Putins Tanz auf der Nase der Transatlantiker – Russland, Deutschland und das Ringen um Rationalität – www.NachDenkSeiten.de

Putins Tanz auf der Nase der Transatlantiker – Russland, Deutschland und das Ringen um Rationalität – www.NachDenkSeiten.de

20-08-18 01:51:00,

20. August 2018 um 12:15 Uhr | Verantwortlich:

Putins Tanz auf der Nase der Transatlantiker – Russland, Deutschland und das Ringen um Rationalität

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Energiepolitik, Strategien der Meinungsmache

Mit dem skurrilen Auftritt des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Österreich und dem anschließenden Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wollten Russland und europäische Partner mutmaßlich klarstellen: „Wir lassen uns nicht erpressen.“ Das zielstrebige Vorantreiben der Pipeline Nord Stream 2 wiegt bei der Analyse der deutsch-russischen Beziehungen schwerer als die antirussische Propaganda. Von Tobias Riegel.

Man muss die österreichische Außenministerin Karin Kneissl (parteilos, für die FPÖ) nicht wertschätzen, um die hohe Symbolik ihrer Hochzeitsfotos mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einzuordnen. An diesem Wochenende haben Russland und europäische Partner mit minimalem Aufwand eine effektvolle Botschaft platziert: „Wir tanzen auf den Hochzeiten, auf denen wir wollen!“ Man könnte anfügen: „Und nicht auf denen, die uns die USA zugestehen.“ Die ganze Inszenierung des Putin-Besuchs sollte eine übersteigerte „Normalität“ suggerieren – als sei es selbstverständlich, dass ein verfemter Regierungschef nach vier Jahren erstmals wieder die Bundeskanzlerin besucht oder öffentlich mit „umstrittenen“ Politikerinnen turtelt. Der Tanz auf der Hochzeit war denn auch ein ziemlich dreister Tanz auf der Nase der Transatlantiker.

Die Motive für das Putin-Merkel-Treffen hat auch die „Tagesschau“ mutmaßlich richtig analysiert: “Angesichts eines irrlichternden Präsidenten in den USA finden Merkel und Putin wieder näher zusammen.” Und ausnahmsweise möchte man auch Stefan Meister von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik zustimmen: “Die (Merkel und Putin) werden vor allem gegenüber den Amerikanern demonstrieren wollen, dass es Interessenüberschneidungen gibt und dass man sich nicht erpressen lassen will bei bestimmten Themen.“

„Nebenbei“ wird Nord Stream 2 festgeklopft

Geschickt wurde die Energiepolitik in die Dramaturgie der Putin-Visite mit einbezogen. Das zielstrebige Vorantreiben der von den USA bekämpften Pipeline Nord Stream 2 sollte dabei ebenso wie der ganze Besuch etwas Selbstverständliches verströmen – dementsprechend niedrig werden die jüngsten konkreten Fortschritte bei der Entwicklung der Pipeline gehängt. Dass Russland und Deutschland dieses hochpolitische Projekt als „rein wirtschaftlich“ bezeichnen, ist mutmaßlich Teil einer Strategie: Unbeirrt von Sanktionen und antirussischer Stimmungsmache und unter dem Radar der oberflächlichen Politik-Berichterstattung wird handfeste deutsch-russische Politik vorangetrieben.

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Warum der Engländer Stanhope? | threeman.org

Warum der Engländer Stanhope? | threeman.org

20-08-18 01:47:00,

Kaspar Hauser Festspiele, Ansbach, Deutschland

4.8.2018

Vortrag: „Warum der Engländer Stanhope?“

                       von Terry Boardman

Guten morgen.  Ich möchte Eckart Böhmer danken, mir die Gelegenheit zu geben nochmal hier bei den Kaspar Hauser Festpielen zu sprechen, zu diesem Thema das nicht nur für unser Verständnis der Vergangenheit so wichtig ist sondern auch für die Zukunft Europas. Ich muß aber mit zwei Bitten um Ihre Entschuldigung beginnen. Erstens, daß ich mein Vortrag im alten mittelalterlichen Stil wegen der Schwäche meines gebrochenen deutsch vorlesen muß and zweitens, daß Sie sicher viele undeutsche Ausdrücke und Satzfolgerungen hören werden. Entschuldigung.

„Warum der Engländer Stanhope?“ Diese Frage kann auf zwei Arten beantwortet werden, die eine eher konventionelle, die andere tiefer, aber spekulativer.  Ich möchte zunächst kurz von einem Gesamtbild der Umstände in Europa im frühen  19en Jahrhundert zum Mann Lord Stanhope übergehen: durch den Kriegen von 1793-1815 hatte England das Zepter der Weltherrschaft weg von  Frankreich endgültig übernommen. England versuchte stets, das Entstehen eines europäischen Rivalen zu verhindern, der Englands Kontrolle über Indien möglicherweise in Frage stellen könnte. Indien war für England immer die Priorität. Frankreich und Russland waren in der Lage, diese Kontrolle in Frage zu stellen. 100 Jahre später zeigte das vereinigte Deutsche Reich, daß es auch in einer solchen Lage war. Seit über 100 Jahren hatte England gegen Frankreich um die Weltherrschaft gekämpft und 1815 besiegte England schließlich Frankreich. Danach, im Bestreben, Frankreich unter Kontrolle zu halten, wurde der wichtigste kontinentale Verbündete der konservativen Regierung Englands in den 1810er Jahren  Metternichs Österreich. Metternichs Sekretär u. Hauptberater, Friedrich von Gentz, hatte eine lange und tiefe persönliche Verbindung zu England. Darüber hinaus waren Metternich und Gentz persönlich sehr verschuldet gegenüber den österreichischen Rothschilds, die eng mit Nathan Rothschild in England zusammenarbeiteten, der in den 1810er und 20er Jahren seine Finanzkraft in England stark ausbaute.

1815 bei dem Wiener Kongress waren die Interessen der konservativen Regierung in England mit denen von Metternich in Österreich (gegen Rußland und Preußen) verbunden. England übertrug die Kontrolle über das Rheinland nach Preußen und hat 1815 die Herstellung des Königreichs der Vereinigten Niederlande unterstützt (und später, 1830, auch die des Königreichs Belgiens). Die Briten haben diese Politik entwickelt, um Frankreich zu säumen und “einzudämmen” (man vergleiche die Eindämmungspolitik gegen Sowjetrussland 1947).

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UN-Sekretariat verbot insgeheim Hilfe bei Wiederaufbau Syriens – Lawrow

UN-Sekretariat verbot insgeheim Hilfe bei Wiederaufbau Syriens – Lawrow

20-08-18 01:46:00,

Politik

13:15 20.08.2018(aktualisiert 14:05 20.08.2018) Zum Kurzlink

Das UN-Sekretariat hat den Strukturen der Organisation insgeheim verboten, beim Wiederaufbau der syrischen Wirtschaft zu helfen. Dies sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow.

„Es hat sich herausgestellt, dass das politische Department des UN-Sekretariats tatsächlich noch im Herbst des vergangenen Jahres eine geheime Direktive verabschiedet und diese innerhalb des ganzen UN-Systems verbreitet hat, die den zu diesem System gehörenden Organisationen verbietet, sich an irgendwelchen Projekten zum Wiederaufbau der syrischen Wirtschaft zu beteiligen. Nur humanitäre Hilfe, nichts mehr“, sagte Lawrow.

©
REUTERS / Khalil Ashawi

„Und wieder wurde die Bedingung gestellt, dass man sich nur nach der Erlangung eines Fortschritts im so genannten politischen Wechsel mit dem Wiederaufbau Syriens befassen dürfe“, fügte der Außenminister hinzu. 

Moskau richtete laut Lawrow eine entsprechende Anfrage an den UN-Generalsekretär António Guterres und äußerte seine Hoffnung, dass er diese Frage klären werde.

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Griechenland: Zu Tode gespart

Griechenland: Zu Tode gespart

20-08-18 01:03:00,

  1. Griechenland: Zu Tode gespart

  2. Berliner Krisenmythen

  3. Bitteres Fazit und düsterer Ausblick


  4. Auf einer Seite lesen

Ein Überblick über das schäublerische Spardiktat, das Griechenland sozioökonomisch verwüstete

Am heutigen Monat, den 20. August, ist es endlich soweit: Nach acht bitteren Jahren verlässt Griechenland das Krisenprogramm von EU und IWF. Dies gibt Anlass für eine Rückschau auf den verheerenden Krisenverlauf in Hellas, der in seiner Härte beispiellos ist im Nachkriegs-Europa, wie etwa die Basler Zeitung bemerkte: “Kein anderes europäisches Land musste in der Nachkriegszeit eine derart brutale Rosskur erdulden.”

Verglichen mit dem Vorkrisenstand sei die Wirtschaftsleistung Griechenlands um ein Viertel geschrumpft, die verfügbaren Einkommen seien im Schnitt sogar um ein Drittel eingebrochen. Angesichts der evidenten sozioökonomischen Verwüstungen haben sich bei der Rückschau auf die Krisenpolitik gegenüber Griechenland auch etliche Verantwortliche zu der einen oder anderen selbstkritischen Äußerung durchgerungen.

“Auch Fehler gemacht”

Klaus Regling, Chef des Europäischen Rettungsfonds ESM, erklärte gegenüber dem Spiegel, es “wäre arrogant zu sagen, wir hätten alles richtig gemacht”. Für diese “schlimmste Krise seit der Großen Depression” hätte es einfach “kein Drehbuch” gegeben. Der “Vordenker” der brachialen schäublerischen Sparpolitik gegenüber Hellas, Ludger Schuknecht, räumte ebenfalls ein, in seiner Funktion als Chefökonom im Bundesfinanzministerium und Architekt der griechischen Austeritätspolitik “auch Fehler gemacht” zu haben.

Dennoch betonten beide Spitzenfunktionäre, die politische Antwort Berlins auf die Krise, die aus einem rabiaten Austeritätsprogramm bestand, sei prinzipiell richtig gewesen. Auch in der öffentlichen Rückschau dominiert somit weiterhin das in der Bundesrepublik im Krisenverlauf etablierte ideologische Narrativ der Reformunwilligkeit oder Reformunfähigkeit des Mittelmeerlandes, mit dem die desaströsen sozioökonomischen Folgen der Berliner Austeritätspolitik in Hellas rationalisiert wurden.

Der deutsche Krisenmythos, der den Griechen und Südeuropäern die Schuld gibt für Ausbruch und Verlauf der Eurokrise, bleibt somit ungebrochen.

Das Handelsblatt sieht die Ursachen des weitgehenden Zusammenbruchs der griechischen Ökonomie in zerrütteten Finanzen und großen Strukturproblemen, die “tief im politischen System verwurzelt” seien. Spiegel-Online lässt griechische Ökonomen zu Wort kommen, die die “Staatsgläubigkeit” der Griechen für den Krisenverlauf verantwortlich machen.

Von Athen nicht genutzte Chancen?  » Lees verder

Kurz eingeworfen: “Handelskrieg wird die USA am Härtesten treffen” – Soren Skou, Maersk | www.konjunktion.info

Kurz eingeworfen: “Handelskrieg wird die USA am Härtesten treffen” – Soren Skou, Maersk | www.konjunktion.info

20-08-18 01:00:00,

Kurz eingeworfen - Bildquelle: Wikipedia / 4028mdk09Kurz eingeworfen - Bildquelle: Wikipedia / 4028mdk09

Kurz eingeworfen – Bildquelle: Wikipedia / 4028mdk09

Der von Donald Trump los getretene Handelskrieg scheint den Nebeneffekt explodierender Frachtkosten mit sich zu bringen. In Kombination mit dem steigenden US-Dollar-Index ziehen die Kosten bei Schiffracht gerade massiv an. Da der größte Teil des globalen Handels in US-Dollar (und auch der Schiffsgüterverkehr) abgerechnet wird, bedeutet ein hoher US-Dollar-Index auch höhere Kosten beim Wechsel in Fremdwährungen.

Es wird daher nur eine Frage der Zeit sein, bis die Emerging Markets nach Alternativen suchen werden, um diese “Doppelbelastung” zu umgehen. Sowohl der Handeslkrieg als auch die steigenden Kosten werden diese Länder dazu zwingen, dass sie nach diesen Alternativern suchen und sich damit vom US-Dollar als Weltreservewährung abwenden werden.

Ich bleibe bei meiner bisherigen Linie und sehe weiterhin den US-Dollar als eigentliches Ziel hinter Aktionen wie dem Handelskrieg. Der Pfeiler, der fallen muss, bevor die bereits in Position gebrachten Sündenböcke medial für den Zusammenbruch des uns bekannten Systems verantwortlich gemacht werden.

Zum Thema Frachtkosten noch ein kleiner Auszug aus einem Bloomberg-Artikel:

Die US-Wirtschaft wird von einem eskalierenden globalen Handelskrieg um ein Vielfaches härter getroffen sein als der Rest der Welt, so der Vorstandsvorsitzende von A. P. Moller-Maersk A/S.

Soren Skou, Betreiber der größten Reederei der Welt in Kopenhagen, sagte, die Folgen der derzeitigen protektionistischen Welle könnten “leicht in den USA größer werden [als anderswo]”. Zölle könnten das jährliche Welthandelswachstum um 0,1 bis 0,3 Prozent verlangsamen, während für die USA der Effekt “vielleicht 3 oder 4 Prozent” betragen könnte, sagte er am Freitag in der Zentrale von Maersk. “Und das wäre definitiv nicht gut.”

Das Unternehmen transportiert etwa 20 Prozent der weltweiten Konsumgüter auf See und ist damit in einer einzigartigen Position, um die Auswirkungen der Zölle auf die Handelsströme zu messen. Maersk hat in der Vergangenheit mit seiner Kultur gebrochen, jede politische Debatte zu vermeiden, um die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump zu kritisieren.

Maersk konzentriert sich auf die Handelsströme zwischen Europa und Asien, und bisher wurde das Geschäft nicht direkt durch Zölle beeinträchtigt. Tatsächlich ist die Nachfrage im zweiten Quartal um 4 Prozent gestiegen. Aber Skou sagt, dass sich das ändern könnte,

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China: U-Bahn-Fahrgäste werden mit Gesichtserkennung registriert

China: U-Bahn-Fahrgäste werden mit Gesichtserkennung registriert

20-08-18 09:26:00,

Fahrgäste in der Pekinger U-Bahn. (Foto: dpa)

Fahrgäste in der Pekinger U-Bahn. (Foto: dpa)

U-Bahn-Fahrgäste in Peking werden in Zukunft mittels biometrischer Gesichts- und Handflächen-Erkennung registriert.

Die U-Bahn-Betreibergesellschaft von Peking wird in Zukunft die Beförderung ihrer Fahrgäste mittels biometrischer Gesichts- oder Handerkennung organisieren. Das meldet die China Daily. Welches der beiden Systeme zur Anwendung gelangt, ist noch nicht entschieden. Bei der Gesichtserkennung würden die Passagiere beim Betreten der U-Bahn-Station von Kameras erfasst, die mit Online-Netzwerken verbunden sind. Bei der Handerkennung würden die Passagiere mit der Handfläche über ein Erkennungsgerät streichen. Wie der Bezahlmodus organisiert werden soll, steht noch nicht fest. In Schanghai wird die Handerkennung bereits seit einiger Zeit angewandt. Die Angehörigen bestimmter Gruppen – beispielsweise pensionierte Kader-Angehörige, Kriegs-Veteranen und Blinde – weisen sich auf diese Weise aus und brauchen kein Ticket zu lösen.

Als Grund für die Einführung der neuen Registrierungs-Methode nannte der stellvertretende chinesische Verkehrsminister den ausufernden Passagier-Verkehr in Peking. Besonders morgens und am späten Nachmittag formen sich vor den Eingängen zu den U-Bahn-Stationen lange Schlangen. In Peking gibt es 22 U-Bahn-Linien mit einem Streckennetz von 608 Kilometern. Die U-Bahn befördert jeden Werktag mehr als zehn Millionen Menschen. Pro Jahr sind das mehr als drei Milliarden Einzelfahrten. Das Fahrgast-Aufkommen erhöht sich jedes Jahr um mehr als sechs Prozent.

In China geschieht der Einsatz von Erkennungs-Technologie routinemäßig. Sie wird nicht nur von der Polizei zur Verbrechensbekämpfung genutzt, sondern beispielsweise auch von Schnellrestaurants, um Bestellungen schneller abarbeiten zu können.

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Infografik: Flüchtlingskrise verstehen – Teil 3 | www.konjunktion.info

Infografik: Flüchtlingskrise verstehen – Teil 3 | www.konjunktion.info

20-08-18 09:13:00,

Bereits im Februar sowie im Juli habe ich zwei Infografiken einer Leserin von www.konjunktion.info online gestellt, die beide anschaulich das Thema der Flüchtlingskrise aufbereiten.

Nun hat sie einen dritten Teil ihrer “Infografik-Reihe” fertiggestellt, die ich gerne wieder auf www.konjunktion.info online stelle. Diesmal wird die Rolle der EU im Bezug auf die Flüchtlingskrise beleuchtet:

  • Was will die EU – und was sagt sie selbst (teils unbeachtet von unseren Medien)?
  • Wozu besucht US-Milliardär Soros die EU – über 60 mal persönlich?
  • Inwiefern folgt die EU dem Willen bestimmten Lobby-Gruppen?

Das Spannende: Im Zusammenhang mit den ersten zwei Schaubilder scheinen ungeahnte Absichten immer deutlicher, auch für “normale Zeitungsleser” ohne Vorwissen.

Flüchtlingskrise verstehen Teil 3 - Bildquelle: Pixabay / @bici-1125524 | CC0Flüchtlingskrise verstehen Teil 3 - Bildquelle: Pixabay / @bici-1125524 | CC0

Flüchtlingskrise verstehen Teil 3 – Bildquelle: Pixabay / @bici-1125524 | CC0

(Download Infografik)

Weitere Hinweise und Quellenangaben zum Schaubild und den Zitaten: Download

An dieser Stelle mein ausdrücklicher Dank für die Aufbereitung, Erstellung und Genehmigung diese Infografik online stellen zu dürfen.

Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.

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Zensur und Meinungsfreiheit: Das freie Internet liegt auf dem Sterbebett | www.konjunktion.info

Zensur und Meinungsfreiheit: Das freie Internet liegt auf dem Sterbebett | www.konjunktion.info

20-08-18 09:10:00,

Notausschalter - Bildquelle: WikipediaNotausschalter - Bildquelle: Wikipedia

Notausschalter – Bildquelle: Wikipedia

Seit einem guten Jahrzehnt wächst der Einfluss des Internets auf Politik und Gesellschaft. Immer mehr Menschen wenden sich von den klassischen Mainstreammedien ab und suchen sich Informationen auf alternativen Plattformen – leider immer noch zu wenige. Aber selbst dieser noch kleine Schwenk in der “Informationsbeschaffung der Menschen” hat das Establishment dazu veranlasst mit “härteren Bandagen zu spielen”. Die virtuellen, freien Informationen sind seit Jahren ein Dorn im Auge der Mächtigen und daher wurde in den alternativen Medien auch schon seit Jahren darüber geschrieben, dass es einen “Notausschalter” für das Internet geben muss, will das Establishment den Geist der freien Informationen nochmals in die Flasche bekommen.

Aber während man noch vor wenigen Jahren dachte, dass es einen klassischen Schalter – bei welcher Behörde, Agentur, Geheimdienst oder was auch immer – gibt, mit dem man die Infrastruktur und das Rückgrat des Webs abschalten kann, ist der echte, heute verfügbare “Notausschalter” ein ganz anderer. In Zusammenarbeit von Regierungen und den wichtigsten Internetgiganten wurde ein System geschaffen, dass ungewollte Informationen gezielt angeht und somit deren Verbreitung verhindert.

Mittels 10 – bezeichnen wir sie mal als – Routinen wird der eigentliche “Notausschalter” emuliert:

  1. Verstoß gegen Community Richtlinien:
    Das Hauptargument. Die jetzt allgegenwärtige, pauschale Aussage, die Nutzer von Corporate Media Plattformen bekommen, wenn ihre Seiten, Kanäle, Konten geschlossen werden. Dabei weist diese Begründung nie auf etwas Bestimmtes hin oder bietet eine Gelegenheit, die Übertretung zu korrigieren.
  2. Shadow Banning:
    Die perfide Technik, eine persona non grata mundtot zu machen. Während der Nutzer weiterhin die Corporate Media Plattform benutzen kann, werden seine Posts nicht zugelassen bzw. werden seine Inhalte bei seinen Freunden, Followern nicht angezeigt.
  3. Throttling of Reach (Reichweitenbeschränkung):
    Die Social-Media-Plattformen stellen damit sicher, dass nur ein winziger Teil des Publikums tatsächlich das an Informationen bekommt, was es abonniert hat.
  4. Blacklisting Domains:
    Plattformen wie Facebook haben aufgezeigt, dass sie die Fähigkeit besitzen, dass eine bestimmte Domain nicht mehr erreicht werden kann.
  5. Löschen von Beiträgen und Inhalten:
    Wenn ein bestimmter Beitrag oder ein bestimmter Inhalt auf einer Plattform unerwünscht ist, kann er aus irgendeinem, meist nichtigen Grund gelöscht werden.

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Die undankbaren Palästinenser

Die undankbaren Palästinenser

18-08-18 11:54:00,

Kushners zynischer „Jahrhundert-Deal“ für Palästinenser ist in Kraft
von Robert Fisk

Hinterher ist man immer klüger — wenngleich das unfair sein mag. Zuerst erklärt Donald Trump Jerusalem zur Hauptstadt von Israel und beraubt damit die Palästinenser ihrer Hauptstadt im Osten der Stadt. Die Palästinenser sind entsetzt.

Mahmoud Abbas sagt, er werde nicht mehr mit den USA sprechen. Daher wütet Trump, dass „wir den Palästinensern Hunderte Millionen Dollar jährlich bezahlen und weder Wertschätzung noch Respekt gezollt bekommen“. Es war nur ein Tweet, aber ein ernst gemeinter. Dieses undankbare palästinensische Pack!

Und er kürzt die US-Flüchtlingshilfe um 300 Millionen US-Dollar, was sich so auswirkt, dass die unterdrückten, belagerten und enteigneten Palästinenser nur noch bloße 60 Millionen US-Dollar bekommen.

Bereits jetzt muss das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), das internationale Hilfsleistungen für 5,3 Millionen palästinensische Flüchtlinge erhält, Mitarbeiter entlassen — alleine in Gaza 113 Angestellte in der letzten Woche.

Das UNRWA sorgt seit 1949 für die Palästinenser und verzeichnet bereits jetzt ein Minus von 49 Millionen US-Dollar. Seinen 30.000 palästinensischen Ärzten, Krankenpflegern, Lehrern und anderen Mitarbeitern droht die Arbeitslosigkeit.

Somit sind noch mehr der erschöpften, armen und zusammengedrängten Massen in Gaza vom Hunger bedroht. Einem 53-jährigen sechsfachen Vater wurde gerade eröffnet, er habe nach 32 Jahren Arbeit bei der UNRWA keinen Job mehr.

Aber halt! Es gibt Abhilfe! Hatte nicht Jared Kushner, Schwiegersohn des vorgenannten Trump und Spender eines Friedens-„Jahrhundertdeals“ für Palästinenser und Israelis gleichermaßen, der Verliererseite ein besseres Leben versprochen?

Doch, das hat er tatsächlich. Vor nur einem Monat. Lassen Sie mich zitieren:

„Ich glaube, die palästinensischen Bürger sind weniger an den Argumenten der Politiker interessiert als an der Frage, wie ein Deal ihnen und ihren künftigen Generationen neue Möglichkeiten, mehr und besser bezahlte Arbeitsplätze und Aussichten auf ein besseres Leben erschließen könnte.“

Ich habe schon früher angemerkt, dass dies Geld für Frieden statt Land für Frieden bedeutet – US-Dollars statt einer Hauptstadt in Jerusalem, statt der Beendigung jüdischer Kolonisation, statt eines „Rückkehrrechts“ und so weiter. Eine wahrhaft Trump‘sche Lösung.

Die chronologische Rückschau der Ereignisse lässt den „Deal“ sogar noch zynischer erscheinen. Zuerst gibt Trump den Israelis Jerusalem. Dann, als die Palästinenser es wagen, sich zu beschweren,

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Aufstand der Meinungsmacher: Der Appell der US-Medien ist ein Dokument der Heuchelei – www.NachDenkSeiten.de

Aufstand der Meinungsmacher: Der Appell der US-Medien ist ein Dokument der Heuchelei – www.NachDenkSeiten.de

18-08-18 11:51:00,

18. August 2018 um 11:45 Uhr | Verantwortlich:

Aufstand der Meinungsmacher: Der Appell der US-Medien ist ein Dokument der Heuchelei

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkonzentration Vermachtung der Medien, Medienkritik, USA

Hunderte US-Zeitungen haben in verschiedenen Appellen die Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf den etablierten Medienbetrieb skandalisiert. Darunter sind auch jene Medien, die in jüngster Vergangenheit Fake-News-Kampagnen wie die „russische Wahlmanipulation“, den „Gift-Anschlag von Salisbury“ oder den „Volksaufstand in Syrien“ produziert haben. Mit der emotionalen Kampagne fordert diese erste Liga der Meinungsmacher plötzlich die Wahrheit ein. Von Tobias Riegel.

Wenn die dominierenden Medien der USA eine gemeinsame Kampagne starten, dann kann man sich auf große Oper einstellen. Die Intensität der Heuchelei und die Wellen, die der Medien-Aufruf bis in deutsche Redaktionen hinein geschlagen hat, haben dann aber doch überrascht: Mit einer großangelegten Aktion haben hunderte Zeitungen in den USA Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf den etablierten Medienbetrieb skandalisiert. In Leitartikeln bezogen sie Position gegen die Anschuldigung Trumps, Falschnachrichten zu verbreiten und „Feinde des Volkes“ zu sein. Initiiert wurde die Aktion von der Zeitung „Boston Globe“. Nach Angaben des Blattes beteiligten sich etwa 350 Medien.

Die dem Vorhaben innewohnende Heuchelei springt ins Auge: Denn die Aktion wird angeführt vom „Boston Globe“, von CNN, der „New York Times“ oder der „Washington Post“ – also von Medien, die allein in jüngster Vergangenheit ausufernde Fake-News-Kampagnen wie die „russische Wahlmanipulation“, den „Gift-Anschlag von Salisbury“ oder den „Volksaufstand in Syrien“ produziert haben. Mit den emotionalen Appellen fordert diese erste Liga der Meinungsmacher plötzlich die Wahrheit ein – schließlich kam das Phänomen „Fake News“ nach ihrer Darstellung erst mit Donald Trump in die Welt.

Trump zerstört den Mythos des unabhängigen Hauptstadt-Journalisten

Man kann zahllose Aspekte an Trumps Politik und Verhalten verurteilen. Aber die großen US-Medien kritisieren zuverlässig das Falsche: So wäre zum einen die von den meisten US-Redakteuren im Gleichklang dämonisierte Entspannung mit Russland zu begrüßen. Zum anderen ist zwar Trumps Betitelung von Journalisten als „Feinde des Volkes“ abstoßend – aber dass Trump das Märchen vom unabhängigen Hauptstadt-Journalisten endlich als solches offenbart, hat trotz des rabiaten Charakters der Umsetzung auch etwas Befreiendes. Die Entzauberung der Medien-Konzerne als interessengeleitete Lobbyisten mag ein schmerzhafter Erkenntnisprozess sein und mag mit allerlei verbalen Ausfällen Trumps einhergehen – aber durch Trumps radikale Angriffe trauen sich viele Menschen erstmals,

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Tagesdosis 18.8.2018 – Der Fall der türkischen Lira: Trumps Spiel mit dem Feuer | KenFM.de

Tagesdosis 18.8.2018 – Der Fall der türkischen Lira: Trumps Spiel mit dem Feuer | KenFM.de

18-08-18 11:48:00,

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Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Der Absturz der türkischen Lira und die Verschärfung der Krise durch US-Präsident Trumps Erhöhung der Zölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei haben in der vergangenen Woche weltweit für Aufsehen gesorgt. Während einige Beobachter bereits vor dem Zusammenbruch des globalen Finanzsystems warnten, spielten andere die Ereignisse herunter und sprachen von „hausgemachten“ Problemen der Türkei.

Was steckt hinter Trumps gezielter Provokation? Und vor allem: Welche Kräfte sind hier am Werk und welche Auswirkungen wird die Lira-Krise auf die Zukunft der Türkei und den Rest der Welt haben?

Zunächst einmal muss man feststellen: Der Wertverlust der türkischen Lira ist kein Einzelfall. Wir haben es zurzeit weltweit mit einem Verfall des Wechselkurses sehr vieler Währungen in Schwellenländern (u.a. Südafrika, Indonesien, Brasilien, Argentinien, Indien) zu tun. Die Ursache dafür liegt aber nicht in den Ländern selbst, sondern in den USA.

Die US-Zentralbank FED hat nach der Finanzkrise von 2008 zur Rettung des globalen Finanzsystems riesige Dollarmengen ins System gepumpt und die Zinsen immer weiter gesenkt. Dieser Kurs kann aber nicht unbegrenzt fortgesetzt werden, und zwar aus zwei Gründen: Er entwertet den Dollar und nimmt der FED im Fall einer neuen Krise ihre wichtigsten Waffen, die Geldschöpfung und die Zinssenkung. Um das zu verhindern und wieder handlungsfähig zu werden, hebt die FED die Zinsen seit Dezember 2015 in kleinen Schritten wieder an und reduziert seit Juni 2017 ihre Bilanz, vermindert also den Geldfluss.

Das aber hat für die Schwellenländer, in die wegen der Niedrigzinsen seit 2008 mehrere Billionen Dollar geflossen sind, schwerwiegende Folgen: Mit jeder Zinserhöhung werden im Ausland angelegte Dollars wieder in die USA zurückgelockt, was die Fremdwährungen schwächt und den selbstverstärkenden Effekt hat, dass noch mehr Investoren zurück in den Dollar wechseln. Zudem erschweren höhere Zinsen die Bedienung von Schulden. Da die Zahlungsausfälle von Schuldnern mit jeder Erhöhung zunehmen, halten sich Banken bei der Kreditvergabe immer stärker zurück – was vor allem mittelständische Betriebe hart trifft.

All diese Faktoren schwächen und untergraben nicht nur die Währungen,

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Saatgut-Händler erwägen Klage gegen Monsanto

Saatgut-Händler erwägen Klage gegen Monsanto

18-08-18 08:29:00,

Monsanto und Bayer. (Foto: dpa)

Monsanto und Bayer. (Foto: dpa)

Der Bayer-Tochter Monsanto droht in den USA mit ihrem Unkrautvernichtungsmittel Dicamba neues Ungemach. Die beiden größten unabhängigen Saatgut-Händler des Landes, Beck’s Hybrids und Stine Seed, wollen bei den US-Behörden erreichen, dass Dicamba von Landwirten zunächst nicht mehr eingesetzt werden darf, wie sie der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Sollte es zu einem Verbot kommen, könnte den Bauern der Anreiz fehlen, das darauf abgestimmte Monsanto-Saatgut zu kaufen. Der Bayer-Tochter drohen dadurch Umsatzeinbußen.

Hintergrund der Initiative sei, dass das Mittel auch auf Felder gelangt sei, auf denen Sojabohnen wuchsen, die gegen Dicamba nicht resistent sind, erklärten die Unternehmen. Dadurch habe es Ernteschäden gegeben. Der US-Konzern Monsanto, den Bayer jüngst für rund 63 Milliarden US-Dollar übernommen hat, hat Sojabohnen gezüchtet, denen Dicamba nicht schaden kann. Die US-Umweltschutzbehörde EPA will im Herbst entscheiden, ob sie die Genehmigung für Dicamba verlängert.

Der Aktienkurs von Bayer hat in den vergangenen Tagen rund 15 Prozent seines Wertes im Zuge des Bekanntwerdens anderer Klagen gegen Monsanto verloren. Am Freitagmittag stagnierte der Aktienkurs.

Monsanto sieht sich wegen Dicamba mehreren Klagen gegenüber. 2017 hatte eine neue Formulierung des Pflanzenschutzmittels nach Einschätzung von Landwirten und Experten zu erheblichen Schäden an der Ernte geführt, da sich Dicamba verflüchtigt habe, über die Felder getrieben sei und so auch Pflanzen erreicht habe, die nicht gegen das Mittel durch gentechnische Veränderung gewappnet waren. Das hatte eine Welle von Beschwerden und Klagen gegen Monsanto ausgelöst. Monsanto wirft den Landwirten vor, der Anleitung des Herbizids nicht genau gefolgt zu sein und Dicamba unsachgemäß aufgetragen zu haben. Dicamba wird außer von Monsanto auch von dem deutschen Chemiekonzern BASF und dem US-Unternehmen DowDuPont hergestellt.

Monsanto war jüngst von einem US-Gericht zur Zahlung von 289 Millionen Dollar Schadenersatz an einen an Krebs erkrankten Mann verurteilt worden, der sein Leiden auf das von Monsanto entwickelte Glyphosat zurückführte. Monsanto sieht sich mehr als 5000 ähnlichen Klagen in den USA gegenüber.

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Bescheidenheit als Lifestyle: Ex-Chef Uruguays und “ärmster Präsident der Welt” lehnt auch Rente ab

Bescheidenheit als Lifestyle: Ex-Chef Uruguays und “ärmster Präsident der Welt” lehnt auch Rente ab

17-08-18 08:30:00,

Ex-Präsident Uruguays José Mujica

Der ehemalige Präsident Uruguays José Mujica, der als “ärmster Präsident der Welt” galt, soll nach Angaben von BBC die Rente für seine Arbeitszeit als Senator abgelehnt haben.

Der uruguayische Ex-Präsident bekleidete den Posten des Senators seit dem Jahr 2015. Am Dienstag trat er von seinem Amt zurück, weil er “müde nach einer langen Reise war”. Dabei sollte das Mandat des 83-Jährigen erst 2020 auslaufen. Sein bescheidenes Leben und der Verzicht auf den Präsidentenpalast während seiner Präsidentschaft, die 2015 endete, haben Mujica berühmt und beliebt gemacht. Selbst als der ehemaliger Guerilla-Kämpfer als Präsident des Landes fungierte, lebte er zusammen mit seiner Frau auf einer Farm am Rande von Montevideo. Den größten Teil seines Gehalts spendete Mujica für wohltätige Zwecke.

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Der Grundwert der westlichen „Werte“gemeinschaft: Egoismus. Ein neuer Beleg: Fachkräfte-Einwanderungsgesetz – www.NachDenkSeiten.de

Der Grundwert der westlichen „Werte“gemeinschaft: Egoismus. Ein neuer Beleg: Fachkräfte-Einwanderungsgesetz – www.NachDenkSeiten.de

17-08-18 04:25:00,

17. August 2018 um 15:45 Uhr | Verantwortlich:

Der Grundwert der westlichen „Werte“gemeinschaft: Egoismus. Ein neuer Beleg: Fachkräfte-Einwanderungsgesetz

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Albrecht Müller

Jetzt hat Innenminister Seehofer in Abstimmung mit wichtigen Ressorts ein Gesetz vorgelegt, das den Zuzug von Fachkräften erleichtern soll. Und keiner widerspricht, keiner fragt, welche Werteorientierung hinter der Absicht steht, den ärmeren Völkern ihre gut ausgebildeten Menschen abzuziehen – nach dem den USA nachempfundenen Motto „Germany First“. Kein wichtiges Medium widerspricht. Kein Sozialdemokrat in der Regierung. Kein Grüner. Wenn Ihnen anderes begegnet, dann lassen Sie uns das bitte wissen. Albrecht Müller.

Wir haben nichts Entscheidendes und Wirkungsvolles getan, um zum Beispiel Griechenland, Spanien, die südosteuropäischen Staaten und Italien vor hoher Jugendarbeitslosigkeit und Arbeitslosigkeit insgesamt zu bewahren. Wir, der Westen unter Beteiligung von Deutschland, führen Kriege im Nahen Osten und in Afrika und zerstören die Lebensgrundlagen vieler Völker. Wir zetteln wie in Syrien Bürgerkriege an, um Regime Changes nach unserem Gusto zu erreichen. Und dann bedienen wir uns bei den gut ausgebildeten Menschen dieser Völker, insbesondere auch bei der Jugend. Das ist infam, das ist unfassbar und ein Beleg dafür, dass diese unsere Gemeinschaft jedenfalls keine Werte hat.

Nachtrag: Wenn Ihnen diese Haltung der NachDenkSeiten zu kritisch oder zu rigoros erscheint, dann tut uns das leid. Aber ich kenne Familien in den betroffenen Ländern und kann einschätzen, was der Abzug ihrer erwachsenen Jugend für sie bedeutet.

Hier noch drei Beispiele dafür, wie wichtige deutschen Medien den Vorgang behandeln:

Anhang – drei Medienprodukte. Beispielhaft:

  • Süddeutsche Zeitung:

    16. August 2018, 19:58 Uhr

    Reform des EinwanderungsrechtsJetzt müssen die Unternehmen ran

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung:
    BUNDESINNENMINISTER: Seehofer legt Eckpunkte für Einwanderungsgesetz vor

    Seehofer präsentiert den Rahmen eines Einwanderungsgesetzes. Doch schon kommt Kritik aus der SPD und aus den eigenen Reihen.

    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat nach einem Bericht des „Handelsblatts“ Eckpunkte für ein Einwanderungsgesetz vorgelegt. Damit will die Bundesregierung, wie im Koalitionsvertrag beschlossen, qualifizierten ausländischen Fachkräften den Zuzug nach Deutschland erleichtern. Eine endgültige Einigung in der großen Koalition steht aber noch aus.

    Kriterien für die Einwanderung sollen dem Bericht zufolge die Qualifikation,

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Max-Planck-Gesellschaft erkennt Charakter von Menschen über Augen

Max-Planck-Gesellschaft erkennt Charakter von Menschen über Augen

17-08-18 04:04:00,

Die Max-Planck-Gesellschaft hat eine Software entwickelt, die den Charakter von Menschen an ihren Augen erkennt. (Foto: dpa)

Die Max-Planck-Gesellschaft hat eine Software entwickelt, die den Charakter von Menschen an ihren Augen erkennt. (Foto: dpa)

Forscher der Max-Planck-Gesellschaft haben in Zusammenarbeit mit australischen Kollegen eine Software entwickelt, die den Charakter von Menschen an ihren Augen erkennt. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) brachten die Forscher der Software bei, festzustellen, ob und bis zu welchem Grad eine Person folgende Eigenschaften aufweist: neurotisch, verträglich, extrovertiert, gewissenhaft, neugierig. Der Aufwand, den die Wissenschaftler dafür betreiben mussten, war verhältnismäßig gering: Sie filmten die Augenbewegungen von 50 Studenten, die sich als Versuchspersonen zur Verfügung gestellt hatten, auf ihrem zehnminütigen Weg über den Universitäts-Campus. Anschließend ließen sie die Studenten noch eine Reihe von Fragebögen ausfüllen, die Psychologen für Persönlichkeitstests verwenden. Zum Schluss fütterten sie die Software mit den Kamera-aufnahmen sowie den Ergebnissen der Fragebögen.

„Mit unseren Augen erfassen wir nicht nur die Umgebung, sie sind auch ein Fenster zu unserer Seele“, sagt Andreas Bulling vom Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken. Und weiter: „Die Augen verraten, wer wir sind, wie wir uns fühlen und was wir machen.“

Die gewonnenen Erkenntnisse könnten genutzt werden, um sie auf Roboter zu übertragen, so dass diese sich menschenähnlicher verhalten, so Bulling. Diese Roboter „würden dann auf eine viel natürlichere Weise mit Menschen kommunizieren und wären dadurch effizienter und flexibler einsetzbar“.

Gesichtserkennung durch Roboter können sowohl von Regierungen zur Überwachung ihrer Bürger als auch von Unternehmen zur Durchleuchtung ihrer Kunden genutzt werden. So hat die Bundesregierung am Berliner Bahnhof Südkreuz die Gesichter von Passanten von Video-Kameras aufnehmen und biometrisch auswerten lassen. Und der chinesische Online-Händler Alibaba ist dabei, eine Technik zu entwickeln, mit deren Hilfe Bezahlvorgänge per Gesichtserkennung authentifiziert werden. 

Die neue Technik lasse sich eben – wie die meisten Erfindungen – zum Wohl oder Übel der Menschen einsetzen, so Bulling. Wie sie genutzt wird, „muss gesellschaftlich und auch gesetzlich geregelt werden“.

Weitere Meldungen aus dem Tech-Report der DWN finden Sie hier.

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Was Sie schon immer über Target 2 wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten – www.NachDenkSeiten.de

Was Sie schon immer über Target 2 wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten – www.NachDenkSeiten.de

17-08-18 01:48:00,

17. August 2018 um 14:56 Uhr | Verantwortlich:

Was Sie schon immer über Target 2 wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Jens Berger

Die Target-Salden des EZB-Systems sind zweifelsohne ein echtes Mysterium. Es gibt wohl keinen Bilanzposten über den so viel diskutiert und gleichzeitig so wenig wirklich gewusst wird. Nun wird gar schon von einer „Billionen-Bombe“ gesprochen und Talkshowökonomen wie Hans-Olaf Henkel und Thomas Mayer fabulieren schon von einem Nachfolger namens „Target 3“ ohne je verstanden zu haben, was „Target 2“ eigentlich ist. Dabei muss man noch nicht einmal Geldtheoretiker oder Experte für Bankwirtschaft sein, um sich zumindest einen Überblick zu verschaffen, was man unter „Target 2“ zu verstehen hat. Es lohnt sich, denn wenn man erst einmal verstanden hat, um was es geht, merkt man, wie unsinnig die Talkshowökonomen argumentieren und dass die Debatte vor allem nationalistisch geprägt ist. Von Jens Berger.

Bis 2012 wussten nur Experten für Zentralbankbilanzen, dass es so etwas wie „Target-Salden“ überhaupt gibt. Dann schrieb der Talkshow-Ökonom Hans-Werner Sinn ein reißerisches Buch über „die Target-Falle“, „die Gefahren für unser Geld und unsere Kinder“ und plötzlich geisterten die Target-2-Salden durch die Wirtschaftsteile der Zeitungen, die ohnehin nicht im Verdacht stehen, sonderlich kompetent in finanzwirtschaftlichen Fragen zu sein. Als sich in diesem Sommer die „Target-2-Forderungen“ der Bundesbank in die Nähe der Billionengrenze bewegten, erlebte die Hysterie ein gespenstisches Revival. Auffällig ist auch: Die Target-Debatte ist eine rein deutsche Debatte. In keinem anderen Euroland sind die Target-Salden ein Thema. Und: Die Debatte wird hierzulande stets mit einem chauvinistischen Unterton geführt. „Die Griechen“ und „die Italiener“ wollen an „unser“ Geld und nun haben die cleveren Burschen dafür mit den Target-Salden einen „heimlichen“ Trick gefunden. Die Salden werden dabei stets als eine Art Kredit interpretiert, für den „wir“ haften müssen. Doch diese Interpretation ist wirklich komplett absurd. Es fällt einem wirklich schwer, derartige Artikel überhaupt Ernst zu nehmen und man weiß gar nicht, wo man denn jetzt mit seiner Kritik anfangen soll – denn streng genommen sind diese Artikel von vorne bis hinten ausgemachter Blödsinn.

Es folgt ein kleiner und hoffentlich verständlicher Exkurs, der unnötige Details und Fachbegriffe weglässt ohne unzulässig zu vereinfachen.

Was sind Target-Salden?

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Tagesdosis 17.8.2018 – Falsche Flagge gegen Iran? | KenFM.de

Tagesdosis 17.8.2018 – Falsche Flagge gegen Iran? | KenFM.de

17-08-18 12:05:00,

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Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Ende letzten Monats ging unter Berufung auf einen Bericht eines australischen Senders die Warnung rund um die Welt, dass der Tiefe Staat in Washington mit der Hilfe von australischen und britischen Komplizen einen Angriffskrieg gegen Iran vorbereitet. Noch in diesem Monat August, so die Berichte, wollten die Kriminellen in Nadelstreifen-Anzügen mit ihren Menschenvernichtungsmachinen losschlagen, um – so das Urteil des Nürnberger Tribunals gegen die Nazis – ein weiteres Mal das „schlimmste aller Verbrechen“ zu begehen, nämlich einen Angriffskrieg zu führen.

Sollte es tatsächlich zu diesem Krieg gegen Iran kommen, dann wird natürlich die westliche Öffentlichkeit von den brutalen Fakten dieser Aggression geschützt werden. Die ungeschminkte Wahrheit dieser Kriege, die aus einer Mischung von Menschenverachtender Machtgeilheit gepaart mit geo-strategischen und wirtschaftlich lukrativen Interesses geführt werden, kann man zu Hause dem auf Humanitätsduselei getrimmten Wahlvolk nicht zumuten. Allein deshalb muss ein Krieg gegen Iran, auf den sich die von Deutschen gehätschelte israelische Regierung besonders freut, als humanitäre Operation dargestellt werden.

Aber das allein wird für die Durchführung einer „robuste“ Intervention, wie es im NATO-Jargon heißt – nicht mehr reichen, denn große Teile der Bevölkerung sind misstrauisch geworden, was man ihnen angesichts der „humanitären“ Zerstörung des libyschen Wohlfahrtsstaates und der Gesellschaft des Landes durch die westlichen Verbrechergemeinschaft nicht verdenken kann. Um dennoch einen Krieg gegen Iran rechtfertigen zu können, musste schon eine spektakuläre, unter falscher Flagge gegen die USA geführte Operation her. Und zwar eine Operation, die von derart abscheulichen Umständen begleitet ist, dass die ganze „zivilisierte“ Welt des Westens vor Empörung aufschreit und die Bestrafung Teherans fordert.

In der Tat warnte der US-Armee Oberst Douglas Macgregor am 25. Juli dieses Jahres auf im populären US-TV-Sender „VOX“ die US-Öffentlichkeit, dass die zionistischen, neokonservativen Kriegstreiber in den US-Geheimdiensten mit einer „Falschen Flagge Operation“ gegen US-Streitkräfte im Persischen Golf Präsident Trump in einen Schießkrieg gegen Iran hineinmanipulieren könnten. Was mit dem Präzedenzfall im Golf von Tonkin funktioniert hat, um den US-Bombenkrieg gegen Nordvietnam zu rechtfertigen, könnte doch genauso gut im Persischen Golf wieder funktionieren. Und so abwegig ist diese Überlegung nicht,

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Fundstück: Dirk Müller – “Das Ende der Meinungsfreiheit & Menschenrechte?! – Es sieht verdammt übel aus!” | www.konjunktion.info

Fundstück: Dirk Müller – “Das Ende der Meinungsfreiheit & Menschenrechte?! – Es sieht verdammt übel aus!” | www.konjunktion.info

17-08-18 10:52:00,

UN-Menschenrechte Artikel 19 - Bildquelle: www.konjunktion.infoUN-Menschenrechte Artikel 19 - Bildquelle: www.konjunktion.info

UN-Menschenrechte Artikel 19 – Bildquelle: www.konjunktion.info

Dirk Müller, der es einmal mehr auf den Punkt bringt:

Quellen:
Resolution der Generalversammlung 217 A (III). Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Dirk Müller: “Das Ende der Meinungsfreiheit & Menschenrechte?! – Es sieht verdammt übel aus!”

Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.

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Nato trainiert Bombenabwurf in Litauen: Russlands Überleben steht auf dem Spiel

Nato trainiert Bombenabwurf in Litauen: Russlands Überleben steht auf dem Spiel

17-08-18 10:51:00,

Vom litauischen Städtchen Kazlu Ruda braucht man keine Autostunde bis nach Russland. Ein Kampfjet schafft die Strecke in drei Minuten. Die Exklave Kaliningrad ist nur einen Steinwurf von dem Ort entfernt, an dem bald das erste Bombodrom der Nato im Baltikum betrieben wird. Auf dem Übungsplatz sollen Angriffe auf Bodenziele trainiert werden.

Das neue Bombodrom in Kazlu Ruda war in den Siebzigern ein sowjetischer Fliegerhorst. Schwere Militärfrachter starteten hier, meist mit Fallschirmjägern an Bord, die das Absetzen aus dem Flugzeug übten.

Die Pioniertruppe der US Air Force hat den alten Flugplatz vor kurzem gemäß Nato-Standards modernisiert. Finanziert wurde die Sanierung aus dem US-Verteidigungsetat im Rahmen der European Reassurance Initiative (ERI). Das Programm sei eine Reaktion auf die „russische Aggression“, heißt es aus dem Pentagon.

Der Militärexperte Juri Knutow, ein Veteran der russischen Flugabwehr, sagt: Mit der „Aggression“ verhält es sich genau umgekehrt. „Seit langem warne ich davor, dass die Nato mit Kaliningrad etwas ganz Bestimmtes vorhat. Die Region soll von Russland abgeschnitten und anschließend einverleibt werden. Denkbar wäre dann auch ein Tausch: Kaliningrad gegen die Krim.“

Vor kurzem hat die Denkfabrik Stratfor aus den USA – auch bekannt als „Schatten-CIA“ – einen Bericht veröffentlicht, in dem die US-Strategen laut dem Experten prognostizieren, dass Russland allerhöchstens noch 15 Jahre bestehen werde.

„Das heißt, man wird in den nächsten Jahren mit allen Mitteln versuchen, uns zu spalten. Die Oblast Kaliningrad würde dann, ähnlich dem Kosovo, zu einer pseudounabhängigen Republik, faktisch aber zu einem unsinkbaren Flugzeugträger der Vereinigten Staaten erklärt werden“, sagt der Militärexperte.

Das Bombodrom in Litauen – übrigens die erste Nato-Einrichtung dieser Art im Baltikum – passt in dieses Kalkül: „Dass die Amerikaner ausgerechnet diesen Flugplatz wiederaufgebaut haben, zeigt vor allem, dass die Nato vorrangig eine Angriffsstrategie fährt.“

Ab September wird die westliche Allianz in Litauen Angriffe gegen russische Truppen üben. Das ist laut dem Fachmann die wirkliche Gefahr. Und ein Signal: Die Bomben werden dann in direkter Nähe von Sankt Petersburg und Kaliningrad abgeworfen.

Man stelle sich vor, die russischen Raketentruppen würden zu Übungszwecken eine Interkontinentalrakete unweit der US-Küste einschlagen lassen. Nicht auf amerikanischem Gebiet natürlich, nein: einfach nur direkt daneben. Vielleicht wäre das eine Maßnahme, „damit die USA ein wenig zur Vernunft kommen“,

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Welt retten in der Just-in-Time-Spirale – aussichtslos

Welt retten in der Just-in-Time-Spirale – aussichtslos

17-08-18 07:08:00,

Täglich zweieinhalb Stunden auf der Suche nach dem schnellen Kick: Smartphone-Nutzerinnen
© B.Morgan/flickr.

Täglich zweieinhalb Stunden auf der Suche nach dem schnellen Kick: Smartphone-Nutzerinnen

Hanspeter Guggenbühl / 17. Aug 2018 –

Digitale Technik bringt schnelle Resultate und kurzfristigen Genuss. Langfristige Aufgaben bleiben ungelöst. Ein Gedankengang.

«Warum handelt die Menschheit nicht?» Diese Frage, diesen Seufzer, hören wir oft, wenn Wissen- und Medienschaffende uns global drohende Katastrophen vor Augen führen. Die erste Antwort ist banal: Weil die «Menschheit» aus sieben Milliarden Einzelpersonen, Millionen von Sippen und zahlreichen Staaten besteht. Sie alle haben eigene Sorgen, eigene Wünsche, andere Prioritäten. Das «Hier und Jetzt» steht ihnen näher als globale Bedrohungen. Kurzfristiges hat Vorrang gegenüber Langfristigem.

Kurzfristiges Denken und Tun kann Sinn machen. Wer halb verdurstet zur Oase kommt, dem liegt der erste Schluck Wasser gesunderweise näher als die Begrünung der Wüste. Der Sprung aufs Trottoir, wenn ein Auto auf sie zurast, hat für die Fussgängerin zu Recht Vorrang vor dem politischen Engagement zu Gunsten von mehr Verkehrssicherheit. Schneller Reflex, kurzfristiges Handeln ist existenziell, kann im konkreten Fall das eigene Leben retten, längst bevor die «Menschheit» als Folge von ferner liegenden Ereignissen wie etwa einem Atomkrieg oder der Aufheizung des Klimas zu Grunde geht.

Abschreibungsfristen werden kürzer

Das ökonomische System bevorzugt im Konfliktfall ebenfalls das Kurz- gegenüber dem Langfristigen. Das fossile Kraftwerk, das ein Energieunternehmen heute baut, wird längst abgeschrieben sein, bevor die Vorräte an Kohle oder Erdgas zur Neige gehen, obwohl die Amortisationsfristen von Kraftwerken vergleichsweise lang sind. Je schneller sich eine Investition amortisiert, desto leichtfertiger wird sie getätigt. Die tendenziell sinkenden Abschreibungsfristen begünstigen die Leichtfertigkeit.

Das gleiche Prinzip gilt bei Eingriffen, bei denen es etwa darum geht, einen verfälschten Markt mit politökonomischen Eingriffen zu korrigieren. Beispiel: Wirtschaftsprofessorinnen und Politiker finden Lenkungsabgaben oder Emissionszertifikate, welche die langfristige Verknappung von nicht nachwachsenden Naturgütern ins Wirtschaftssystem integrieren, theoretisch mehrheitlich eine gute Sache. Aber in der kurzfristigen Praxis haben andere Mittel für diese Politökonomen stets Vorrang, selbst wenn diese Mittel das langfristige Problem verschärfen. «Zuerst müssen wir die Konjunktur wieder ankurbeln», sagte mir der einst grün gesinnte Politiker und Ökonom Franz Jäger, als ich ihn an einem Podium an sein Bekenntnis für «Umweltabgaben» in seinem Buch «Natur und Wirtschaft» (Verlag Rüegger1993) erinnerte.

Schlimm ist nicht, dass Jäger und die meisten andern Ökonomen und Politikerinnen im Moment eine schnelle Lösung suchen.

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Warum den Medien nicht zu trauen ist

Warum den Medien nicht zu trauen ist

17-08-18 07:06:00,

Herr Krüger, nachdem Sie mit »Meinungsmacht« im Jahr 2013 ganz schön für Furore gesorgt haben, haben Sie mit dem Buch »Mainstream: Warum wir den Medien nicht mehr trauen nachgelegt. Warum dieses Buch? Was war Ihre Motivation?

Im Jahr 2014, mit der Annexion der Krim durch Russland, brach eine wohl schon länger schwelende Vertrauenskrise zwischen großen Medien und Mediennutzern offen aus. Sehr viele Nutzer stellten die Deutungsmuster der Berichterstattung in Frage, und die Aufregung wurde damals befeuert von Daten aus meiner Dissertation zu Journalisten in US-nahen Elitennetzwerken, welche durch Alternativmedien wie Telepolis und die NachDenkSeiten sowie durch die ZDF-Satiresendung »Die Anstalt« weite Verbreitung fanden.

Das Jahr 2014 ging dann mit Pegida-Demonstrationen und »Lügenpresse«-Rufen zu Ende – Medienkritik kommt seitdem massiv sowohl von links als auch von rechts, sie beklagt jeweils die Homogenität der Medieninhalte und die Konformität mit der Regierungspolitik, und sie ist oft verbunden mit fundamentaler Systemkritik.

In meinem Buch versuche ich zu erklären, warum sowohl Leser der NachDenkSeiten als auch Pegida-Anhänger den großen Medien das Vertrauen entzogen haben – und zugleich empathisch mit den Journalistinnen und Journalisten zu sein, die in der Vertrauenskrise oft etwas ratlos aussehen und überzeugt sind, einen guten Job zu machen.

Diesmal geht es ja weniger um Elitennetzwerke, sondern um das, was wohl jedermann wahrzunehmen vermag: dass der Korridor der veröffentlichten Meinung inzwischen so schmal ist wie kaum je zuvor. Von medialer Pluralität kann bei vielen Themen inzwischen keine Rede mehr sein, und gerade in Bezug auf Krieg und Frieden sowie Arm und Reich gibt es kaum mehr Abweichungen zur Eliten-Propaganda.

Hat sich die Situation seit 2013 denn weiter zugespitzt? Die skizzierten Gedanken hatten Sie sich ja bereits für »Meinungsmacht« gemacht. Was hat sich verändert seitdem? Warum legen Sie nach?

Auf jeden Fall ist die Wut der Mediennutzer größer geworden und das Empfinden gewachsen, dass der Meinungskorridor zu eng ist. Ich glaube, dass der Mainstream – also die dominanten Narrative in der Mehrzahl der großen Medien – in engem Zusammenhang mit dem Elitendiskurs steht, also dass die Meinungsspanne in den Medien ungefähr der Meinungsspanne in der politischen Elite entspricht.

Nun haben sich die etablierten Parteien in vielen inhaltlichen Fragen einander angenähert: Die SPD ist wirtschaftsliberaler, die CDU ökologischer und die Grünen sind militärfreundlicher geworden.

De facto haben wir,

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Ungefilterte PR auf den Leserbriefseiten der NZZ

Ungefilterte PR auf den Leserbriefseiten der NZZ

17-08-18 06:56:00,

Urs P. Gasche / 17. Aug 2018 –

Lobbys versuchten schon immer, Leserbrief-Seiten für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die NZZ verlangt keine Interessen-Deklaration.

Die Leserbrief-Seiten in Zeitungen werden von der Leserschaft überdurchschnittlich viel beachtet. Deshalb versuchen Lobbyisten, ihre Interessen dort – als Leserbriefe getarnt – zu verbreiten. Das geschieht schon, seit es Leserbrief-Seiten gibt.

Es kann legitim sein, dass die von einem Artikel betroffene Firma, Branche oder politische Partei ihren Standpunkt in einem Leserbrief zur Kenntnis bringt. Nur soll die Leserschaft erfahren, aus welcher Ecke ein Leserbrief kommt. Diese Transparenz ist nicht nur im redaktionellen Teil einer Zeitung geboten, sondern auch bei den Leserbriefen.

Denn Texte von Lobbys und Interessenvertretern sind meistens von PR-Spezialisten raffiniert formuliert, damit sie, teilweise mit exotischen Beispielen von Einzelfällen, gewollte Emotionen wecken und durch Auslassungen und Wortwahl eine gewollte Schönfärberei oder Irreführung bewirken.

Bei Kampagnen verbreiten grosse PR-Firmen wie die «Farner Consulting» im oben abgebildeten Beispiel zur Propagierung der Fortpflanzungsmedizin dazu sogar Anleitungen für alle an der Kampagne Beteiligten, einschliesslich beauftragte Leserbrief-Schreiberinnen und -schreiber.

Beispiel NZZ

Selbst eine seriöse Zeitung wie die NZZ gibt sich jedoch keine Mühe, um die PR-Streu vom Weizen zu trennen und PR-Leserbriefe entsprechend transparent mit einer Quellenangabe zu markieren.

Ein Beispiel: Am 9. August veröffentlichte die NZZ den längeren Leserbrief einer «Andrea Fahrni-Külling, Aarberg». Diese machte sachfremde Vergleiche und schürte Ängste, um dagegen Stimmung zu machen, dass Grossverteiler wie die Migros künftig bestimmte rezeptfreie Medikamente günstiger als Apotheken verkaufen dürfen.

Nur wer sich im Gesundheitsmarkt auskennt, merkte schnell, dass dieser Leserbrief in der Küche der Apotheker-Lobby zubereitet sein musste.

Ein Klick ins Internet ergab, dass Andrea Fahrni-Külling Projektleiterin ist bei der IFAK DATA AG, die sich für berufspolitische Interessen der unabhängigen Apotheken einsetzt. Auf die Frage von Infosperber, weshalb sie ihre beruflichen Interessen nicht angegeben habe, antwortete Fahrni-Külling: «Unser Präsident hat ebenfalls einen Leserbrief zum Artikel geschrieben, welcher aber nicht publiziert wurde. Vielleicht werden Leserbriefe eher veröffentlicht, wenn sie von Privatpersonen stammen als jene von Vereinigungen?» Abgesehen davon hätten alle Menschen «irgendwie» Interessenverbindungen, «auch Journalisten».

Schliesslich ging die Infosperber-Frage an die NZZ: «Warum gibt die NZZ Interessenbindungen der [Leserbrief-]Schreibenden nicht an,

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Saudi-arabische Koalition: Angriff auf Kinder ist ein legitimer Angriff auf Planer und Operateure

Saudi-arabische Koalition: Angriff auf Kinder ist ein legitimer Angriff auf Planer und Operateure

16-08-18 08:29:00,

Saudi-arabischer Soldat der “First Airborne Brigade” und ein Soldat der Vereinigten Arabischen Emirate. Bild: Saudi88hawk / CC BY-SA 4.0

In den USA sind Kongressabgeordnete darüber beunruhigt, dass die Unterstützung der saudi-arabischen Koalition im Jemenkrieg amerikanische Militärs vor Gericht bringen könnte

Ohne Unterstützung von außen wäre es sehr schwierig für Saudi-Arabien im Jemen Krieg zu führen. Das trifft im Besonderen auf die USA zu. Dort ist die Einsicht, dass die US-Unterstützung den Krieg verschlimmert, längst nicht neu. Auch die Klagen darüber, dass die saudi-arabischen Militärs bei ihren Luftangriffen keine Rücksichten auf die Zivilbevölkerung im Jemen nehmen, sind seit Jahren in der US-amerikanischen Öffentlichkeit.

Im Dezember 2016 blockierte die Regierung unter Obama Lieferungen einer “Präzisionsmunition” des Herstellers Raytheon an Saudi-Arabien. Die Obama-Administration hatte genug von der Vorgehensweise der saudischen-Militärs. Im Oktober zuvor waren mehr als 100 Zivilisten durch einen saudischen Luftangriff getötet worden – sie waren Besucher einer Beerdigung.

Der Nachfolger Obamas, Donald Trump, knüpfte kaum im Amt schnell wieder engere und zartere Bande mit Saudi-Arabien. Dazu gehörte, dass Trump bald nach seinem Besuch im Königreich im Mai 2017, wo er sehr umschmeichelt wurde, die Waffenlieferung an Saudi-Arabien wieder ankurbelte. Die saudischen Bomber bekamen wieder ihre “Präzisionsmunition”. Politisch verkauft wurde das Ganze als Schaffung von Arbeitsplätzen.

Man muss sich nur vorstellen, dass die beiden Partner nicht USA und Saudi-Arabien heißen und der Schauplatz in Syrien liegt, um zu erkennen, welches Empörungspotential die Vorgänge eigentlich haben. Am 9. August feuerte die saudi-arabisch geführte Koalition auf einen Bus voller Schulkindern im Jemen. Die Bilanz laut Vertretern des jemenitischen Gesundheitsministeriums: 54 Tote, darunter 44 Kinder, und “viele Verletzte”. Der Schock über den grausigen Angriff war diesmal beträchtlich. Viele Medien berichteten.

Doch schaffte es die infame Begründung der Koalition nicht zum großen Skandal, der es sicher gewesen wäre, wenn solches von Russland geäußert worden wäre. Die Argumentation lief darauf hinaus, dass der Bus voller Kinder, der auf einem Markt Pause machte, gerechtfertigt sei, weil der Bus ein legitimes militärisches Ziel war – mit “Masterminds” an Bord und Passagieren, die als “menschliche Schutzschilde” missbraucht wurden.

“Alle Elemente im Bus waren ein Ziel (i.O. “were targeted”)”, sagte Colonel Malki dem saudischen Sender al-Arabija,

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Der Putschist | KenFM.de

Der Putschist | KenFM.de

16-08-18 08:28:00,

Die Geschichte der Vertuschungen des ehemaligen FBI-Direktors Robert Mueller.

von Kevin Ryan.

Der talentierte Mr. Mueller

In letzter Zeit ist der ehemalige FBI-Direktor Robert Mueller wegen seiner Untersuchung der vermeintlichen russischen Einflussnahme auf die US-Wahlen 2016 in den Schlagzeilen. Nach seinen 12 Jahren als Leiter der Behörde – dies ist die längste Amtszeit seit J. Edgar Hoover – sehen viele Mueller heute als grundehrlichen Mann, der dem Interesse des amerikanischen Volkes dient. Doch diese Einschätzung kann nicht verteidigt werden, wenn man über Muellers Vergangenheit Bescheid weiß.

Nicht viele kennen Muellers lange Geschichte als Leiter von Regierungsuntersuchungen, die Ablenkungsmanöver oder Vertuschungen waren. Dazu gehört die Untersuchung des Bombenanschlags von Lockerbie 1988 (Pan-Am-Flug 103), die Untersuchung zur Bank of Credit and Commerce International (BCCI), die Terroristen finanzierte, und die FBI-Untersuchungen der Verbrechen vom 11. September 2001.

Heute gelangt die Öffentlichkeit zunehmend zu der Erkenntnis, dass es sich bei Muellers Untersuchung zu den vermeintlichen geheimen Absprachen zwischen Russland und den Verantwortlichen des Trump-Wahlkampfteams um ein ähnliches Ablenkungsmanöver handelt.

Zu Beginn seiner Karriere im Justizministerium fielen Muellers Fähigkeiten auf. Als Bundesstaatsanwalt in Boston Mitte der 1980er Jahre trug er dazu bei, dass vier Männer zu Unrecht verurteilt wurden; für Morde, die sie nicht begangen hatten, um einen mächtigen FBI-Informanten zu schützen – den Gangster James „Whitey“ Bulger. Nach einem Bericht des Boston Globe war „Mueller auch im Amt, als Whitey Bulger dem FBI half, seine kriminellen Konkurrenten abzutransportieren, ja sogar, als er Leichen an flachen Stellen entlang des Neponset begrub.“

Die Lockerbie-Vertuschung

Mueller wurde dann zum obersten Ermittler des Bombenanschlags von Lockerbie in Schottland 1988 ernannt. Der von Mueller vorgelegte Bericht war eine dürftige Geschichte, die einen Libyer namens Megrahi beschuldigte, eine Kofferbombe deponiert zu haben, die dann angeblich unbegleitet durch verschiedene Flughäfen reiste, um ihren Weg in das dem Absturz geweihte Flugzeug zu finden.

Trotz Muellers beharrlicher Verteidigung dieser unglaubwürdigen Geschichte wurde Megrahi 2009 aus dem Gefängnis entlassen und starb drei Jahre später in Libyen.

Bei den Lockerbie-Ermittlungen vertuschte Mueller Fakten zu einigen der Opfer des Bombenanschlags – einer Gruppe von US-Geheimdienstlern unter Leitung von Major Charles McKee von der Defense Intelligence Agency (DIA). McKee hatte sich zuvor zwecks Auffindung und Befreiung von Geiseln in Beirut aufgehalten und dort von dem CIA-Projekt COREA erfahren,

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Tagesdosis 16.8.2018 – Schluss. Aus. Stecker raus! | KenFM.de

Tagesdosis 16.8.2018 – Schluss. Aus. Stecker raus! | KenFM.de

16-08-18 08:27:00,

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Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Berlin, August 2018. Unfreiwillig wurde mehreren tausend Berlinern der Stecker gezogen. Sinnbildlich. Seit mehr als 48 Stunden sind in Berlin-Mitte komplette Straßenzüge ohne Internet und Telefon.

Bis dato sah sich die Telekom nicht in der Lage auf ihrer Störungs-Infoseite Gründe zu benennen. Noch besser, die Antworten auf Kundenbeschwerden sind verschwunden. Der Erklärungsversuch lautete: Ihr seid sicher irritiert, da unsere Kommentare auf die Useranliegen hier nicht mehr ersichtlich sind. Uns ist es wichtig, dass ihr wisst, dass dies nicht durch unsere Initiative erfolgt ist. Wir möchten nach wie vor überall dort helfen, wo User Anliegen formulieren, bei denen wir helfen können. Aktuell klären wir, wie es zu der Löschung unserer Beiträge kommen konnte. Professionalität und Vertrauensbildung sehen anders aus.

Nun informiert die Lokalpresse über die Gründe. Menschliches Versagen: In Berlin-Mitte sind seit Dienstag mindestens tausend Internet- und Telefonanschlüsse gestört. Bei Bauarbeiten an der Torstraße sei eine Kabelkanalanlage stark beschädigt worden, teilte eine Sprecherin der Deutschen Telekom am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Ende der Störung sei bislang nicht absehbar(1).

Trivial und uninteressant? Nicht unbedingt. Nehmen wir den beliebten Abschnitt, unweit der Torstraße, die Kastanienallee. Sinnbild für die Veränderung der Stadt, der Gesellschaft in den letzten 15 Jahren. Ehemals die Anlaufstelle für individuelle Berliner Lebensweisen, in einem alten in sich gesunden Stadtbezirk, ist auch diese Straße inzwischen Spiegelbild aktueller innerstädtischer honoriger Langeweile.

Alteingesessenes, Kantiges und Charakteristisches wurde kaputt gemacht, entsorgt, zerstört. Man sieht mehr junge Menschen, Neuberliner. Altbewohner und Rentner wurden erfolgreich verdrängt. Geschichtshistorischer rauer Putz wurde den Bedürfnissen der westdeutschen und inzwischen weltweiten Investoren aalglatt saniert. Bezahlbare Altbauten mit Seele verschwanden zu Gunsten von ausdruckslosen, überteuerten Neubauten.

Wählen wir also ein beliebiges Haus dieser Straße und seine Bewohner. Ebenerdig finden wir ein Brillengeschäft mit hochwertigen Produkten. Nur so sind noch die anmaßenden Mieten zu bewältigen. Das Problem des Händlers stellt sich auf zwei Ebenen dar. Durch das fehlende Internet kann er keine Bestellungen tätigen, den Webstore nicht betreuen, Kundenanfragen nicht beantworten. Das schwerwiegendere Problem: acht von zehn Kunden bezahlen mit Kreditkarte.

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Fed und Co.: Weltwirtschaftskrise voraus? Die Politik der Zentralbanken als auslösender Moment | www.konjunktion.info

Fed und Co.: Weltwirtschaftskrise voraus? Die Politik der Zentralbanken als auslösender Moment | www.konjunktion.info

16-08-18 08:24:00,

In letzter Zeit lesen wir vermehrt Artikel in der Hochleistungspresse über die Gefahren der ökonomischen “Ansteckung”. Hauptsächlich ausgelöst durch eine fehlende US-Dollar-Liquidität in den sogenannten Emerging Markets. Diese fehlende Liquidität wird gleichzeitig als Auslöser für die weltweite Instabilität bei Aktien, Anleihen und am Forex-Markt genannt. In den letzten Tagen wurde dabei vermehrt die Türkei als potenzieller Auslöser für einen fiskalischen Dominoeffekt, der auf zahlreiche andere Länder übergreifen kann/wird, angeführt.

Immer wieder haben wir in der Vergangenheit von dieser ominösen “Ansteckung bzw. Ansteckungsgefahr” gehört. Immer wieder wurde uns dies von unserer Hochleistungspresse als Sprachrohr der Notenbanken eingetrichtert. Noch vor wenigen Monaten war Italien, nach der Wahl einer angeblich “populistischen Regierung”, die Gefahrenquelle Nummer 1 für eine “Ansteckung im Kreditbereich innerhalb der EU”. Diese Furcht ist immer noch gegeben – aber nicht aus dem Grund, den wir gewöhnlich durch die Hochleistungspresse zu lesen bekommen.

Es gilt diese “Ansteckungsgefahr” aus einem anderen Blickwinkel zu analysieren als dem, der uns durch die Hochleistungspresse und ihrer Analysten vorgegeben wird. In deren Welt ist alles eine Folge von unvorhersehbaren Effekten und Auslösern. Alles basiert auf Zufall und hat nichts miteinander zu tun. Alles wartet quasi nur auf das unvermeidliche Chaos und wenn dieses dann eintritt, kann alles auf eine Reihe von miteinander verbundenen Sündenböcken zurückgeführt werden.

Sie werden behaupten, dass die Schuldigen für dieses Chaos, “Populisten”, Konservative, konservative Ideen oder die schlichte Erwähnung von nationaler Souveränität sind. Oder sie schieben den Schwarzen Peter noch abstrakteren Konzepten von “menschlicher Gier” und “individuellem Egoismus” in die Schuhe.

Linchpin-Theory - Bildquelle: www.konjunktion.infoLinchpin-Theory - Bildquelle: www.konjunktion.info

Linchpin-Theory – Bildquelle: www.konjunktion.info

Diese Begründung – besser Ausrede – für instabile Systeme und Katastrophen rührt im Übrigen von einem Propagandatrick, entwickelt von der US-Behörde DARPA, die als “Linchpin Theory (Stützentheorie, Dreh – und Angelpunkt-Theorie)” bezeichnet wird. Diese weit verbreitete Theorie besagt (vereinfacht dargestellt), dass menschliche Systeme “in natürlicher Weise” kollabieren, sobald sie “zu komplex” werden und dass der Kollaps dann beginnt, wenn eine bestimmte “Stütze (Linchpin)” im richtigen Moment an der richtigen Stelle liegend weggezogen wird. In anderen Worten: DARPA will uns Glauben machen,

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USA: Rekordzahl von Toten durch Opioid-Überdosierung im Jahr 2017

USA: Rekordzahl von Toten durch Opioid-Überdosierung im Jahr 2017

16-08-18 08:23:00,

Die Opioid-Epidemie ist ungebrochen: Mit mehr als 72.000 Toten stieg deren Zahl gegenüber 2016 noch einmal um 6,6 Prozent an

In einem vorläufigen Bericht der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) über die Zahl der Drogentoten im Jahr 2017 sieht es in den USA düster aus. Mehr als 72.000 Menschen sind an einer Überdosierung gestorben, 6,6 Prozent mehr als 2016. Vermutlich liegt die Zahl, so die CDC, noch höher. Vor allem stiegen Todesfälle durch Überdosierung von künstlichen Opioiden wie Fentanyl stark auf über 30.000 an. Der Rekordanstieg an Drogen bedeutet, dass mehr Menschen sie nehmen und dass sie tödlicher werden, indem beispielsweise Fentanyl mit Heroin gemischt wird.

Dabei ist die Zahl der Toten aufgrund des Konsums von Heroin und Methadon gesunken. Auch bei verschreibungspflichtigen Opioiden scheint eine Kehrtwende eingetreten zu sein. Offenbar verschreiben die Ärzte weniger schnell die Schmerzmittel, zumal die Warnungen vor der “Opioid-Epidemie” mit den schnell steigenden Todeszahlen lauter wurden.

US-Präsident Donald Trump setzte Anfang 2017 eine Kommission ein, die angesichts der in einem Bericht dargelegten Lage die Ausrufung eines nationalen Notstands verlangte. 92 Millionen Amerikaner nahmen bereits 2015 verschreibungspflichtige Opioide, über 11 Millionen “missbräuchlich”. An einer Überdosis sterben, wie es im Bericht heißt, mehr Menschen als an Schussverletzungen und bei Verkehrsunfällen – zusammen. Seit 1999 bis 2015 waren es 560.000 Menschen. Zwei Drittel der Todesfälle durch eine Überdosis waren verbunden mit Opioiden. Aufgrund der Opioid-Epidemie sinkt seit einigen Jahren in den USA die Lebenserwartung. (Die USA befinden sich wegen der “Opioid-Epidemie” in einer Krise).

Trump erklärte daraufhin den medizinischen Notstand, was eigentlich bedeuten würde, dass mehr Geld in die Bekämpfung des Medikamentenmissbrauchs fließen sollte. Aber seine Regierung bewilligte keine weiteren Finanzmittel (Bekämpfung der “Opioid-Epidemie” in den USA: “Ein gewinnbarer Krieg”). Geld kommt daher immer noch von einem Programm aus der Präsidentschaft von Obama. Nach dem 21st Century Cures Act wurde im Dezember 2016 eine Milliarde US-Dollar zur Bekämpfung der Opioid-Krise zur Verfügung gestellt.

Die Pharmakonzerne und die Ärzte, die massenhaft Opioide verschrieben hatten, hatten für die Opioid-Epidemie gesorgt, beginnend in den 1990er Jahren. Die Medikamente versprachen Schmerzfreiheit, verbunden mit Euphorie und Optimismus, und sollten bei kurzzeitiger Einnahme nicht abhängig machen. Während die USA auf der einen Seite also einen “Krieg gegen die Drogen”

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Brücke in Genua: Privatisierung tötet – doch die Medien warnen vor „Schuldzuweisung“ – www.NachDenkSeiten.de

Brücke in Genua: Privatisierung tötet – doch die Medien warnen vor „Schuldzuweisung“ – www.NachDenkSeiten.de

16-08-18 08:22:00,

16. August 2018 um 14:35 Uhr | Verantwortlich:

Brücke in Genua: Privatisierung tötet – doch die Medien warnen vor „Schuldzuweisung“

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Markt und Staat, Medienkritik, Privatisierung, Verkehrspolitik

Das Unglück von Genua hätte eine Steilvorlage für kritischen Journalismus sein können. Stattdessen nehmen die großen europäischen Medien die private Betreiberfirma der Brücke in Schutz – denn auf das Prinzip der Privatisierung soll kein schlechtes Licht fallen. Von Tobias Riegel.

Es gibt kein einziges Beispiel für eine positiv verlaufene Privatisierung öffentlicher Güter, seien dies Infrastruktur-Projekte wie Brücken, Autobahnen oder Bahntrassen oder seien dies Dienstleistungen in der Verwaltung oder in der Krankenversorgung. Im Gegenteil: Der allgemeine Begriff Privatisierung kann schnell und erbarmungslos auf den Alltag durchschlagen – der Zusammenbruch der privat betriebenen Brücke in Genua symbolisiert das auf schockierende Weise. Hier wird den Menschen die tödliche Folge eines Rückzugs des Staates schonungslos vor Augen geführt. Weil der Brücken-Einsturz neben dem individuellen Leid das prinzipielle Problem der Privatisierung beleuchtet, wettern viele Medien nun gegen eine „Schuldzuweisung“ in Richtung der privaten Betreibergesellschaft.

Naturgemäß fordern die großen europäischen Medien nun keine öffentliche Zurückeroberung von privatisierten Bereichen – die Berichterstattung hat das gegenteilige Ziel: Aus der Katastrophe sollen keine „falschen“ Schlussfolgerungen gezogen werden, also solche, die sich gegen Privatisierungen richten. Und so läuft eine Medien-Kampagne gegen „populistische“ Kritik an den Brücken-Betreibern und gegen ein „altes Spiel der Schuldzuweisungen“, wie etwa die belgische Zeitung „De Tijd“ kommentiert:

„Die Katastrophe von Genua gibt ihr (der italienischen Regierung) nun Gelegenheit, sich zu beweisen. Aber die Art und Weise, auf die sie die Schuld so weit wie möglich von sich weist und schnell Sündenböcke präsentiert, die in ihr ideologisches Schema passen, verheißt nichts Gutes. Das Land braucht eine neue Dynamik und nicht das alte Spiel der Schuldzuweisungen, um vor allem selbst nichts tun zu müssen.“

Dieser Tenor zieht sich durch zahlreiche europäische Medien, stellvertretend schreibt etwa die „Tagesschau“: „Die Schuldzuweisungen haben längst begonnen“ und: „Der Grund für den Brückeneinsturz in Genua ist noch unklar, doch die Regierung hat die Schuldigen bereits ausgemacht: den Autobahnbetreiber.“

„Populisten“ betreiben „Vorverurteilung“

Die „Hessische Allgemeine“ findet: “Es ist der Tag der Reflexe- und damit der viel zu schnellen,

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Die US-Aggression im Jemen

Die US-Aggression im Jemen

16-08-18 09:55:00,

Die USA sind in die Kindermorde im Jemen verstrickt
von Kathy Kelly

Am 9. August wurde bei einem von den USA unterstützten Luftangriff durch Saudi-Arabien in Sa’ada, einer Stadt im Norden des Jemen, ein Bus mit Schulkindern bombardiert. Die New York Times berichtet, die Schüler seien auf einer Freizeitausfahrt gewesen. Laut dem Gesundheitsamt von Sa’ada wurden bei dem Angriff mindestens 43 Menschen getötet.

Dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes zufolge waren mindestens 29 der Getöteten jünger als 15 Jahre, zudem erlitten 48 Menschen Verletzungen, darunter 30 Kinder.

CNN zeigte erschreckende, herzzerreißende Aufnahmen von Kindern, die den Angriff überlebt haben und in einer Notaufnahme behandelt wurden. Eines der Kinder, das einen blauen UNICEF-Rucksack trägt, ist blutüberströmt und übersät mit schweren Brandwunden.

In ihrem Bericht über die Tragödie betont CNNs Chef-Korrespondentin Nima Elbagir, sie habe nicht ausgestrahlte Videoaufnahmen gesehen, die noch schlimmer seien als das, was CNN gezeigt hat. Dann merkte sie an, dass sich die Lage verschlimmern könnte, da Jemens lebenswichtiger Hafen in Hodeidah, der einzige zur Zeit funktionsfähige Hafen des Landes, bereits seit Wochen unter Beschuss anhaltender, durch die Saudi-Koalition geführter Luftangriffe stehe.

Elbagir bezeichnet den Hafen von Hodeidah als „einzige Lebensader zur Versorgung des Jemen.“ „Dieser Konflikt wird durch die USA und Großbritannien gestützt“, meint Elbagir und beschließt ihren Bericht mit den Worten: „Sie bieten volle Unterstützung für die derzeitigen Saudi-geführten Aktivitäten im Jemen.“

US-Unternehmen wie Raytheon, General Dynamics, Boeing und Lockheed Martin haben Waffen im Wert von mehreren Milliarden Dollar an Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Länder in der saudisch-emiratischen Koalition verkauft, die den Jemen angreift.

Das US-Militär tankt saudische und emiratische Kampfflugzeuge während deren Luftübungen auf. Zudem helfen die USA den Kriegstreibern der Saudi-Koalition bei der Auswahl ihrer Angriffsziele.

Isa Blumi, Lehrbeauftragter an der Universität Stockholm und Autor des Buches Destroying Yemen (Die Zerstörung des Jemen), ist der Meinung, die USA seien „an vorderster Stelle verantwortlich“ für die Angriffe der Saudi-Koalition.

Bei dem Versuch, die US-Unterstützung für die saudisch-emiratischen Kampfhandlungen im Jemen angemessen zu beschreiben, hat Journalist Samuel Oakford kürzlich folgenden Vergleich eingebracht: „Wenn ein Luftangriff ein Mordanschlag aus einem fahrenden Auto wäre, dann würden die USA das Auto, die Räder, die Pistole, die Kugeln sowie Wartung und Reparatur sowohl für Fahrzeug als auch der Waffen zu Verfügung stellen – und den Sprit.“

Die Luftangriffe vom 9.

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Viele Wahrheiten sind zu unangenehm

Viele Wahrheiten sind zu unangenehm

16-08-18 09:50:00,

Herr Tilgner, Sie waren einer der prominentesten deutschen Auslandskorrespondenten, haben vor einigen Jahren aber mit dem Journalismus im Land gebrochen und sind, was die Arbeit angeht, in die Schweiz ausgewandert. Die Eingriffe in Ihre Arbeit waren für Sie nicht länger hinnehmbar, wie man hört. Wie kam es dazu? Was war das Problem?

Es gab ein Grundproblem und einen Auslöser. Letzterer war eine eigentlich banale Geschichte: Am 18. August 2007 wurde mittags die Deutsche Christina M., die für die Organisation Ora International in Afghanistan arbeitete, aus einem Restaurant in Kabul entführt. Wie gewünscht habe ich am selben Abend für das »heute journal« des ZDF einen kurzen Beitrag gefertigt. Doch anders als vor allem die Kollegen der konkurrierenden Privatsender habe ich nicht über eine Verfolgungsjagd der Polizei berichtet, bei der ein unbeteiligter Taxifahrer erschossen wurde. Mir war bedenklich, dass die angebliche Verfolgungsjagd erst zwanzig Minuten nach der Tat begann.

Am nächsten Morgen bei der Bestellung des Folgestückes musste ich die Kritik schlucken, die »Verfolgungsjagd« nicht erwähnt zu haben. Dass die Geschichte hinten und vorne nicht stimmen konnte und offensichtlich inszeniert war, um die afghanische Polizei in ein gutes Licht zu setzen, stand für mich relativ schnell fest. So hatte mich der Geheimdienstchef von Kabul am Tag nach der Tat vor genau das Haus bestellt, in dem die Entwicklungshelferin gefangen gehalten wurde, was zu dem Zeitpunkt offiziell nicht bekannt war, erschien dann aber nicht zum vereinbarten Termin im von der Polizei komplett abgeriegelten Viertel.

Eine Nacht später wurde die Geisel befreit. Drei der Entführer versteckten sich im Garten des Nachbarhauses und ließen sich dort widerstandslos festnehmen. Offiziell hieß es, die Entführer hätten ein Schreiben mit ihren Forderungen beim afghanischen Privatsender Tolo abgegeben und wären anschließend von der Polizei bis zum Versteck der Entführten verfolgt worden. Dadurch sei es gelungen, den Schlupfwinkel der Täter zu ermitteln.

Dass ich in meinem Bericht über die »Befreiung« die Polizei nicht gelobt hatte, wurde von der »heute journal«-Redaktion kritisiert, ohne dass ich dazu befragt worden war. Dies ist zwar ein durchaus normales Vorgehen, da die meisten Berichte bewertet werden, ohne dass deren Verfasserinnen oder Verfasser beteiligt sind. Für mich war es jedoch ein Grund, aus der Haut zu fahren, als mir nachmittags die Kritik mitgeteilt wurde. Und dann blieb auch noch ein für den Morgen des nächsten Tages angekündigter Anruf aus Deutschland aus,

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Studie: Firmen tracken Nutzer*innen trotz Adblockern

Studie: Firmen tracken Nutzer*innen trotz Adblockern

16-08-18 07:58:00,

Über die letzten zwei Jahrzehnte ist rund ums Online-Marketing eine hochentwickelte Industrie entstanden, die große Gewinne aus der Extraktion und Analyse von User-Daten schöpft. Doch wo diese Datenströme fließen und wer sich Daten abzwackt, ist für Außenstehende völlig intransparent. Zwei Forscher an der Northeastern University in Boston haben nun versucht, das komplexe Firmengeflecht der Online-Werbung nachvollziehbar zu machen. Ihre Studie [pdf] liefert spannende Einsichten in den Aufbau und die internen Abläufe der Online-Werbeindustrie.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Besonders beunruhigend sind die Ergebnisse mehrerer Simulationen, mit denen die Wirksamkeit von fünf Adblocking-Strategien im Hinblick auf die Privatsphäre von Nutzer*innen getestet wurde. Die populäre Browser-Erweiterung Adblock Plus etwa verhindert in der Standardeinstellung die Verbreitung der Daten ihrer Nutzer*innen nicht, weil wesentliche Werbebörsen aufgrund der Sonderregeln für akzeptable Werbung nicht blockiert werden: „Adblock Plus hat überhaupt keinen Effekt, es ist kein Stück besser als gar nicht zu blocken“, so Muhammad Ahmad Bashir, Co-Autor der Studie, kürzlich in einem Vortrag. Die besten Ergebnisse wurden mit Disconnect erzielt, das die Privatsphäre deutlich erhöht. Trotzdem: Auch die stärksten Blocking-Strategien verhindern der Studie zufolge nicht, dass Personen in 40-80 Prozent der Fälle zumindest von den einflussreichsten Unternehmen beobachtet werden, wenn sie eine Webseite besuchen.

Datenschleuder Echtzeit-Auktion

Die beiden Forscher aus Boston führen dies auf die Effekte von Echtzeit-Auktionen (engl. Real Time Bidding) an Werbebörsen (engl. Ad Exchange) zurück. Diese Werbebörsen funktionieren prinzipiell so: Eine Herausgeberin einer Webseite möchte mit Werbung Geld verdienen und wendet sich daher an eine Werbebörse (oder wird durch eine Demand-Side-Plattform an eine solche vermittelt). Sie implementiert einen JavaScript-Tracker der Werbebörse auf ihrer Webseite. Wird die Webseite von einer Person besucht, lädt sich die Werbebörse in Echtzeit die über ihren Tracker abgegriffenen User-Daten herunter. Diese können Informationen wie beispielsweise Alter, Geschlecht, besuchte Webseiten oder Interessen umfassen. An der Börse können Werbetreibende dann an einer Echtzeit-Auktion (engl. Real Time Bidding) um den Werbeplatz auf der Seite der Herausgeberin teilnehmen. Wer am meisten bietet, kann der Person mit dem gewünschten Profil eine Anzeige schalten.

Beispiel: Obwohl eine Person auf CNN nur von 4 Akteuren getrackt wird (graue Kanten),  » Lees verder

Bundesregierung billigt Gesetzentwurf für dritte Geschlechtsoption

Bundesregierung billigt Gesetzentwurf für dritte Geschlechtsoption

15-08-18 02:45:00,

Gesellschaft

16:39 15.08.2018(aktualisiert 16:41 15.08.2018) Zum Kurzlink

Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf gebilligt, wonach es künftig eine dritte Geschlechtsoption geben soll. Dies meldete die Agentur AFP unter Berufung auf das Bundesjustizministerium am Mittwoch.

Die Neuregelung soll intersexuellen Menschen die Eintragung ihrer Identität ins Geburtenregister ermöglichen.

„Kein Mensch darf wegen seiner sexuellen Identität diskriminiert werden“, zitiert die AFP die Justizministerin Katarina Barley.

Mit dem zusätzlichen Eintrag „divers“ werde Menschen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, ein Stück Würde und eine positive Identität gegeben.

©
AFP 2018 / Getty Images North America/ Sara D. Davis

„Alle Menschen sollen ihre geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung selbstbestimmt und frei leben können“, so die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Die Einführung der dritten Geschlechtsoption sei ein wichtiger Schritt zur rechtlichen Anerkennung von Menschen, deren Geschlechtsidentität weder männlich noch weiblich sei.

Zuvor war berichtet worden, dass das Bundesverfassungsgericht am 10. Oktober 2017 entschieden hatte, das Personenstandsrecht sei ein Verstoß gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht sowie das im Grundgesetz geregelte Diskriminierungsverbot. Die entsprechende Entscheidung war im November 2017 veröffentlicht worden.

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Drohnenschwärme und Big Data: Bundespolizei will von neuen Forschungen profitieren

Drohnenschwärme und Big Data: Bundespolizei will von neuen Forschungen profitieren

15-08-18 10:35:00,

Ein Schwarm UAVs kartiert ein Gebiet. Bild: DLR/CC-BY 3.0

Fluggastdaten sollen mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet werden, auch die bildgebende Überwachung wird mit selbstlernenden Verfahren verbessert. Von besonderer Bedeutung ist die Aufklärung aus der Luft und aus dem All

Die Bundespolizei und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wollen in Zukunft noch enger kooperieren. Ein neues Abkommen soll einen “intensiven Fachaustausch zu Themen der zivilen Sicherheit” ermöglichen. Laut Dennis Göge, dem Programmkoordinator der DLR-Sicherheitsforschung, steht dabei die Nutzung von Algorithmen und Anwendungen zur “Big-Data-Prozessierung” im Vordergrund.

Dieter Romann, der Präsident der Bundespolizei, will mit der Kooperation die Verarbeitung “immer größer werdender Datenmengen” verbessern. Als Beispiel nennt Romann die Auswertung von Passagierdaten im Flugverkehr. Die vor zwei Jahren beschlossene Richtlinie über die Verwendung von Fluggastdatensätzen verpflichtet Fluglinien, den Grenzbehörden am Zielflughafen vor jedem Start weitgehende Angaben zu den Passagieren zu übermitteln. Zuständig hierfür ist die Bundespolizei, die diese Angaben über die Fluggastdatenzentralstelle beim Bundeskriminalamt (BKA) erhält.

DLR startet “Big-Data-Plattform”

Für Forschungen zur Auswertung sogenannter Massendaten hat das DLR im vergangenen Monat eine neue “Big-Data-Plattform” mit 21 DLR-Instituten aus den Bereichen Raumfahrt, Luftfahrt, Verkehr, Energie und Sicherheit ins Leben gerufen. Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und verfügt über 21 Millionen Euro. Dabei geht es unter anderem um das sogenannte Data Mining, das mithilfe Künstlicher Intelligenz Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführt. Die Forschungen werden auch für die Bildverarbeitung genutzt, unter anderem sollen Rettungskräfte vermehrt von selbstlernenden Systemen in der Aufklärung aus der Luft und aus dem All profitieren.

Das neue Kooperationsabkommen ergänzt die ohnehin enge Zusammenarbeit zwischen dem DLR und der Bundespolizei. Im Mittelpunkt steht dabei die Beobachtung mit Flugzeugen, Drohnen und Satelliten. Im Projekt “Echtzeitdienste für die Maritime Sicherheit – Security” (EMSec) hatten die beiden Partner vor zwei Jahren in der Nordsee Gefahrensituationen wie die Entführung einer Fähre und den Angriff auf eine Windkraftanlage simuliert. In einem anderen Szenario wurde mit 50 Kubikmetern Popcorn ein Ölteppich simuliert und die Driftrichtung prognostiziert.

Schließlich wurde in den Tests das GNSS (Globales Navigationssatellitensystem)-Signal gestört, so dass die Positionssysteme verdächtiger Schiffe nur noch schwer zu verfolgen sind. Zu den Teilnehmern in EMSec gehören auch die Rüstungskonzerne Atlas Elektronik und Airbus.

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