im informellen Sektor.

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Fundstück: Dokumentation – Diplomatische Viren (englisch) | www.konjunktion.info

Fundstück: Dokumentation – Diplomatische Viren (englisch) | www.konjunktion.info

17-10-18 07:31:00,

Biowaffen. Verboten, geächtet und doch wird an ihnen geforscht.

Dilyana Gaytandzhievas Dokumentation mit dem Titel Diplomatische Viren (Diplomatic Viruses) beschreibt die Forschungen in einem von den USA betriebenen Biowaffenlabor in Georgien und die Folgen für die dortige Bevölkerung. Im Text zu dem ihrer Dokumentation lesen wir auf ihrer Seite:

Die Botschaft der USA in Tiflis transportiert gefrorenes menschliches Blut und Krankheitserreger als diplomatische Fracht. Interne Dokumente, die mir von georgischen Insidern zugespielt wurden, implizieren, dass US-Wissenschaftler unter diplomatischem Deckmantel beim Transport und beim Experimentieren mit Krankheitserregern [involviert sind]. Nach diesen Unterlagen wurden Wissenschaftler durch das Pentagon in die Republik Georgien verbracht und man hat ihnen diplomatische Immunität verliehen, um am Lugar Zentrum tödlichen Krankheiten und beißende Insekten zu erforschen – dem Biolaboratorium des Pentagons in Georgiens Hauptstadt Tiflis. Die militärische Einrichtung ist nur eine der vielen Pentagon-Biolaboratorien in 25 Ländern auf der ganzen Welt.

(The US Embassy to Tbilisi transports frozen human blood and pathogens as diplomatic cargo. Internal documents, leaked to me by Georgian insiders, implicate US scientists in the transportation of and experimenting on pathogens under diplomatic cover. According to these documents, Pentagon scientists have been deployed to the Republic of Georgia and have been given diplomatic immunity to research deadly diseases and biting insects at the Lugar Center – the Pentagon biolaboratory in Georgia’s capital Tbilisi. The military facility is just one of the many Pentagon biolaboratories in 25 countries across the world.)

Einmal mehr lesen wir nichts dazu in unserer Hochleistungspresse, die sich lieber am Fall Skripal “abarbeitet”. Auch wenn die Dokumentation auf englisch ist, sei sie jedem ans Herz gelegt. Denn sie belegt faktenreich und detailtreu die Machenschaften des US-Imperiums:

Die bulgarische Journalistin Dilyana Gaytandzhieva ist 2016/2017 durch ihre investigative Arbeit zu den Waffenlieferungen an die Al Nusra Front durch Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und USSOCOM bekannt geworden.

Quellen:
Diplomatic Viruses
وثائقي الميادين | فيروسات دبلوماسية – النسخة الانجليزية
Dilyana Gaytandzhieva – About Me

Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel,  » Lees verder

Neue Regeln für Assange: Keine politischen Aussagen, eigene Rechnungen bezahlen, Kater selbst hüten

Neue Regeln für Assange: Keine politischen Aussagen, eigene Rechnungen bezahlen, Kater selbst hüten

16-10-18 12:31:00,

Neue Regeln für Assange: Keine politischen Aussagen, eigene Rechnungen bezahlen, Kater selbst hüten

Ecuador hat neue Regeln für den Wikileaks-Gründer Julian Assange eingeführt, der seit dem Jahr 2012 in der Botschaft Ecuadors in London lebt. Die Regeln wurden in einem neunseitigen Dokument aufgezählt und traten am Samstag, den 13. Oktober in Kraft.

Zwar werden die Rechte auf Kommunikation und Meinungsfreiheit für Assange anerkannt, jedoch wird ihm jegliches politisches Engagement sowie jede Handlung untersagt, die als Einmischung in Angelegenheiten anderer Länder eingeschätzt werden könnte. Für den Internetzugang darf er nur eigene Geräte benutzen. Es soll aber die Marke und die Seriennummer des jeweiligen Gerätes der Botschaft angeben. Er soll seine Rechnungen für die Nahrung, medizinische Versorgung, Wäscherei und damit verbundene Kosten selbst bezahlen. Assange darf nur bis zu drei Gäste auf einmal empfangen, die im Voraus per E-Mail bei der Botschaft angemeldet werden sollen.

Die Beschränkungen beziehen sich auch auf den Kater von Assange. Der Wikileaks-Gründer soll seinen Kater selbstständig hüten und das Katzenklo rechtzeitig reinigen. Falls er dies nicht tut, kann der Kater in ein Tierheim gebracht werden.

Mehr zum Thema – Ecuadors Präsident Lenín Moreno: Julian Assange muss Londoner Botschaft verlassen

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Erinnerungen aus Österreich

Erinnerungen aus Österreich

16-10-18 12:26:00,

Jeder einzelne Mensch ist ein elementarer Bestandteil der Zeitgeschichte — einschließlich der 815 Millionen Menschen, die derzeit auf aller Welt Hunger leiden. Die unwillkürliche Handlung eines einzigen Individuums auf diesem Planeten könnte das Rad der Weltgeschichte herumreißen. Damit aber die Menschen sich als Bestandteil der Zeitgeschichte begreifen können, bedarf es eines tieferen Verstehens historischer Zusammenhänge, wie sie an unseren Schulen leider nicht vermittelt werden.

Wenn sich so viele Individuen wie nur möglich ihres historischen Umfeldes bewusst werden, wird sich der Geist der Geschichte — meinetwegen auch Hegels Weltgeist — selbst begreifen können. Dies kann nur geschehen unter der Bedingung, dass unsere vergangene Geschichte eines Jahrhunderts voller Kriege aufrichtig und ehrlich aufgearbeitet und genauso weitergegeben wird. Es darf also, um mich eines der dummen Sprüche Churchills zu bedienen, nicht länger hingenommen werden, dass Geschichte von „Siegermächten“ geschrieben und von Ahnungslosen gelehrt wird. Abgesehen von der Tatsache natürlich, dass Kriege niemals Sieger hervorbringen — wohl aber Profiteure.

Nach dem verheerenden Brand der Weltkriege und dem Kalten Krieg als Draufgabe, in dem allein schon 40 Millionen Menschen — größtenteils Zivilisten — den Tod fanden, geht im Unbewussten der Völker ein dunkles Schuldgefühl umher. Die historische Wahrheit über diese Greueltaten wird aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt, an deren Stelle „offizielle“ Wahrheiten treten und oftmals sogar ein undurchdringliches Totschweigen und Leugnen. — Eine klassische Verdrängungsneurose also, würden Psychoanalytiker sagen, wenn die Menschheit auf der Couch läge.

Nun steht auch das beginnende 21. Jahrhundert bereits wieder im Schatten von Kriegen — und dies umso mehr, als die Schrecken und Greuel der beiden Weltkriege offenbar schon weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Schon sind wiederum 4 Millionen Menschen — größtenteils Zivilisten — in den jüngeren Kriegen ums Leben gekommen, eine Reihe von Ländern und Regionen wurden mutwillig zerstört. In Osteuropa treiben sich ungestört paramilitärische Gruppen und Nazi-Freiwilligenbataillone herum. Weiterhin wird das Massenbewusstsein mit psychologischen Methoden manipuliert, und die gegenwärtigen Kriege um Rohstoffe und Pipelines werden in „humanitäre Einsätze“ und „Friedensmissionen“ umgelogen. In allen Nachrichtensendungen und Talkshows kann man förmlich dem neurotischen Verdrängungsmechanismus einer geschichtslosen Menschheit bei der Arbeit zuschauen.

An dieser Stelle möchte ich einen Vergleich anstellen mit meiner eigenen Schulzeit in den 1970er- und 80er-Jahren in Österreich, dieser „Versuchsstation des Weltuntergangs“ nach Karl Kraus. Da lernten wir schon über die Geschichte der Habsburger Monarchie eigentlich nur Mythen,

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Grönland: US-Militär gegen chinesischen Ausbau der Infrastruktur – www.NachDenkSeiten.de

Grönland: US-Militär gegen chinesischen Ausbau der Infrastruktur – www.NachDenkSeiten.de

16-10-18 10:10:00,

16. Oktober 2018 um 11:21 Uhr | Verantwortlich:

Grönland: US-Militär gegen chinesischen Ausbau der Infrastruktur

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Länderberichte, Wirtschaftspolitik und Konjunktur

In Grönland entwickelt sich, bisher weitab der Weltöffentlichkeit, ein exemplarischer Konflikt: Die USA wollen die riesige, kaum bewohnte Insel weiter exklusiv militärisch nutzen, mithilfe des NATO-Musterstaats Dänemark. Aber die grönländische Regierung will das Land wirtschaftlich entwickeln – mithilfe Chinas.

Eisbär und Überwachungssymbole über der nördlichen Erdhalbkugel

Von Werner Rügemer

Grönland, im arktischen Nordatlantik nahe Kanada gelegen, die größte Insel der Erde, hat eine sechsmal größere Fläche als Deutschland, aber nur 56.000 Einwohner. Sie leben wie seit Jahrhunderten fast ausschließlich vom Fischfang (Heilbutt, Kabeljau, Krabben), mit dem auch zu 90 Prozent der Export bestritten wird; inzwischen kam etwas Tourismus hinzu. Das Land wird bisher wirtschaftlich unterentwickelt gehalten: Dänemark hält die ehemalige Kolonie mit inzwischen zugestandener Selbstverwaltung weiter in einem halbkolonialen Zustand. Vor allem wollen die USA ihren weltweit vernetzten Militär-Stützpunkt Thule Air Base ungestört und unbeobachtet weiter ausbauen.

Von der Kolonie zu Unabhängigkeit und Entwicklung

Aber seit den 1970er Jahren hat sich die grönländische Unabhängigkeitsbewegung durch drei Volksabstimmungen schrittweise Raum verschafft: 1979 wurde Grönland zu einer „Nation“ innerhalb der dänischen Monarchie, 1985 trat Grönland aus der EU aus (u.a. wegen der Überfischung der umgebenden Gewässer nach EU-Recht), seit 2009 gilt die erweiterte Selbstverwaltung mit eigenem Parlament und eigener Regierung. Für 2021 hofft die Unabhängigkeitsbewegung auf die vollständige nationale Souveränität. Allerdings ist das monarchische Dänemark, NATO-Mitglied, weiter für Außen- und Militärpolitik zuständig.

Königin Margarethe II. spielt Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der dänischen Streitkräfte: Auch wenn sie sich in ihrem französischen Schloss Chateau de Cayx auf 24 Hektar dem Weinbau widmet und ihr Prinzgemahl dort die Gäste durch seine Sammlung naiver afrikanischer Kunst führt[1] – da kann nichts passieren, der Große Bruder regelt alles Wichtige, wie seit sieben Jahrzehnten.

Grönland ist reich an Bodenschätzen: Erz, Zink, Blei, Uran, Öl, Edelsteine, auch an seltenen Erden: Cer, Lanthan, Neodym, Terbium und Yttrium, die für die Elektronikindustrie weltweit gebraucht werden. Das ist lange bekannt. Aber die USA und der NATO-Musterstaat Dänemark geben verbissen der militärischen Nutzung den Vorrang. Deshalb, aber auch wegen der geografischen und klimatischen Lage sowie der dicken Eisschicht war die Erschließung für westliche Unternehmen nicht lohnend.

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Zensur: Die nächste Welle der Löschungen und Sperrungen kritischer Seiten durch Facebook und Twitter | www.konjunktion.info

Zensur: Die nächste Welle der Löschungen und Sperrungen kritischer Seiten durch Facebook und Twitter | www.konjunktion.info

16-10-18 10:05:00,

Unerwähnt von der deutschen Hochleistungspresse wurden in der letzten Woche in einer konzertierten Aktion von Facebook und Twitter zahlreiche kritische, hinterfragende Accounts, die zu Websites wie

  • The Free Thought Project – 3.1 Millionen Abonnenten
  • The Anti-Media – 2.1 Millionen Abonnenten
  • Police the Police – 1.9 Millionen Abonnenten
  • Cop Block – 1.7 Millionen Abonnenten
  • Filming Cops – 1.4 Millionen Abonnenten

gehörten, gelöscht.

Nachdem es zu Beginn Alex Jones und seine Plattform Infowars traf, wurde jetzt die nächste Welle der Zensur in den USA gestartet. Wie von vielen befürchtet, war Jones nur der Auftakt zu einer Welle der Account-Schließungen von kritischen Twitternutzern und Facebookseiten. Die wohl wahlweise abgesprochene oder gerne auch staatlich gesteuerte Abschaltung kommt just kurz vor den Zwischenwahlen in den USA. Sicherlich kein Zufall.

Wahrheit ist Verrat in einem Reich der Lügen. – George Orwell

Zensur - Bildquelle: Wikipedia / Udo, Creative Commons Attribution 2.0 GenericZensur - Bildquelle: Wikipedia / Udo, Creative Commons Attribution 2.0 Generic

Zensur – Bildquelle: Wikipedia / Udo, Creative Commons Attribution 2.0 Generic

Ein Reich der Lügen muss mit Hingabe “gepflegt” werden, damit die gewünschte Illusion nicht unter dem Gewicht der eigenen Hybris zusammenbricht. Daher ist es notwendig, dass diejenigen, die an der Macht sind, die Informationen und seinen Fluss kontrollieren können, damit diese die Gedanken, Ideen und das Narrativ steuern können, die ihren Interessen entgegen wirken. In Zeiten des Internets und der sozialen Medien hat sich diese Dynamik gedreht und andere Meinungen, kritische Gedankengänge erreichen eine weit größere Masse als zuvor. Um diese Entwicklung zurück zu drehen, setzen Regierungen auf die Zensur durch die Internetunternehmen, damit ihnen nicht dem Geruch des Zensors anhaftet. Obwohl sie es selbst sind, die durch Gesetze, Vorgaben und Richtlinien die offene Zensur erst einfordern und möglich machen.

Heute sind Facebook, Twitter und Co. vereint mit den immer totalitärer agierenden westlichen Regierungen, wenn es um die Sperrung von wichtigen, kritischen Kanälen und Persönlichkeiten auf ihren Plattformen geht. Die Rede- und Meinungsfreiheit wird immer mehr zu einem Relikt aus der Vergangenheit.

Die Löschung von Hunderten von Seiten auf Facebook wurde damit begründet, dass diese Seiten Spam verbreiten und Web-Traffic an “Werbefarmen (ad farms)” weiterleiten würden,

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Jelzins Sturm auf das Weiße Haus

Jelzins Sturm auf das Weiße Haus

16-10-18 10:01:00,

Nach dem Angriff, das Parlament brennt. Bild: Bellabs

  1. Jelzins Sturm auf das Weiße Haus

  2. Ein Präsident beißt auf Granit

  3. Ein Präsident stürmt das Parlament


  4. Auf einer Seite lesen

Vor 25 Jahre starben hunderte Menschen in den Straßenkämpfen Moskaus und dem Beschuss des russischen Parlaments. Das National Security Archiv veröffentlicht hierzu Dokumente der US-Regierung

Die Verfassungskrise von 1993, die zu Straßenschlachten in Moskau und dem Befehl des Präsidenten Boris Jelzin führte, Panzer auf das Parlament des russischen Staates schießen zu lassen, ist ein Ereignis, das im Westen erstaunlich wenig bekannt ist, während es in Russland eine gravierende Zäsur in der eigenen Geschichte bildet. Die offiziellen Opferzahlen belaufen sich auf 187 Tote sowie 437 Verletzte. Inoffizielle Angaben liegen deutlich höher. Das National Security Archiv der George Washington Universität (Washington) hat nun eine Reihe von Dokumenten der US-Regierung veröffentlicht, die ein schärferes Licht auf die Rolle der USA in der größten Staatskrise Russlands seit dem Zerfall der Sowjetunion werfen.

Die Geschichte beginnt mit einem Schock. Im Verlauf des Jahres 1990 hatte sich der Jubel über die Deutsche Wiedervereinigung in der Welt und die Dankbarkeit für den sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow schon etwas gelegt. Gorbatschow stand hingegen vor einem Land, das wirtschaftlich in die Knie ging und sich auflöste. In dieser Lage veröffentlichte “The Economist” am 22. Dezember 1990 einen Wirtschaftsrat an die Sowjetunion und forderte den sowjetischen Präsidenten auf, als “starker Mann” zu regieren und “den Widerstand zu zerschlagen, der eine ernsthafte Wirtschaftsreform blockiert”. Ein Kapitel des Artikels war sogar mit “Michail Sergejewitsch Pinochet?” überschrieben. Dort ahnte der Autor, dass eine Durchsetzung der gewünschten Wirtschaftsreformen in der Sowjetunion “möglicherweise Blutvergießen” bedeuten würde.

Als Gorbatschow im Juli 1991 zum G7-Treffen eintraf, erwartete ihn kein Marshallplan und auch keine Wirtschaftshilfe, sondern es gab konkrete Forderungen. Erst wenn die Sowjetunion bewiesen hätte, dass sie es mit ihren Wirtschaftsreformen ernst meine, würden die USA Wirtschaftskredite gewähren, so die kompromisslose Haltung des US-Präsident George Bush Sr., die die anderen G7-Chefs teilten. Später schrieb Gorbatschow über den Gipfel: “Ihre Vorschläge für das Tempo und die Methoden des Übergangs waren erstaunlich.”

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Assange wartet weiter auf Internetzugang

Assange wartet weiter auf Internetzugang

16-10-18 09:56:00,

Julian Assange (links). Bild: Public Domain Mark 1.0

Ecuador stellt angeblich Forderungen für die Aufhebung der Kommunikationssperre

Der Whistleblowerplattform WikiLeaks zufolge hat ihr Gründer Julian Assange, der sich seit mehr als sechs Jahren in der Londoner Botschaft von Ecuador einer Auslieferung entzieht, trotz anderslautender Versprechen Stand Montagabend immer noch keinen Zugang zum Internet, zu Mobiltelefonen und zu Besuchern, die nicht seine Anwälte sind. Sein bislang letzter Tweet ist weiterhin einer aus dem März.

Vorher hatten der britische Guardian, RT und mehrere andere Medien gemeldet, dass der Australier bereits wieder Kommunikationszugang habe, weil sich der ecuadorianische Präsident Lenin Moreno, der UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi und der UN-Redefreiheitssonderberichterstatter David Kaye bei einem Treffen am Freitag darauf geeinigt hätten. Die ecuadorianischen Behörden haben so eine Einigung bislang nicht bestätigt.

Dem isländischen Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson nach will Ecuador Assange in seiner Redefreiheit einschränken. Eine kursierende Liste mit angeblichen Forderungen an ihn, deren Echtheit offen ist, enthält unter anderem eine Registrierungspflicht für Besucher und elektronische Geräte sowie die Verpflichtung, sich nicht in Angelegenheiten einzumischen, die den Beziehungen zwischen Ecuador und anderen Staaten beschädigen könnten.

Eine Festnahme in Deutschland und Ecuadors “Beziehungen zur EU”

Mit der Begründung, Assange habe genau das gemacht, hatte Ecuador am 28. März die Kommunikationssperre verhängt. Den ecuadorianischen Behörden nach hatte der Wikileaks-Gründer dabei eine bereits vorher bestehende Vereinbarung gebrochen, “sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen”. WikiLeaks meinte dazu, so eine Vereinbarung habe es gar nicht gegeben.

Konkreterer Hintergrund war ein Tweet von Assange, in dem er den von der spanischen Zentralregierung abgesetzten und am 25. März in Deutschland festgenommenen katalonischen Regionalregierungschef Carles Puigdemont einen “politischen Häftling” genannt hatte (vgl. Puigdemont: Die deutsche Rechtslage und die deutsche Politik). Das, so Ecuador damals, gefährde die Beziehungen der ehemaligen spanischen Kolonie zur EU (vgl. Ecuador: Assange verpflichtete sich zu Verzicht auf Politisches).

Der Australier Assange war mit seiner 2006 ins Leben gerufenen Whistleblowerplattform weltweit bekannt geworden, als er 2010 Aufnahmen und andere Informationen zur amerikanischen Kriegsführung im Irak veröffentlichte, die ihm vom später dafür inhaftierten Militärangehörigen Bradley Manning zugespielt wurden. Kurz darauf erließen schwedische Behörden einen Europäischen Haftbefehl mit dem eher bemüht klingenden Vorwurf einer Vergewaltigung,

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Feudalismus 2.0

Feudalismus 2.0

16-10-18 08:09:00,

Die Statistik ist bekannt. Die Einkommensungleichheit in den Vereinigten Staaten ist heute größer als während des gesamten vergangenen Jahrhunderts. Die reichsten 10 Prozent verfügen über 50 Prozent und das obere eine Prozent über 20 Prozent des landesweiten Einkommens.

Ein Viertel der amerikanischen Arbeiter müht sich mit Löhnen unter 10 Dollar pro Stunde ab, womit sie unterhalb der Armutsgrenze liegen, wohingegen das Einkommen eines durchschnittlichen CEOs in einem großen Konzern mehr als 300 Mal höher ist als das eines durchschnittlichen Arbeiters im selben Konzern. Das ist ein massiver Anstieg angesichts der Tatsache, dass in den 1950ern ein durchschnittlicher CEO nur 20 Mal soviel verdiente wie sein Arbeiter. Diese Einkommensungleichheit ist global.

Ein Prozent der Weltbevölkerung verfügt über 40 Prozent aller Vermögen weltweit. Und diese Entwicklung wird sich in Zukunft noch verschärfen. Welche ökonomischen und politischen Konsequenzen wird diese Ungleichheit haben? Wie viel schlimmer wird es mit der Verhängung von Austeritätsprogrammen und einer neuen Abgabenordnung werden, die Firmen erlaubt, Geld zu horten oder ihre eigenen Aktien zurückzukaufen, anstatt in die Wirtschaft zu investieren?

Wie werden wir durchhalten, während die Kosten für die Krankenversicherungen kontinuierlich steigen und öffentliche Wohlfahrtsprogramme wie Medicaid, Pell Grants (staatliches Ausbildungsförderungsprogramm; Anmerkung der Übersetzerin) und Lebensmittelmarken gekürzt werden? Und die Änderung der Abgabenordnung, die Präsident Trump im Dezember unterzeichnet hat, wird auf lange Sicht die Steuersätze für die Arbeiterklasse steigen lassen. Während der nächsten Dekade wird diese Änderung den Staat ungefähr 1,5 Billionen Dollar kosten. Wohin wird das führen?

Wir leben in einem neuen Feudalsystem. Wir sind der politischen Macht beraubt. Arbeiter sind gefangen in knechtischen Tätigkeiten, gezwungen, lähmende Schulden aufzunehmen, und sie werden mit stagnierenden oder sinkenden Löhnen abgespeist.

Chronische Armut und ausbeuterische Arbeitsbedingungen in vielen Teilen der Welt und zunehmend auch in den Vereinigten Staaten wiederholen die Hölle, welche die Industriearbeiter Ende des 19. Jahrhunderts erduldeten.

Die vollständige Übernahme der herrschenden Institutionen einschließlich der zwei dominierenden Parteien, der Gerichte und der Presse durch Konzerne und ihre oligarchischen Eliten bedeutet, dass es keinen Mechanismus mehr gibt, mit dessen Hilfe wir das System reformieren oder uns vor dem zunehmenden Missbrauch schützen könnten. Entweder wir beginnen, uns zu erheben, oder wir werden die Leibeigenen des 21ten Jahrhunderts werden, gezwungen, im Elend zu leben,

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Crowdrecherche: Wem gehört Berlin?

Crowdrecherche: Wem gehört Berlin?

15-10-18 01:05:00,

Es gibt kein Thema, das Berlinerinnen und Berliner mehr bewegt, als der krasse Anstieg von Miet- und Wohnungspreisen. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren seit Start der letzten Finanzkrise haben sich die Preise massiv gesteigert. In vielen Bezirken sind mittlerweile Neuvermietungen für Normalverdienende kaum noch bezahlbar. Ein Problem besteht darin, dass viele Wohnungen als Spekulationsobjekte erworben wurden. So haben plötzlich reale Mieter mit undurchsichtigen Unternehmenskonstrukten zu tun, gegen die man sich rechtlich schwer wehren kann. Die Landesregierung hat lange Zeit nur zugeschaut, anstatt eine bessere Wohnungspolitik zu gestalten.


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Der Tagesspiegel und Correctiv haben deshalb zusammen die Crowdrecherche „Wem gehört Berlin“ gestartet. Ziel der Kooperation ist, dass Mieter Informationen über ihre Vermieter sammeln und mit den Redaktionen teilen. Der Fokus der Recherchen liegt dabei auf der Eigentümerstruktur und den großen Finanzinvestoren sowie Unternehmen, die fragwürdig handeln.

Mehr Hintergrund bietet der Startartikel zur gemeinsamen „Großrecherche zu Wohneigentum in Berlin: Wem gehört Berlin?“

Der Kampf um Transparenz, um ein offenes Register an Stelle des nur bei „berechtigtem Interesse“ zugänglichen Grundbuchs, ist inzwischen auch auf der politischen Agenda. Es könnte die Regulierung des Marktes erleichtern. Und verantwortungsvolle Hauseigentümer müssten weniger damit kämpfen, mit verantwortungslosen Immobilienspekulanten in einen Topf geworfen zu werden. Deswegen wollen der Tagesspiegel und das gemeinnützige Recherchezentrum CORRECTIV Transparenz in diesen Markt bringen.

Alle Berlinerinnen und Berliner sind eingeladen mitzurecherchieren und den Eigentümer ihrer Wohnung mitzuteilen. Oft steht hinter der Hausverwaltung, auf dem Mietvertrag zwar eine anonyme Firma. Es gibt aber Wege, den eigentlichen Eigentümer herauszufinden. Dafür ist ab sofort die Bürgerrecherche-Plattform wem-gehoert-berlin.de erreichbar. Ziel ist es nicht, wahllos Eigentümerlisten zu veröffentlichen. Berichtet wird nur, wenn ein berechtigtes Interesse der Öffentlichkeit vorliegt. Ziel ist es, gemeinsam die Eigentumsstrukturen Berlins aufzuklären. Nicht gegen einige – sondern für alle.

Wenn ihr in Berlin (zur Miete) wohnt: Macht da mit.

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Die Entscheidung – Kapitaldiktatur oder Souveränität der Menschen (Teil 4) | KenFM.de

Die Entscheidung – Kapitaldiktatur oder Souveränität der Menschen (Teil 4) | KenFM.de

15-10-18 07:58:00,

Die politische Bürgerbewegung und Regionalkonferenzen als Ausgangspunkt echter Demokratie.

Von Heinz Kruse und Gunther Sosna.

Wir haben in den vorangegangenen Beiträgen den tiefgreifenden Strukturwandel des imperialen Kapitalismus aufgezeigt. Auf diesen Strukturwandel kann die Politik nicht angemessen reagieren, weil sie selbst ein Produkt der Strukturen ist, die den Kapitalismus prägen. Deshalb gibt es mit dieser Politik weder einen wirtschaftlichen Neubeginn, wie ihn die Digitalisierung erforderlich macht, noch einen Systemwechsel hin zu einer ökologisch und sozial verträglichen Wirtschaftsweise.

Es kann darauf nur eine Antwort geben: Wir, die kritische Masse der Zivilgesellschaft, müssen uns zu einer handlungsfähigen Bewegung formieren, die frei ist von Bindungen an Parteien, Organisationen, Kirchen, Lobbygruppen und Finanzwirtschaft. Wenn wir die Kriegsindustrie stoppen, die Umweltzerstörung und die Ausbeutung der Menschen in der Welt beenden und unsere Lebensräume zukunftssicher machen wollen, ist es unsere Aufgabe, dies zu tun – selbstständig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt.

Bürgerdemokratie braucht offene Kommunikation, Dezentralität und Gemeinschaft

Als Schwäche der Zivilgesellschaft wird ihre Zersplitterung in viele gegensätzliche Meinungen und Grundhaltungen angesehen, die durch Netzwerk- und Gemeinschaftsapelle nicht aufzulösen ist. Sie muss auch nicht aufgelöst werden. Unterschiedlichkeit wird zur Stärke, wenn sich eigenständiges Handeln durch ein gemeinsames übergeordnetes Anliegen in einer ganzheitlichen Stoßrichtung vereint. Unterschiede generieren Wissensvorsprünge, die in strategische Stärke und taktische Überlegenheit umgeformt werden können.

Innerhalb einer Bewegung bedarf es dazu der Koordinierung und Bündelung auf strategische und taktische Ziele. Der Rahmen für Ziele und Handlungsformen ist die gemeinsame große Idee. Sie verfolgt nicht den trivialen Wunsch, die Parteienherrschaft durch eine andere Elitenherrschaft abzulösen. Sie ist konstruktiv: Sie will den Parteienstaat durch eine Bürgerdemokratie ersetzen, um mit den modernen digitalen Mitteln und Technologien eine ökologisch-soziale Zukunft für alle Menschen zu ermöglichen.

Eine Bewegung der Zivilgesellschaft muss offen sein für den digitalen Wandel. Mit den Mitteln der Digitalisierung baut die Politik der Zukunft nicht auf Parteien und bürokratische Organisationen auf, sondern auf Plattformen, in denen sich unterschiedliche Meinungen und gesellschaftliche Strömungen abbilden und vereinen. Sie lassen Unterschiede und damit kreative Lösungen zu und basieren auf dem Prinzip der Selbstbestimmung – der personalen Souveränität. Sie ermöglicht eine politische Bewegung neuen Typs, die als politische Kampagne zu verstehen ist.

Neue politische Stärke und das Ende der Bevormundung

Eine Bewegung neuen Typs verzichtet auf zentralistische und bürokratisch starre organisatorische Formen.

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Systemfrage: Verbrechen zahlt sich eben doch aus | www.konjunktion.info

Systemfrage: Verbrechen zahlt sich eben doch aus | www.konjunktion.info

15-10-18 07:58:00,

Es gibt das altbekannte Sprichwort, dass sich Verbrechen nicht auszahlen (würden). Nichts könnte wohl weiter von der Wahrheit entfernt sein, als dieser Spruch, wenn man sich die Realität unserer Tage anschaut.

Gewöhnlich beschäftigt sich der Mensch nicht tiefer gehend mit Dingen, die offensichtlich wahr und bereits mit dem gesunden Menschenverstand versteh- und greifbar sind. Aber warum werden wir auch medial immer wieder auf dieses obige Sprichwort hin erinnert? Dass sich Verbrechen nicht lohnen? Kann der Grund vielleicht darin liegen, dass es eben doch der Fall ist? Gerade wenn Großkonzerne, Banken usw. sich in Konzert mit der Regierung zusammen tut und den gemeinen Bürger “ausnehmen” kann?

Beispiele dafür gibt es zuhauf. Sei es die Verbindungen der CIA in den Drogenhandel. Sei es die Iran-Contra-Affäre. Sei es der Fall des in unseren Breitengraden eher unbekannten Falls des Prosecutors’ Management Information System. Oder seien es die Geldwäschegeschäfte, die Absprachen bei der Festlegung der Zinssätze oder die gezielte Falschberatung der Groß-/banken. Oder so gut wie alles, was sich um Big Pharma un den Rüstungsbereich dreht.

Auch die Verstrickungen zwischen Unternehmen, Denkfabriken und Regierungen. Das, was euphemistisch immer als Lobbying bezeichnet wird, gehört für mich in diese Kategorie. Auch hier erfolgen Absprachen zwischen Parteien, die oftmals mehr als ein “Geschmäckle” haben – zu Lasten der einfachen Bürger.

S21, die Elbphilharmonie, der Berliner Großflughafen BER – auch das sind Fälle, die zeigen, dass sich Verbrechen eben doch auszahlen. Denn die bewusste Verschleierung von Kosten, die bewusste Abgabe von zu niedrigen Schätzkosten, mit dem Wissen, dass diese Kalkulationen nie zu halten sind, erfüllen aus meiner Sicht einen kriminellen Tatbestand.

Nun mag das Strafgesetzbuch dies anders sehen, aber jeder Mensch hat im Normalfall ein Gefühl von Gerechtigkeit bzw. Ungerechtigkeit. Und wenn es in all diesen Fällen nicht als Unrecht empfunden wird, was abläuft, dann verstehe ich die Welt nicht mehr.

Verbrechen lohnt sich eben doch…

Quellen:
The Lincoln Savings and Loan Investigation: Who Is Involved
McCain First, Second, And Always
Episode 204 – A Brief History of CIA Drug Running
NARCOTICS TRAFFICKERS AND THE CONTRAS
Episode 102 – Know Your History: Iran-Contra
A Bank Too Big to Jail
Awash In Cash,

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Washington besticht mazedonische Parlamentarier, um Mitgliedschaft in der NATO und der EU zu erhalten

Washington besticht mazedonische Parlamentarier, um Mitgliedschaft in der NATO und der EU zu erhalten

14-10-18 08:39:00,

Die Mazedonier haben die Mitgliedschaft in der NATO und der EU, die die Zaev-Regierung ihnen durch ein Referendum am 30. September 2018 angeboten hat, zurückgewiesen [1]. Aber noch am selben Abend appelierten der Generalsekretäre der NATO und der Union, den Volkszorn zu umgehen und mit dem Verfahren fortzufahren, diesmal aber durch ein parlamentarisches Verfahren [2].

Laut Milenko Nedelkovski, begann Washington sofort mit dem Kauf-Programm von Stimmen der Abgeordneten, enthüllt der Mina Report [3].

Ein Beamter des US-Außenministeriums, “der Agent Tesla” (Deckname von Mitko Burceski) hat ein Büro in einem Luxus-Apartment im Besitz von Sasho Mijalkov, einem Cousin des ehemaligen mazedonische Premierminister Nikola Gruevski, eröffnet. Die Abgeordneten begeben sich einer nach dem anderen dorthin, um persönlich $ 2,5 Millionen zu erhalten.

Die Operation wird durch die US-Botschafter in Skopje, Jess L. Baily (der den Kriegseintritt der Türkei gegen Libyen und Syrien betreute) und in Athen, Geoffrey R. Pyatt (der den Putsch 2014 in der Ukraine organisierte) gesteuert.

Es gelang ihnen die Änderung des Namens des Landes auf die Agenda des Parlaments zu setzen; conditio Sine Qua Non für den Beitritt zur NATO und der EU. Die Abstimmung wurde für den 16. Oktober beantragt, d.h. denselben Tag, an dem die Gerichts-Entscheidung über ein Dutzend nationalistischer Abgeordnete, wegen Spionage auf die Sozialdemokratische Partei, stattfindet. [4]. Die Botschafter wollen die Immunität dieser Abgeordneten aufheben, damit sie nicht stimmen können. Angesichts der Anzahl der gekauften Stimmen, wird die Mehrheit des Parlaments dann mechanisch für den Vorschlag des Ministerpräsidenten stimmen.

Übersetzung
Horst Frohlich

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Das Pentagon will Getreidefelder in GVO verwandeln

Das Pentagon will Getreidefelder in GVO verwandeln

14-10-18 08:37:00,

Die Zeitschrift Science veröffentlicht eine Studie über die Forschungsarbeiten der Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) über die “Verbündeten Insekten.” [1]. Es scheint, dass das Pentagon Insekten mit Viren infizieren will, die dann Gene in reifen Getreidefeldern einpflanzen können, d.h. um normale Pflanzen in GVO zu verwandeln.

Nach Angaben der Forscher des Max-Planck-Institut (Deutschland) und der Universität von Montpellier (Frankreich) könnte diese Technik auch als Waffe verwendet werden, um Ernten zu vernichten, ohne dass man heute weiß, wie man die Ausbreitung des Virus stoppen kann.

Auf jeden Fall kann die Ausbreitung des Virus durch infizierte Insekten nicht kontrolliert werden. Ihre Verbreitung würde die Pflanzen rein zufällig modifizieren.

Übersetzung
Horst Frohlich

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Macrons Unterstützung der Superreichen

Macrons Unterstützung der Superreichen

13-10-18 02:22:00,

Bild: Pixabay/CC0 Creative Commons

Frankreich: Zum Budgets 2019 gibt es eine Neuauflage der Diskussion darüber, ob Macron ein “Präsident der Reichen” ist

Ob denn überhaupt etwas vorangehe in Frankreich oder ob das Land im Immobilismus verharre, fragte vergangenen Sonntag eine Diskussionsrunde im Sender France Inter. Regierungssprecher Benjamin Griveaux regte sich fürchterlich auf. Wie denn die Journalisten überhaupt auf die Idee kämen, die Realität derart wahrzunehmen, dass solche Fragen gestellt werden.

Griveaux verwies auf zahlreiche Reformen, welche die Regierung Macron wie keine andere zuvor anpacke (weshalb er auch erst zu seinem Posten als Vollzeitsprecher gekommen ist, wie die Schwäbische seinerzeit berichtete).

So überzeugt man in der Entourage des Präsidenten vom Arbeitselan und den vielen Vorhaben sein mag, so wenig Zugkraft ist allerdings außerhalb zu spüren. Der Regierungssprecher schob den schwarzen Peter dafür vor allem der Berichterstattung zu.

“Die Arbeit unterstützen, die Attraktivität der Unternehmen verstärken”

Am Montag kommt das Budget für 2019 zur Debatte in das Parlament. Damit wird die Frage, wie sehr Macron seine Versprechen (“Bewegung”, “Verbesserungen”, “größere Kaufkraft”) halten kann, neu auf die Probe gestellt. Es heißt vorab, dass es ein schwieriger Haushalt ist, weil Steuergutschriften, die unter dem Vorgängerpräsidenten Hollande an Unternehmen vergeben wurden – das Programm Ciceumgewandelt werden, was zusammen mit einer Herabsetzung von Beiträgen zu Kosten von etwa 40 Milliarden Euro führt, wie Medien im September berichteten.

Zu erwarten sei ein “schwarzes Jahr für die öffentlichen Finanzen”, hieß es. Die Regierung überschrieb ihren Budgetvorschlag mit ein paar eingängigen Maximen: “Herabsetzung von Steuern und Abgaben für alle Franzosen”, “Die Arbeit unterstützen, die Attraktivität der Unternehmen verstärken”, “Die Franzosen schützen” (in diesem Fall nicht gegen den Terrorismus, sondern die Schwachen wie auch die Älteren und die Personen mit Handicaps gegen Not).

Diskutiert wird aber anscheinend anderes, wie Le Monde behauptet. Dort wird an diesem Wochenende eine Expertise vorgestellt, die der “Polemik” (Le Monde) auf den Grund geht, der zufolge Emmanuel Macron ein “Präsident der Reichen” sei. Ein Vorwurf, den man auch Sarkozy machte, der allerdings schon mit äußeren Bling-Bling-Glamour anzeigte, welcher Schicht er sich zugehörig fühlte oder fühlen mochte.

“86.000 Euro mehr im Jahr”

Bei Macron deuten die Zeichen ebenfalls in Richtung Bevorzugung der Wohlhabenden,

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Steve Bannon – droht Europa ein “neuer Soros” von rechts?

Steve Bannon – droht Europa ein “neuer Soros” von rechts?

13-10-18 02:21:00,

Bild: Bannon By Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America (Steve Bannon) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons; EU – Parlament By Diliff [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], from Wikimedia Commons; Bildkomposition: Info-DIREKT;

Seit Donald Trumps Sieg im US-Wahlkampf war der Name seines Chefstrategen auch in Europa in aller Munde. Doch nach seiner Entlassung aus dem Beraterstab Trumps scheint Steve Bannon von einem Misserfolg zum nächsten zu jagen. Sein Projekt für Europa, genannt „The Movement“ (Die Bewegung) soll eine gemeinsame Front der populistischen Parteien schaffen. Ist dieses Projekt gut für Europa oder droht uns ein neuer Soros, nur diesmal von rechts?

Wer patriotische Medien will, muss diese auch unterstützen.
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Von Alexander Markovics

The Movement – eine neue Hoffnung für Europa?

Von Brüssel aus will Bannon seine Stiftung aus koordinieren, dem selben Ort an dem das EU Parlament tagt. Ab November, sobald die Midtermwahlen in den USA geschlagen sind, will er dazu ständig in Europa verweilen. Als seine rechte Hand gilt hierbei Mischaël Modrikamen, Politiker der belgischen Kleinpartei Parti Populaire. Ihr Ziel: Der Stimme des Populismus in Europa mehr Gehör zu verschaffen. Das Geld dafür soll von nicht genannten Spendern, wahrscheinlich größten Teils aus den USA kommen. Doch worin besteht das Programm dieser transatlantisch beeinflussten Stiftung?

Bannons Programm – Gegen den Islam, für Amerika und Israel

Betrachtet man das Programm von Bannons Bewegung, weiß man schon woher der Wind weht. In der Gründungsurkunde bekennt man sich nicht nur etwa zur Verteidigung des Rechtsstaates und dem logischen Kampf gegen den radikalen Islam, sondern auch zur „Verteidigung Israels“ und sieht in Donald Trump den ideellen Begründer dieser Bewegung. Von der Remigration der Einwanderer ist keine Rede, genauso wie ein gesamteuropäischer Abwehrkampf gegen Amerikanisierung und Globalisierung sowie eine Aussöhnung mit Russland unter den Tisch fallen. Es liegt also klar auf der Hand, dass es sich bei „The Movement“ um nichts anderes als um ein amerikanisches Kuckuksei zur Aufrechterhaltung der eigenen Hegemonie handelt.

Ablehnung von Strache bis Orban – Bannons Projekt eine Totgeburt?

Auch auf unter den patriotischen Parteien in Europa setzt sich mehr und mehr diese Ansicht durch. So wurden Bannons Avancen sowohl von Marine Le Pen,

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Vergiftete Hilfe

Vergiftete Hilfe

13-10-18 11:39:00,

Um es gleich zu Beginn festzustellen: das, was während der letzten Jahre als „Hilfspolitik“ der Euro-Staaten gegenüber Griechenland gefeiert worden ist – wobei merkwürdigerweise das Ende dieser angeblichen „Hilfspolitik“ vor einigen Wochen ebenfalls Anlass zu großer Freude war! –, hat die totale Irrationalität und totale Dehumanisierung der Politik gegenüber Griechenland unter Beweis gestellt. Doch der Reihe nach – und zunächst einige Blicke zurück auf das, was am 12. Juli 2015 in Brüssel geschah.

Heißt: auf das, was Griechenland an diesem Tag an sogenannter „Hilfe“ aufgebürdet und an Zugeständnissen abgepresst worden ist. Dieser Rückblick ist erforderlich, um zu verstehen, was während der letzten drei Jahre in und gegenüber Griechenland geschah. Er ist zum zweiten erforderlich, weil die Irrtümer und Missverständnisse zur Griechenland-Politik der sogenannten „Helfer“ und „Retter“ gar nicht mehr zu zählen sind – dank entsprechender Politikersprüche und dank überwiegend fragwürdigster Berichterstattung darüber in Fernsehen und Presse – wenn überhaupt eine solche erfolgte. Und beginnen wir deshalb auch genau mit diesen beiden Hauptbegriffen, mit den Begriffen „Hilfe“ und „Rettung“, und demzufolge mit dem seither im Umlauf befindlichen Propagandabegriff „Rettungspaket“.

Erstens: Fangen wir mit der scheinbar positiven Seite der Vereinbarung an, die Mitte Juli des Jahres 2015 zwischen den EU-Institutionen – inklusive Internationalem Währungsfonds (IWF) – sowie Griechenland in Kraft getreten war. Griechenland sollte, als sogenanntes drittes „Hilfs-“ oder „Rettungspaket“, rund 86 Milliarden Euro von den Geldgebern bekommen. „Hilfe“ und „Rettung“ und „Paket“, das klingt nach „Geschenk“, nicht nach einer Bücherzusendung von einem Antiquar, die anschließend selbstverständlich bezahlt werden muss – und schon gar nicht nach einer Giftlieferung.

Man könnte auch sagen: irgendwie schien an diesem heißen Julitag für die Griechen der Weihnachtsmann unterwegs gewesen zu sein, Santa Claus, der dem gepeinigten Land ein großes Geschenkpaket mit ganz viel Euro-Scheinen vor die Türe gelegt hat – oder der brave Postbote hatte eine rettende/helfende Großverpackung ins Haus gebracht. Tja, die Politik und ihre Medienwelt: man „verpackt“ (!) noch das Fragwürdigste und Gefährlichste so, als ob es Heil brächte oder das Gute. Doch in Wahrheit war alles nur Lug oder propagandistisch-positive Suggestion, die keiner Überprüfung standhält. Denn tatsächlich handelte es sich bei diesen 86 Milliarden Euro – von denen tatsächlich nur 56 Milliarden Euro „ausgezahlt“ worden sind! – um nichts anderes als um einen Kredit!

Und seit wann kommen Kredite in der Gestalt von „Paketen“ ins Haus?

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Der digitale Imperialismus

Der digitale Imperialismus

13-10-18 11:33:00,

Der Schlüssel zum Verständnis der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Zustände und Veränderungen der Welt liegt in der Strategie der Außenpolitik der USA, souveräne Staaten auf allen Kontinenten durch „Regime Change“ in politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu bringen, gelegentlich eingeleitet durch Handelskriege.

Der Anspruch der USA auf absolute Weltvorherrschaft wurde spätestens durch den ersten Einsatz nuklearer Waffen – der beiden Atom- beziehungsweise Wasserstoffbomben auf Hiroshima und Nagasaki – allen Staaten der Erde demonstriert. Militärische Stärke, die keinerlei Rücksicht auf Menschenrechte und Menschenleben zu nehmen braucht. Es war der Urknall der Entstehung eines Imperiums, das seither eine Blutspur bei der Durchsetzung dieses Machtanspruchs hinterlässt (2, 4, 7, 9).

Die Ausübung dieser imperialen Herrschaft wird nun im 21. Jahrhundert endgültig ermöglicht durch die Informationstechnik der vernetzten Cyberwelt und KI. Sie ist die Schlüsseltechnologie zum einen der Transformation von Staaten in überwachte und wirtschaftlich kontrollierte Staaten und zum anderen der Weiterentwicklung militärischer Stärke.

Die amerikanischen IT-Konzerne liefern die Grundlagen der wirtschaftlichen und militärischen Hegemonie der USA. Zu diesen Grundlagen gehört wesentlich die Fähigkeit zur wirtschaftlichen Ausbeutung, Überwachung und Kontrolle jedes einzelnen Weltbürgers (1, 17).

Leisten wir uns den Luxus, den aktuellen Tatsachen unserer imperialistisch beherrschten Welt ins Auge zu sehen! Dort hält eine winzige Minderheit das weltweite, digitalisierte Wissen zentral in den Händen und nutzt dieses zur undemokratischen Durchsetzung ihrer Machtinteressen. Dieses Wissen umfasst sowohl intime menschliche Regungen und Verhaltensweisen, die privaten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Betätigungen jedes Einzelnen, als auch alle wissenschaftlichen Erkenntnisse und alle staatlichen Dokumente und Beschlüsse.

Das imperialistische Machtstreben trifft zusammen mit den Möglichkeiten der vernetzten digitalen Verarbeitung und Steuerung aller privaten und öffentlichen kommunikativen Prozesse in der Welt. Dieses Zusammentreffen stellt die eigentliche machtpolitische Kernschmelze dar und ist der Super-GAU für jede menschenwürdige Staatsform. Ich nenne dieses Ereignis die „neodigitale Revolution“ (11, 12, 14) und meine damit eine digitale Potenzierung jener neoliberalen Revolution, welche bereits im 20. Jahrhundert begonnen hatte.

Deutschland ist von der neodigitalen Revolution betroffen wie kaum ein anderer Staat in Europa.

Was würde die totale digitale Vernetzung aller elektronischen Geräte der Bürger innerhalb und außerhalb ihrer Wohnungen, Autos, selbst des eigenen Körpers über das Internet und der damit einhergehende Verlust der Privatsphäre in einer totalitären Staatsform bedeuten, in der eine winzige Minderheit jede Möglichkeit einer Demokratie de facto ausschaltet,

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Das verdrängte Unrecht

Das verdrängte Unrecht

13-10-18 11:32:00,

Es sollte keiner Gedenktage bedürfen, um auf einen schon Jahrzehnte schwelenden Konflikt aufmerksam zu machen, der periodisch in kurze, aber brutale Kriege aufflammt und die ganze Region in einer latenten Krisen- und Kriegsgefahr nicht zur Ruhe kommen lässt. Durch die regelmäßigen Gewaltexzesse der Siedler in den besetzten palästinensischen Gebieten, die unmenschlichen Existenzbedingungen im eingeschnürten und belagerten Gazastreifen und die politischen Wendungen eines ultrarechten Besatzungsregimes, wird uns immer wieder ein Katastrophenszenario in den Medien präsentiert, welches unter normalen Bedingungen die heftigsten Reaktionen der UNO und der EU hervorrufen würde.

Doch die Bedingungen sind nicht normal, die einflussreichsten Staaten der UNO und der EU sind durch die Fehler und Verbrechen ihrer eigenen Geschichte gelähmt und verwalten einen Kriegszustand, der zwar nicht ihren propagierten Werten entspricht, aber offensichtlich ihren Interessen nicht widersprechen muss. Sie verschließen die Augen vor einer Katastrophe, die sie selbst mit zu verantworten haben.

Der 70. Jahrestag der Gründung Israels ist nicht nur im Land selbst groß gefeiert worden, es hat Glückwunschadressen aus aller Welt erhalten, die den Geburtsfehler dieses Staates und seine furchtbaren Auswirkungen bis heute verschweigen. Auch der Deutsche Bundestag hat in einer Resolution aller Fraktionen außer der LINKEN das Jubiläum begrüßt und den Weg des Staates als erfolgreich gelobt, ohne allerdings die Kehrseite dieses Geburtstages, die Vertreibung Hunderttausender Palästinenser aus ihrem neuen Staat zu erwähnen.

Die Fraktion der Partei DIE LINKE hat gemeinsam mit der Fraktion der Grünen eine Erklärung in den Bundestag eingebracht, die mit den Worten beginnt:

„Die Gründung des Staats Israel vor 70 Jahren ist eine herausragende und bleibende Leistung, die für uns ein Grund zum Feiern ist … Israel blickt heute mit Stolz auf 70 Jahre Demokratie mit einer lebendigen und pluralistischen Zivilgesellschaft und einer immensen Vielfalt in den Formen des Zusammenlebens.“

Aber auch diese Erklärung findet keine Worte zu der Katastrophe — Naqba —, die für die Palästinenser mit der Staatsgründung verbunden war, und immer noch andauert. Ihre Erinnerung an die Naqba dürfen sie zwar öffentlich nicht zum Ausdruck bringen, sie dokumentierten sie jedoch auf ihre Art zur gleichen Zeit mit einem symbolischen „Marsch der Rückkehr“ an der Grenze in Gaza zu Israel. Während der wöchentlichen Demonstrationen, die am 30. März begannen, wurden nach UNO-Angaben bis zum 30. August 179 Palästinenserinnen und Palästinenser von israelischen Scharfschützen getötet und 18.739 verletzt.

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Die Systemkrise

Die Systemkrise

13-10-18 11:31:00,

Die Not von Kriegsflüchtlingen wurde im europäischen Zentralraum der Wirtschaft zum Nutzen und dem Gewissen zur Beruhigung angeboten. Mit diesem genialen Schachzug gelang es, die Diskussion über die auslösenden Faktoren für Migration sowie ihren zerstörerischen Charakter für die Herkunftsländer, aber auch die Zielländer der Auswandernden zu verdecken.

Die medial und politisch dominierende Darstellung von Migration als Zeichen von Weltoffenheit und Diversität prallt allerdings zunehmend auf die Wirklichkeit der gesellschaftlichen und politischen Kosten. Weil eine strukturelle sozio-ökonomische Kritik an Mobilität insgesamt – mit Ausnahme ökologischer Ansätze, die allerdings in der Migrationsfrage nicht gefragt werden – fehlt oder hintertrieben wird, konnte die politische Rechte an ihrer Stelle das Opfer der weltweit zunehmenden ungleichen Entwicklung, den Migranten und die Migrantin, zum Sündenbock stempeln. Sie befeuert damit einen rassistischen Diskurs.

Die politische Linke wiederum schwankt zwischen Schockstarre und der Übernahme liberaler Postulate. In diesen wird Migration, getreu ihrer Verwertbarkeit und in multikultureller Blauäugigkeit, zu einem nicht hinterfragbaren positiven Bekenntnis. Die ihr zugrunde liegende weltweite Ungleichheit bleibt ausgeblendet beziehungsweise wird einem Hilfsgedanken untergeordnet. Damit verstellt der einzelne, von Krieg, Krise oder Umweltzerstörung gezeichnete Migrant den Blick auf die Funktion von Migration.

Tatsächlich bildet diese den Schlussstein im Mosaik globalistischer Interventionen, deren wirtschaftliche und/oder militärische Ausgriffe Millionen von Menschen ihre Lebensgrundlage entziehen. An die Abfolge Schießen-Flüchten-Helfen und ihre ständige Wiederkehr haben sich nicht nur die Zyniker dieser Welt bereits gewöhnt. Sie zu durchbrechen, hat sich der vorliegende Text zur Aufgabe gemacht.

„Während noch in den 1990er-Jahren Einwanderung fast ausschließlich als Gefahr und Problem beschrieben wurde, erinnert sei an die geschmacklose Metapher vom ‚vollen Boot‘, wird Migration heute zunehmend als notwendiges, gar erfreuliches Phänomen angesehen.“

Im Jahr 2018 scheint obiges Zitat wie aus der Zeit gefallen. Erschienen ist es nur vier Jahre zuvor, 2014, in einem von zwei deutschen Gewerkschaftern herausgegebenen Band.

Dass sich die Einschätzung von Autor und Herausgeber Patrick Schreiner nur wenige Monate nach Drucklegung dermaßen wirklichkeitsfremd liest, hat nur vordergründig mit der großen Wanderung der Muslime in den Jahren 2015/2016 zu tun, die Migration zum entscheidenden gesellschaftlichen Reibebaum in Deutschland und darüber hinaus in vielen Teilen EU-Europas hat werden lassen. Ein „erfreuliches Phänomen“ war sie zu diesem Zeitpunkt nur für eine kleine Minderheit, die Mehrheit betrachtete sie als „Gefahr und Problem“.

Die Fehleinschätzung des Gewerkschafters wurzelt tiefer.

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China entwickelt Roboter für Betreuung von Kunden

China entwickelt Roboter für Betreuung von Kunden

13-10-18 07:56:00,

Ein Shopping Center in Peking. (Foto: dpa)

Ein Shopping Center in Peking. (Foto: dpa)

Das Schanghaier High Tech-Unternehmen „Siasun Robot and Automation Co.“ hat einen Roboter entwickelt, der unter anderem mit Laser-Navigation, Big Data und Cloud Computing ausgestattet ist und mit Menschen kommunizieren kann. Das meldet „China Daily“. Der Roboter namens „Songguo Pro“ soll in Schalterhallen, Lobbys von Unternehmen und Behörden sowie den Eingangsbereichen von Kaufhäusern zum Einsatz kommen. Der 35 Kilo schwere und circa einen halben Meter große Roboter verfügt über einen Touchscreen und ein Sprachbetriebssystem. Letzteres ist so beschaffen, dass der Roboter auch in lärmerfüllten Umgebungen Stimmen erkennen und unterscheiden kann. Im Gespräch mit Kunden kann Songguo Pro die unterschiedlichsten Informationen vermitteln, beispielsweise den Weg erklären oder auf Sonderangebote hinweisen. Auf Wunsch können seine Besitzer ihm einen täglichen Dienstplan einprogrammieren, so wie ihn auch ein menschlicher Mitarbeiter hat. Der Roboter ist in der Lage, sich selbst aufzuladen, wobei er bewusst solche Zeiten wählt, in denen das Kundenaufkommen gering ist. Ein Sprecher von Siasun sagte, das niedliche Aussehen von Songguo Pro und seine immerwährende gute Laune würden eine angenehme Atmosphäre schaffen und Besucher in eine gute Laune versetzen.

Laut Siasun handelt es sich bei dem neuen Roboter um einen technologischen Durchbruch. Bisherige Dienstleistungs-Roboter wären vor allem dafür eingesetzt worden, sich ständig wiederholende und monotone Arbeiten zu verrichten. Songguo Pro dagegen könne Aufgaben wahrnehmen, für die Fähigkeiten notwendig sind, von denen man bisher dachte, dass ausschließlich Menschen sie besitzen.

Weitere Meldungen aus dem Tech-Report der DWN finden Sie hier.

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Nachwuchs von zwei Müttern: Wissenschaftler zeugen gesunde Mäusebabies von Nagerweibchen

Nachwuchs von zwei Müttern: Wissenschaftler zeugen gesunde Mäusebabies von Nagerweibchen

12-10-18 04:51:00,

Babies von zwei Müttern: Wissenschaftler zeugen gesunde Nager von Mäuseweibchen (Symbolbild)

Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften haben einen Durchbruch in der globalen Epigenetik erzielt, indem sie zum ersten Mal Mäuse ohne Einsatz von männlichen Keimzellen erfolgreich fortpflanzen konnten. Eine Befruchtung durch gleichgeschlechtliche Eltern gelang auch umgekehrt – mit dem Unterschied, dass die von zwei Vätern stammenden Nager nur wenige Stunden nach der Geburt überlebt haben.

Das ist der erste bekannte Fall einer Parthenogenese – der eingeschlechtlichen Fortpflanzung aus unbefruchteten Eizellen – unter Säugetieren. Generell ist dieses Phänomen bisher nur für Insekten, Fische und Eidechsen bekannt. Mithilfe eines genetischen Schneidewerkzeugs schaltete das Forschungs-Team einzelne Regionen am Genom in den embryonalen Stammzellen eines Mäuseweibchens aus und injizierte diese in die Eizelle eines anderen Weibchens. Auf diese Weise gelang es den Forschern, 29 lebendige und gesunde Tiere aus 210 Embryonen zu züchten, die später problemlos Geschlechtsreife erreichten und ihren eigenen Nachwuchs auf natürlichem Wege bekamen.

Obwohl das selbe Experiment mit männlichen Keimzellen zunächst auch gelang war, überlebte keine von den dadurch gezeugten zwölf Mäusen länger als 48 Stunden.

Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Cell Stem Cell veröffentlicht.

Mehr zum Thema – Südkoreanische Biologen “hacken” Gehirn von Labormäusen und lernen deren Instinkte steuern

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Jede Regierung lügt: Dokumentarfilm über investigativen Journalismus in USA

Jede Regierung lügt: Dokumentarfilm über investigativen Journalismus in USA

12-10-18 03:09:00,

Der kanadische Dokumentarfilm All Governments Lie ist derzeit in der Arte-Mediathek zu sehen: „Jede Regierung lügt – Wahrheit, Manipulation und der Geist des I. F. Stone“. Der Film aus dem Jahr 2016 berichtet über unabhängigen, kritischen und investigativen Journalismus in den USA und besuchte dafür u.a. The Intercept, Michael Moore und Democracy Now.


netzpolitik.org – ermöglicht durch Dich.

Herausgekommen ist eine interessante Dokumentation mit spannenden Einblicken. Was man dabei aber beachten sollte, bevor man die dort formulierten Inhalte und die Kritik am System verinnerlicht: Das Medien- und Politiksystem in den USA ist anders als in Deutschland und Europa.

„All governments lie“ – „Jede Regierung lügt“, diesen Spruch des amerikanischen Ausnahme-Journalisten I.F. Stone macht sich eine starke Generation investigativer Journalisten wie Laura Poitras, Amy Goodman, Jeremy Scahill oder Michael Moore zum Motto, um Lügen und Betrügereien von Regierungen aufzudecken und mit Fakten zu widerlegen.

Die Dokumentation steht bis zur Depublizierung in der Mediathek.

(Der im Titel erwähnte Isidor Feinstein Stone war ein amerikanischer investigativer Journalist und Schriftsteller.)

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Finanzsystem: Jede Blase muss irgendwann platzen | www.konjunktion.info

Finanzsystem: Jede Blase muss irgendwann platzen | www.konjunktion.info

12-10-18 01:31:00,

Viele Menschen warten auf den einen großen Knall. Ein Großereignis, das dann der Zusammenbruch ist. Aber der ökonomische Kollaps ist kein Einzelereignis. Er ist ein Prozess – so wie ich ihn bereits zigfach beschrieben habe. Leider verstehen die meisten Menschen nicht, dass der Zusammenbruch, der Abstieg, in Prozessstufen vonstatten geht und dass wir uns bereits inmitten dieses Prozesses befinden – weltweit. Seit 2008 nimmt die Geschwindigkeit des Prozesses stetig zu – ergo müssen wir uns mit dem Jetzt beschäftigen und nicht mit einer eventuellen Möglichkeit, die irgendwo am Horizont erscheinen könnte.

Der Grund, warum viele Analysten dies nicht sehen, ist, dass sie von der Aktienblase “gefangen” sind. Die heutige “fiskalische Fantasiewelt” ist ein künstlich erschaffenes Konstrukt, erschaffen von den Zentralbankinterventionen. Sie sind letztlich der Versuch die Bevölkerungen über den wahren Zustand der Weltwirtschaft für eine gewisse Zeit hinweg zu täuschen. Menschen mit Weitblick verwerfen aber die falschen Daten der Blase und betrachten den Kern der ökonomischen Realität, während der Großteil nur die Blase allein sieht (sehen will).

Immer dann, wenn die Themen Aktienmärkte, Anleihemärkte, Forex-Märkte und die generelle Casinowirtschaft diskutiert werden, sind die Gesprächspartner kaum, fast nie, dazu in der Lage, jenseits des nächsten Monats zu schauen. Geschweige denn jenseits des nächsten Jahres. Wenn die Märkte aktuell “gut ausschauen”, dann ist die Annahme die, dass sie für immer “gut ausschauen werden”. Wenn die Zentralbanken die letzten 10 Jahre interveniert haben, dann ist deren Annahme, dass auch die nächsten 10 Jahre Interventionen stattfinden werden.

Für sie gibt es keinen Erklärungsansatz, warum diese Blase überhaupt existiert. Sie ist einfach da. Die meisten Menschen und auch der Großteil der Ökonomen können sich nicht vorstellen, dass diese Blase einen bestimmten Zweck im Sinne der Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE) dienen könnte. Und dass dieser Zweck sogar ein Ablaufdatum besitzt. Alle Blasen müssen irgendwann platzen und die Gründe, warum sie platzen, sind beobachtbar und vorhersehbar.

Und doch besteht weiterhin das Trugbild, dass das ganze Gerede über “Kollaps” nichts anderes wie “Schwarzmalerei und Angstmacherei” sei. Wenn überhaupt, so tritt ein solches Ereignis erst in vielen, vielen Jahren ein, aber sicherlich nicht in nächster Zeit. Ich glaube, dass dieser Irrglaube, dieses Trugbild daher rührt, dass es zahlreiche,

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Gastbeitrag: Target2 Minenfeld | www.konjunktion.info

Gastbeitrag: Target2 Minenfeld | www.konjunktion.info

12-10-18 10:37:00,

Gastbeitrag von Dr. Siegfried von Hohenhau – Verantwortlich für den Inhalt und dessen Richtigkeit ist alleine der Gastautor. Der Inhalt muss nicht zwingend die Meinung des Betreibers von www.konjunktion.info wiederspiegeln. Eventuelle Anfragen, Ansprüche, o.ä. sind direkt an den Gastautor zu stellen. Eine Veröffentlichung auf einer anderen Plattform als www.konjunktion.info ist zuvor mit dem Gastautor Dr. Siegfried von Hohenhau abzuklären. Urheberrechte usw. liegen allein beim Gastautor Dr. Siegfried von Hohenhau. Seine Website finden Sie unter  www.target2.de.

Target2  Minenfeld
zur Target2-Debatte im Bundestag
(s.a. www.target2.de)

von Dr. Siegfried von Hohenhau
(10.10.2018)

Vor wenigen Tagen wurde im Bundestag erstmalig die Target2-Problematik diskutiert. Die Target2-Forderungen der Bundesbank (BuBa) erreichen nun knapp eine Billion Euro.  Neben  qualifizierten Aussagen der MdBs Dr. Hollnagel (AfD), Schäffler (FDP) und Boehringer (AfD) [1]  fielen die MdBs Berghegger (CDU/CSU), Steffen (SPD), Schick (Die Grünen), Fabio de Masi (Die Linke) und insbesondere Alois Karl (CDU/CSU) durch Unsachlichkeit, erschreckende Inkompetenz, Begriffsverwirrung und völlige Abwesenheit jedweden Grundwissens auf. [2] In völliger Verkennung der Prinzipien der ZB-Geldschöpfung verstieg sich etwa MdB Berghegger  zur Aussage:

„Der Euro hat keinen Gegenwert mehr in Gold oder in anderen Sicherheiten.“

Ein Blick in die Bilanzen/Satzungen der NZBen des Eurosystems, genügt, um diesen Unsinn des „Währungsexperten“ der Union zu widerlegen: Zentralbank-Geld entsteht über die Bilanz einer Zentralbank erst durch die Inpfandnahme von notenbankfähigen Sicherheiten, durch Ankauf von Wertpapieren/Devisen/Gold seitens der NZBen, durch die es  (zumindest) papiermäßig gedeckt wird!

MdB Steffen (SPD) propagiert offen den EU-Zentralstaat mit Fiskalunion (zu Lasten Deutschlands!):

„Eine denkbare Alternative zu diesem komplizierten Zahlungssystem wäre […], wenn man also quasi nur die EZB hätte. […]. Aber so weit – das wäre dann die Fiskalunion – sind wir im Euro-Raum noch nicht.“

Die Fiskalunion wird die Zahlungsbilanzkrise innerhalb des Eurosystems nicht lösen.[3] Franzosen und Italiener z.B.  werden sich niemals ihre NZBen samt Gold- und Devisenreserven nehmen lassen.

Peinlich die Ausführungen von MdB  Alois Karl (CDU/CSU), die weder überhört wurden noch – trotz nachträglicher Fälschung  [4] des BT-Plenarprotokolls – vergessen sind. Originalrede (s.u. Fn 3):

„[D]ie heutigen] […] TARGET-Salden [beruhen] darauf, dass die Europäische Zentralbank hohe Ankäufe tätigt: 85 Milliarden Euro haben die aufgekauft in einem Jahr,

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Nato experimentiert: Neue Manöver an russischen Grenzen

Nato experimentiert: Neue Manöver an russischen Grenzen

12-10-18 10:34:00,

Politik

08:30 12.10.2018(aktualisiert 08:35 12.10.2018) Zum Kurzlink

Die Nato plant nach eigenen Angaben 20 Experimente im Rahmen der Übungen „Trident Juncture“ (TRJE18), der massivsten Manöver an den russischen Grenzen in den letzten Jahren, die vom 25. Oktober bis 7. November in Norwegen stattfinden werden.

Bei den Übungen sollen rund 50.000 Soldaten aus 30 Ländern – den Nato-Mitgliedern und ihren Partnerstaaten — eingesetzt werden.

©
Sputnik / Sergei Malgavko

„Die Übungen sollen ein Milieu schaffen, in dem bestehende und neue Möglichkeiten getestet, präzisiert und weiterentwickelt werden können. Indem sie die Experimente der Organisationen und Länder der Nato bei den Übungen TRJE18 koordiniert und integriert, bemüht sich die Nato, die bestmöglichen Ergebnisse der Experimente zu gewährleisten, ohne die Übungsaufgaben einem Risiko auszusetzen“, wird auf der Webseite des Nato-Kommandos mitgeteilt.

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EU und Berlin planen mehr Gesichtserkennung in polizeilich genutzten Datenbanken

EU und Berlin planen mehr Gesichtserkennung in polizeilich genutzten Datenbanken

12-10-18 10:29:00,

Immer mehr biometrische Daten wie Fingerabdrücke oder Fotos von Gesichtern landen in immer mehr EU-Datenbanken, unter anderem im Schengener Informationssystem oder der Visumsdatenbank VIS. Die noch voneinander abgeschotteten Datentöpfe sollen nun zunehmend zusammengelegt und einfach durchsuchbar gemacht werden. Als Versuchskaninchen werden zunächst Geflüchtete und Drittstaatenangehörige dienen, unterstreicht die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Linken-Abgeordneten Andrej Hunko.


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Derzeit überarbeitet die EU die Regelungen für alle bestehenden großen EU-Datenbanken. Darunter befinden sich die Fingerabdruckdatenbank Eurodac, das Schengener Informationssystem (SIS II) und die Visumsdatenbank. Diese Datenbanken sollen in einen „gemeinsamen Identitätsspeicher“ mit dem Ein- und Ausreisesytem (EES) und dem Europäischen Strafregisterinformationssystem zusammengeführt werden. Dadurch würden zukünftig Fingerabdrücke und Gesichtsbilder mit Personendaten in einer durchsuchbaren Datei gespeichert werden.

„Geplant ist schließlich auch der Aufbau einer zentralen Datenbank namens ECRIS-TCN, die hinsichtlich Drittstaatsangehöriger die Ermittlung derjenigen Mitgliedstaaten ermöglichen soll, in denen Verurteilungen zu der betroffenen Person gespeichert sind“, schreibt die Bundesregierung. Noch befindet sich der Verordnungsentwurf in den Trilogverhandlungen zwischen Kommission, Mitgliedstaaten und Parlament. Eine Anfrage soll nach dem aktuellen Entwurf zunächst nur anhand von Personendaten und/oder Fingerabdruckdaten möglich sein. „Sobald dies technisch möglich ist, sollen Gesichtsbilder auch für die Abfrage von ECRIS-TCN verwendet werden können“, führt die Bundesregierung aus.

„Facebook“ für Behördenabfragen

Außerdem ist ein „gemeinsamer Dienst für den Abgleich biometrischer Daten“ und ein einheitliches „Europäisches Suchportal“ geplant, das bei einer polizeilichen Anfrage gleich mehrere Datenbanken abfragt. Das Visa-Informationssystem und das Schengener Informationssystem können bereits auf Gesichtsbilder zurückgreifen.

„Wie schon die Suchfunktion für Fingerabdrücke wird die Gesichtserkennung (in Eurodac) zuerst an Asylsuchenden ausprobiert, vermutlich weil diese keine Lobby für die Einhaltung von Datenschutzstandards haben“, sagt Hunko. Mit einer Ausweitung sei aber zu rechnen, denn schon jetzt steige die Nutzung des Gesichtserkennungssystems (GES) beim Bundeskriminalamt jährlich an. Der Abgeordnete befürchtet, dass die Einführung der Gesichtserkennung als Echtzeit-Überwachung zur Gefahrenabwehr bevorsteht.

BKA arbeitet weiter an Gesichtserkennungssoftware

Denn auch in Deutschland erfreut sich die Technik zunehmender Beliebtheit. Zur Gesichtserkennung nutzt das BKA ein System der Dresdner Firma Cognitec. Dieses dürfte „Methoden des maschinellen Lernens (unter anderem Algorithmen zur Mustererkennung)“ einsetzen, schreibt die Bundesregierung recht vage. Darüber hinaus beobachtet das BKA den Markt,

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Seltener Blick hinter die Kulissen des Waffenhandels

Seltener Blick hinter die Kulissen des Waffenhandels

12-10-18 10:27:00,

«WikiLeaks» publiziert ein geheimes Urteil und zeigt die Korruption hinter Frankreichs Leclerc-Deal

Tobias Tscherrig / 12. Okt 2018 –

Die Enthüllungsplattform «WikiLeaks» liefert Dokumente zur Korruption im internationalen Waffengeschäft. Die Schweiz muss hinsehen.

Während der Bundesrat dem Jammern der einheimischen Waffen-Industrie nachgeben möchte und die Export-Bestimmungen für Waffenlieferungen in Bürgerkriegsländer noch immer lockern will, liefert die Enthüllungsplattform «WikiLeaks» ein geheimes Urteil eines Schiedsgerichts, das einen seltenen Blick hinter die Kulissen des internationalen Waffenhandels ermöglicht. Involviert sind Frankreich, Deutschland, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), ein dubioser Geschäftsmann, verschiedene Briefkastenfirmen in Steueroasen, jede Menge Schwarzgeld und Bankkonten in der Schweiz.

Es geht um französische Leclerc-Panzer, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten im Jemen eingesetzt werden. In einem grausamen Krieg, der vor allem die Zivilbevölkerung trifft und laut UNO die schwerste humanitäre Krise der Gegenwart verursacht hat. Gemäss der Nicht-Regierungsorganisation «Save The Children» sind fünf Millionen jemenitische Kinder vom Hungertod bedroht. All das dürfte einen Geschäftsmann aus den Emiraten nicht kümmern – für seine «Vermittler-Rolle» beim fraglichen Waffendeal wurden insgesamt 235 Millionen US-Dollar «Provision» vereinbart. Am Schluss erhielt er immerhin noch 195 Millionen Dollar.

Der «Vertrag des Jahrhunderts»

«WikiLeaks» spielte seine Enthüllungen dem deutschen «Spiegel», der italienischen «La Repubblica» und dem französischen Online-Portal «mediapart» zu. Sie zeigen die Geheimnisse hinter einem der grössten Rüstungsverträge, die Frankreich – heute der drittgrösste Waffenexporteur der Welt – je unterzeichnet hat. Sie zeigen aber auch, wie Korruption und Waffenlieferungen in Krisengebiete zu zehntausenden Opfern führen können.

Der Vertrag zwischen Frankreich und den Emiraten wurde am 6. April 1993 unterzeichnet. Er beinhaltete die Lieferung von 388 Leclerc-Panzern, 46 bewaffneten Flugzeugen und einer Menge Munition. Kostenpunkt für die Emirate: 3,2 Milliarden Dollar. Wegen des grossen Umfangs bezeichnete die französische Presse den Abschluss des Geschäfts schon bald als «Vertrag des Jahrhunderts».

Die Leclerc-Panzer wurden von der französischen Waffenschmiede «Groupement industriel des armements terrestres» (GIAT) hergestellt. Ein Rüstungsbetrieb, an dem der französische Staat gemäss «mediapart» zu 100 Prozent beteiligt war und der heute «Nexter SA» heisst. Laut «Spiegel» stammen die Motoren der Panzer aus Deutschland,

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Griechenland: Die Lüge von der «überwundenen» Finanzkrise

Griechenland: Die Lüge von der «überwundenen» Finanzkrise

12-10-18 10:27:00,

Ernst Wolff / 12. Okt 2018 –

Die Aktienkurse grosser griechischer Banken stürzten letzte Woche ein. Eine Zahlenakrobatik soll einen Kollaps verschleiern.

Wer in der vergangenen Woche die Vorgänge im griechischen Bankensystem verfolgt hat, der rieb sich verwundert die Augen: Die vier grössten Geldinstitute – Piräus Bank, Eurobank, Alpha Bank und National Bank – erlebten an der Athener Börse ein wahres Erdbeben.

Aktien-Index der Athener Börse: Seit Mai im Sinkflug, namentlich wegen der Bankenaktien. Grössere Auflösung der Grafik hier.

Schon seit Mai und insbesondere seit Anfang September kriselt es im Bankensektor des Landes, doch in den ersten Oktobertagen verschärfte sich die Situation dramatisch: Die vier Institute mussten Einbussen von bis zu 40 Prozent hinnehmen, der Aktienkurs der Piräus Bank brach um fast 30 Prozent ein, der Athener Bankenindex fiel auf den tiefsten Stand seit 31 Monaten.

Wie konnte das sein? War Griechenland nicht erst im August unter grossem Beifall der Politik aus dem Euro-Rettungsschirm entlassen worden? Und hatten die vier Grossbanken nicht erst im Mai einen Stresstest der EZB bestanden?

Stresstests: PR-Instrument der EZB

In der Tat sind gerade einmal sechs Wochen vergangen, seit EU-Ratspräsident Donald Tusk dem griechischen Volk mit den Worten

«Ihr habt es geschafft!»per Twitter zur Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte gratulierte. EU-Finanzkommissar Moscovici sprach von einem

«symbolischen Schlussstrich unter eine existenzielle Krise des Euro-Währungsgebiets».
Und die EZB attestierte den vier systemrelevanten griechischen Grossbanken vor knapp einem halben Jahr, sie könnten auch schwere Turbulenzen ohne grössere Schäden überstehen.

Wer allerdings meint, dass derartige Stresstests irgendeine Aussagekraft über den tatsächlichen Zustand von Geldinstituten haben, der sei daran erinnert, dass die griechischen Banken in den vergangenen acht Jahren dreimal bankrott gingen –, und jedes Mal hatten sie zuvor die Stresstests der EZB bestanden.

Im Grunde sind solche Tests nichts anderes als ein PR-Instrument, mit dem die EZB die Öffentlichkeit über den wahren Zustand des Finanzsystems hinwegtäuscht. Selbst wenn sie mit grösster Sorgfalt und Ernsthaftigkeit durchgeführt würden, wäre ihr Ergebnis weitgehend unbrauchbar. Denn mehr als 40 Prozent der Bankgeschäfte werden heute von unregulierten Schattenbanken – hauptsächlich von Hedgefonds – getätigt, und die Grossbanken haben den riskantesten Teil ihrer Geschäfte längst in diesen Bereich ausgelagert.

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