Aktienmarkt: Fallende Kurse kurz vor der morgigen Fed-Sitzung – Wie wird die US-Notenbank reagieren? | www.konjunktion.info

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18-12-18 10:00:00,

Federal Reserve - Bildquelle: Wikipedia / Dan SmithFederal Reserve - Bildquelle: Wikipedia / Dan Smith

Federal Reserve – Bildquelle: Wikipedia / Dan Smith

Anfang des Jahres prognostizierte ich, dass das Jahr 2018 der Wendepunkt hin zu einem neuen Wirtschaftscrash sein wird:

Dass die US-Staatsverschuldung, die Schulden von Unternehmen und Privatpersonen, alle auf einem Rekordhoch liegen bleibt geflissentlich unerwähnt. Die Aktienhochs beruhen inzwischen vollständig auf den Aktienrückkäufen durch die gelisteten Konzerne selbst. Aktienrückkäufe, die nur durch billige, zum Teil kostenlose Kredite möglich sind. Und wenn die Fed weiter an der Zinsschraube dreht, dann wird die Party krachend enden.

Im September und Oktober verfasste ich mehrere Artikel, dass sich der Einbruch bis Dezember verfestigen und er seine Fortführung im 1. Quartal 2019 erleben wird.

Da die Emerging Markets bereits am Zusammenbrechen sind und die abgesprochene Taktik zwischen den USA und China (aka West und Ost) ins Rollen gebracht wurde, gehe ich davon aus, dass wir noch vor Ende diesen Jahres den Beginn des Absturzes der US-Märkte erleben werden.

Mit dem in Kürze stattfindenden Fed-Dezembertreffen werden wir eine neue Runde an Zinserhöhungen und eine verstärkte Bilanzreduzierung sehen. Obwohl die Hochleistungspresse aktuell davon ausgeht, dass bis Weihnachten nochmals ein “positiver Schub an den Aktienmärkten” stattfinden wird – trotz weiterhin fallender Kurse am gestrigen Montag in den USA -, gehe ich davon aus, dass die Fed auch in diesem Monat wieder die Zinsen anziehen und weitere Zinsschritte für 2019 in Aussicht stellen wird.

Der Dow schloss am Montag deutlich tiefer, da die Anleger vor der Entscheidung der Federal Reserve Ende dieser Woche ein gewisses Risiko eingenommen hatten.

Der Dow Jones Industrial Average verlor 2,10%, der S&P 500 verlor 2,04%, während der Nasdaq Composite um 2,27% fiel.

Angesichts nur noch weniger Tage bis die Federal Reserve ihre Zinssatzentscheidung trifft, zusammen mit Projektionen für eine Reihe von Maßnahmen, einschließlich Zinserhöhungen, flohen die Anleger aus den Aktien, weil sie befürchten, dass die Fed die geldpolitische Straffung überstürzen könnte.

Es wird erwartet, dass das FOMC die Leitzinsen am Mittwoch um 25 Basispunkte auf 2,25% bis 2,5% anheben wird, [die Fed] wird nicht zuletzt von Präsident Donald Trump “allein für den Gedanken weiterer Leitzinserhöhungen” kritisiert,

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Finanzsystem: Fed warnte bereits im Januar und Februar vor den kommenden Marktverwerfungen | www.konjunktion.info

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18-12-18 09:56:00,

Ben Bernanke - Bildquelle: Wikipedia / United States Federal ReserveBen Bernanke - Bildquelle: Wikipedia / United States Federal Reserve

Ben Bernanke – Bildquelle: Wikipedia / United States Federal Reserve

Unsere Welt und unsere Gesellschaft wird überflutet von Informationen. Heute erfährt eine einzelne Personen an einem Tag so viele Neuigkeiten wie ein Mensch im Mittelalter in seinem ganzen Leben. Zwangsläufig müssen unter dieser Informationsflut Dinge untergehen, die für eine tiefgreifende Analyse der Geschehnisse essenziell sind. Seitdem ich diesen Blog betreibe, habe ich mich bemüht so Nahe wie möglich an der Realität zu sein und aus dem Schlagzeilenwahnsinn und Halbwahrheiten diejenigen Informationen herauszufiltern, die einer eingehenderen Betrachtung bedürfen. Wobei anzumerken ist, dass ich hinter dieser Informationsflut, dieser Überfrachtung mit Nichtinformationen eine klare Absicht erkenne, damit sich eben die Menschen nicht mehr auf die wesentlichen Dinge konzentrieren können.

Eine Beobachtung, die ich in all der Zeit gemacht habe, ist, dass die ehemaligen und aktuellen Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve ein “Gespür” für anstehende Ereignisse und Krisen besitzen – oder ist es vielmehr ein Informationsvorsprung? Daher sind für mich Reden, Interviews oder andere öffentlich getätigten Aussagen dieser Personen von großer Bedeutung und Teil meiner Analysen.

Im Sommer und Herbst 2005 erhöhten die beiden Fed-Chefs Alan Greenspan und sein Nachfolger Ben Bernanke schrittweise die Zinsen, um der Immobilienblase die Luft zu entziehen – analog dem aktuellen Vorgehen im Bezug auf die Aktienblase. Beide diskutierten öffentlich die Frage, wie sie Zinserhöhungen durchführen können, um ihr gestecktes Ziel zu erreichen:

Er [Greenspan] und Bernanke haben beide gesagt, es sei unrealistisch, von der Fed zu erwarten, dass sie eine Blase bei den Aktien- oder Immobilienpreisen feststellt, wenn sie sich aufbläht, oder in der Lage sei, sie zum Platzen zu bringen, ohne die Wirtschaft zu stören. Stattdessen sollte die Fed bereit sein, die wirtschaftlichen Folgen einer Blase zu beseitigen.

(He [Greenspan] and Bernanke have both said it is unrealistic to expect the Fed to identify a bubble in stock or real estate prices as it is inflating, or to be able to pop it without hurting the economy. Instead, the Fed should stand ready to mop up the economic aftermath of a bubble.)

Im Zeitraum von zwei Jahren erhöhte die Fed damals die Zinsen von 1% auf 5,25%:

Fed Zinsen Historie - Bildquelle: knowyouradversary.comFed Zinsen Historie - Bildquelle: knowyouradversary.com

Fed Zinsen Historie – Bildquelle: knowyouradversary.com

Die Folge waren explodierende Kreditbelastungen und letztlich die Zerstörung des US-Immobilienmarktes.

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Social Credit-System: Gestern China, heute Venezuela – morgen der Rest der Welt? | www.konjunktion.info

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18-12-18 07:51:00,

Als ich den ersten Artikel über das chinesische Sesame Credit-System (heute Social Credit) verfasste, schrieb man den 23.Dezember 2015. Ich schloß den damaligen Eintrag NWO: Der beste Weg der staatlichen Überwachung ist die Selbstkontrolle mit den Worten:

Einige Dinge mögen in diesem System des “Sesame Credit” erst in einigen Jahren vollständig implementiert sein und daher mag es seine wahre Effektivität noch verbergen können, aber es wird durch den Charakter der Selbstzensur und Selbstüberwachung das effektivste Instrument der Eliten sein, um ihre Stellung bewahren und ihre Vorstellung einer neuen Ordnung umsetzen zu können.

Und eines dürfte klar sein: es ist nur eine Frage der Zeit bis auch hier bei uns dieser feuchte Traum der Überwachungsjunkies und selbsternannten Eliten diskutiert und dann eingeführt wird.

Die staatlichen Begehrlichkeiten – auch in Europa – ein ähnliches System zu implementieren sind heute für jeden sichtbar, der es nur sehen will. Auch der Westen will lieber heute als morgen ein “Social Credit”-Bewertungssystem nach chinesischem Muster einführen, um jeden Bürger zu taxieren. Während Peking das Zieljahr 2020 ausgegeben hat, scheint eine “staatliche Bewertung des Verhalten eines Bürgers” in anderen Ländern noch in ferner Zukunft zu liegen. Aber ist es wirklich so, dass man nur in China ein System aktiv umsetzt, dass das Verhalten eines Menschen, das Befolgen von Regeln, das Abnicken staatlicher Propaganda, das kritiklose Dasein als “guter Bürger”, dass all das nur ein Traum der Kommunistischen Partei Chinas ist? Dass nur Peking das “Fehlverhalten seiner schlechten Bürger” (Besuch systemkritischer Websiten, gesellschaftliches politisches Engagement jenseits des Politwillens der Regierung, selbst das “Kennen von Menschen” mit einem niedrigen Social Credit-Wert) bestrafen will? Dass nur das Riesenreich Menschen ausschließen will, wenn diese nicht dem “entsprechen”, wie die Regierung ihre Bürger “haben will”, und sie bzw. ihre Kinder via Studienverbot an öffentlichen Universitäten, Arbeitsverbot in bestimmten Branchen, usw. entrechtet?

Sicherlich kann sich jeder vorstellen, dass dieses System weltweit von Regierungen beobachtet und als positiv empfunden wird. Mit Venezuela hat sich nun ein weiteres Land daran gemacht, sein sozialistisches Paradies mittels einer neuen Identifikationskarte umzusetzen, mit deren Hilfe man die Bürger und ihre Aktivitäten nachverfolgen und eine Datenbank befüllen kann.

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Akademische Freiheit und politischer Druck | KenFM.de

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17-12-18 05:21:00,

Sind die Universitäten noch die Brutstätten von Dissens, für Querdenker und Veränderungen der Gesellschaft?

von Jochen Mitschka.

Immer mehr Menschen, die an Universitäten als Dozenten oder Studenten arbeiten, beschweren sich hinter vorgehaltener Hand über zunehmenden Druck von unterschiedlichen Seiten, gegen ergebnisoffene Diskussionen und Denkfreiheit. In Deutschland sind es einerseits Gruppen wie die Antideutschen, die auch gerne mal handgreiflich werden, aber natürlich gibt es auch subtilere Formen der Zensur und Gedankenformung. Zweifellos gab es solche Tendenzen schon immer. Aber insbesondere seit die Universitäten zunehmend unter finanziellen Druck geraten, wird von einem gemeinsamen Druck durch Politik und Geldgeber aus der Wirtschaft berichtet. Wie die Situation in Australien aussieht, einem Land, das angeblich in Kürze dem Beispiel der USA folgen soll und völkerrechtswidrig Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen will, beschreibt Tim Anderson in einem Papier, in dem er sich gegen die eigene Suspendierung wehrt.

Tim Anderson bestätigt in seinem Artikel, was schon Stephen Cohen über die USA und ihre Benutzung des Krieges und Kriegsdrohungen erklärte:

„Wir, die oppositionellen Akademiker, haben keinerlei effektive Unterstützung in der US-Regierung, dem Kongress, den politischen Parteien, Think-Tanks oder wichtigen Universitäten. Dies hat es bisher in der amerikanischen Politik noch nicht gegeben. Es gibt keinen Diskurs, keine Debatte, und dies bedeutet ein Versagen der amerikanischen Demokratie.“ (Heise)

Die folgende Geschichte ist auch ein Beispiel, wie große Medien nicht nur die Öffentlichkeit und Politik, sondern auch die Wissenschaft beeinflussen, und das mit falschen oder in die Irre führenden Tatsachenberichten, oder irreführenden Interpretationen, die als Fakten dargestellt werden.

Wie Stephen Garton über das Ziel hinaus schoss: Intellektuelle Freiheit an der Universität von Sydney.

Durch den Versuch, mich wegen Anti-Kriegs-Erklärungen zu relegieren, hat der Kanzler der Universität von Sydney, Stephen Garton, die Debatte um das Recht auf freie Meinungsäußerung erweitert und die auf dem Campus um sich greifenden Ängste vertieft. Da das Hauptkriterium für seinenen Angriff auf mich meine öffentlichen Kommentare waren, die er als „beleidigend“ ansah, werden wahrscheinlich noch mehr Studenten und Mitarbeiter zögern, bevor sie ihre Stimme in kontroversen Themen erheben.

Am 4. Dezember suspendierte mich Stephen Garton von meiner Position als Senior Dozent und erteilte mir Hausverbot für die Universität,

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Die vergessene Egalité. Gleichheit ist ein wichtiger Wert.

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17-12-18 04:54:00,

Die Bewegung der Gelben Westen erinnert daran, dass in unseren Gesellschaften insgesamt ein wichtiger Wert aus der öffentlichen Diskussion und aus der praktischen Politik hinauskomplimentiert worden ist. Was hat es nicht alles für Verrenkungen gegeben, um ja nicht bekennen zu müssen: die Gleichheit aller Menschen ist ein wichtiger Wert. Es wurde von “Chancengleichheit” und von “mehr sozialer Gerechtigkeit” philosophiert. Von den Werten der französischen Revolution “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” – Liberté, Égalité, Fraternité – blieb gerade mal noch die Freiheit übrig. Wir sollten jetzt die Chance nutzen, den Gedanken substantieller Gleichheit aller Menschen wieder hoffähig zu machen. Albrecht Müller.

In der praktischen Politik spielt Gleichheit keine Rolle. Im Gegenteil. In vielfältiger Weise wurde dafür gesorgt, dass Vermögen, Einkommen und als Konsequenz auch die Chancen skandalös ungleich verteilt sind.

Die Umverteilung nach oben hat viele Facetten und prägt die Wirklichkeit. Zur Erinnerung:

  • Ein Teil hat feste Arbeitsverhältnisse und einen sicheren Arbeitsplatz. Andere, junge Leute und Ältere über 50 hangeln sich von einem befristeten Vertrag oder gar von einer Leiharbeit zur nächsten. Damit sind die Chancen im Leben grundlegend verschieden verteilt, übrigens auch die Chance, Partnerschaft und Familie planen zu können.
  • Wer hat, dem wird gegeben. Oder “der Teufel macht immer auf den größeren Haufen”. Wer Vermögen hat, kann warten, kann sich die besten Chancen aussuchen.
  • Wer viel Vermögen hat, bekommt auch in diesen Zeiten mithilfe von Vermögensberatern und großen Kapitalsammelstellen immer noch zwischen fünf und 15 % Rendite. Wer wenig Angespartes hat, geht mit einem Nominalzins von null und damit mit Wertverlust nach Hause.
  • Wir lassen heute Monopolrenten und Oligopolrenten zu. Ohne mit der Wimper zu zucken. Die großen Unternehmen wie Amazon, Facebook, Microsoft, und viele mehr profitieren von mangelndem Wettbewerb. Man muss nicht einmal Befürworter des Wertes Gleichheit sein, um dagegen anzugehen. Bekennender Marktwirtschaftler mit der Einsicht, dass Wettbewerb geschützt und geschaffen werden muss, zu sein, würde reichen.
  • Heute erreichen die Besitzer von Immobilien wegen Knappheit und wegen der mangelnden Anlegemöglichkeit der kleinen Sparguthaben zu einem realen positiven Zinssatz besondere Monopolrenten. Ein ständiger Fluss der Vermögensumverteilung.
  • Die Vermögenssteuer ist abgeschafft worden. Die Gewerbekapitalsteuer ist abgeschafft worden. Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen sind zum 1.1.2002 steuerfrei gestellt worden. Dies alles fördert die Vermögenden und belastet die Besitzlosen.

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Persönliche Daten – für NSA, Facebook, Google und Regierungen wertvoller als Gold

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17-12-18 02:51:00,

62 Millionen Deutsche nützen das Internet täglich und sind durchschnittlich 2,5 Stunden im Internet. Dabei hinterlassen sie jede Menge Datenspuren, die nicht nur für Konzerne, sondern auch für die Geheimdienste und Regierungen interessant sind.

Um die Jahrtausendwende wurden weltweit 100 GB pro Sekunde produziert, heute sind es bereits 50 000 GB pro Sekunde. Damit wächst die Datennutzung vier Mal schneller als die Wirtschaft. Schon längst sind diese Daten und die damit verbundene gezielte Werbung zu einem Bombengeschäft geworden, mit dem vor allem die US-Giganten Milliarden erzielen.

Die fünf wertvollsten Unternehmen sind Datenunternehmen

©
AFP 2018 / Filippo Monteforte

Aktuell sind

Apple

,

Alphabet (Google)

,

Microsoft

,

Amazon

und

Facebook

die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt. Diese US-Konzerne verdienen ihr Geld mit dem Sammeln von Daten, und die ursprünglichen Geschäftszweige geraten immer mehr in den Hintergrund. Fünf Euro verdient etwa Facebook pro Nutzerkonto pro Monat. Bei fast 2 Milliarden täglichen Facebook-Nutzern sind das immerhin 10 Milliarden Euro pro Monat. Auch Google generiert 80 Prozent seines Umsatzes mit Werbung und verdient wie Facebook bei jedem Klick auf eine Werbeanzeige. Nicht nur die oben genannten IT-Unternehmen haben längst die Bedeutung von gezielter Werbung erkannt. So kauften etwa die US-Softwarekonzerne Adobe und IBM Firmen, die auf Cloudes (virtueller Speicher im Internet) spezialisiert sind, für insgesamt 40 Milliarden Dollar ein. Auch die IT-Riesen Apple, Microsoft und Amazon sind schon jahrelang im Cloude-Geschäft aktiv und verdienen mit der Auswertung der von den Nutzern gespeicherten Daten Milliarden.

Wissen ist Macht

©
REUTERS / Edgar Su/File Photo

Wissen ist Macht ist eine uralte Erkenntnis, die im Internet-Zeitalter eine neue Brisanz bekommen hat. Wissen im 21. Jahrhundert ist vor allem Wissen über Personen und deren Verhalten, damit der Markt konkret auf deren Bedürfnisse reagieren kann. Während Geheimdienste durch mühsame Arbeit jahrelang Informationen sammeln, geben Internetnutzer diese freiwillig an Google und Co. weiter. Der Werbespezialist Günther Makro meint dazu: „Mit wem wir befreundet sind, wie wir unsere Freizeit gestalten, bei wem wir was einkaufen, wohin wir reisen, wo wir Kaffee trinken. Das sind massenhaft Daten, die bei kluger Verarbeitung ein riesiges ökonomisches Potenzial bergen.“ Google und Facebook schwimmen in einem Datenmeer.

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Medien, Moral, Macht

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17-12-18 01:39:00,

»Moralische Werte sind nicht Zweck, sondern Mittel der Machtpolitik.«, erklärte Nicholas J. Spykman – einer der wichtigsten US-Geo­stra­tegen des 20. Jahrhunderts – in seinem Buch America’s Strategy in World Politics: The United States and the Balance of Power von 1942.

Deshalb ist, wann immer geopolitische Akteure und die ihnen zugehörigen Medien moralische Werte als Begründung für ihr Handeln anführen, besondere Skepsis geboten.

Dies gilt etwa dann, wenn ein UNO-Bericht (verfasst unter Aufsicht eines US-Diplomaten und eines ehemaligen NATO-Funktionärs) der syrischen Regierung Giftgasangriffe vorwirft.

Oder dann, wenn die britische Regierung der russischen (mit vielen Folien, dafür ohne Belege) einen Giftmordversuch anlastet.

Auch dann, wenn das World Economic Forum die (ökonomisch nützliche) Migration fördern möchte.

Sicherlich dann, wenn angeblich russische Wahlhacker von der Firma Crowdstrike identifiziert werden (deren Gründer Mitglied des Atlantic Council ist, und deren Präsident Cyber-Experte unter FBI-Direktor Mueller war, der nun die Russland-Untersuchung leitet).

Aber selbst dann, wenn der angebliche Schuldige der saudische Kronprinz sein soll (der sich für Waffensysteme aus Russland und Wirtschaftskooperation mit China interessiert).

Medien und Moral – meist ein machtvoller Mix.

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Zum Council on Foreign Relations

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17-12-18 01:39:00,

Professor Stephen F. Cohen, einer der führenden Russland-Experten der USA und von 1978 bis 2018 selbst Mitglied im Council on Foreign Relations (CFR), sprach in einem Interview mit The Nation über die Bedeutung des CFR für die Gestaltung und Darstellung der US-Weltpolitik. Cohen verließ den CFR 2018 aufgrund dessen zunehmend konfrontativer Strategievorgaben bezüglich Russland.

»The importance of the CFR is not easily exaggerated. As its activities, history, self-proclamations, and Wikipedia entry make clear, it is not an ordinary “think tank.” Founded nearly a century ago, headquartered lavishly in New York City with a branch in Washington, with almost 5,000 current carefully selected members and considerable annual revenue, its aura, exceedingly influential journal Foreign Affairs, and elite members have long made the CFR America’s single most important non-governmental foreign-policy organization — certainly for politicians, business executives, media leaders, academics, and others involved in the shaping of US foreign policy. Almost all of them aspire to CFR membership or its imprimatur [approval] in one way or another. () For decades, the CFR’s primary functional role has been, through its journal, website, featured events, and multiple weekly membership sessions, to define the accepted, legitimate, orthodox parameters of discussion about US foreign policy and related issues. () So the CFR really is what the Sowjets used to call the very top-level of the Nomenclatura.«

Übersetzung:

»Die Bedeutung des CFR ist nicht leicht zu übertreiben. Wie seine Aktivitäten, seine Geschichte, seine Erklärungen und sein Eintrag in der Wikipedia verdeutlichen, ist es kein gewöhnlicher „Think Tank“. Gegründet vor fast einem Jahrhundert, mit Hauptsitz in New York City und einer Niederlassung in Washington, mit derzeit fast 5.000 sorgfältig ausgewählten Mitgliedern und beträchtlichen jährlichen Einnahmen, haben die Aura, die äußerst einflussreiche Zeitschrift Foreign Affairs und die Elite-Mitglieder den CFR längst zur wichtigsten nichtstaatlichen außenpolitischen Organisation der USA gemacht – sicherlich für Politiker, Geschäftsleute, Medienvertreter, Akademiker und andere, die an der Gestaltung der US-Außenpolitik beteiligt sind. Fast alle von ihnen streben auf die eine oder andere Weise eine Mitgliedschaft oder die Zustimmung des CFR an. () Seit Jahrzehnten besteht die wichtigste funktionale Rolle des CFR darin, durch seine Zeitschrift, seine Website, seine exklusiven Veranstaltungen und seine zahlreichen Mitgliedersitzungen die akzeptierten, legitimen und orthodoxen Parameter der Diskussion über die US-Außenpolitik und damit zusammenhängende Fragen zu definieren.

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Solidarität: Je suis un Gilet Jaune. Je suis francaise. | www.konjunktion.info

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17-12-18 01:27:00,

Je suis Charlie - Bildquelle: Wikipedia / Joachim Roncin, Charlie Hebdo; CC0 1.0 Verzicht auf das CopyrightJe suis Charlie - Bildquelle: Wikipedia / Joachim Roncin, Charlie Hebdo; CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright

Je suis Charlie – Bildquelle: Wikipedia / Joachim Roncin, Charlie Hebdo; CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright

Als bereits wenige Stunden nach dem Anschlag am 7. Januar 2015 auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo die Welt mit schwarzen Plakaten überschwemmt wurde, auf denen die drei Worte Je suis Charlie (Ich bin Charlie) zu lesen war, die medial schneller aufgegriffen wurden als die Druckerpressen im Normalfall angeworfen werden können, fragten sich viele kritische Menschen wie außergewöhnlich schnell eine solche Propagandaaktion gestartet werden konnte. Innerhalb weniger Stunden war ein Logo kreiert, war die Hochleistungspresse auf diese Parole eingeschworen und in halb Paris trugen Menschen diese großflächigen Plakate vor sich her. Alles Dinge, die ohne eine ausgeklügelte Logistik und einer hinten anstehenden Organisation in der Kürze der Zeit eigentlich nicht realisierbar sind.

Jetzt da halb Frankreich wieder auf den Füßen ist und dabei symbolisch eine Gelbe Weste “hochhält”, um gegen die Politik des Investmentbankers Emmanuel Macron zu protestieren und sich Luft ob der allgemeinen Umverteilung von unten nach oben zu machen, schweigt sich unsere Hochleistungspresse mit Solidaritätsbekundungen einmal mehr aus. Diesmal sehen wir keine Zeitungsannoncen oder Bilder im Fernsehen mit dem Schriftzug Je suis un Gilet Jaune. Keine beleuchteten Häuserfassaden mit diesem Schriftzug. Keine Verbrüderung mit der französischen Volksseele.

Stattdessen beschwichtigende Worte und zunehmend der Versuch die Gelben Westen als Radikale, Gewalttäter und – natürlich – Neonazis zu diffamieren. Dass die Gewalt wohl zu einem großen Teil auf Agent Provocateurs zurückgehen dürfte, scheint in den Köpfen und in der Realität unserer Redaktionsstubenauffüller keine Option zu sein. Warum auch? Schließlich beiße ich nicht die Hand, die mich füttert.

Oder ist die Angst vor einer differenzierteren Berichterstattung inzwischen so groß, weil man weiß, dass auch in Deutschland nur noch der berühmte letzte Tropfen vonnöten ist, bevor es auch hier zu einer Bewegung wie die der Gilets Jaunes kommt? Leider ist es dem Deutschen nicht eigen, sich per Protest und Demonstration zu äußern. Leider zieht es der Deutsche vor, sich in sein stilles Kämmerlein zu verkriechen und gegen jeden und alles zu schimpfen anstatt seinen Protest friedlich (!!) auf die Straße zu tragen. Die jahrzehntelange Re-education hat hier wohl ganze Arbeit geleistet und die sowieso bereits niedrige Bereitschaft zur friedlichen (!!) Demonstration noch weiter geschwächt.

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„Hier die farblosen Farben der privilegierten Welt, … und auf der anderen Seite das schrille Kreischgelb …

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17-12-18 10:32:00,

… derjenigen, denen selbst eine moderate Benzinpreiserhöhung so sehr in die Kasse schlägt, dass sie das ganze Land in ein Chaos mit nicht absehbaren Konsequenzen stürzen.“ Dieser Satz stammt aus einem FAZ-Artikel. Die NDS-Leserin Dagmar Brandt machte darauf aufmerksam. Ihre Einführung: „Wer im Zentralorgan für kluge (Wirtschafts)Köpfe einen Wirtschaftsartikel mit Tiefgang lesen möchte, sollte im FAZ-Feuilleton nachschauen. Dort kann man – gewissermaßen versteckt – überraschend Unbotmäßiges finden. Zum Beispiel diesen Artikel zur gegenwärtigen Lage in Frankreich“. Lesenswert. Albrecht Müller.
 

Die Kernaussagen (ohne feuilletonistische Girlanden), so D.B., lauten: 

” (……) Was gerade mit Frankreich und Europa passiert, lässt sich in diesen Tagen, in denen Zehntausende von Gelbwesten das Zentrum von Paris stürmen, die weißen Fassaden der zugenagelten Luxusläden mit Parolen überziehen, die schwarzen Luxuskleinwagen davor in Brand setzen und die schwarze Wand der Polizisten und der Wasserwerfer mit signalgelben Farbbeuteln bewerfen und so zum Teil ihrer Sichtbarwerdungsmaschine machen, wie an einem Farbdiagramm ablesen: Hier die farblosen Farben der privilegierten Welt, das Beige und Grau und Schwarz, das die Schaufenster von Chanel, die Einrichtungshäuser und Luxusautos, den Stil von Karl Lagerfeld, die Welt der Globalisierungsgewinner dominiert – und auf der anderen Seite das schrille Kreischgelb derjenigen, denen selbst eine moderate Benzinpreiserhöhung so sehr in die Kasse schlägt, dass sie das ganze Land in ein Chaos mit nicht absehbaren Konsequenzen stürzen.

(….)

Der Provinz wird das Letzte genommen

(….)

Anruf bei Sébastien Marot, einem der wichtigsten französischen Urbanismusforscher und Theoretiker der Permakultur: Was ist da los? Antwort: Erst mal sei das natürlich auch ein Konflikt Stadt–Land, Frankreich sei seit Jahrzehnten von der „Rurbanisation“ geprägt; Menschen, die sich die Städte nicht mehr leisten können, ziehen aufs Land, wo aber keine Arbeit ist, weswegen sie mit dem Auto zu ihrem schlecht bezahlten Job pendeln müssen; er sei eigentlich für eine Steuer auf Verbrennungsmotoren, sagt Marot, „aber man muss sehen, dass man den in der Province isolierten, abgedrängten Leuten so das Letzte nimmt, womit sie noch am beruflichen und sozialen Leben teilnehmen können, die bagnoles, ihre alten Karren“. 

Aber den Franzosen gehe es gar nicht so schlecht, heißt es immer wieder, die Sozialquote sei in Frankreich am höchsten, das Land sei von den vielen Hilfen geradezu gelähmt. Wie wenig diese Verallgemeinerung mit der Lage der Leute zu tun hat,

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Gastbeitrag: Der grausame Schwindel mit dem Feinstaub Teil 6: Warum wird die Anwendung des Pinatubo-Effekts übersehen? | www.konjunktion.info

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17-12-18 10:30:00,

Gastbeitrag von Enkidu Gilgamesh – Verantwortlich für den Inhalt und dessen Richtigkeit ist alleine der Gastautor. Der Inhalt muss nicht zwingend die Meinung des Betreibers von www.konjunktion.info wiederspiegeln. Eventuelle Anfragen, Ansprüche, o.ä. sind direkt an den Gastautor zu stellen. Eine Veröffentlichung auf einer anderen Plattform als www.konjunktion.info ist zuvor mit dem Gastautor Enkidu Gilgamesh abzuklären. Urheberrechte usw. liegen allein beim Gastautor Enkidu Gilgamesh.

Anmerkung www.konjunktion.info: In sieben Teilartikeln wird das Thema Feinstaub von unserem Gastautor Enkidu Gilgamesh beleuchtet werden. Teil 1 startete mit den ersten beiden Inhaltspunkten “Was ist eine absurde Korrelation?” und “Feinstaub und Smog am Himmel”Teil 2 befasst sich mit den Inhaltspunkten “Absurdität des Wassers aus der Eiszeit” und “Methodik der geistigen Blendung”Teil 3 beleuchtete die Inhaltspunkte “Die Absurdität der falschen Alternativen” und “‘Nachhaltigkeit’ durch Geoengineering”. In Teil 4 wurde die “deutsche Rolle” intensiver analysiert. Teil 5 beschäftigte sich mit der “deutschen Sicht” dieses Themenkomplexes. In Teil 6 wird auf den Pinatubo-Effekt detaillierter eingegangen. Der Teil 7 folgt in den nächsten Tagen.

INHALT

  1. Was ist eine absurde Korrelation?
  2. Feinstaub und Smog am Himmel!
  3. Absurdität des Wassers aus der Eiszeit!
  4. Methodik der geistigen Blendung!
  5. Die Absurdität der falschen Alternative!
  6. “Nachhaltigkeit” durch Geoengineering!
  7. Der deutsche Wahn zum Untergang!
  8. Die Deutschen gegen Deutschland und die Welt!
  9. Der Weg der deutschen Befreiung durch Entledigung der Grünen Pest!
  10. Warum wird die Anwendung des Pinatubo-Effekts übersehen?
  11. Die Beglückung von Wüstenpiraten mit Wasser?
  12. Die offene Verkündung der Verstaubung des Himmels!

10. Warum wird die Anwendung des Pinatubo-Effekts übersehen?

Da die Klimakontrolle mit pseudowissenschaftlicher Gehirnwäsche vermarktet wird, lohnt es sich, eine vermeintliche Fackel der Wissenschafts-Medien unter die Lupe zu nehmen.

Das Spektrum-Magazin entlarvt sich als Pressititute und Lügenmäulchen der Klima-Mafia.

Wie stark dämpfen Vulkane die Erderwärmung?
von Daniel Lingenhöhl
https://www.spektrum.de/news/wie-stark-daempfen-vulkane-die-erderwaermung/1326938

Seit 1998 stiegen die mittleren Erdtemperaturen verglichen mit den Jahrzehnten zuvor nur noch schwach an. Vulkane könnten einen Teil der “Pause” verursacht haben.

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Gelbwesten: Macron ließ Städte blockieren, doch Proteste gehen weiter!

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17-12-18 09:28:00,

Gelbwestendemo Thomas Bresson [CC BY 4.0]; Macron EU2017EE Estonian Presidency [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons; Bildkomposition von Info-DIREKT

In Frankreich fand gestern der fünfte Akt der Gelbwestenproteste statt. Diesmal ließ Macron die Einfahrten in die Großstädte blockieren, um den Protesten den Zahn zu ziehen. Trotz widriger Umstände setzten die Gelbwesten ihre Proteste fort. 

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Von Alexander Markovics

Macron ließ Zufahrten in Großstädte blockieren und legte Metrolinien lahm

Diesmal ging Macron besonders gefinkelt vor. Um den Protesten den Zahn zu ziehen ließ er in mehreren französischen Großstädten, darunter Paris, Zufahrten von Polizei und Gendarmerie blockieren, der Ubahnverkehr wurde in der Hauptstadt und anderen Städten eingestellt.

Nur 66.000 Teilnehmer – Fake-News aus dem Hause Macron?

Laut dem französischen Innenministerium waren diesmal nur 66.000 Demonstranten in ganz Frankreich unterwegs. Französische und westeuropäische Medien sprachen daher verzerrend von einem „Sieg Macrons“ über die Gelbwesten. Zahlreiche unabhängige Medien sprechen in diesem Zusammenhang von „Fake-News“ und verweisen auf die große Mobilisierung der Gelbwesten auch in kleineren Städten.

#France: Strong mobilization of the #GiletsJaunes in #Avignon for #ActeV

The Macron government specializes in “fake news” with its grotesque numbers every day#YellowVests #FrenchProtests pic.twitter.com/rgWTzL391P

— Compact News (@NewsCompact) December 16, 2018

Gelbwesten fordern Rücktritt Macrons und verpflichtende Volksabstimmungen

Entgegen der Darstellungen in westlichen Medien geht es den Gelbwesten nicht nur um Benzinpreise und soziale Maßnahmen. Sie fordern darüber hinaus die Absetzung des als abgehoben und dem Volk entfremdeten Präsidenten Macron. Auch die Forderung nach verpflichtenden Volksabstimmungen zeigt, dass die Gelbwesten die Macht der korrupten Politeliten und Parteien brechen wollen. Stattdessen treten sie für Direkte Demokratie und mehr Mitbestimmung durch das Volk ein.

Mit nacktem Busen gegen Macron – auch Künstlergruppen mischen sich in Proteste ein

Neben den regulären Demonstranten mischten sich diesmal auch zunehmend linke Gruppen unter die Proteste. Ein Künstlerkollektiv um die Künstlerin Déborah de Robertis stellte sich mit entblößter Brust vor der französischen Polizei auf. Dabei verkleideten sie sich als Marianne,

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Die unheilige Familie Trump

17-12-18 09:19:00,

Geschenke von Mördern und Mordgehilfen

Autor: U. Gellermann

Datum: 17. Dezember 2018

Unerbittlich kommt Weihnachten näher. Während die Christenheit Geschenke verpackt, rüsten sich in den Straßen Jerusalems palästinensische Marschkapellen: Sie werden bald wieder mit Trommeln und Dudelsäcken die Weihnachtsprozession in Jerusalem begleiten. Wer Zimtsterne oder Spekulatius erwartet, der kann sich in den nächsten Tagen auf dem Weihnachtsbasar in der deutsch-lutherischen Erlöserkirche in Jerusalems Altstadt bedienen. „Heilig Abend“ wird im Heiligen Land gleich drei Mal gefeiert, am 24. Dezember, am 6. Januar bei den orthodoxen Christen und dann am 18. Januar schließlich bei den Armeniern.

Australiens Premier Morrison knallt in diesen Tagen ein besonderes Geschenk auf den Gabentisch: Australien erkennt West-Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Seit Präsident Donald Trump die Verlegung der US-Vertretung in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem im vergangenen Dezember beschlossen hat, mehrt sich die Zahl der Follower. Jede weitere internationale Anerkennung des israelischen Anspruchs auf Jerusalem verschärft die ohnehin angespannte Konfliktlage zwischen Israel und den Palästinensern.

Seit 1947 sollte die UN-Resolution 181 gelten, die Jerusalem unter internationale Treuhandschaft stellen wollte. Als Hauptstadt für jeweils einen jüdischen und einen arabischen Staat auf dem britischen Mandatsgebiet Palästina. Bis heute beanspruchen Israel und die Palästinenser den historischen Ort als ihre Hauptstadt. Wer hier einseitig eine der streitenden Parteien begünstigt, der legt einen Brandsatz auf den Gabentisch. Einer der wichtigsten Attentäter auf das bisschen Frieden, das in dieser Gegend nur in den Atempausen der Kämpfe existiert, ist Jared Kushner. Der Trump-Schwiegersohn ist der Sonderbeauftragte des Präsidenten für den Nahen Osten. Der junge, schwer reiche Immobilien-Dealer gilt als treibende Kraft bei den Israel-First-Plänen Trumps.

Kurz bevor Kushner seinen Schwiegervater bei dessen ersten Präsidentenbesuch in Israel begleitete, konnte seine Immobilienfirma eine 30-Millionen-Dollar-Investition von “Menora Mivtachim” verzeichnen – einem Versicherer und eine der größten Finanzinstitutionen Israels. Über die Kushner-Familienstiftung, die Charles und Seryl Kushner Foundation, fließen seit Jahren Zehntausende Dollar an Organisationen und Institutionen in jüdischen Siedlungen im Westjordanland. An jene Siedler, die sich als aggressive Kämpfer gegen die palästinensische Bevölkerung hervortun. Zwischen 2011 und 2013 spendete die Familienstiftung auch noch insgesamt 315.000 Dollar an die Friends of the IDF – eine US-amerikanische Organisation, die Geldmittel für die israelische Armee sammelt.

Geld fließt in viele Richtungen. Wohl deshalb hatten die Saudis einen dicken roten Teppich ausgerollt, als Jared Kushner mit Ehefrau Ivanka im Mai 2017 seinen guten Freund Mohammed bin Salman,

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Eine Grand Jury einberufen, um über das Vorhandensein von Sprengstoff im WTC am 11. September zu entscheiden

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17-12-18 09:09:00,

Ein Rechtsanwaltskomitee für eine Untersuchung des 11. September (Lawyers Committee for 9/11 Inquiry) ist in New York im Februar 2018 entstanden. Im April hat es eine 52 Seiten lange Petition mit 57 Beweisstücken beim Staatsanwalt des Süd-Distrikt von New York eingereicht. Am Ende der vorgeschriebenen Frist von sechs Monaten hat dieser eine Grand Jury ernannt, um die Beschwerde zu prüfen.

Bis jetzt stellt der Rechtsanwalt-Ausschuss die Busch-Version der Anschläge vom 11. September 2001 nicht in Frage. Er äußerte sich nicht über den Einschlag der beiden Flugzeuge, die zwei der drei Gebäude zerstört haben. Er konzentriert sich ausschließlich auf das Vorhandensein von Sprengstoffen in den Türmen WTC1, WTC2 und WTC7. Er stellt fest, dass die Rolle, die sie an diesem Tag gespielt haben, ein Bundes-Verbrechen darstellt, das bis jetzt gerichtlich nicht verfolgt wurde.

In der Vergangenheit ist Staatsanwalt Geoffrey S. Berman während zwei Jahren der Partner von Rudy Giuliani, Bürgermeister von New York zum Zeitpunkt des Sachverhalts gewesen. Herr Giuliani hatte seine Mitbürger aufgerufen, damit sie die von Linien-Flugzeugen getroffenen Türme WTC1 und WTC2 evakuieren, da seiner Meinung nach ein Risiko bestand, dass die Türme einstürzen könnten. Jedoch waren die Gebäude gebaut worden, um viel heftigeren Erschütterungen standzuhalten.

Die Grand Jury sollte im Jahr 2019 angehört werden. Es wird das erste Mal sein, 18 Jahre nach den Verbrechen, dass ein ziviles (und nicht militärisches) amerikanisches Gericht sich auf einen Aspekt der Anschläge vom 11.September konzentrieren wird.

Übersetzung
Horst Frohlich

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Wissenschaftler aus Österreich schaffen erstes abhörsicheres Quantennetzwerk mit vier Teilnehmern

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16-12-18 05:19:00,

Wissenschaftler aus Österreich schaffen erstes abhörsicheres Quantennetzwerk mit vier Teilnehmern (Symbolbild)

Österreichische Forscher haben nach eigenen Angaben einen entscheidenden Schritt zur abhörsicheren Kommunikation im Internet erreicht. Dem Team gelang es erstmals, vier Teilnehmer in einem Netzwerk mit Quantenverschlüsselung so zu verbinden, dass jeder mit jedem abhörsicher kommunizieren konnte.

Die Wissenschaftler um Rupert Ursin vom Wiener Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stellten ihre Netzwerkarchitektur im britischen Fachblatt Nature vor. Da sich die Zahl der Teilnehmer einfach erweitern lasse, könne das Verfahren einer breiten Anwendung der sogenannten Quantenkryptographie im Internet den Weg ebnen, meinten die Forscher.

Bisher ließen sich nach Angaben der Forscher meist jedoch nur zwei Teilnehmer mit einer garantiert abhörsicheren Leitung verbinden. Weitere Verbindungen seien kompliziert, fehleranfällig und mit Kommunikationseinschränkungen behaftet. Das Team versorgte nun vier Teilnehmer aus einer zentralen Quelle mit verschränkten Photonen, so dass alle vier miteinander kryptographische Schlüssel erzeugen und für eine abhörsichere Kommunikation verwenden konnten.

Mehr zum Thema – Auf dem Weg zur Quantenkryptografie: China schickt neuen “abhörsicheren” Satelliten ins All

Die Quantenkryptographie verspricht eine aus physikalischen Gründen abhörsichere Kommunikation. Dafür nutzt sie ein Phänomen der Quantenphysik, nach deren Regeln zwei Teilchen einen gemeinsamen Zustand bilden können, auch wenn sie anschließend über weite Entfernungen getrennt werden. In diesem Zustand der Verschränkung sind die Eigenschaften der beiden individuellen Teilchen unbestimmt. Wird dann bei einem der beiden Teilchen eine Eigenschaft wie beispielsweise die Schwingungsrichtung gemessen, nimmt das andere Teilchen augenblicklich eine korrespondierende Eigenschaft an, und die Verschränkung endet. Auf diese Weise ist es möglich, abhörsicher Schlüssel bei Sender und Empfänger zu erzeugen. Da zu diesem Zweck nur einzelne Lichtteilchen ausgetauscht werden, kann der Schlüssel nicht abgefangen werden – denn nach den Gesetzen der Quantenphysik ist es unmöglich, den Quantenzustand eines einzelnen Lichtteilchens ohne Fehler zu kopieren. (dpa)

Mehr zum Thema – Unmöglichkeit der Matrix wissenschaftlich bewiesen

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Hama – die Geschichte einer Lüge | KenFM.de

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16-12-18 05:16:00,

Das „Massaker von Hama“ – ein Kapitel über die Propaganda des Krieges gegen Syrien.

von Peter Frey.

Unser Bild von Ereignissen ist fragmentiert. Das Schlüssige und Zusammenhängende in der Vergangenheit wird zerschlagen. Es wird fragmentiert und dann neu zusammengesetzt. So wird in den Köpfen der Menschen jenes notwendige Feindbild entwickelt, das – auch sehr viel später losgetretene – Kriege rechtfertigt. Diese Bilder müssen allerdings sitzen, ein Hinterfragen darf nicht mehr in Betracht kommen. Die Geschichtsschreibung über ein Jahrzehnte zurück liegendes syrisches Ereignis soll das deutlich machen.

Für Kriegszwecke müssen wohlbestimmte Bilder in Abfolgen gebracht, emotional aufgeladen, auf diese Weise gut haftend in Geschichten gefasst und über längere Zeit immer und immer wiederholt werden. Dafür braucht man eine bestimmte Art von Medien, die ihre Freiheit mit Unfreiheit bezahlen, indem sie, sicher bei weitem nicht alle möglichen, dafür aber auf jeden Fall die sorgfältig gewählten Informationen, konzertiert an das Publikum bringen.

Vom Fenster der Meinungsfreiheit

Medien sind eigentlich frei, auch die Massenmedien – nur manchmal halt nicht ganz. Man muss auch – werden wir etwas satirisch – Kompromisse machen können. Hama – die Deutung, Wertung und Ausnutzung der Ereignisse von Hama 1982: Das ist ein solcher „Kompromiss“. Damit das für die entscheidenden Protagonisten nicht zu inneren Konflikten und Rebellion führt, werden sie in Selbsthilfegruppen wie der Atlantik-Brücke auf ihre Aufgaben vorbereitet (1). Jener Atlantik-Brücke, die vom tief im Netzwerk von Politik und Wirtschaft hängenden Friedrich Merz geführt wird (2). Die Indoktrination von Politikern für Interessen der Macht manifestiert sich seit Jahrzehnten im unschuldig daherkommenden Begriff „informelle Einflussnahme“ (3), doch gilt das für die fest in das Machtsystem eingebetteten Medien gleichermaßen (4).

Die lancierten Geschichten können erfunden, halbwahr oder auch wahr sein. Doch werden sie mit Stimmungen mit emotionalen Triggern verkauft, die knallharten politischen Zielen dienen. Es spielt nicht einmal eine große Rolle, ob die Geschichten in Nachrichten oder als Meinungsäußerungen erzählt, sondern dass sie überhaupt und wiederholt wahrgenommen werden. Etwas „wahr nehmen“: Die Bedeutung des Ausdrucks liegt darin, dass wir das wahrgenommene – wenn wir uns nicht mit dieser Wahrnehmung intensiv auseinandersetzen – tatsächlich als die Wahrheit hinnehmen.

Im Falle Syriens gibt es ein paar Geschichten (Narrative),

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Die Farbe der Hoffnung

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15-12-18 05:01:00,

Frankreich brennt! Es brennen die rauchverhangenen Pariser Straßen, die Autos in den Vororten und die Herzen der Franzosen. Die gelben Warnwesten sind überall, nur nicht mehr an dem Ort, der eigentlich für sie vorgesehen ist: die Armaturenbretter französischer PKWs. Hängen die gelben Westen nicht an Brücken, Balkonen oder an Verkehrsschildern, zieren sie die Oberkörper aufgebrachter Franzosen. Franzosen, denen der Kragen geplatzt ist. Nein! Nicht die Wohlhabenden, die auf den Champs-Elysées den Hals nicht voll kriegen, sondern die Mehrheit der arbeitenden, lohnabhängigen Franzosen. Die Franzosen, die durch den Jahre – wenn nicht Jahrzehnte – andauernden Sozialabbau schwer gebeutelt wurden.

Wir haben es hier mit einem sozialen Vulkanausbruch zu tun! In den Aschewolken können Macron und der Rest der französischen Finanzelite die Konturen der Geister sehen, die sie riefen. Doch bevor wir der Frage nachgehen, ob es dieser Vulkanausbruch auch vermag, einen Ascheregen auf die anderen europäischen Ländern niedergehen zu lassen, sollten wir uns Gedanken darüber machen, wer die treibende Kraft hinter den gelben Westen sein könnte.

Spekulationen, so wild wie die Bewegung selber, machten in den Medien die Runde: Wer könnte dahinterstecken? Manche Medien vermuten wieder den bösen Putin als Drahtzieher. Und als wenn das nicht schon absurd genug wäre, verdächtige so mancher Spekulant gar die Rapper Jay-Z und Kanye West, diese Bewegung von langer Hand angekündigt zu haben.

Zu Ersterem: Es ist anzunehmen, dass mittlerweile in den Pausenräumen aller großen Medienkonzerne kein Marmeladenbrot mehr mit der bestrichenen Seite zu Boden gehen kann, ohne dass man – statt der Schwerkraft oder der eigenen Schusseligkeit – den allmächtigen Putin dafür verantwortlich macht. Egal, was im Westen nicht nach Plan verläuft, als Schuldigen hat man ganz schnell Russland mitsamt seiner Staatsmedien sowie die angeblich hundert Mann starke „Trollfabrik“ ausgemacht.

Ist ja auch völlig plausibel! Welcher Franzose kommt schließlich nicht auf die Idee, sich bei Minustemperaturen eine gelbe Weste überzuziehen, um lautstark und mit vollem Körpereinsatz auf den Straßen Frankreichs Luft abzulassen, weil er auf Twitter von einem russischen Tweet vereinnahmt wurde?

Die zweite These, dass die Rapper Kanye West und Jay-Z im Rahmen einer okkulten Ankündigung diese Ereignisse im Jahre 2012 mit ihrem Musikvideo „No Church in the wild“ vorhersagten, ist zweifelsfrei abenteuerlich, um nicht zu sagen haarsträubend. Doch zumindest einen interessanten Denkansatz birgt dieser Gedankengang.

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Aufstehen auf Indisch

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15-12-18 04:57:00,

Mindestens 50.000 Menschen gingen Ende November in Delhi für die Bauern auf die Straße. Davor waren es 50.000 in Kolkata. Foto:Gilbert Kolonko

  1. Aufstehen auf Indisch

  2. Lichtblicke


  3. Auf einer Seite lesen

Menschen aus fast allen Schichten der indischen Gesellschaft unterstützten den Marsch der Bauern auf die Hauptstadt des Landes: Sie wollen sich nicht länger gegeneinander ausspielen lassen

Auf dem staubigen Ramila Ground in Delhi hat sich das alte, bunte Indien mit dem modernen Indien vereint: Unter einem riesigen Zelt sitzen einzig mit einem Lendenschutz bekleidete Farmer aus Indiens südlichstem Bundesstaat Tamil Nadu. Bäuerinnen in farbenfrohen Saris aus Kerala. Mit Robe, Schwert und Turban geschmückte Sikhs aus dem Punjab. Dazwischen hocken jungen Frauen in T-Shirt und engen Jeans und hören Geschichten wie die des 49-jährigen Chand Kumar aus Uttar Pradesh: “Schon im Jahr 2009 wollte ich auf die katastrophale Situation von uns Kleinbauern aufmerksam machen und bewarb mich bei den Wahlen um einen Parlamentssitz – ich bekam 2.310 Stimmen”, sagt er stolz.

Doch vier Jahre später musste Kumar nach einer weiteren Missernte seine Farm aufgeben: Sein Stück Land fiel an einen örtlichen Kredithai, der ihm dann einen neuen Kredit gab, um einen “Tante-Emma-Laden” in der Kleinstadt Maghpur zu eröffnen. Im Jahr 2015 musste Kumar schließen, weil es zu viele Läden gab und immer mehr Bewohner der Arbeit wegen in die Großstädte abwanderten: “Seitdem halte ich mich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser.”

Eine der jungen Frauen, die hier Menschen wie Kumar zuhören, ist die 22-jährige Studentin Sunita. Sie ist für zwei Tage hierher gekommen, um ehrenamtlich als Helferin im Camp der Demonstranten zu arbeiten. “Eigentlich müssten ganz Delhis den Protest der Bauern unterstützen, weil ihre Probleme auch uns betreffen”, sagt Sunita.

Die Bauern im benachbarten Haryana und Punjab brennen mangels Unterstützung der Regierung die Stoppeln ihrer Felder ab. Die Rauchwolke zieht dann bis nach Delhi und verschlechtert die schlimme Luft Delhis noch mehr.

Sunita

Auch locker gekleidete Studenten mit stylischen Frisuren helfen bei der Unterbringung der demonstrierenden Bauern und sehen Gemeinsamkeiten: “Vor zwei Jahren haben wir Studenten in Delhi gegen Modis Universitäts-Reformen demonstriert.

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Heuchlerische Empörung

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15-12-18 04:47:00,

Deutsche Medien, unter ihnen der Rechercheverbund ‚correctiv‘ haben unglaubliche, bahnbrechende, sensationelle und wirklich jeden einzelnen Menschen überraschende Erkenntnisse ermittelt: Erdogan lässt Anhänger der Gülenisten, die er als seine politischen Gegner betrachtet, durch seinen Geheimdienst entführen und foltern. In einigen Nachrichtenportalen ist die Aufregung daher groß.

Wer das politische Treiben auf der Weltbühne hingegen mit ungetrübtem Auge schon länger verfolgt, der weiß: Fast jede Regierung lässt ihr nicht genehme Dissidenten entführen und foltern. Doch die deutsche Medienlandschaft dämonisiert Erdogan, der teils sehr unverhohlen die Dinge beim Namen nennt:

„Wir werden den Kampf gegen die Gülenisten so lange fortsetzen, bis wir sie komplett ausgemerzt haben. (…) Die Gülenisten, die geflohen sind und sich jetzt in Sicherheit wähnen, bringen wir einzeln zurück ins Land und übergeben sie der Justiz unseres Landes.“

Dies sagte er auf einer Sitzung seiner Partei AKP am 7. Juli 2018.

Man möchte fast meinen, diese Art der Rede käme einem vage bekannt vor. Ersetzt man nämlich nur ein paar Worte, so könnte man zum Beispiel folgende Zeilen lesen:

„Wir werden den Kampf gegen die Terroristen so lange fortsetzen, bis wir sie komplett ausgemerzt haben. (…) Die Terroristen, die geflohen sind und sich jetzt in Sicherheit wähnen, bringen wir einzeln zurück ins Land und übergeben sie der Justiz unseres Landes.“

Schon sieht man vor seinem geistigen Auge nicht mehr den geifernden Erdogan, sondern einen debil in die Kamera schielenden George W. Bush, oder das Zahnpastagrinsen des Friedensnobelpreisträgers Barack Obama. Mit dem einzigen Unterschied, dass die beiden Letztgenannten niemals die Absicht hatten, sogenannte Terroristen irgendeiner Justiz zu übergeben.

Dieses Spiel kann man munter mit dem ganzen Artikel fortsetzen. So wird aus:

„Und offenbar reicht der Arm der türkischen Regierung auch über die eigenen Staatsgrenzen hinaus. Laut einer internationalen Medienrecherche unter Leitung des Rechercheverbunds ‚Correctiv‘ betreibt die Türkei offenbar ein Entführungsprogramm, um weltweit politische Gegner aufzuspüren und in türkische Gefängnisse zu verschleppen.“

plötzlich Folgendes:

„Und offenbar reicht der Arm der amerikanischen Regierung auch über die eigenen Staatsgrenzen hinaus. Laut einer internationalen Medienrecherche unter Leitung des Rechercheverbunds ‚Correctiv‘ betreiben die USA offenbar ein Entführungsprogramm, um weltweit politische Gegner aufzuspüren und in amerikanische Gefängnisse zu verschleppen.“

Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage würde dabei überhaupt nicht beeinträchtigt.

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Demografische Demagogie

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15-12-18 04:47:00,

Die Klage ist bekannt: Es gibt hierzulande viel zu wenig Nachwuchs, die Mütter in Deutschland befänden sich gewissermaßen seit Jahrzehnten im Gebärstreik. Gleichzeitig gibt es viel zu viele Alte, die obendrein immer älter werden. Diagnostiziert wird ein stark schrumpfendes Erwerbstätigenpotenzial und daraus messerscharf gefolgert: Der Generationenvertrag kann so nicht mehr länger funktionieren. Nicht selten wird sogar das Horrorszenario eines sterbenden Volkes bemüht. 2060 sollen schon 12 Millionen Menschen weniger in Deutschland leben. In knapp 400 Jahren schließlich sind alle weg. Diese Zahlen präsentierte das Magazin Focus vor dreieinhalb Jahren.

Solche Prophezeiungen sind unsinnig, aber haben sich leider in den Köpfen festgesetzt. Der demografische Wandel und seine gefährlichen Folgen, das ist als Argument quer durch alle Schichten akzeptiert und wird nicht in Frage gestellt.

Versuchen wir es mit Tatsachen: Die Bevölkerung Deutschlands wächst seit sieben Jahren regelmäßig und erreicht aktuell mit rund 83 Millionen Personen erneut einen historischen Rekordwert. Das sind rund 10 Millionen mehr als zu den Babyboomerzeiten in den frühen 1960er Jahren (bezogen auf Gesamtdeutschland).

Um es ganz deutlich zu sagen: Noch nie haben so viele Menschen in Deutschland gelebt wie heute. Es wächst jedoch nicht nur die Gesamtbevölkerung, auch die Zahl der Erwerbstätigen erreicht Jahr für Jahr neue Höchststände: Gerade übertraf sie die 45 Millionen-Marke. Vor zehn Jahren waren es noch 4 Millionen Erwerbstätige weniger. Auch hier gilt: Noch nie waren so viele Menschen in Deutschland erwerbstätig wie heute.

Nun mag man einwenden, für die Rente sei die Anzahl der versicherungspflichtig Beschäftigten sehr viel wichtiger. Doch auch die kennt nur eine Richtung: nach oben. Die Agentur für Arbeit meldet rund 33,5 Millionen Personen, so viele wie noch nie. „Kein Wunder“, sagen jetzt einige: „Da sind ja noch all die Babyboomer dabei.“ Richtig, doch die wurden vor zehn Jahren auch schon mitgezählt. Und da lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten noch deutlich unter 28 Millionen. Offenbar sind hier Effekte wirksam, die sich mit den demografischen Horrorprophezeiungen nicht so recht vereinbaren lassen. Zuwanderung (vor allem aus Europa), höhere Erwerbstätigkeit von Frauen, spätere Verrentung – und sogar die Geburten haben in den jüngsten Jahren wieder deutlich zugelegt. Gerade hat die Deutsche Rentenversicherung gemeldet, dass die Zahl der unter Dreijährigen kräftig gestiegen sei und die Bundesregierung deshalb im laufenden Jahr 8,2 Prozent mehr Beiträge für Kindererziehungszeiten überweist.

Wohin das in ein paar Jahren führen wird,

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Mexiko – López Obradors Kampfansage an den Neoliberalismus und die Aussichten eines souveränen Sozialstaates in US-Nachbarschaft

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15-12-18 04:43:00,

Seit vergangenem 1. Dezember und für die kommenden sechs Jahre hat die Republik Mexiko einen neuen Präsidenten. Den ersten „genuinen Linken“ in ihrer Geschichte, so wird im Land selbst und weltweit angemerkt. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

Aus bescheidenen Familienverhältnissen spanischer Emigranten stammend, die sich im mexikanischen Bundesstaat Tabasco niederließen, ist der 65-jährige Diplom-Politologe Andrés Manuel López Obrador – popularisiert durch sein Namensakronym AMLO – Protagonist einer politischen Chronik des sozialen und rechtlichen Widerstands, deren erste Seiten vor mehr als 25 Jahren in der südostmexikanischen Yucatán-Halbinsel mit Blockaden gegen die schrittweise Privatisierung des staatlichen Erdölkonzerns Pemex geschrieben wurden.

Obwohl seine politische Karriere in der bis zuletzt seit fast einem Jahrhundert regierenden Partei der Institutionellen Revolution (PRI) begann, bezeichnet die politische Standortbeschreibung – vor allem mit Verweis auf die wiederholten Massenprotestmärsche gegen soziale und politische Missstände, die er vom Südosten des Landes auf nahezu 800 Kilometern in die Hauptstadt anführte – mehrheitlich sein Profil als das eines sozialen Kämpfers.

Das politische Erbe des Cardenismo

Selbst bezeichnet sich AMLO gern als Erbe der historischen Figur des Lázaro Cárdenas del Río. General Cárdenas beteiligte sich an der Mexikanischen Revolution (20. November 1910 bis 1917, mit einem Nachspiel im Jahr 1934), die als Grundsteinlegung des eigentlichen, modernen mexikanischen Staates gilt, und war Führungsgründer der PRI. Mit dem Aufbau von Landgenossenschaften verwirklichte Cárdenas als erster mexikanischer Politiker die vom legendären Revolutionsführer Emiliano Zapata geforderte Agrarreform und kämpfte ebenso für die Verstaatlichung der mexikanischen Naturressourcen, insbesondere der Erdölvorkommen.

Als Mexikos Präsident (1934-1940) förderte Cárdenas zur Vereinheitlichung der sozialen und Arbeiterbewegung die Gründung des mexikanischen Gewerkschaftsbundes (CTM) sowie den Aufbau von Bauern-Konföderationen, setzte die erste Agrarreform mit sechsjähriger Dauer durch, womit Land an verarmte Bauern und indigene Völker verteilt und ein Kreditsystem für Dorfgenossenschaften eingeführt, jedoch gleichzeitig und erstaunlicherweise die Vorrechte der Militärs beschnitten wurden; ein Unikum in der Geschichte der lateinamerikanischen Kasernen-Geschichte.

Im aktuellen weltpolitischen Vergleich könnte AMLOs ideologische Zuordnung daher als mexikanische Spielart eines sozialdemokratischen Nationalismus beschrieben werden, der zwar den Markt nicht ablehnt, doch die Stärkung des Nationalstaates und der nationalstaatlichen Souveränität zur Maxime hat.

López Obradors politische Karriere

Dreimal bewarb er sich als Präsidentschaftskandidat, zweimal scheiterte er; einmal wegen fragwürdiger Transparenz der Wahlen. Dass er sich auch gern auf die sogenannte „indianische Demokratie“ beruft,

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Tagesdosis 15.12.2018 – Die Bayer AG und der Geier-Fonds | KenFM.de

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15-12-18 04:36:00,

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Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Der Leverkusener Bayer-Konzern zählt zu den härtesten und kompromisslosesten Playern im globalen Pharmageschäft. Seine sieben Vorstandsmitglieder verdienen im Jahr etwa 25 Millionen Euro, dürften trotz dieses beruhigenden finanziellen Polsters aber zurzeit nicht besonders gut schlafen, und das aus mehreren Gründen.

Nach der Übernahme des Saatgutriesen Monsanto für 56 Milliarden Euro im Juni dieses Jahres wurde schnell klar, dass Bayer sich ein Kuckucksei ins Nest geholt hatte: Gegen Monsanto stehen in den USA zahlreiche Gerichtsverfahren wegen der gesundheitlichen Folgen des Pflanzenschutzmittels Glyphosat an, die riesige Schadensersatzzahlungen nach sich ziehen könnten. Auf Grund der Übernahme verlor der Kurs der Bayer-Aktie zwischen Juni und Dezember etwa 40 Prozent.

Um diese Verluste auszugleichen und eine Reihe weiterer unternehmerischer Fehlentscheidungen zu bereinigen, verkündete der Bayer-Vorstand vor einem Monat, bis Ende 2021 weltweit 12.000 Stellen abbauen zu wollen – mit der Folge, dass es in der Belegschaft erheblich brodelt.

Nun gibt es eine neue Hiobsbotschaft: Wie in dieser Woche bekannt wurde, deuten diverse Anzeichen darauf hin, dass sich der US-Hedgefonds Elliott Management bei Bayer eingekauft hat. Elliott Management wird von dem berüchtigten Paul Singer geführt und gilt als einer der gefräßigsten weltweit agierenden Geierfonds.

Geierfonds sind dafür bekannt, dass sie immer dann auftauchen, wenn Unternehmen oder Staaten in Schwierigkeiten geraten, vorhandene Schwächen gnadenlos ausnutzen, sich hemmungslos bereichern und in vielen Fällen verbrannte Erde hinter sich zurücklassen.

Paul Singer hat Elliott Management 1977 mit einem großenteils ererbten Startkapital von 1,3 Millionen Dollar gegründet und verwaltet heute ein Vermögen von über 34 Milliarden Dollar. Dem US-Wirtschaftsmedium Bloomberg zufolge handelt es sich bei Singer um den „am meisten gefürchteten Investor der Welt“.

In der Tat stechen die Geschäftsmethoden des 73-jährigen Harvard-Absolventen selbst im Haifischbecken der internationalen Hochfinanz hervor. Nachdem Singer seinen Hedgefonds als eine Art Inkasso-Büro gestartet hatte – er kaufte damals Schulden für einen Bruchteil ihres Wertes auf und trieb sie mit allen juristischen Mitteln wieder ein – wählte er Mitte der Neunziger Jahre ein neues Betätigungsfeld: den Aufkauf von Staatsanleihen.

Singer interessierte sich allerdings nur für die Anleihen solcher Länder,

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Das globale Finanzcasino

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15-12-18 04:29:00,

Die Finanzwelt hat Ende 2018 einen Wendepunkt erreicht. Fast zehn Jahre lang haben die Zentralbanken das globale Finanzsystem künstlich am Leben erhalten, indem sie Billionen an Dollars, Euros, britischen Pfund, japanischen Yen und Schweizer Franken aus dem Nichts erzeugt und zu immer niedrigeren Zinsen vergeben haben.

Damit haben sie eine Entwicklung eingeleitet, die niemand vorausahnen konnte: Die Finanzmärkte haben über einen Zeitraum von 115 Monaten eine Rekordmarke nach der anderen gerissen. Das Ganze hatte aber auch eine Schattenseite, denn die Maßnahmen haben zugleich bewirkt, dass

  • im Verhältnis zu den Finanzmärkten immer weniger Geld in die Realwirtschaft floss,
  • das Steueraufkommen wegen der im Finanzsektor intensiv praktizierten Steuervermeidung nicht mit der Geldentwicklung mithalten konnte,
  • immer weniger öffentliche Investitionen getätigt wurden,
  • die Infrastruktur weltweit zerfiel,
  • konservative Anleger wie Versicherungen, Renten- und Pensionskassen gezwungen wurden, zu spekulieren und unverhältnismäßig hohe Risiken einzugehen,
  • die Altersvorsorge durch Sparen erschwert und einer zukünftigen Zunahme der Altersarmut der Weg bereitet wurde,
  • Privathaushalte, Unternehmen und Staaten sich immer höher verschuldeten,
  • immer mehr Anleger mit geliehenem Geld in die Märkte einstiegen,
  • an den Finanzmärkten die größten Blasen aller Zeiten entstanden,
  • die soziale Ungleichheit weltweit explodierte.

Da diese Entwicklung das globale Finanzsystem inzwischen existenziell bedroht, ersetzen die Zentralbanken, angeführt von der FED, seit einiger Zeit ihre „lockere“ durch eine „straffere“ Geldpolitik — das heißt: Sie verringern den Geldfluss und erhöhen die Zinsen.

Die FED hat ihren Leitzins von 2015 an in mehreren sehr vorsichtigen Schritten bis auf 2,25 Prozent angehoben und bereinigt ihre auf mehr als 4,5 Billionen Dollar angewachsene Bilanz zurzeit um monatlich circa 50 Milliarden Dollar, die EZB hat ihre im März 2016 begonnenen Anleihenkäufe in diesem Sommer weiter eingeschränkt und will sie ab Anfang 2019 ganz aussetzen.

Diese Umkehr in der Geldpolitik wirkt auf die Finanzmärkte allerdings wie ein Drogenentzug auf einen Süchtigen und führt daher zu einer gefährlichen Instabilität. Aber nicht nur das — sie trifft das System auch noch zu einer Zeit, in der es ohnehin mit einer Anhäufung von Problemen konfrontiert ist: dem von den USA inszenierten Handelskrieg, der italienischen Bankenkrise, dem Volksaufstand in Frankreich, den Sanktionen gegen Iran, der Kapitalflucht aus den Schwellenländern, dem im Hintergrund immer bedrohlicher ausufernden Derivatesektor und einer einsetzenden globalen Rezession.

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M-PATHIE – Zu Gast heute: Birgit Assel | KenFM.de

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14-12-18 07:28:00,

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Birgit Assel ist Sozialpädagogin und Trauma-Expertin. In Hannover organisiert sie Veranstaltungen für Daniele Ganser. Schon früh kehrte sie ihrem Hauptberuf, die Sozialpädagogik, den Rücken und fühlte sich intensiv in ihre Klienten ein. So bemerkte sie, dass die Probleme der Menschen, die zu ihr kamen und kommen, fast immer eine viel tiefere Ursache haben, als es die sozialpädagogischen Ansätze von ihr erwarteten.

Sie traf vor Jahren auf den renommierten Trauma-Psychologen Professor Franz Ruppert, der eine völlig neue Methode mit Menschen entwickelte, an ihre wirklichen Probleme gelangen und individuelle Lösungen zu entwickeln. Das faszinierte Birgit Assel so sehr, dass sie bei ihm eine Ausbildung begann und sich seiner Lehre, der Trauma-Forschung und Trauma-Therapie, anschloss.

In diesem Interview berichtet Birgit Assel von ihren Erfahrungen der Entbindung, dass zu ihrem Spezialthema geworden ist. Es folgten zahlreiche Publikationen dazu. Auch beim Rubikon schreibt sie des öfteren über frühkindliche Trauma-Erfahrungen und engagiert sich in der Öffentlichkeit für eine breite Sensibilisierung zu diesem Thema.

Die Ausführungen von Birgit Assel in diesem Gespräch schockieren den Moderator immer wieder. Denn der Themenbereich des Entbindungstraumas bei Müttern und Kindern pflegt nicht nur in der Psychologie ein stiefmütterliches Dasein. Auch in der Gesellschaft ist dieses zentrale seelische Schmerzthema noch gar nicht angekommen.

Wie werden in westlichen Gesellschaften Kinder entbunden? Entstehen dort bei Kindern und Müttern Traumen, die die Beziehung beider fortan prägen? Werden Kinder schon beim Entbindungsprozess traumatisiert? Wie geht es dann mit der Erziehung weiter? Und wie in Kindergärten und Schulen? Sind wir fast alle durch die Anpassungen an unsere Gesellschaft traumatisierte Menschen?

Dieses Gespräch ist nicht nur für Frauen, die Mütter werden wollen oder es schon sind, emotional hochinteressant. Auch Männer und Väter werden hier von der Trauma-Expertin Birgit Assel viel Neues erfahren, von dem sie bisher noch gar nichts gewusst haben. Beziehung statt Erziehung, ein Slogan der Neurobiologie wird hier fassbar und seine Bedeutung einem größeren Publikum nahegebracht. Werden wir alle zu Objekten der Gesellschaft erzogen und werden wir dadurch erst unserer Eigenständigkeit beraubt? Ist Empathie mit sich und den anderen der Schlüssel für eine gesunde Menschheitsfamilie?

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Tagesdosis 14.12.2018 – Merkels Migrationspakt gegen 88 Prozent der Deutschen | KenFM.de

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14-12-18 01:38:00,

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Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Die „Wir-schaffen-das“-Kanzlerin Merkel sprach von einem sehr bedeutenden Tag. Sie hatte sich es nicht nehmen lassen, persönlich in das nordafrikanische Marrakesch zu kommen, während andere Länder nur Minister oder Staatssekretäre geschickt hatten, um dort den UN-Migrationspakt zu unterschreiben. Besonders stolz muss Merkel gewesen sein, dass mehr als 150 Länder den Pakt unterschrieben haben. Schließlich waren an dessen Ausarbeitung Experten der deutschen Bundesregierung zusammen mit Vertretern internationaler Konzerne federführend beteiligt gewesen.

Hoch zufrieden lächelnd konnte die Kanzlerin den Forderungen der deutschen Arbeitsgeber-Verbände nach mehr Zuwanderung in der in der marokkanischen Stadt Vollzug melden und am Rande der UN-Signatur-Zeremonie gegenüber der Presse betonen, dass Einwanderung eine „gute Sache“ sei, wenn sie auf legalem Wege erfolge. Zugleich ermahnte sie alle Zweifler und sagte: „Deutschland ist ein Land, das aufgrund seiner demographischen Entwicklung Arbeitsmigration auch von außerhalb der EU braucht“. Nur das deutsche Volk, will partout nicht ihre Ansicht teilen. Denn 88% der Deutschen wollen nicht noch mehr Migration. Von denen lehnen 58% Zuwanderung komplett ab und 30% wollen keine Steigerung über den aktuellen Stand hinaus.

Nur 10% der befragten Deutschen sind offensichtlich Anhänger der lautstarken, sich „links“ nennenden „no border, no nation“ Fraktion, die grenzenlose Immigration will. Diese Zahlen entstammen einer umfassenden Untersuchung des renommierten US-Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center. Die Erhebung der Daten war bereits im Frühling dieses Jahres in 27 Ländern auf allen fünf Kontinenten durchgeführt worden, aber das Ergebnis der Analyse wurde erst Anfang dieser Woche veröffentlicht. (1)

Der Migrationsschub der letzten Jahre hat rund um die Welt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diesbezügliche Fragen gelenkt. Seit 2015 haben mehr als 2 Millionen Migranten in Europa Asyl beantragt; die auf Hundert Tausende geschätzten, illegal Zugereisten nicht mitgezählt. In Amerika haben zuzüglich zur Arbeitsmigration Zig Tausende von Familien und Kindern aus Zentralamerika versucht, in die USA einzureisen. All das hat zu einer erheblichen Beunruhigung breiter Schichten der Bevölkerung in den Zielländern in Nordamerika und in Europa geführt, und schwere, politische Verschiebungen in fast allen betroffenen Ländern zur Folge gehabt.

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Hambi 2.0

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14-12-18 01:36:00,

Gerade zwei Monate ist es her, dass die dramatische Räumung des Hambacher Forsts ein lautes mediales Echo erzeugt hat, woraufhin sich das zuständige Gericht genötigt sah, die Rodung vorerst zu stoppen. Im Vergleich dazu ging die Räumung des Treburer Waldes nur einen Monat später beinahe lautlos über die Bühne. Am 6. November wurden die Aktivisten von der Polizei und der Fraport AG mit der geballten Macht des aufgerüsteten Staatsapparates aus dem Wald gezerrt, dieser daraufhin eingezäunt und gerodet. Dafür hat die Landesregierung zunächst die Landtagswahlen in Hessen abgewartet, und dann, als die Stimmen kaum ausgezählt waren, mit aller Härte zugeschlagen.

Seit Januar 2018 war das Waldstück, eingezwängt zwischen Autobahn, ICE- Strecke und dem Flughafen, besetzt gewesen. Grund war der geplante Bau von Terminal 3 für den Frankfurter Flughafen, an dem hauptsächlich Billigflugairlines wie Ryanair verkehren sollen. Ganz in der Tradition der Proteste gegen die Startbahn West hatten die Aktivisten Hüttendörfer errichtet, um ihrem Protest sichtbar Ausdruck zu verleihen.

Wie auch im Hambacher Forst ging es dabei nie alleine um den Erhalt des Waldes, sondern ebenso um den Aufbau einer Gemeinschaft, die abseits gesellschaftlicher Machtstrukturen frei und selbstbestimmt zu leben beabsichtigte.

Hierarchien, Machtinteressen, Materialismus, all das sollte es dort nicht geben. Damit war auch diese Besetzung dem System ein Dorn im Auge, das die vollkommene Alternativlosigkeit einer auf kapitalistischen Verwertungszwängen beruhenden Gesellschaftsordnung propagiert. Nicht auszudenken, welche Eigendynamik konträr zu den Interessen des Kapitals eine solche alternative Gesellschaftsform entwickeln könnte, wenn sie nicht rechtzeitig unterdrückt würde.

Denn, auch das lernten die Aktivisten im Wald sehr schnell, es ist wenig, was der Mensch tatsächlich für ein gutes Leben benötigt. Der Kapitalismus hat den Menschen mit sehr vielen Bequemlichkeiten eingehegt, an die er sich so sehr gewöhnt hat, dass er sich ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen kann. Billig hergestellte, vorportionierte Lebensmittel, ständige Verfügbarkeit von Strom und Internet, um all die zur Ablenkung und Betäubung angeschafften Geräte zu unterhalten — all das schädigt Mensch und Umwelt, ebenso wie der Flughafen, gegen dessen Ausbau die Aktivisten protestierten.

Die Folgen tragen dabei nicht in erster Linie die westlichen Gesellschaften, sondern zuallererst die armen Länder des globalen Südens, in denen Klimawandel, Ressourcenkriege und Umweltverschmutzung schon jetzt verheerende Schäden anrichten. Anstatt den Wahnsinn angesichts der drohenden Klimakatastrophe zu beenden, und ein alternatives Gesellschaftsmodell zu entwickeln,

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Anthropozän: Wie die Menschheit sich im Brathähnchen symbolisiert

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14-12-18 01:36:00,

Bild: USDA

Wissenschaftler versuchen zu zeigen, warum das Brathähnchen seit der industriellen Massentierhaltung ab den 1950er Jahren die anthropogene Umgestaltung der Biosphäre am besten demonstriert

Britische Geologen und Archäologen haben das Mast- oder Brathähnchen (Broiler) zum Symbol des Anthropozäns erhoben. Gallus gallus domesticus zeige in seinen morphologischen Unterschieden zu verwandten Arten und durch seine Masse, wie der Mensch die Erde und das Leben auf ihr durch die Ausbeutung der Ressourcen und die Veränderung der Ernährung verändere. Ob man nun groß etwas an Erkenntnis gewonnen hat, das Masthuhn als herausragendes “Zeichen einer umgebauten Biosphäre” für künftige Archäologen darzustellen, kann man dahingestellt lassen. Aber es ist schon beeindruckend und erschreckend, was die Wissenschaftler über die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Industriealisierung der Tierzucht anhand des Masthähnchens und dessen Entwicklung herausgearbeitet haben. Mit der Vermehrung der Nutztiere schwindet die Artenvielfalt und die Zahl der wilden Tiere.

Von den Masthähnchen gibt es mittlerweile mehr als alle anderen Vögel zusammen, auch sehr viel mehr als alle anderen gezüchteten Vögeln (Gänse 0,3 Milliarden, Enten 1,1 Milliarden) oder anderen Haustieren. Geschätzte 65,8 Milliarden Hähnchen wurden im Jahr 2016 geschlachtet. Der Unterschied zu Schweinen – 1,5 Milliarden – und Rindern – 0,3 Milliarden – ist beachtlich. Auch was die Tonnen an Fleisch angeht, werden die Hühner bald Schweine (120 Millionen Tonnen) übertreffen. Die Wissenschaftler schreiben allerdings in ihrem Artikel, der im Journal Royal Society Open Science erschienen ist, dass weitaus mehr Hähnchen geschlachtet werden könnten, als die geschätzt Menge. Die Lebensspanne der Hähnchen vor dem Schlachten betrage gerade einmal 5-7 Wochen – eierlegende Hühner würden hingegen ein Jahr durchschnittlich leben. Das frühe Ende von beiden hat mit wirtschaftlichen Überlegungen zu tun. Jedenfalls soll es permanent um die 22,7 Milliarden lebende Hähnchen geben. Wenn deren Lebensspanne nur 5-7 Wochen beträgt, dann werden auf jeden Fall viel mehr als 66 Milliarden produziert.

Deren Kadaver, die während der Aufzucht oder nach der Verwertung entstehen, landen massenhaft im Müll und häufen sich dort potentiell an. Mitunter kommt es zu Massenschlachtungen, wenn Millionen von Hühnern beispielsweise wegen der Vogelgrippe vernichtet werden. Die Masse an Kadavern ist für die Wissenschaftler einer der Gründe, warum “Broiler” als Zeichen des Anthropozäns gelten sollen. Die Kadaver könnten sich weit verbreitet biostrategrafisch als wichtigste Fossilien des Anthropozäns in den Sedimenten niederschlagen. Ihre Masse gleiche anderen von Menschen gemachten Materialien,

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Der Fall Khashoggi

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14-12-18 01:32:00,

100.000 Tote im Jemen, die auf das Konto eines Angriffskrieges von Saudi-Arabien mit der Hilfe der USA und Großbritanniens gehen, haben nur wenig Aufregung in westlichen Medien verursacht. Aber der Tod eines einzelnen Journalisten in einem Konsulat Saudi-Arabiens in der Türkei, schlägt hohe Wellen. Und dabei sind große Teile der Berichte über den angeblichen „Dissidenten“ ganz einfach falsch. Aber so ist das schon mal in der Politik. Nicht über Massenmorde, Kriege oder Völkermode stolpern „Helden“, sondern über medial hervorgehobene, im Verhältnis kleine Taten.

Aber zunächst noch einmal zurück zum Krieg gegen den Jemen, über den im Westen immer noch als „Bürgerkrieg“ oder „zur Wiedereinrichtung der legitimen Regierung“ berichtet wird. Die Geschichte und Entwicklung des Krieges wurde bereits ausführlich erklärt. Nun sind in letzter Zeit Differenzen zwischen dem starken Mann in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Mohammed bin Zayed (MbZ), und dem saudischen Kronprinzen Mohammad bin Salman (MbS) aufgetreten, weil sie sich um die Aufteilung der Beute, den der Jemen für sie darstellt, streiten. Und obwohl Verbündete, wendet sich jetzt MbZ anscheinend gegen seinen Konkurrenten.

Erdogan ist bekannterweise ein Anhänger der Muslimbrüder. Der Führer der Bewegung in Saudi-Arabien soll der angeblich getötete Journalist Jamal Khashoggi gewesen sein. Durch diese simple Tatsache werden zwei Dinge offensichtlich: Erstens war Khashoggi kein „Dissident“ im westlichen Sinn, der sich für Demokratie und Freiheit einsetzte. Vielmehr war er ein überzeugter Anhänger von islamistischen, nicht wirklich freiheitlich-demokratischen Systemen.

Einzelheiten, die manche überraschen werden, hat Thomas Pany veröffentlicht. Daraus ergibt sich zweitens die Rolle Erdogans. Selbst auch Muslimbruder verband ihn die politische Überzeugung mit Khashoggi, und die beiden hatten angeblich eine gute Beziehung. Erdogan befindet sich in einem historischen geopolitischen Konflikt mit Saudi-Arabien und strebt die Vorherrschaft im Mittleren Osten an, zumindest in den arabischen Ländern. Eine Rolle, die Saudi-Arabien für sich beansprucht.

Wäre es nicht die Türkei gewesen, könnte man ziemlich sicher sein, dass der Vorgang unter den Teppich gekehrt worden wäre. Aber Erdogan nutzt die Geschichte genüsslich, um seine politische Agenda zu verfolgen, und er versucht, das Thema so lange wie möglich in den Schlagzeilen zu halten.

Am Montag, dem 15. Oktober, brachte das Weiße Haus die These in die Debatte ein, „schurkische Mörder“ wären für einen Quasi-Unfall in dem Konsulat in Istanbul verantwortlich gewesen.

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Frankreich: Gelbe Westen und Staatsterror? | www.konjunktion.info

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14-12-18 09:06:00,

Die Gelben Westen (Gilets jaunes) als Protestbewegung hatten zu Beginn viele Elemente, die den Anschein erweckten, sie wäre eine klassische von Soros finanzierte Farbenrevolution.

Mit dem Terroranschlag in Straßburg und der weniger beachteten Schändung des jüdischen Friedhofs von Herrlisheim scheint man nun den Gelben Westen “das Wasser abzugraben”. Bereits im Jahr 1990 kam es zu einem ähnlichen Vorfall als in Carpentras ebenfalls ein jüdischer Friedhof geschändet wurde. Viele bewerteten den damaligen Vorfall als Versuch Jean-Marie Le Pen zu verhindern, der Chancen hatte in einer Stichwahl gegen Jacques Chirac zu gewinnen und damit Präsident Frankreichs zu werden.

Die Toten von Straßburg wurden von der französischen Justizministerin – man mag fast sagen, wie erwartet – instrumentalisiert:

In Straßburg gab es ein dramatisches Ereignis. (…) Ich denke, die Bewegung der Gelben Westen muß aufhören.

Der 29-Järige Täter, Cherif C. war  in Frankreich als auch in Deutschland wegen diverser Straftaten vorbestraft. Unter anderem war er in Deutschland aufgrund von Diebstahl in Haft gewesen und nach Absitzen der Strafe nach Frankreich abgeschoben worden. Dort wurde er bei den Sicherheitsbehörden mit einem sogenannten “Fiche S” als islamistischer Gefährder geführt.

Wie in anderen Fällen auch, war der Attentäter also den Strafbehörden bekannt und stand sogar auf einer speziellen “Terrorliste”.

Gestern Abend wurde Cherif C. nun von Spezialkräften der französischen Sicherheitsbehörden erwartungsgemäß “neutralisiert” aka erschossen.

Stellt man die Frage des Cui bono?, gibt es mehrere mögliche Profiteure:

  1. Daesh und USA: Angenommen der Attentäter war ein fanatischer Islamist im Auftrag des Daesh, so profitieren die USA als Unterstützer und Förderer des Daesh in ihrem “Kampf gegen den Terror”.
  2. Macron: Durch die Gewalt besteht die Möglichkeit der Diskreditierung der Gelben Westen. Das Ausrufen des Notstandes rückt wieder in den Bereich des Möglichen. Insbesondere dann, wenn es in naher Zukunft zu einem weiteren Anschlag kommt. Der Druck auf Macron durch die Gelben Westen wird durch die Fokussierung auf den Anschlag zumindest medial geringer.
  3. Le Pen: Die Unruhen und die Unzufriedenheit in Frankreich mit der aktuellen politischen Führung nutzen bereits jetzt Le Pen. Ein Attentat eines islamistischen Einzeltäters würde diese Unzufriedenheit und die negative Stimmung sicherlich weiter anheizen.

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Offener Brief von Willy Wimmer (CDU) an Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier

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13-12-18 06:25:00,

Kommentare

19:07 13.12.2018(aktualisiert 19:37 13.12.2018) Zum Kurzlink

Willy Wimmer, deutscher Staatssekretär a.D. und Politiker sowie Sputnik-Kolumnist, hat einen offenen Brief an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier verfasst, in dem er über das Völkerrecht sowie dessen Einhaltung und Missachtung innerhalb und außerhalb Deutschlands spricht. Folgend finden Sie den Brieftext von Herrn Wimmer zum Nachlesen.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

am 7. Dezember 2018 berichtete dpa um 10. 58 Uhr aus der chinesischen Metropole Chengdu, daß Sie sich vor Studenten für die Achtung der Menschenrechte und des Regelwerks der Vereinten Nationen eingesetzt hatten. Den chinesischen Zuhörern und ihrer Regierung wird ebenso wenig wie den Deutschen entgangen sein, daß wegen der erklärten und exekutierten Politik der jeweiligen Bundesregierungen seit dem völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien derartige Aussagen aus dem Munde deutscher Amtsträger noch nicht einmal Schall und Rauch sind.

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler, Herr Gerhard Schröder, hat öffentlich und freimütig eingeräumt, daß er mit seiner Zustimmung zum NATO-Krieg gegen die BR Jugoslawien Völkerrecht gebrochen habe. Das von Ihnen in China so hoch gepriesene Regelwerk der Vereinten Nationen hat durch die erklärte Politik einer Bundesregierung einen irreparablen Schaden davongetragen und die Welt dem „westlichen Faustrecht“ ausgeliefert. Ein Blick in die eigene Verfassung, das deutsche Strafrecht und das Soldatengesetz hätte deutlich machen müssen, mit Maßregelungen anderer Völker und Staaten zurückhaltend zu sein..

Diese „Politik der schiefen Ebene“, die unser Land abstürzen läßt, sehen wir ebenfalls in der Zerstörung der rechtsstaatlichen Ordnung durch Bundesregierungen, deren vornehmste Aufgabe eigentlich im Schutz dieser Ordnung bestehen müßte. Die Entscheidung der Bundeskanzlerin vom 4./5. September 2015, die deutschen Staatsgrenzen auf Dauer schutzlos zu stellen, hat unserem deutschen Rechtsstaat einen Stoß verssetzt, von dem er sich nicht erholen wird.

Dagegen wenden sich Millionen Bürgerinnen und Bürger in unserem Land. Nicht, weil sie eine Abkehr von der grundgesetzlichen Ordnung wollen. Die Menschen im Lande treten dafür ein, daß der deutsche Staat selbst Achtung vor dem Recht zeigt und staatliches Handeln daran gebunden ist, die Zuständigkeit der Legislative nicht einseitig zur Durchsetzung von Interessen Dritter außer Kraft zu setzen. Diejenigen, die sich dafür einsetzen, die rechtsstaatliche Ordnung durch den Staat gewahrt zu sehen, werden durch die Spitzen unseres Staates bewußt unter Generalverdacht gestellt, um freie

Meinungsäußerung erst gar nicht mehr möglich zu machen.

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Arm trotz Arbeit: Armutsbericht 2018 enthüllt fatale Missstände

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13-12-18 04:47:00,

Ein Drittel der armen Erwachsenen ist in Deutschland erwerbstätig, jeder vierte arme in Rente. Nur ein Fünftel ist arbeitslos. Und das ist nur eines der vielen brisanten Details des aktuellen Armutsberichts 2018 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband, für den die Paritätische Forschungsstelle mit Daten des Sozio-ökonomischen Panels (DIW) gerechnet hat, legte am Donnerstag seinen Armutsbericht 2018 vor. Der Bericht soll sich unter anderem erstmals der Frage widmen, wer die rund 13,7 Millionen Menschen faktisch sind, die in Deutschland in Armut leben. In der Statistik seien lediglich Menschen erfasst, die über einen eigenen Haushalt verfügen. „Völlig außen vor bleiben jedoch die 800.000 bis 1.000.000 wohnungslosen Menschen in Deutschland und die über 800.000 Bewohner von Pflegeheimen, von denen rund die Hälfte auf Sozialhilfe angewiesen ist. Oder aber die über 200.000 Menschen mit Behinderungen in Wohnheimen, die ebenfalls in aller Regel Sozialhilfe beziehen. Faktisch würden daher in Deutschland durchaus noch mehr Menschen als die 13,7 Millionen sein, die unter die Armutsgrenze fallen“, unterstreicht der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Dr. Ulrich Schneider, in einem Pressestatement.

In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre lag die Armutsquote noch bei circa elf Prozent. schreibt Dr. Schneider am Donnerstag. In der längerfristigen Betrachtung der Armutsentwicklung sei somit ein ganz klarer Aufwärtstrend erkennbar. Die neuesten Ergebnisse ließen es nicht mehr zu, von einer Stabilisierung der Armutsentwicklung zu sprechen, erklärt der Sozialwissenschaftler.

Arbeit schützt nicht mehr vor Armut

Der Bericht wolle mit diversen Klischees und Vorurteilen aufräumen: So soll die gängige Formel, dass Bildung allein vor Armut schütze, nicht zutreffen. Der Analyse des Paritätischen Gesamtverbands zufolge, weisen fast drei Viertel der ab 25-jährigen Armen ein mittleres oder sogar hohes Qualifikationsniveau auf.

„Bildung schützt von Armut nicht“

„Es ist Zeit, dass populäre, aber falsche Bilder über Armut in Deutschland korrigiert werden. Der Bericht zeigt, dass eine Neujustierung des armutspolitischen Instrumentariums dringend nötig ist“, fordert Ulrich Schneider im Pressegespräch am Donnerstag. Mit Blick auf den hohen Anteil der Erwerbstätigen (33,2 Prozent) und Rentnerinnen und Rentner (24,8 Prozent) unter der Gesamtheit der erwachsenen Armen sei es fatal, dass die Politik regelmäßig auf die vergleichsweise unterdurchschnittlichen Armutsrisikoquoten dieser Bevölkerungsgruppen verweise und das Problem der Altersarmut und der Armut trotz Arbeit herunterzuspielen versuche, bemängelt Schneider. „Angesichts der vorliegenden Daten gibt es keinerlei Entschuldigung mehr für ein Nichtstun oder für Unzulänglichkeiten in der Bekämpfung von Armut im Alter und bei Erwerbstätigen“,

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Gladio in Straßburg?

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13-12-18 03:39:00,

Heute früh kurz nach 7:00 Uhr habe ich mir die Pressestimmen im Deutschlandfunk angehört, darunter ein Teil über den Mordanschlag in Straßburg. Der Täter ist verschwunden. Die Kommentatoren rätseln. Aber keiner fragt oder untersucht, ob alles stimmig ist, ob jemand dahinterstecken könnte, oder wem das nützt, was da in Straßburg passiert ist. Albrecht Müller.

In diesen unseren Zeiten ist es eigentlich nicht gestattet, immer wieder die gleiche Interpretation zu versuchen: Persönlich bedingter Mord. Ein Krimineller. Ein Islamist, der XY gerufen hat.

Zumindest müsste man fragen, wem dieser Anschlag fantastisch ins Zeug passt: dem Präsidenten der Republik Frankreich auf jeden Fall. Die Gelb-Westen verschwinden aus der Aufmerksamkeit und werden auch schon zur Ordnung gerufen.

Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass ein Norbert Wiersbin auf Facebook kommentiert bzw. zitiert:

“Wir müssen von Zeit zu Zeit Terroranschläge verüben, bei denen unbeteiligte Menschen sterben. Dadurch lässt sich der gesamte Staat und die gesamte Bevölkerung lenken. Das Primäre Ziel eines solchen Anschlages sind nicht die Toten, sondern die Überlebenden, denn die gilt es zu lenken und zu beeinflussen.”

(Vincenzo Vinciguerrra, Mitglied der NATO-Geheimarmee “GLADIO” und Drahtzieher des Bombenattentats von Peteano im Jahre 1972, bei dem 5 Carabinieri starben.)

Zumindest die Autobombe von Peteano und der Anschlag auf den Bahnhof von Bologna sollten Journalisten und Rechercheure veranlassen, etwas breiter zu untersuchen.

Hier bei Wikipedia findet man etwas mehr zur zwielichtigen Gestalt des Vincenzo Vinciguerra. Ich zitiere:

„Vincenzo Vinciguerra (* 3. Januar 1949 in Catania) ist ein italienischer Terrorist und früheres Mitglied der neofaschistischen Organisationen Avanguardia Nazionale und Ordine Nuovo („Neue Ordnung“). Er verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Mord an drei Carabinieri mit einer Autobombe nahe dem Ort Peteano im Jahr 1972. Die späteren Ermittlungen durch den Untersuchungsrichter Felice Casson führten über das Geständnis Vinciguerras zur Aufdeckung der italienischen Geheimorganisation Gladio.“

Und weiter:

„Vinciguerras politisches Denken wurde vom Rechtsintellektuellen Julius Evola geprägt. Nachdem er sich der Studentenorganisation Giovane Italia des neofaschistischen MSI angeschlossen hatte,

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Wenn aus dem Antisemitismusvorwurf Willkür wird

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13-12-18 03:31:00,

Die Amadeu Antonio Stiftung unterstellt den NachDenkSeiten Antisemitismus. Das ist absurd, das ist infam. Genau so absurd und infam sind dabei die Mittel, derer die beiden verantwortlichen Autoren sich bedienen. Man instrumentalisiert den schweren Vorwurf des Antisemitismus, um sich Deutungshoheit für bestimmte Debatten zu verschaffen. Dabei stellt sich die Frage, ob am Ende des Tages die kalkulierte und vorsätzlich in Kauf genommene Relativierung des Antisemitismus durch die Amadeu Antonio Stiftung dem echten Antisemitismus nicht sogar Vorschub leistet. Denn wenn der Antisemitismusvorwurf zur Willkür wird, nutzt dies vor allem den Antisemiten. Von Jens Berger.

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Ich gebe zu, es fiel mir schwer, mich durch das lange Traktat des Psychologen Tom David Uhlig und des Politologen Volker C. Koehnen zu arbeiten. Das liegt vor allem daran, dass es den beiden Autoren im Kern ja darum geht, die These eines „neoliberalismuskritischen Antisemitismus“ aufzustellen, den sie bei den NachDenkSeiten verorten. Dabei gehen sie jedoch über linguistische Fragen hinaus und begeben sich tief in das komplexe Feld der Wirtschaftswissenschaften. Das ist legitim. Ein wenig skurril ist es jedoch, wenn ein Psychologe und ein Politologe sich berufen fühlen, Volkwirten Nachhilfe in volkswirtschaftlichen Fragen geben zu wollen und dann auch noch unsere angeblich „verkürzte Kapitalismus- und Neoliberalismuskritik“ zum Kern einer nicht immer einfach zu folgenden Beweiskette zu machen, an derem Ende der große Antisemitismusvorwurf steht.

Im Kern kreiden uns die beiden Hobby-Ökonomen an, dass wir angeblich keine „strukturellen kapitalistischen Dynamiken“ kritisieren – wie „den Verwertungszwang“, die „Profitlogik“ oder das „krisenanfällige System der Lohnarbeit“. Ich gebe zu, dass ich mit derlei Begriffen meine Probleme habe, da sie in meinen Augen Gegenstand einer sehr abstrakten, theoretischen Debatte sind, die – wenn überhaupt – nur sehr wenig mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun hat. Und schon bin ich die Falle getappt, denn laut Amadeu Antonio Stiftung wären diese Bedenken „antiintellektualistisch“ und „arbeitsfetischistisch“. Und da ich offenbar zu dumm bin, diese beiden Begriffe zu verstehen, wird der Vorwurf des mangelnden Intellekts sicher zutreffen. Es tut mir ja leid, dass ich für den Gelehrtenstreit im Elfenbeinturm nur wenig Begeisterung aufbringen kann.

Aber zurück zum Thema. Der Antisemitismusvorwurf,

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