Griechenland: Die Lüge von der «überwundenen» Finanzkrise

Griechenland: Die Lüge von der «überwundenen» Finanzkrise

12-10-18 10:27:00,

Ernst Wolff / 12. Okt 2018 –

Die Aktienkurse grosser griechischer Banken stürzten letzte Woche ein. Eine Zahlenakrobatik soll einen Kollaps verschleiern.

Wer in der vergangenen Woche die Vorgänge im griechischen Bankensystem verfolgt hat, der rieb sich verwundert die Augen: Die vier grössten Geldinstitute – Piräus Bank, Eurobank, Alpha Bank und National Bank – erlebten an der Athener Börse ein wahres Erdbeben.

Aktien-Index der Athener Börse: Seit Mai im Sinkflug, namentlich wegen der Bankenaktien. Grössere Auflösung der Grafik hier.

Schon seit Mai und insbesondere seit Anfang September kriselt es im Bankensektor des Landes, doch in den ersten Oktobertagen verschärfte sich die Situation dramatisch: Die vier Institute mussten Einbussen von bis zu 40 Prozent hinnehmen, der Aktienkurs der Piräus Bank brach um fast 30 Prozent ein, der Athener Bankenindex fiel auf den tiefsten Stand seit 31 Monaten.

Wie konnte das sein? War Griechenland nicht erst im August unter grossem Beifall der Politik aus dem Euro-Rettungsschirm entlassen worden? Und hatten die vier Grossbanken nicht erst im Mai einen Stresstest der EZB bestanden?

Stresstests: PR-Instrument der EZB

In der Tat sind gerade einmal sechs Wochen vergangen, seit EU-Ratspräsident Donald Tusk dem griechischen Volk mit den Worten

«Ihr habt es geschafft!»per Twitter zur Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte gratulierte. EU-Finanzkommissar Moscovici sprach von einem

«symbolischen Schlussstrich unter eine existenzielle Krise des Euro-Währungsgebiets».
Und die EZB attestierte den vier systemrelevanten griechischen Grossbanken vor knapp einem halben Jahr, sie könnten auch schwere Turbulenzen ohne grössere Schäden überstehen.

Wer allerdings meint, dass derartige Stresstests irgendeine Aussagekraft über den tatsächlichen Zustand von Geldinstituten haben, der sei daran erinnert, dass die griechischen Banken in den vergangenen acht Jahren dreimal bankrott gingen –, und jedes Mal hatten sie zuvor die Stresstests der EZB bestanden.

Im Grunde sind solche Tests nichts anderes als ein PR-Instrument, mit dem die EZB die Öffentlichkeit über den wahren Zustand des Finanzsystems hinwegtäuscht. Selbst wenn sie mit grösster Sorgfalt und Ernsthaftigkeit durchgeführt würden, wäre ihr Ergebnis weitgehend unbrauchbar. Denn mehr als 40 Prozent der Bankgeschäfte werden heute von unregulierten Schattenbanken – hauptsächlich von Hedgefonds – getätigt, und die Grossbanken haben den riskantesten Teil ihrer Geschäfte längst in diesen Bereich ausgelagert.

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Leserzuschrift: Klima – Geschehen und mehr | | www.konjunktion.info

Leserzuschrift: Klima – Geschehen und mehr | | www.konjunktion.info

12-10-18 10:23:00,

Leserzuschrift von D.G. – Verantwortlich für den Inhalt und dessen Richtigkeit ist alleine der Autor. Der Inhalt muss nicht zwingend die Meinung des Betreibers von http://www.konjunktion.info wiederspiegeln. Eventuelle Anfragen, Ansprüche, o.ä. sind direkt an den Autor zu stellen. Eine Veröffentlichung auf einer anderen Plattform als http://www.konjunktion.info ist zuvor mit dem Autor D.G. abzuklären. Urheberrechte usw. liegen allein beim Autor G.D. 

Eine weitere Leserzuschrift zum Thema Klima, Klimawandel, Geoengineering hat mich dieser Tage erreicht, die ich ebenfalls online stellen möchte:

Hallo, aus gegebenen Anlass, siehe die Infolinks, moechte ich diese teilen!

Den folgenden Link bitte besonders beachten!

http://klima-der-gerechtigkeit.de/2015/12/01/extreme-klimaungerechtigkeit-die-reichsten-10-prozent-der-weltbevoelkerung-sind-fuer-die-haelfte-der-emissionen-verantwortlich/
sowie
www.oxfam.de/system/files/oxfam-extreme-carbon-inequality-20151202-engl.pdf
www.oxfam.de/system/files/oxfam-extreme-carbon-inequality-20151202-engl.pdf

Daraus ergeben sich interessante Schluesse fuer den Leser als auch fuer die angesprochenen Verantwortlichen! Der Grossteil der menschlichen Bevoelkerung befindet sich in einer von den MSMedien bewusstseinsgesteuerten Matrix, das er diese Fakten nicht zur Kenntnis nimmt!

Fuer die meisten Menschen ist es anscheinend geistig nicht mehr moeglich, die Verbindung von Ausbeutung der (lebenswichtigen) Ressourcen des Planeten Erde wie Wasser, Holz, Erze, Oel u.m. sowie das Artensterben von Tierarten, Pflanzenarten, weitere, die weiterhin vom Aussterben bedroht sind, ueber die Produktion von unnoetigen Guetern, was zur Umweltverschmutzung fuehrt,  die man anhand von Carbon Footprint feststellen und messen kann, herzustellen. Diese Ausbeutung der Ressourcen als auch die Produktion von Guetern ist wiederum die Grundlagen fuer eine wachsende Wirtschaft, der mittlerweile jeder Staat unterworfen ist. Von der ausgelagerten Finanzwirtschaft mit Derivaten u.m. moechte ich an dieser Stelle gar nicht reden! Dabei muss man sich doch nur vor Augen fuehren, was die Grundfaktoren der Wirtschaft sind

1. Investition
2. Grund und Boden (hier Ressourcen)
3. Faktoren zur Produktionskraft (hier menschl.Produktionskraft und Energie wie Oel und Gas)

Das alles ist nur durch finanzielle Unterstuetzung moeglich, also monetaere Invesition, deren Nutzniesser letztlich die Hochfinanz, also Banken und der Investoren (Eliten, UHNWI, HNWI, IGE) sind. Wie angesichts der dramatischen und unumkehrbaren Veraenderungen auf diesem Planeten, nicht nur im Bereich des Klimas, die verantwortlichen Staatenlenker , also Politiker, die dem Volk verpflichtet sind, an dieser Schraube weiterdrehen, ist mir unbegreiflich, kann ich mir jedoch nur durch Korrution vorstellen! Die Protokolle der Weisen von Zion bieten da eine Erklaerung an! Wer nur ein bisschen diebezueglich weiter nachforscht,

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Der Verstoßene

Der Verstoßene

12-10-18 10:11:00,

Wenn sich jemand mit Separatismus auskennt, dann ist das der russische Journalist Andrej Babitsky. Ich traf den 1964 geborenen Kriegsreporter im Juli dieses Jahres in Donezk, der Hauptstadt der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk.

Mit Babitsky persönlich zu sprechen, das hatte ich mir schon lange vorgenommen. Im Februar 2000 wären wir uns fast in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny über den Weg gelaufen. Babitsky gehörte damals zu den bekanntesten Tschetschenien-Reportern.

Bild

Von westlichen Medien wurde er wegen seiner kritischen Berichte über die russische Kriegsführung in Tschetschenien mit Lob überhäuft. Doch 2014 wagte der Journalist Widerspruch gegen den westlichen Mainstream. Er rechtfertigte die Vereinigung der Krim mit Russland. Prompt folgte die Kündigung durch seinen Arbeitgeber Radio Liberty. Babitsky siedelte von Prag nach Donezk über und berichtet seitdem für russische Internet-Portale (1) über die „Volksrepublik Donezk“.

Nach Grosny zu fahren war in den 1990er Jahren ein Muss für Russland-Korrespondenten, denn in Tschetschenien entschied sich auch das Schicksal Russlands. Wird das riesige Land in verschiedene Gebiete zerfallen, oder wird es gelingen, den Zerfallsprozess, der schon in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre – also noch zu Sowjetzeiten – begann, zu stoppen?

Neben dem menschlichen Leid über das die Reporter berichteten, war diese strategische Frage das zweite wichtige Thema, das in den Berichten immer mitschwang. Schon damals wurde deutlich, dass der Westen gegenüber dem radikalen Islamismus, der sich zwischen 1996 und 1999 in Tschetschenien massiv entwickelte, beide Augen verschloss. Dabei mehrten sich ab 1998 die Anzeichen, dass radikale Wahhabiten aus arabischen Ländern nach Tschetschenien gingen um von dort aus ein kaukasisches Kalifat aufzubauen. Für Russland, in dem Millionen Muslime wohnen, wurde der radikale Islamismus zur realen Gefahr.

Die deutschen Medien berichteten über den Tschetschenien-Reporter Babitsky, der gute Kontakte zu den radikalen Tschetschenen hatte und diese interviewte, wie über einen Helden. Wladimir Putin hatte Babitsky als „Verräter“ bezeichnet. Nachdem der Journalist von russischen Sicherheitskräften im Januar 2000 gefangen genommen und im Februar gegen drei von einer tschetschenischen Kampfgruppe festgehaltene russische Soldaten ausgetauscht worden war, brachte der Spiegel ein großes Interview mit Babitzky. Russland stand an der Anklagemauer. Die westlichen Medien gefielen sich in ihrer Rolle als Lehrmeister in Sachen Pressefreiheit.

Die Arbeitsbedingungen für Journalisten waren im Tschetschenienkrieg äußerst schwierig. Ich versuchte damals von beiden Seiten zu berichten,

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Die Mutter aller Kriegsverbrechen

Die Mutter aller Kriegsverbrechen

12-10-18 10:09:00,

Haben die USA 1945 zwei Atombomben auf Japan abgeworfen, weil sie den Zweiten Weltkrieg möglichst schnell beenden und so viele Menschenleben wie möglich retten wollten? „So habe ich es in der Schule gelernt“, sagt Dirk Pohlmann zu Beginn seines Vortrages in Hannover-Langenhagen. Auch in der Wikipedia finden sich diese US-Rechtfertigungen bis heute. „Doch diese Begründungen sind falsch“, betont Pohlmann. Er bezeichnet sie sogar als „Mythos“.

Der Journalist, der zahlreiche TV-Dokumentationen für ARD, ZDF und Arte drehte, hat eine andere Erklärung für die Atombombenabwürfe, die auf deutlich weniger Humanität und mehr machtstrategischen Zynismus bei den damaligen US-Verantwortlichen schließen lassen. „Die Bomben wurden nicht aus militärischen Gründen abgeworfen, sondern zu Testzwecken.“

Der 59-Jährige hat sich lange mit den Atombombenabwürfen beschäftigt. Das liegt auch daran, dass er als Student in Mainz das Glück hatte, mit Helmut Erlinghagen einen der wenigen europäischen Zeugen und Überlebenden von Hiroshima kennenzulernen (1). Erlinghagen wurde von seinen Eltern in den 1930er Jahren als Jesuitenschüler nach Japan geschickt und befand sich am 6. August 1945 in einem Kloster in Hiroshima, erzählt Pohlmann. In den 1970er Jahren kehrte Erlinghagen nach Deutschland zurück und lehrte Philosophie in Mainz.

Pohlmann interviewte seinen Professor mehrmals zu dem Thema und freundete sich mit ihm an. „Es war unglaublich, was Erlinghagen beschrieb“, erinnert sich der Journalist. Opfern konnte man die Haut wie einen Handschuh abziehen, wenn man ihnen die Hand gab, hatte Erlinghagen berichtet. Frauen, die von der Explosion erblindet waren, zogen klagend in einer Reihe Hand auf Schulter durch die Trümmer. Kinder irrten durch die Ruinenlandschaft auf der Suche nach ihren Eltern.

Das Kloster am Stadtrand war als eines der wenigen massiv gebauten Gebäude stehengeblieben. Die meisten Häuser Hiroshimas waren hingegen in leichter Holzbauweise konstruiert und wurden beim Bombenabwurf komplett zerstört. Viele Überlebende kamen ins Kloster und hofften auf Hilfe. Doch mehr als Beistand konnten die Jesuiten nicht leisten.

40.000 Menschen nahe dem Detonationszentrum waren sofort gestorben, die meisten von ihnen verdampften in der ungeheuren Hitze der atomaren Explosion. 80.000 weitere Menschen starben in der Folgezeit an den Strahlenwirkungen. Auch Helmut Erlinghagen hatte mit den Folgen zu kämpfen: Er entwickelte eine Immunschwäche und starb 1994.

90 Prozent der Todesopfer in Hiroshima waren Frauen und Kinder, sagte Pohlmann. Dies allein spricht schon dagegen, dass hier ein militärisches Ziel angegriffen wurde.

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Zentralasien von Russland trennen: Pentagon liefert mehr Technik nach Tadschikistan

Zentralasien von Russland trennen: Pentagon liefert mehr Technik nach Tadschikistan

11-10-18 02:15:00,

Zeitungen

15:48 11.10.2018Zum Kurzlink

Washingtons Verhältnis zu Russland und Pakistan verschlechtert sich weiterhin. Deshalb wird Zentralasien für die USA zunehmend zu einer Schlüsselregion. Die zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken sollen auf lange Sicht aus dem russischen Einflussbereich rausgerissen werden.

Die Vereinigten Staaten rüsten tadschikische Grenztruppen aus. Am 5. Oktober haben ranghohe US-Beamte Fahrzeuge für Patrouillen- und Aufklärungseinsätze im Wert von acht Millionen US-Dollar an die tadschikische Behörde übergeben.

Finanziert wurde die Ausrüstung vom US Central Command, dem für Zentralasien zuständigen Regionalkommando des Pentagons. Sie sei dafür bestimmt, Gefahren zu bekämpfen, die von Afghanistan ausgehen. Die tadschikischen Grenzschützer sollen dabei unterstützt werden, den Drogenschmuggel in der tadschikischen Grenzregion Chatlon zu unterbinden.

Andere Sputnik-Artikel: So wollen die USA Usbekistan und Tadschikistan gefügig machen

Insgesamt hat Tadschikistan seit 2006 rund 155 Millionen Dollar vom US Central Command erhalten. Erst im Mai 2017 lieferte die Pentagon-Behörde Fahrzeuge, Kommunikationssysteme und Wärmebildkameras im Gesamtwert von sechs Millionen Dollar an den tadschikischen Grenzschutz.

Auffällig an dieser scheinbar uneigennützigen Hilfe der US-Amerikaner ist vor allem Folgendes: Die USA leisten hier Hilfe für den Wachschutz an der Grenze eines Landes, das sie seit 2001 besetzt halten. Damit soll der Schmuggel von Drogen unterbunden werden, deren Herstellung in Afghanistan seit der US-Okkupation maßlos zugenommen hat.

So besuchte im Mai dieses Jahres Joseph Votel, der Oberbefehlshaber des United States Central Command, die tadschikische Hauptstadt Duschanbe zu Gesprächen mit dem Präsidenten Emomalij Rahmon und der militärischen Führung des Landes.

Die Grenzsicherheit und die Souveränität seien die gemeinsamen Interessen von Washington und Duschanbe betonte der US-General. Unter „Souveränität“ verstehen die Vereinigten Staaten allerdings weniger die Unabhängigkeit der zentralasiatischen Republiken als deren Loslösung von Russland und den Verbünden mit dessen Beteiligung wie die EAWU oder die OVKS.

Wenn es in der Ukraine geklappt hat, warum sollte es in Zentralasien nicht klappen? Dass Tadschikistan der Eurasischen Wirtschaftsunion nicht beigetreten ist, ist aus Washingtoner Sicht definitiv von Vorteil.

Andere Sputnik-Artikel: Pentagon nennt Vorteile russischer Waffensysteme gegenüber US-amerikanischen

Dabei dementiert die US-Führung hartnäckig alle Berichte darüber, dass die USA in der tadschikisch-afghanischen Region absichtlich Spannungen provozieren. So wurde unter anderem berichtet, die Vereinigten Staaten hätten Mitglieder des Islamischen Staates aus Syrien und dem Irak in den Norden des Landes verlegt.

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Wo Ziviler Ungehorsam zur Pflicht wird

Wo Ziviler Ungehorsam zur Pflicht wird

11-10-18 09:56:00,

Romano Paganini

Romano Paganini / 11. Okt 2018 –

Gewaltfreier Widerstand gegenüber staatlichen Autoritäten ist nötig, um Unrecht innerhalb eines Rechtsstaats sichtbar zu machen.

Mit einer Protestaktion verhinderte eine junge Schwedin am 23. Juli den Start eines Flugzeugs, mit dem ein 52-jähriger Afghane aus Göteborg in sein Heimatland zurückgeschafft werden sollte. Die 21-jährige Studentin Elin Ersson weigerte sich, im Flugzeug von Göteborg nach Istanbul Platz zu nehmen. «In Afghanistan herrscht Krieg und der Mann wird möglicherweise getötet», sagte Ersson in die Kamera ihres Handys und streamte das Video live bei Facebook. Die Schwedin blieb so lange im Gang stehen, bis die Polizei den Mann aus dem Flugzeug holte. Danach verliess sie die Maschine ebenfalls.

Durch Zivilen Ungehorsam eine Debatte angestossen: Die schwedische Studentin Elin Ersson im Video, das sie vor dem Abflug in Göteburg zeigt. (Quelle: Facebook/YouTube)

Nur eine Woche später eine ähnliche Situation, diesmal im Flugzeug von Helsinki nach Berlin: Aino Pennanen, juristische Mitarbeiterin der grünen Fraktion Vihreät im finnischen Parlament, war mit ihrer Familie auf dem Weg in die Ferien. Da bemerkte sie, dass im hinteren Teil des Flugzeugs eine Person sitzt, die ausgeschafft werden sollte. Pennanen stand auf, filmte wie Ersson die Aktion, musste am Ende jedoch kapitulieren. Der Kapitän der staatlichen Finnair verlangte, dass die Polizei Pennanen aus dem Flugzeug bringt.

Rückzug aus Selbstschutz

Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Dieser Satz stammt von einem Theaterregisseur, dessen Bücher vom Staat verbrannt wurden und der auf Grund seiner politischen Haltung flüchten musste. Was Bertolt Brecht in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg widerfuhr, dürfte Ersson und Pennanen nicht passieren. Doch wie alle Menschen, die sich in Zeiten des Umbruchs für Schwächere einsetzen – gerade wenn es um Menschen aus anderen Kulturkreisen geht – wurden auch sie angefeindet und beschimpft. Ersson, deren Video im Internet millionenfach aufgerufen wurde und in den Onlinemedien weltweit für Schlagzeilen sorgte, hatte sich kurz nach ihrer Aktion von Facebook, Twitter und Instagram zurückgezogen. Vorübergehend und aus Selbstschutz. Rassismus und Aggression gegenüber Andersdenkenden gibt es auch auf Schwedisch.

Dabei müsste gerade jener Teil der Gesellschaft, dessen Wahrnehmung durch Unsicherheit geprägt ist, dankbar sein für den Mut der beiden Frauen.

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Klimawandel: IPCC will Geoengineering einsetzen – Die Katze ist aus dem Sack | www.konjunktion.info

Klimawandel: IPCC will Geoengineering einsetzen – Die Katze ist aus dem Sack | www.konjunktion.info

11-10-18 09:56:00,

Am 8. Oktober veröffentlichte das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) seinen Report Global Warming of 1.5 °C, an IPCC special report on the impacts of global warming of 1.5 °C above pre-industrial levels and related global greenhouse gas emission pathways (Globale Erwärmung von 1,5 ° C, ein Sonderbericht des IPCC über die Auswirkungen der globalen Erwärmung um 1,5 ° C über das vorindustrielle Niveau und die damit verbundenen globalen Treibhausgasemissionswege). Welchen Wert dieser Bericht und wie er propagandistisch ausgenutzt und medial aufbereitet wird, habe ich bereits im gestrigen Artikel Klimawandel: Eine neue Runde der Propaganda steht bevor – Die Veröffentlichung des neuesten IPCC-Berichts zur Klimaerwärmung beleuchtet.

Im heutigen Artikel will ich näher auf diesen Bericht eingehen, in dem unter anderem davor gewarnt wird, dass OHNE Investitionen in Geoengineeering-Technologien ein Anstieg der globalen Temperaturen nicht verhindert werden kann. Zudem lohnt sich ein Blick in die englischsprachige Medienwelt und wie dort die ersten Berichte im Bezug auf Geoengineering aufkommen.

IPCC 2018 Summary for Policymakers

(Download PDF)

Die Wetter- und Klimamanipulation erfolgt mittels verschiedener Technologien, die insbesondere in den Gastbeiträgen von Enkidu bereits ausführlich beleuchtet wurden. Eine der “wichtigsten Formen”, die dem IPCC vorschwebt ist das sogenannte Solar Radiation Management (SRM). Eine Technologie, bei der Aerosole in die Atmosphäre ausgebracht werden, damit die Sonneneinstrahlung und somit die angebliche “anthropogene Klimaerwärmung” reduziert werden kann. Die wiederkehrende Forderung nach dem Einsatz von SRM durch das IPCC geht einher, mit dem Eingeständnis des IPCC, dass Geoengineering aufgrund von gesundheitlichen und klimatischen Effekten umstritten ist. So lesen wir im Kapitel 4 des IPCC-Reports:

Selbst in dem unsicheren Fall, dass die nachteiligen Nebenwirkungen von SRM vermieden werden können, könnten öffentlicher Widerstand, ethische Bedenken und mögliche Auswirkungen auf nachhaltige Entwicklung SRM wirtschaftlich, gesellschaftlich und institutionell unerwünscht machen.

(Even in the uncertain case that the most adverse side effects of SRM can be avoided, public resistance, ethical concerns and potential impacts on sustainable development could render SRM economically, socially and institutionally undesirable.)

Jedoch scheint dieser Passus die Mittäter in den Redaktionsstuben nicht davon abzuhalten,

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Trumps falscher Boom

Trumps falscher Boom

11-10-18 09:53:00,

Trumps falscher Boom
von David Rosen

Es ist nun beinahe ein Jahrzehnt vergangen seit der letzten Finanzkrise, die eingeläutet hat, was als die „Große Rezession“ bezeichnet wird. Sie wirkte sich verheerend auf das US-Bankensystem und den Wohnungsmarkt aus und stürzte Millionen Amerikaner in abgrundtiefe Verzweiflung. Obwohl viele gebräuchliche Konjunkturindikatoren den Aufschwung der Wirtschaft suggerieren, befindet sich ein erheblicher Teil der amerikanischen Bevölkerung dem Gefühl nach in einer festgefahrenen Situation mit düsteren Zukunftsaussichten.

Am 6. August twitterte Präsident Trump: „Großartige Geschäftszahlen werden fast täglich verkündet. Die Wirtschaft war nie besser, das Jobangebot ist auf einem historischen Höhepunkt.“ Warum also fühlt sich eine zunehmende Zahl von Amerikanern trotz solcher guten Nachrichten unwohl?

Zwei kürzlich veröffentlichte Studien zeigen die wachsende Verzweiflung vieler Amerikaner, die sowohl von Trump als auch den Massenmedien unbeachtet bleibt. Eine Studie der US-Notenbank mit dem Titel „Bericht über das wirtschaftliche Wohlergehen der US-Haushalte im Jahr 2017“ und der „Wohlbefindens-Index“ des Meinungsforschungsinstituts Gallup-Sharecare schlüsseln ergänzende Details dieser Verzweiflung auf. Zusammengenommen zeichnen diese Studien ein beunruhigendes Bild des Leids der Amerikaner, insbesondere der schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen des Landes.

Während Trump versucht, jegliche Infragestellung seiner hohlen Prahlereien als „Fake News“ zurückzuweisen, wächst unter den Amerikanern der Eindruck, dass der einst stolz verkündete „American Dream“ ausgeträumt ist. Diesen Eindruck teilen Kapitalismuskritiker und einige Experten des Mainstreams ebenso wie (auf inkohärente Weise) jene, die Trump und seinen Aufruf „make America great again“ unterstützen – mit der Betonung auf „again“, auf dem „wieder“. Ein Wunsch nach etwas, was einst war, doch unwiederbringlich ist.

Der Bericht der US-Notenbank verficht die langsame wirtschaftliche Erholung, die das Jahrzehnt nach der Großen Rezession kennzeichnet. Darin heißt es, dass „weniger Menschen es als schwierig empfinden, über die Runden zu kommen oder gerade so über die Runden zu kommen als fünf Jahre zuvor. (…) Dieser Rückgang finanzieller Not steht im Einklang mit dem Rückgang der nationalen Arbeitslosenquote in diesem Zeitraum.“

Doch es wird auch gewarnt, dass „zwei von fünf Amerikanern nicht genügend Ersparnisse haben, um für Notfall-Kosten von 400 Dollar aufzukommen, und einer von vier nicht den Eindruck hat, finanziell ‚zumindest zurechtzukommen‘.“ Der Bericht fügt hinzu: „Mehr als einer von fünf sagte, er oder sie sei nicht in der Lage gewesen, die Rechnungen des letzten Monats vollständig zu begleichen,

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Russisches Militär: IS erbeutet Chlorkanister, tötet zwei Weißhelme in Syrien

Russisches Militär: IS erbeutet Chlorkanister, tötet zwei Weißhelme in Syrien

11-10-18 09:24:00,

Russisches Militär: IS erbeutet Chlorkanister, tötet zwei Weißhelme in Syrien (Symbolbild)

Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) sollen nach Angaben des Russischen Militärs ein Hauptquartier der Terrorgruppe al-Nusra angegriffen haben. Dadurch seien tödliche Stoffe in die Hände des IS gefallen. Außerdem wurden mehrere Kämpfer sowie Mitglieder der Weißhelme getötet.

Zu den Auseinandersetzungen kam es am 9. Oktober, als eine zum IS gehörende extremistische Gruppierung eine Kommandozentrale der al-Nusra-Front überfiel. Den IS-Dschihadisten sei es gelungen, zwei Chlorbehälter zu erbeuten. Dabei sollen vier Kämpfer der al-Nusra-Front, die sich heute Dschabhat Fath asch-Scham nennt, und zwei Mitglieder der umstrittenen Weißhelme getötet worden seien.

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte dazu ein Video, das zeigt, wie die Terroristen die Chlorkanister abtransportieren. Später sollen zwei Behälter mit Chlor an eine weitere Terrorgruppierung im Süden der syrischen Provinz Aleppo übergeben worden sein. Das russische Militär warf den westlichen Ländern vor, durch ihr unverantwortliches Handeln dazu beigetragen zu haben, dass die chemischen Stoffe in die Hände des “unberechenbaren” Islamischen Staates gefallen seien.

#SYRIA On the evening of October 9, in the area of al-Latamna, one of the #ISIS formations attacked the headquarters of the detachment of the terrorist organization Hayyat Tahrir al-Sham (formerly Jabhat al-Nusra) pic.twitter.com/8bKgTPgxRN

— Минобороны России (@mod_russia) 10 октября 2018 г.

Mehr zum Thema – Syrische Rebellen in Idlib ziehen schwere Waffen aus Pufferzone ab

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«Entrüstet Euch über die Rolle der USA in Jemen»

«Entrüstet Euch über die Rolle der USA in Jemen»

11-10-18 09:14:00,

Bilder über saudische Bombardierungen erreichen die Welt schon lange. Doch es geht weiter.
© cc

Bilder über saudische Bombardierungen erreichen die Welt schon lange. Doch es geht weiter.

Urs P. Gasche / 11. Okt 2018 –

«New York Times-Kolumnist Nicholas Kristof: «Die USA tragen zur grössten humanitären Krise bei. Unser Verhalten ist gewissenlos.»

«Die USA helfen weiter zu töten, Menschen zu Krüppeln zu schiessen und Kinder verhungern zu lassen», empört sich der Kolumnist der NYT.

Stets ist von der «saudischen Koalition» die Rede, welche Jemen seit mehr als drei Jahren bombardiert. Die entscheidende Rolle der USA wird meist ausgeklammert.

Doch ohne amerikanische Waffen, ohne die US-Logistik und ohne das Auftanken saudischer Bomber in der Luft durch US-Flugzeuge müsste schon längst eine politische Lösung gefunden werden.

Das Zerstören eines Schulbusses mit Lockheed Martin-Bomben im August, bei dem 51 Kinder umkamen, habe in den USA ebenso wenig zu einem Umdenken geführt wie das frühere Töten von 155 Trauergästen mit US-Bomben oder von 97 Zivilisten auf einem Markt, erklärt Nicholas Kristof. «Weil wir iranische Ajatollaha nicht mögen, lassen wir jemenitische Schulkinder sterben.»

Auch viele Überlebende würden physisch und psychisch lebenslänglich leiden. Schon vor einiger Zeit sprach die UNO von der «grössten gegenwärtigen humanitären Katastrophe». Millionen von Menschen hungern und erkranken. Millionen haben ihre Dörfer und Städte verlassen. Nach Angaben der Uno befinden sich über zwanzig Millionen Menschen in Not und wären dringend auf Hilfe angewiesen. Wasser- und Stromversorgung sind in vielen Gebieten zerbombt. Ebenso die wirtschaftliche und sanitäre Infrastruktur in diesem eh armen Land.

David Milibrand, der Präsident der Internationalen Hilfsorganisation für Flüchtlinge und frühere britische Aussenminister erklärte: «Diese humanitäre Krise ist nicht der Preis, um einen Krieg zu gewinnen. Denn keine Seite gewinnt diesen Krieg ausser extremistische Gruppen.»

Saudis verhindern den Zugang von Journalisten

Nicholas Kristof versucht seit zwei Jahren vergeblich, von den Saudis eine Reisebewilligung zu erhalten, aber die Saudis würden den Hilfsorganisationen verbieten, Journalisten mitzunehmen. Doch nur weil es höchstens einzelnen Journalisten gelingt, aus Jemen selber zu berichten, sollte das Schicksal von Millionen von Jemeniten in den Medien nicht vergessen gehen.

Fazit von Kristof:
«Beide Seiten dieses Bürgerkriegs sind für Brutalitäten verantwortlich. Der einzige Ausweg ist eine Verhandlungslösung. Aber der saudische Kronprinz zieht eine Hungersnot und eine Zerstörung aller staatlichen Einrichtungen vor.

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Fundstück: Merkel und ihr besonderes Verhältnis zu Recht und Gesetz | www.konjunktion.info

Fundstück: Merkel und ihr besonderes Verhältnis zu Recht und Gesetz | www.konjunktion.info

10-10-18 07:07:00,

Für die Bundesregierung kann ich nur sagen, dass wir Recht und Gesetz einhalten wollen, werden, und da, wo immer das notwendig ist, auch tun. – Angela Merkel, Bundeskanzlerin auf der Sommerpressekonferenz am 20.07.2018

Eigentlich keine weiteren Worte nötig. Oder doch: und wo es nicht notwendig ist? Was passiert in solchen Fällen? Unfassbar!

Quelle:
Sommerpressekonferenz von Angela Merkel am 20.07.2018

Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.

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Europa braucht Russland

Europa braucht Russland

10-10-18 01:10:00,

Roman Berger / 10. Okt 2018 –

Sicherheit wird es nur MIT Russland und nicht GEGEN Russland geben. Das ist die Grundthese eines hochaktuellen Buches *.

Adelheid Bahr, die Frau des 2015 verstorbenen Politikers Egon Bahr, hat das Buch herausgegeben, in dem bekannte Autoren wie Oskar Lafontaine, Matthias Platzeck oder Daniela Dahn zu Wort kommen. In mehreren Beiträgen wird daran erinnert, wie am Ende des Kalten Krieges die Chance verpasst worden sei, Russland in eine neue Sicherheitsordnung einzubeziehen. Stattdessen habe die Nato-Osterweiterung stattgefunden.

Aus politischer Sicht eine Fehlentwicklung

Die gleiche Nato-Osterweiterung wird mit dem Hinweis auf das «souveräne Recht» jedes Staates gerechtfertigt, seine Bündnispartner frei wählen zu können. Daran erinnert Herwig Roggemann, ein Experte des internationalen Rechts. Für Roggemann sind jedoch die politischen Folgen ausschlaggebend: «Dieses von den USA initiierte und unterstützte Vorgehen hat sich als folgenreichste Fehlentwicklung für eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsordnung erwiesen.»

«Druck erzeugt Gegendruck», gibt der in Berlin lebende Publizist Friedrich Dieckmann zu bedenken. Ein Land mit Sanktionen zu bestrafen, sei das sicherste Mittel, nationalistische Tendenzen und innere Machtstrukturen zu stärken. Putins Russland liefert den Beweis.

Falsche Strategie des Westens

Die Wirtschaftssanktionen des Westens gehen am eigentlichen Ziel vorbei. Sie sind nicht fähig, einen Keil zwischen Putins Regime und der Wirtschaftselite zu treiben. Im Gegenteil: Der Staatskapitalismus nimmt zu. Ein neuer Eiserner Vorhang wird aufgezogen, aber nicht von russischer sondern von westlicher Seite. Die Strategie des Westens, das System Putin vom Volk zu spalten, geht nicht auf.

* «Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen». Adelheid Bahr (Hg). Westend Verlag, Frankfurt am Main 2018

Bemerkenswert ist auch, was der ehemalige deutsche Luftwaffengeneral Harald Kujat zu sagen hat: «Wir haben es versäumt, einen Beitrag zum zum Bau des «gemeinsamen Hauses Europa» (Michail Gorbatschow) zu leisten, in dem auch Russland seinen angestammten Platz hat. «Die Chance für eine Friedensordnung von Vancouver bis Wladiwostok ist vertan.» Es fehle heute, so Kujat, an qualifizierten Politikern wie Helmut Schmidt, Egon Bahr oder Hans-Dietrich Genscher. Sie hätten damals den Mut gehabt, eine eigenständige Aussenpolitik zu vertreten, unabhängig von den Vorgaben der USA, ausgerichtet an den Interessen der Menschen in Deutschland und Europa.

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Nach sachlicher Kritik an HPV-Impfstudie rausgeschmissen

Nach sachlicher Kritik an HPV-Impfstudie rausgeschmissen

10-10-18 01:10:00,

Professor Peter C. Gøtzsche: «HPV-Impfstudien sind unvollständig»
© cc

Professor Peter C. Gøtzsche: «HPV-Impfstudien sind unvollständig»

Urs P. Gasche / 10. Okt 2018 –

Die eigentlich unabhängige «Cochrane» nimmt Geld von HPV-Impfsponsor Bill Gates und gibt ihren Namen her zugunsten der HPV-Impfung.

«Die Cochrane-Vereinigung ist für die Medizin unverzichtbar», schreibt die «Zeit». Die «Cochrane Collaboration» vereinigt Ärzte und Forscher aus mehr als 130 Ländern. Cochrane fördert die evidenzbasierte Medizin EBM und legt(e) Wert auf die Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie und von Herstellern von Medizinprodukten wie Implantate.

Eines seiner ersten Mitglieder war der dänische Mediziner Professor Peter C. Gøtzsche. Ende September wurde er von der Cochrane-Dachorganisation ausgeschlossen, bleibt aber Direktor des Nordic Cochrane Centers.

Die «Zeit» schrieb Anfang Oktober:

    «Peter C. Gøtzsche war besonders kompromisslos. Fand er in seinen Bewertungen keinen Beleg für einen Nutzen, formulierte er sein Urteil ohne Schnörkel – und ohne diplomatisches Geschick, oft auch gegenüber Cochrane-Kollegen, die zu einer weniger eindeutigen Bewertung kamen. Die Früherkennung von Brustkrebs per Mammografie etwa verdammte er als schädlich und plädierte dafür, sie aufzugeben.
    Man kann darüber streiten, ob man von diesem Vorkämpfer für eine evidenzbasierte Medizin mehr Kompromissbereitschaft verlangen muss, oder ob es auf einem Multimilliarden-Markt wie der Medizin nicht genau das braucht: Ehrlichkeit und Unbeugsamkeit.».

Fakten, deren Zusammenhang mit dem Rausschmiss von Gøtzsche offen ist

  1. Schon lange finanziert und fördert die «Bill and Melinda Gates Foundation» HPV-Impfungen zum Vermeiden von Gebärmutterhalskrebs. Dieser ist vor allem in Entwicklungsländern verbreitet. Schon vor fast zwanzig Jahren hatte die Stiftung 50 Millionen Dollar zugesagt zugunsten von HPV-Impfungen in Afrika, Indien und Ländern in Asien.
  2. Im September 2016 nahm Cochrane eine Spende der «Bill and Melinda Gates Foundation» in Höhe von 1,15 Millionen Dollar entgegen, um insbesondere Daten für die Gesundheit von Kindern und Müttern zu erarbeiten.
  3. Im Mai 2018 publizierte Cochrane im «British Medical Journal» eine Übersichtsstudie zur HPV-Impfung, wonach die Impfung wirksam sei und kein Risiko schwerer Nervenerkrankungen bestehe.
  4. Im Juli 2018 veröffentlichte Gøtzsche zusammen mit zwei andern Wissenschaftlern eine Kritik der Übersichtsstudie von Cochrane: Diese sei «unvollständig» und lasse «wichtige offensichtliche Verzerrungen [«bias»]unerwähnt».

Kritikpunkte der Cochrane-HPV-Übersicht

Gøtzsche und seine Kollegen haben an der Cochrane-Übericht zur HPV-Impfung im BMI folgende Kritik zur Diskussion gestellt:

  • Etliche Autoren der Cochrane-Übersicht haben Interessenkonflikte,

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Der Journalisten-Funktionär: Symptom der Systemkrise – www.NachDenkSeiten.de

Der Journalisten-Funktionär: Symptom der Systemkrise – www.NachDenkSeiten.de

10-10-18 01:08:00,

10. Oktober 2018 um 11:00 Uhr | Verantwortlich:

Der Journalisten-Funktionär: Symptom der Systemkrise

Veröffentlicht in: Medienkritik, Strategien der Meinungsmache

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes Frank Überall ist bekannt für seine Voreingenommenheit – nun offenbart er sie einmal mehr in einem aktuellen Interview. Dass diese Personalie an der Spitze der deutschen Journalisten-Vertretung steht, wirft ein Licht auf die ganze Branche: Überall ist ein Symptom der tiefen Krise des deutschen Mediensystems. Von Tobias Riegel.

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) Frank Überall suggeriert in einem aktuellen Interview mit dem „Deutschlandfunk“ (DLF), hierzulande seien Industrie und Politik nicht verwoben und beim Handeln der „Herrschenden“ gäbe es eigentlich nur andernorts etwas aufzudecken: „Zum einen haben wir die Schwierigkeit, dass Medienunternehmen, Wirtschaftsunternehmen, Politik, Justiz in solchen Ländern besonders miteinander verwoben sind, dass es da auch was aufzudecken gibt, wo es auch ein Interesse gibt, dass darüber nicht berichtet wird seitens der Herrschenden.“

Das Interview wurde anlässlich von in jüngerer Vergangenheit in Bulgarien, auf Malta und in der Slowakei getöteter Journalisten geführt. Man mag Deutschlands Rechtssystem als dem dieser europäischen Länder überlegen beschreiben. Es spricht auch nichts dagegen, auf Defizite in anderen Ländern hinzuweisen. Das Problem und die aufreizende Botschaft entsteht durch den von Überall konstruierten allzu scharfen Gegensatz zwischen „uns“ und den „anderen Ländern“: Die kategorische Art, in der Überall im DLF-Interview Deutschland als gefeit gegen ungebührliche Verstrickungen aus Politik, Wirtschaft und Medien beschreibt, offenbart seine extrem westlich zentrierte Wahrnehmung und die daraus erwachsende „naive“ Voreingenommenheit.

Leser-Beschimpfung und Phrasen vom „Werte-Westen“

Aus dieser Haltung erwächst eine Verfehlung des Berufs: Deutsche Journalisten sollten zuerst deutsche Missstände aufklären, bevor sie sich den „Autokraten“ der Welt zuwenden. Wenn sie ihre erste Aufgabe jedoch vor allem darin sehen, „uns“ und unsere „makellose Demokratie“ gegen „die anderen“ zu verteidigen, so nehmen sie ihre wichtigste Aufgabe nicht wahr: Die Kontrolle unserer Regierung und unserer Wirtschafts-Eliten. Im Gegenteil: Durch die Überbetonung fremder Defizite wird „unseren“ Eliten ein medialer Schutzraum eröffnet.

Neben dem Freispruch, den Überall dem politisch-medialen System Deutschlands im Vergleich zu „anderen Ländern“ erteilt, setzt er auf Leser-Beschimpfung – eine „Stimmung in der Bevölkerung“ befördert demnach Journalisten-Mord: „Auf der anderen Seite gibt es eine Stimmung in der Bevölkerung,

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Das Lexikon der Lügen

Das Lexikon der Lügen

10-10-18 10:06:00,

Von der Idee her ist die Wikipedia der bisher größte und großartigste Versuch, das gesamte Wissen der Menschheit an einer Stelle zu sammeln, in allen Sprachen und für alle Menschen auf dem Planeten gleichermaßen zugänglich, sowohl für die Eingabe ihres Wissens als auch für die Abfrage. Von der Idee her!

Alle, die diesen Text hier lesen werden, wissen inzwischen, dass es in der Praxis anders aussieht und dass einige Themenbereiche massiv von Vorurteilen belastet und für eine sachliche und neutrale Information nicht tauglich sind.

(Wer das noch nicht weiß und daran zweifelt, braucht sich nur ein paar von den genannten Seiten auf Wikipedia anzuschauen oder zu versuchen, auf diesen selbst etwas zu ändern.)

Markus Fiedler und Dirk Pohlmann haben mit ihren akribischen Recherchen, den beiden Filmen und einer Reihe Beiträge in Gruppe42 sehr genau nachgewiesen, wie die Seilschaften in Wikipedia funktionieren.

Wenn man sich dann anschaut, wer alles in Wikipedia diffamierend dargestellt wird, dann ergibt sich eine interessante und auch überraschende Mischung von Themen:

  • Personen, die für eine Verständigung mit Russland eintreten: Beispiel Gabriele Krone-Schmalz
  • Personen, die die Kriegs-Propaganda einiger Staaten hinterfragen: Beispiel Daniele Ganser
  • Personen, die für alternative medizinische Methoden eintreten: Beispiel Harald Walach
  • Personen, die das gängige Wissenschaftskonzept erweitern möchten: Beispiel Rupert Sheldrake
  • Personen, die auf Manipulationen in den Medien hinweisen: Beispiel Rainer Mausfeld
  • und die entsprechenden Themenseiten, die sich mit Alternativmedizin, aktuellen Kriegen im Nahen Osten, Menschenrechtsverletzungen seitens der USA oder Israels, Parapsychologie, Impfungen, Theorien zu den WTC-Attentaten, Agrarchemie, und anderem beschäftigen.

Da fragt man sich doch: Was hat das alles miteinander zu tun?? Homöopathie und 9-11, Impfungen und Putin, Wissenschaftskritik und Syrienkrieg?

Gerade weil es nachgewiesenermaßen eine feste Personengruppe ist, die hier agiert, kann es sich nicht um ein zufälliges Sammelsurium von Themen handeln. Was aber ist der rote Faden? Für wen sind all diese Themen riskant und die genannten Personen Gegner, obwohl sie vordergründig so wenig gemeinsam zu haben scheinen?

Mein Interesse wurde besonders geweckt, als ich entdeckte, dass hinter einem großen Teil der problematischen Wikipedia-Einträge nicht nur Personen eines informellen Netzwerkes stehen, die zufällig eine ähnliche Tendenz verfolgen. Vielmehr gibt es auch eine Gruppierung, die international tätig ist und sich die Manipulation der Wikipedia ganz offen auf die Fahnen geschrieben hat und auch gezielt dazu ausbildet.

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Rückblick: Der Propaganda-Multiplikator

Rückblick: Der Propaganda-Multiplikator

10-10-18 10:05:00,

Im Juni 2016 präsentierte unsere Forschungs­gruppe die umfangreiche Studie zum Propaganda-Multiplikator: Wie globale Nachrichten­agenturen und westliche Medien über Geopolitik berichten.

Darin wurde gezeigt, dass die internationale Berichterstattung der klassischen Medien zu rund 80% von den drei globalen Nachrichten­agenturen AP (New York), AFP (Paris) und Reuters (London) gespeist wird, und wie dies zu einer länderübergreifenden Gleich­taktung des Journalismus von der Themen­wahl bis hin zu einzelnen Formulierungen führt.

Zudem wurde anhand konkreter Beispiele illustriert, wie Politik, Militär und Geheim­dienste ihre mitunter fragwürdigen Botschaften über die globalen Agenturen weltweit synchron verbreiten können – meist ohne von den Redaktionen hinterfragt zu werden.

Der Propaganda-Multiplikator wurde in verschiedene Sprachen übersetzt sowie in mehreren Sachbüchern publiziert oder zitiert und zählt inzwischen zu den Standardtexten bzgl. Agenturjournalismus und Geopolitik.

Selbst internationale Korrespondenten müssen sich auf die Agenturen verlassen, wie der niederländische Kriegs­korrespondent Joris Luyendijk betonte. Dies wurde zuletzt dem Nahost-Korrespondenten des ZDF in Erinnerung gerufen: Als er zu den angeblichen Giftgas­angriffen bei Damaskus vor Ort recherchieren wollte und dadurch prompt vom trans­atlantischen Narrativ abwich, wurde er von Kollegen sogleich als »Verschwörungs­theoretiker« bezeichnet und schließlich von der eigenen Redaktion zurechtgewiesen.

Zum Propaganda-Multiplikator

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Zeit der Katastrophen

Zeit der Katastrophen

10-10-18 10:03:00,

Es ist zwei vor zwölf! So warnen die Atomwissenschaftler in ihrem neuen Bulletin, dem „Doomsday Clock Statement“. Die Lage sei genau so dramatisch wie im Jahre 1953, auf dem Höhepunkt des kalten Krieges.

Die Bedrohung ist real. Der Einsatz von Atomwaffen wird von den Nuklearmächten tatsächlich erwogen. Doch auch ein technischer Fehler oder Unfall ist jederzeit möglich. Die daraus folgende Zerstörung unserer Zivilisation ist unvorstellbar. Nun sollte man annehmen, dass Politik und Gesellschaft von dieser Entwicklung aufgerüttelt sind und Schritte unternommen werden, um dieser Gefahr entgegenzuwirken. Doch nichts davon geschieht. Weder handelt die führende politische Kaste in einem den Frieden fördernden Sinne, noch erwacht die ruhiggestellte Bevölkerung aus dem Tiefschlaf der Medien- und Konsumapathie.

Ganz im Gegenteil. Der politische Machtapparat in Deutschland hat sich völlig dem imperialen Projekt einer von den Vereinigten Staaten von Nordamerika geführten NATO verschrieben. Kein Angriffskrieg, an dem sich die deutsche Politikkamarilla nicht beteiligen will, von den täglichen Verbrechen durch die von deutschem Boden ausgeführten Drohnenmorde ganz zu Schweigen. Und die Bevölkerung, der Souverän? Es scheint, als sei alles egal. Schon lange haben sich die meisten ins Private zurückgezogen und damit die Demokratie beerdigt.Denn ohne aktive Beteiligung der Menschen kann es keine Demokratie geben. Das haben die Köpfe in Politik und Wirtschaft gut verstanden und sie tun alles dafür, dass sich an diesem Zustand nichts ändert.

Die Aufgabe der Medien besteht offenbar darin, die Bevölkerung von den wichtigsten Themen abzulenken.

Jeden Tag werden aufs Neue Scheinprobleme aufgeworfen, die die Aufmerksamkeit der Nachrichtenkonsumenten binden. Dies hat zur Folge, dass die Menschen sich überhaupt keine Meinung zu den drängenden Themen unserer Zeit machen können. Sie sind in der Konsequenz desorientiert und wenden sich von politischen Themen ab. Das Ziel der Entdemokratisierung der Gesellschaft wird erreicht durch die Steuerung der öffentlichen Meinung.

Der tägliche Terror der NATO-Staaten gegen andere Länder und ihre Bevölkerungen ist das größte Verbrechen unserer Zeit! Die Nationen des Nahen und Mittleren Ostens sind seit langem im Visier der US-amerikanischen Globalstrategie. Ziel dieser Politik ist, die gesellschaftlichen Verhältnisse in diesen Staaten zu destabilisieren und im daraus resultierenden Chaos den eigenen Interessen dienende Strukturen zu installieren. So zum Beispiel bei der Beseitigung des iranischen Ministerpräsidenten Mossadegh im Jahre 1953 durch die CIA, bei den Angriffskriegen gegen Afghanistan im Jahre 2001,

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Finanzsystem: Die fortschreitende Dedollarisierung, die niemanden zu interessieren scheint | www.konjunktion.info

Finanzsystem: Die fortschreitende Dedollarisierung, die niemanden zu interessieren scheint | www.konjunktion.info

09-10-18 06:06:00,

Donald Trump-Schein - Bildquelle: Pixabay / Mediamodifier; CC0 Creative CommonsDonald Trump-Schein - Bildquelle: Pixabay / Mediamodifier; CC0 Creative Commons

Donald Trump-Schein – Bildquelle: Pixabay / Mediamodifier; CC0 Creative Commons

Der US-Dollar gilt den meisten Anlegern immer noch als sicherer Hort – als sicherer Hafen bei stürmischer See. Der blinde Glaube in den US-Dollar ist vielleicht einer der bemerkenswertesten Irrglaube, den die Ökonomen bzgl. der wirtschaftlichen Entwicklung anheim gefallen sind. Aus historischer Sicht sind Fiat-Währungen immer mit einer kurzen Lebensspanne versehen. Insbesondere dann wenn eine solche Fiat-Währung gleichzeitig auch noch die Weltreservewährung ist (Stichwort Triffin-Dilemma). Aber sobald man im Mainstream den US-Dollar als “verwundbar”, als genauso anfällig für Angriffe und Abwertung bezeichnet, wie man es bei anderen Währungen problemlos tun kann, wird diese Ansicht als lächerlich und abwegig abgetan.

Viele alternative Analysten hoffen auf die Trump-Administration und dass es diese irgendwie schafft, die Zerstörungen am US-Dollar – durch die jahrzehntelange Manipulation und bewusste Sabotage (man betrachte allein die letzten acht Jahre) – ins Gegenteil zu verkehren. Aber ein solcher Gedanke ignoriert die vorherrschenden Entwicklungen.

Schon in den Jahren bevor es zu einem offenen Handelskrieg der USA mit allen Herren Ländern kam, schlossen zahlreiche Staaten bilaterale Abkommen, die den US-Dollar als Hauptfakturierungseinheit und Wechselmechanismus absetzten. China ist dabei eines der führenden Länder – auch wenn es gleichzeitig eines der größten Aufkäufer von US-Schulden und -Papieren ist bzw. war. In den vergangenen Jahren haben diese bilateralen Abkommen an Bedeutung zugenommen: zuerst zaghaft und belächelnd gestartet, bevor sie sich zu großen Vereinbarungen im Energie- und Rohstoffsektor entwickelnden. China und Russland sind die perfekten Beispiele für diese Dedollarisierung, in dem sie bereits 2014 Handelsvereinbarungen bzgl. der Gaslieferungen in den eigenen Währungen abschlossen. Diese Vereinbarungen, die heuer einen ganz wichtigen Posten bei den chinesischen Importen ausmachen werden, kommen in der Abwicklung ohne den US-Dollar als Währungsmechanismus im internationalen Handel aus.

Russland und Teile von Europa, inklusive Deutschland, gehen immer engere Handelsbeziehungen ein. Die Gaspipeline Nordstream 2 ist – trotz der massiven Einschüchterungen durch Donald Trump und die USA – ein Paradebeispiel für diese Entwicklung und auch dass sich Deutschland vom US-Dollar als alleinige Fakturierungseinheit ab- und einem “Währungskorb” zuwendet.

Der US-Energieminister Rick Parry hat sogar mögliche Sanktionen aufgrund der Pipeline ins Spiel gebracht. Aber solche “Warnungen” führen eher dazu, dass sich die Staaten noch schneller von den USA als “Zentrum der Handelsbeeinflussung” abwenden.

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Die Entscheidung – Kapitaldiktatur oder Souveränität der Menschen (Teil 1) | KenFM.de

Die Entscheidung – Kapitaldiktatur oder Souveränität der Menschen (Teil 1) | KenFM.de

09-10-18 12:52:00,

Der Verfall und die politische Krise des Westens.

Von Heinz Kruse und Gunther Sosna.

Politische Verantwortungslosigkeit hat den Finanzkapitalismus entfesselt. Namenloses Unheil richtet er an. Es ist zu befürchten, dass grenzenloses Wachstum auch grenzenlose Zerstörung bedeutet. Es reicht aber nicht, das Schicksal und das verantwortungslose Wirken der Politik zu beklagen. Es müssen Wege gefunden werden zur Überwindung einer überholten Politik und des inhumanen Finanzkapitalismus.

In der repräsentativen Demokratie ist der Souverän zum Zuschauer degradiert. Er soll seine Stimme alle vier Jahre abgeben, dann am besten schweigen und sich um die sozialen Trümmerwüsten kümmern, die der Finanzkapitalismus zurücklässt. Dieser ist längst in die Parteien eingesickert. Er verformt Politik und Recht, und versucht, seine zerstörerische Herrschaft demokratisch zu legitimieren. Noch kann der Souverän eingreifen.

Der Verfall und die politische Krise des Westens

Jede Person hat das Recht auf personale Souveränität. Es ist ihr Menschenrecht auf Selbstbestimmung. Diese Souveränität ist der Kern jedes gesellschaftspolitischen Ansatzes. Wer Freiheit und Gerechtigkeit will, muss also mit der personalen Souveränität beginnen. Doch diese ist bedroht. Der entfesselte Finanzkapitalismus greift nach der politischen Herrschaft. Gelingt der Coup, verschmelzen Staat und Kapital zu einem neuen Faschismus, der die personale Souveränität beseitigen wird. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Machtfrage zu stellen.

Die historische Erfahrung lehrt, dass jede Form von Unrechtssystemen mit der Einschränkung des grundlegenden Menschrechts auf Souveränität verbunden ist. Ohne die konstitutionelle Verankerung von Souveränität wird die Gesellschaft keine demokratischen und friedlichen Auswege aus der aktuellen politischen Krise finden. Deshalb stehen wir vor einer Grundentscheidung, die unser Land weit über unsere Generation hinaus prägen wird. Lassen wir es zu, von Politik und Finanzkapital beherrscht zu werden, dann sind Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Krisen bis hin zu Kriegen wahrscheinlich. Wenn wir Frieden und Gerechtigkeit in einer lebenswerten Umwelt wollen, müssen wir handeln. Ein erster Schritt ist die Ausführung unserer personalen Souveränität.

Die Krise wird sichtbarer und ist durch Propaganda nicht mehr zu überspielen

Unsere gegenwärtige Lage und die sich häufenden Krisen haben eine ihrer Ursachen im selbstherrlichen Handeln der Politik und der damit verbundenen Missachtung souveräner Bürgerrechte. Eine feudale politische Machtelite, die sich in den hierarchisch organisierten Parteien abgelagert hat und zur inneren Lähmung führte,

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Artgerechte Kindheit

Artgerechte Kindheit

09-10-18 09:37:00,

Als ich die Bitte angenommen hatte, eine Rezension über „Kindheit 6.7“ von Michael Hüter zu schreiben, war ich schon beim Querlesen dieses umfassenden Manifestes von dem spürbaren Plädoyer für Kinder und Familien sehr berührt. Jetzt – durchgelesen – fühle ich mich zu einer „üblichen“, eher intellektuellen Rezension nicht in der Lage. Zu viel gewichtiger Inhalt, wie Familie und Kindheit entwicklungspsychologisch, bindungstheoretisch, neurobiologisch, sozial- und gesellschaftskritisch durchleuchtet werden, als dass ich mit einer überschaubaren inhaltlichen Rezension diesem außergewöhnlichen Werk gerecht werden könnte.

Der Autor – Historiker und Kindheitsforscher – hat auf überzeugende Weise die historische Dimension der gesellschaftlichen Verhältnisse von Kindheit, Familie, Entwicklung und Bildung umfassend recherchiert und zur kritischen Reflexion gebracht. Dabei erschreckt eine Erkenntnis wegen ihrer Aktualität auf besondere Weise, dass dem Untergang der Hochkulturen stets der Zerfall des Familienwesens mit wachsender Kinderlosigkeit vorausgegangen ist. Und eine „Rettung“ aus einem solchen Schicksal ist nur möglich, wenn das Wohlwollen für Familie und Kindheit in den Mittelpunkt der Gesellschaft mit allen notwendigen politischen und ökonomischen Maßnahmen gestellt wird.

So endet das Buch auch mit der folgerichtigen Konsequenz des Manifestes:

„Am Anfang alles Lebendigen, allem Wandlungsfähigen, aller Vielfalt, allem Humanen und auch jeder großen Innovation und Leistung war und ist die selbstbestimmte, wertgeschätzte und in der Mitte der Gesellschaft stehende Familie. Am Anfang ist eine echte und glückliche Kindheit.“

Und ich setze hinzu, dass „der Anfang“ Gesundheit oder Krankheit, Friedfertigkeit oder Feindseligkeit, Liebe oder Hass, Demokratiefähigkeit oder Diffamierung und Verfolgung Andersdenkender umfasst.

„Kindheit 6.7“ ist ein Meisterwerk, das eben nicht „nur“ eine Fülle recherchierter Realitäten übermittelt, sondern auch mit nachvollziehbaren Deutungen bereichert. Ich bin emotional aufgewühlt:

Mich erfasst Empörung über die bittere und tragische Entwicklung, dass Kinder nicht mehr „artgerecht“ aufwachsen können, dass die haltgebende Funktion der Familie auf dem „Altar der Ökonomie und Ideologie“ geopfert wird und dass die gegenwärtige Bildungspraxis Kinder mehr in ihrer Entwicklung behindert und krank macht als ihnen hilft, freie, gesunde, aktive und kreative Persönlichkeiten zu werden.

Mich schmerzt das Leid von Kindern, ihre seelischen Verletzungen und Kränkungen, ihre erlittenen körperlichen und emotionalen Misshandlungen und die ihnen aufgezwungenen Entfremdungen. Ich könnte das vorliegende Buch „Kindheit 6.7“ mit tausendfachen praktischen Beweisen aus meiner psychotherapeutischen Praxis belegen. Dazu auch die Verzweiflung und die Schuldgefühle unzähliger Eltern und Alleinerziehender, die gegen ihre Herzensbildung ihre Kinder aus beruflichen oder finanziellen Zwängen zur Krippen-Frühbetreuung geben mussten.

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Soros und der israelbezogenen Antisemitismus

Soros und der israelbezogenen Antisemitismus

09-10-18 08:12:00,

Zum Wahlkampf 2017 gestartete Propagandakampagne der rechtspopulistischen Fidesz um Premier Viktor Orban unter einer Parole “Lasst Soros nicht zuletzt lachen!” Screenshot von YouTube-Video

  1. Soros und der israelbezogenen Antisemitismus

  2. Warum ist fast nur noch von israelbezogenen Antisemitismus die Rede?


  3. Auf einer Seite lesen

Warum gibt es in Deutschland wenig Empörung, wenn die Soros-Stiftung aus einen EU-Land vertrieben wird?

Die Soros-Stiftung hat vor einigen Tagen in Berlin ihre Arbeit aufgenommen, nachdem sie in Ungarn wegen ständiger Anfeindungen nicht mehr arbeiten konnte. Eigentlich hätte die Meldung für Schlagzeilen sorgen müssen. Denn damit hatte eine maßgeblich von der rechten ungarischen Regierung inszenierte Kampagne Erfolg.

In Ungarn war der jüdische Holocaust-Überlebende zum Staatsfend Nr.1 erklärt worden. Die Regierung verabschiedete zahlreiche Gesetze, um die liberalen Vereine zu iliegalisieren. Im Juni etwa hatte das das Parlament in Budapest ein “Stop-Soros”-Gesetz verabschiedet. Demzufolge werden unter anderem Flüchtlingshelfer mit Gefängnisstrafen bedroht. Andere Gesetze richteten sich zuletzt gegen die von Soros finanzierte Central European University, die allerdings weiter in Budapest bleiben soll. Es stellte sich schon die Frage, warum die Vertreibung einer liberalen Institution durch eine antisemitische Kampagne in Deutschland nicht mehr Empörung hervorruft? Schließlich reagiert man doch sehr sensibel auf jede antisemitische Äußerung, wenn sie von palästinensischer oder arabischer Seite kommt.

Wie der Antisemitismusdiskurs verschoben wurde

Der Grund, warum die Vertreibung der Soros-Institutionen aus Ungarn wenig Resonanz erzeugte, liegt in einer Verschiebung des Antisemitismusbegriffs. Der Fokus liegt auf den israelbezogenen Antisemitismus. Tatsächlich war es richtig, diese Kategorie einzuführen. Israel war zum “Juden unter den Völkern” geworden und wurde wie diese diffamiert und delegitimiert. Es gibt heute noch immer wieder Beispiele, wo eine vermeintliche Kritik an der Politik der israelischen Regierung zu einem Generalangriff auf den Staat Israel wurde.

Doch neben dem israelbezogenen Antisemitismus gab und gibt es in Deutschland den klassischen Antisemitismus, der sich im Ressentiment gegen reiche Bankiers und jeden Kosmopoliten richtet, die angeblich kein Vaterland haben und die Nationen zerstören wollen. So wurde den Soros-Einrichtungen von der ungarischen Regierung vorgeworfen, mit der Unterstützung von moslemischen Migranten zur Zerstörung des christlichen Europa beizutragen.

Das ist auch ein wichtiges Element der derzeit in Westeuropa dominanten rechten Strömungen.

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Brasilien hat die falsche Wahl

Brasilien hat die falsche Wahl

09-10-18 08:07:00,

Jair Bolsonaro. Bild: Fabio Rodrigues Pozzebom/Agência Brasil/CC BY-2.0

Der Rechtsextreme Bolsonaro hat nur Chancen auf das Präsidentenamt, weil die Demokratie in dem südamerikanischen Land angeschlagen ist

Brasilien erholt sich Anfang dieser Woche von einer ebenso absurden wie gefährlichen Präsidentschaftswahl: Der rechtsextreme Ex-Militär Jair Bolsonaro ging am Sonntag aus der ersten Runde der Abstimmung deutlich als Sieger hervor, obwohl er ein Außenseiter ohne institutionelle Unterstützung oder gar Erfahrung ist.

Die mögliche, vielleicht wahrscheinliche Wahl des 63-Jährigen ist auch das Ergebnis eines stillen und scheinbar unaufhaltsam fortschreitenden Putsches der Oberschicht gegen weite Teile der Bevölkerung und gegen die demokratische Ordnung. Das gefährliche Spiel der radikalen brasilianischen Oligarchie ist auch möglich, weil sie auf die Unterstützung der Finanzmärkte und der Industriestaaten, darunter auch Deutschland, setzen kann. So wird sich bei der Stichwahl am 28. Oktober zeigen, ob Brasiliens parlamentarische Demokratie in die Hände eines rechtsextremen Regimes fällt, dessen prominentester Vertreter schon jetzt unverhohlen mit schweren Menschenrechtsverletzungen droht.

Bolsonaro hatte bei der Wahl am Sonntag rund 46 Prozent der Stimmen erlangt, so die Wahlbehörde. Der linksgerichtete Fernando Haddad von der Arbeiterpartei (PT) erhielt rund 29 Prozent der Stimmen.

Das Ergebnis ist zwiespältig für Bolsonaro: Zwar hatten Umfragen ihn zuletzt bei etwa 36 Prozent der Stimmen gesehen. Dennoch hoffte der bekennende Anhänger der brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985) auf eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang. Die zweite Runde dürfte für den Ultrarechten deutlich knapper werden. Zudem hat seine Partei PSL trotz großer Zugewinne im Kongress nur ein Zehntel der Sitze erlangt, im Senat sind es gerade einmal fünf von 66 Mandaten.

Damit ist schon jetzt klar, dass Bolsonaro auf ein Bündnis mit den beiden großen Machtblöcken im Kongress setzen muss: den Agrar-Unternehmern sowie den Evangelikalen, die beinahe die Hälfte der Abgeordneten kontrollieren. Die Armeeführung hat ihm indes bereits Unterstützung signalisiert. Haddad hingegen wird nun versuchen, den Widerstand der aufgeklärten Mittelschicht und der Armen, vor allem im afrobrasilianischen Nordosten, zu vereinen.

Bolsonaros Vormarsch war nur durch Manipulation möglich

Westliche Medien verwiesen nach dem Urnengang vom Sonntag wiederholt darauf, dass Bolsonaro einen Wahlkampf gegen die linke Arbeiterpartei geführt und sich als Kämpfer gegen die Korruption im Land inszeniert habe. Das stimmt durchaus, erklärt seinen Sieg aber nicht,

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Ein Faktencheck zum Faktencheck – gibt es wirklich keine negativen Lohneffekte durch Zuwanderung? – www.NachDenkSeiten.de

Ein Faktencheck zum Faktencheck – gibt es wirklich keine negativen Lohneffekte durch Zuwanderung? – www.NachDenkSeiten.de

09-10-18 07:54:00,

9. Oktober 2018 um 9:25 Uhr | Verantwortlich:

Ein Faktencheck zum Faktencheck – gibt es wirklich keine negativen Lohneffekte durch Zuwanderung?

Veröffentlicht in: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Innen- und Gesellschaftspolitik, Medienkritik

Zahlreiche unserer Leserinnen und Leser waren sehr erstaunt, dass in der letzten Ausgabe der Anstalt die Behauptung aufgestellt wurde, dass sämtliche wissenschaftlichen Studien keine negativen Effekte auf die Löhne der Arbeitnehmer durch Zuwanderungen nachweisen konnten. Albrecht Müller kommentierte dies bereits kurz. Die Skepsis unserer Leserinnen und Leser ist begründet. Ein Faktencheck zum Faktencheck der Anstalt zeigt nämlich, dass diese Aussage nicht stimmt. Für Verwirrung sorgte bei den Anstalt-Machern wahrscheinlich eine Quelle, die im Faktencheck angegeben ist – ein Beitrag im Oxi Blog, der sehr einseitig und manipulativ ist und seine Quellen sehr selektiv zitiert. Von Jens Berger.

Die Schweiz ist mit Deutschland nicht zu vergleichen

Welche Einflüsse die Zuwanderung auf die Löhne hat, ist eine sehr komplexe Frage, die man alleine schon aufgrund der angespannten Zuwanderungsdebatte mit der dafür nötigen Differenziertheit betrachten sollte. Migration ist nicht gleich Migration. Es macht beispielsweise einen sehr großen Unterschied, welches Einwanderungsland man betrachtet. Ein Extrem sind dabei Länder wie beispielsweise die Schweiz, in die vor allem Arbeitnehmer einwandern, die vergleichsweise hoch qualifiziert sind und die inländische Arbeitnehmer meist ergänzen und nicht verdrängen.

Das Oxi Blog, das vom Anstalts-Faktencheck als wichtigste Quelle für diesen Themenkomplex genannt wird, versucht anhand des Schweizer Arbeitsmarkts die Aussage zu belegen, dass vor allem „Niedrigqualifizierte von der Zuwanderung profitierten“. Nun ist Deutschland aber nicht die Schweiz und die meisten Zuwanderer auf den deutschen Arbeitsmarkt sind keine Facharbeiter, Informatiker oder Ärzte aus Österreich, sondern vergleichsweise gering Qualifizierte, von denen ohnehin nach dem ersten Jahr lediglich jeder Zehnte arbeitstätig ist. Aussagen über den Schweizer Arbeitsmarkt auf Deutschland zu übertragen, ist im besten Fall nicht zielführend und im schlimmsten Fall sogar manipulativ.

Ergänzung, Konkurrenz oder Verdrängung? Ein Frage der Rahmenbedingungen

In den meisten Einwanderungsländern ergänzen Zuwanderer inländische Arbeitnehmer nicht nur, sondern konkurrieren auch mit ihnen. Aber auch eine direkte Konkurrenz muss nicht zwingend zu negativen Lohneffekten führen. Den theoretischen Hintergrund dieser Debatte kann man am Beispiel des Berufs des Krankenpflegers ganz gut verdeutlichen.

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Rückblick: Die SRF-Analyse

Rückblick: Die SRF-Analyse

09-10-18 06:49:00,

Vor exakt zwei Jahren, im Oktober 2016, präsentierte unsere Forschungsgruppe die Propaganda-Analyse zum Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) – die erste und bislang einzige derartige Analyse in der Schweizer Medienforschung.

Die Resultate der Analyse waren und sind alarmierend: In allen untersuchten Sendungen (Tagesschau, 10vor10, Echo der Zeit) wurden Propaganda- und Manipulationstechniken auf redaktioneller, sprachlicher und audiovisueller Ebene festgestellt. Alle verwendeten Manipulationstechniken fielen zugunsten der Konfliktpartei USA/NATO aus.

Zur Erklärung wies die Untersuchung unter anderem auf die Abhängigkeit des Schweizer Radio und Fernsehens von den drei globalen Nachrichtenagenturen hin, sowie auf politische und personelle Faktoren. Ein weiteres Kapitel befasste sich mit der Problematik der SRF-Ombudsstelle.

Die SRF-Analyse avancierte zur wohl bekanntesten Medienstudie der Schweiz und löste zahlreiche Reaktionen aus. Es folgte Kritik unter anderem durch die SonntagsZeitung, die NZZ am Sonntag und die ARD, wiewohl jeweils ohne inhaltliche Argumente.

Ein Schweizer Journalist schrieb uns indessen: „Ich habe fünf Jahre auf einer renommierten Schwei­zer Nachrichtenredaktion gearbeitet. Es ist das erste Mal, dass ich eine so umfassende Arbeit zum Thema sehe. Konnte noch nicht alles lesen, aber das, was ich gelesen habe, deckt sich mit meiner Erfahrung und meiner Wahrnehmung.“

Zur SRF Propaganda-Analyse →

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Willkommen

Willkommen

09-10-18 06:48:00,

Swiss Propaganda Research ist ein Forschungs- und Informationsprojekt zu geopolitischer Propaganda in Schweizer und internationalen Medien. Im Folgenden finden Sie einige unserer bekanntesten Arbeiten auf einen Blick:

Bei Fragen oder Rückmeldungen können Sie die Forschungsgruppe gerne kontaktieren.

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Griechenland und die Lüge von der „überwundenen“ Finanzkrise | KenFM.de

Griechenland und die Lüge von der „überwundenen“ Finanzkrise | KenFM.de

08-10-18 05:59:00,

Von Ernst Wolff.

Wer in der vergangenen Woche die Vorgänge im griechischen Bankensystem verfolgte, der rieb sich verwundert die Augen: Die vier größten Geldinstitute – Piräus Bank, Eurobank, Alpha Bank und National Bank – erlebten an der Athener Börse ein wahres Erdbeben.

Seit Anfang September hatte es im Bankensektor des Landes bereits gekriselt, doch in den ersten Oktobertagen verschärfte sich die Situation dramatisch: Die vier Institute mussten Einbußen von bis zu vierzig Prozent hinnehmen, der Aktienkurs der Piräus Bank brach um fast 30 Prozent ein, der Athener Bankenindex fiel auf den tiefsten Stand seit 31 Monaten.

Wie konnte das sein? War Griechenland nicht erst im August unter großem Beifall der Politik aus dem Euro-Rettungsschirm entlassen worden? Und hatten die vier Großbanken nicht erst im Mai einen Stresstest der EZB bestanden?

Stresstests: PR-Instrument der EZB

In der Tat sind gerade einmal sechs Wochen vergangen, seit EU-Präsident Tusk dem griechischen Volk mit den Worten „Ihr habt es geschafft!“ per Twitter zur Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte gratulierte und EU-Finanzkommissar Moscovici von einem „symbolischen Schlussstrich unter eine existenzielle Krise des Euro-Währungsgebiets“ sprach. Und es ist nicht einmal ein halbes Jahr her, dass die EZB den vier systemrelevanten griechischen Großbanken attestiert hatte, auch schwere Turbulenzen ohne größere Schäden überstehen zu können?

Wer allerdings meint, dass derartige Stresstests irgendeine Aussagefähigkeit über den tatsächlichen Zustand von Geldinstituten haben, der sei daran erinnert, dass die griechischen Banken in den vergangenen acht Jahren dreimal bankrottgegangen sind – und jedes Mal vorher die Stresstests der EZB bestanden haben.

Im Grunde sind solche Tests nichts anderes als ein PR-Instrument, mit dem die EZB die Öffentlichkeit über den wahren Zustand des Finanzsystems hinwegtäuscht. Selbst wenn sie mit größer Sorgfalt und Ernsthaftigkeit durchgeführt würden, wäre ihr Ergebnis weitgehend unbrauchbar, und zwar aus folgendem Grund: Mehr als vierzig Prozent der Bankgeschäfte werden heute von unregulierten Schattenbanken, hauptsächlich von Hedgefonds, getätigt und die Großbanken haben den riskantesten Teil ihrer Geschäfte längst in diesen Bereich ausgelagert. Insbesondere der Handel mit hochriskanten Derivaten entzieht sich fast gänzlich jeder Kontrolle, da es sich um sogenannte „Over-the-Counter-Geschäfte“ handelt, die in den Bilanzen der Geldhäuser gar nicht auftauchen. Kein Wunder also,

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Operation Kieferbruch

Operation Kieferbruch

08-10-18 03:46:00,

US-Präsident Lyndon B. Johnson (links) bei einem Besuch von Südvietnam im Oktober 1966 mit General William Westmoreland, Leutenant General Nguyen Van Thieu und dem südvietnamesischen Regierungschef Nguyen Cao Ky. Bild: Public Domain

US-Militär wollte im Vietnamkrieg Nuklearwaffen einsetzen

Wie nunmehr bekannt gewordene Freigaben streng geheimer Akten belegen, begann der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte im Vietnamkrieg, General William C. Westmoreland, im Februar 1968 eigenmächtig mit der Vorbereitung eines Nukleareinsatzes in Vietnam, meldet die New York Times. Unter dem Codenamen “Fracture Jaw” (Kieferbruch) sollten Nuklearwaffen nach Südvietnam verlegt werden, um bei der Verteidigung von Khe Sanh gegen nordvietnamesische Truppen eingesetzt zu werden. Für den Fall, dass sich die Umstände verschlechterten, wollte Westmoreland sowohl atomare als auch chemische Waffen einsetzen.

Von diesen Plänen erfuhr der Nationale Sicherheitsberater Walt W. Rostow, der umgehend Präsident Johnson alarmierte. Johnson sah sich in seinem Misstrauen gegenüber seinen Generälen bestätigt und befürchtete, dass der Vietnamkrieg ausgedehnt werde. Wie 1950 in Korea hätte dies die Chinesen auf den Plan rufen können, die inzwischen selbst zur Atommacht aufgestiegen waren. Der Präsident persönlich befahl eine Umkehr der Verlegungspläne sowie eine Überprüfung der Strategie, um etwa peinliche Niederlagen zu vermeiden.

Die Korrespondenz der Militärs hierzu wurde unter besondere Geheimhaltung gestellt. Die Dokumente waren bereits vor zwei Jahren ohne Aufsehen freigegeben worden, wurden jedoch vom Historiker des Präsidenten Michael Beschloss für dessen neues Buch “President’s of War” aufgegriffen worden. Dieser urteilt, Johnson habe zwar im Umgang mit dem Vietnamkrieg ernste Fehler gemacht, man müsse ihm jedoch für die Vermeidung einer Entwicklung zum Atomkrieg dankbar sein. Nur Wochen später gab Johnson seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bekannt. Kurz darauf wurden Mitbewerber Robert Kennedy wie auch Bürgerrechtler Martin Luther King unter bis heute unklaren Umständen ermordet.

Bereits im Koreakrieg hatte Präsident Truman seinen Generälen den Einsatz der Atombombe abgeschlagen, die bereits vorsorglich auf eine Basis im Pazifik verbracht worden worden. Beschloss zufolge soll Westmoreland jedoch deutlich entschlossener gewesen sein, dem Präsident den Verlegungs- und Einsatzbefehl abzupressen. Westmoreland forderte dann im Juni 1968, wie bereits historisch bekannt, den Einsatz von Nuklearwaffen gegen Hanoi, worauf Johnson den atomwaffenfreudigen General von seiner Position abzog.

Den Einsatz der Atombombe in Vietnam verlangte auch der vormalige Airforce-Chef General a.D. Curtis E.

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Deutschland: Was haben Merkel, Spahn, Barnett und der UN-Migrationspakt miteinander zu tun? | www.konjunktion.info

Deutschland: Was haben Merkel, Spahn, Barnett und der UN-Migrationspakt miteinander zu tun? | www.konjunktion.info

08-10-18 03:41:00,

Die politische Regentschaft Angela Merkels neigt sich laut der Hochleistungspresse im In- und Ausland dem Ende zu. Die Abwahl ihres Vertrauten Volker Kauder wird von vielen als Götterdämmerung bezeichnet und erste Redaktionsstubenauffüller trauen sich sogar offen gegen Mutti zu schießen.

Viele stellen sich die Frage, wer nach Merkel kommen kann. Ursula von der Leyen? Heiko Maas? Oder doch vielleicht der neueste Bilderberger und Young Leader Jens Spahn, der am 7. Dezember auf dem CDU-Parteitag in Hamburg seine große Stunde haben und wohl als “einzig legitimer Nachfolger Merkels” und somit als alternativlos präsentiert werden wird? Quasi als deutsche Version des “österreichischen Erfolgsmodells” Sebastian Kurz?

Jens Spahn - Bildquelle: Wikipedia / Olaf Kosinsky (wikiberatung.de); Lizenz: CC BY-SA 3.0 via Wikimedia CommonsJens Spahn - Bildquelle: Wikipedia / Olaf Kosinsky (wikiberatung.de); Lizenz: CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Jens Spahn – Bildquelle: Wikipedia / Olaf Kosinsky (wikiberatung.de); Lizenz: CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Jener Jens Spahn, der schon 2012 unter die “40 under 40 – European Young Leaders” gewählt wurde und das Young Leader Program des American Council on Germany, dem “Partnerprojekt” der deutschen Denkfabrik Atlantik-Brücke und des American Council on Germany, für aufstrebende politische und wirtschaftliche Führungskräfte absolviert hat?

Jener Jens Spahn, der als politischer Nobody 2017 bei den Bilderbergern aufschlug und nur ein Jahr danach als politische Lichtgestalt präsentiert wird?

Wie dem auch sei. Weder mit von der Leyen noch mit Spahn wird sich im und am politischen Gefüge auch nur ein Yota ändern, da beide dem transatlantischen Netzwerk entsprungen sind.

Doch viel entscheidender ist die Frage, wann Merkel gehen darf und ihr Nachfolger installiert werden kann.

Nochmals sei auf das Datum des CDU-Parteitages am 7. Dezember verwiesen. Denn nur drei Tage danach findet die Unterzeichnung des in unserer Hochleistungspresse unter ferner liefen dokumentierten Globalen Paktes für sichere, geordnete und reguläre Migration in Marokko (10. und 11. Dezember) statt. Dieser Migrationspakt setzt einen bereits am 19. September 2016 beschlossenen Auftrag einer Erklärung der UN um, mit dem man die generelle Grenzöffnung für ungehinderte Migrationsströme in alle Länder festschreiben will. Zwar als sogenanntes “Soft Law”-Konstrukt tituliert, das einen “rechtlich nicht bindenden Kooperationsrahmen” darstellt, aber dies kann a) ganz schnell angepasst werden und b) wird Deutschland trotzdem dieses Papier 1:1 bzw.

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Russland und die Rechtspopulisten – Medien verschweigen wichtiges Interview – www.NachDenkSeiten.de

Russland und die Rechtspopulisten – Medien verschweigen wichtiges Interview – www.NachDenkSeiten.de

08-10-18 03:40:00,

8. Oktober 2018 um 13:50 Uhr | Verantwortlich:

Russland und die Rechtspopulisten – Medien verschweigen wichtiges Interview

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik, Rechte Gefahr

Für viele große Medien ist ausgemacht: Russland unterstützt die Rechtspopulisten, um Europa „zu spalten“. Doch was denken Akteure der „Putin-Partei“ tatsächlich über Afd und Front National? Eine prominente russische Politikerin hat nun eindringlich vor den Kontakten mit Rechten gewarnt, da diese den russischen Interessen zuwiderliefen. Der aufschlussreiche Beitrag widerspricht der Deutung von der russischen Begeisterung für Rechtspopulismus. Darum werden die Äußerungen in großen Medien nicht aufgegriffen. Von Tobias Riegel.

Nachdem gerade beim Petersburger Dialog Politiker wie Peter Altmaier (CDU) oder Matthias Platzeck (SPD) versucht haben, den unverzichtbaren Austausch zwischen Deutschland und Russland zu erhalten, hintertreiben große Medienhäuser genau diesen Dialog: Zu den zentralen Elementen der aktuellen antirussischen Kampagnen einiger großer Medien zählt die Botschaft, Russland und sein Präsident Wladimir Putin würden rechte europäische Parteien unterstützen, um Europa „zu spalten“. Zu diesem nicht neuen Vorwurf hat sich nun eine prominente russische Politikerin zu Wort gemeldet. Der erhellende Artikel von Veronika Krascheninnikowa und ein später geführtes Interview werden von keinem großen Medium aufgegriffen.

Russische Politikerin erschüttert westliche Glaubenssätze

Diese Unterschlagung von für die Beurteilung der globalen Zusammenhänge wichtigen Beiträgen verwundert nicht, schließlich unterlaufen Krascheninnikowas Äußerungen die gängigen Sprachregeln. Und die lauten so: „Pegida, Front National, Ungarns Premier Orbán: Russland unterhält enge Kontakte zu Europas Rechten“ („Spiegel“), „Kritiker fürchten, Russland und die Rechtspopulisten betreiben die Spaltung Europas“ („Süddeutsche Zeitung“), „Für Gauland und Le Pen ist Putin ein Partner“ („Zeit“).

Sogar die „New York Times“ unterstützte aus der Ferne die Botschaft von den russischen Freunden europäischer Rechter. Besonders heuchlerisch verhält sich die „Bild“-Zeitung, die Russland mit moralischer Verve rechte Propaganda vorwirft, gleichzeitig aber durch die eigene Berichterstattung die AfD unterstützt, wie etwa das „Neue Deutschland“ kürzlich beschrieben hat.

AfD in Syrien, Front National in Moskau, Putin in Wien

Aber gibt es sie denn nicht, die fragwürdigen AfD-Delegationen, die nach Russland und Syrien fahren?

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Triumphbögen für den Hambacher Wald

Triumphbögen für den Hambacher Wald

08-10-18 03:18:00,

Ich bin gerade aus dem Wald zurück, wo ich am Ende einer unvergeßlichen, siegreichen Woche die letzten zwei Tage noch den Aufbau eines neuen Lagers unterstützt habe. Der Prinz grüßt die dortigen Waldkrieger.

Und quer durch den Wald gilt: die Baumhäuser wachsen wieder in den Himmel, überall entstehen neue Strukturen.

Die Polizei dagegen hat sich heute Morgen aus dem Wald zurückgezogen. Die Beamten sind in ihrer übergroßen Mehrheit zweifellos heilfroh darüber. Die Gesichter der Polizisten, als am Samstag wieder die ersten Hämmer im Wald erklangen, waren unbezahlbar.

Die Logistik der Waldmenschen ist sensationell. Die Unterstützung von außen ist enorm. Schlafsäcke, Zelte, Lebensmittel, Wasser, Werkzeug, Baumaterial – alles kommt von außen in den Wald. Dazu gehen jeden Tag 2000+ Euro Spenden ein.

Die ersten Küchen laufen bereits wieder, Komposttoiletten werden gebaut. Es herrscht eine rege Bautätigkeit vor, um einige Baumhäuser rechtzeitig winterfest zu bekommen. Am 24. – 28. Oktober gibt es die nächsten Aktionstage von „Ende Gelände“, zu denen erneut Tausende kommen werden. Wer kann, komme unbedingt hin!

Es entstehen nicht nur „Strukturen“. Eine neue Generation von Aktivisten findet sich im Hambacher Wald. Pfadfinder und Wandergesellen spielen eine herausragende Rolle. Die Lieder und Traditionen der bündischen Jugend sind stark im Hambacher Wald. Gestern am Lagerfeuer lag der Altersdurchschnitt bei 22 oder 23 Jahren, würde ich schätzen.

Diese jungen Waldkrieger sind von jeder Form von Parteipolitik und auch von Greenpeace, Gewerkschaften und jeder anderen Großorganisation herzlich unberührt.

Das bedeutet nicht, dass solche Akteure keine Rolle spielen im Kampf gegen die Braunkohle und für den Wald. Die Gewerkschaften spielen bisher zum Beispiel eine sehr schlechte Rolle, der BUND eine herausragend gute. Die Grünen spielen eine sensationell verlogene Rolle, einige örtliche Strukturen der LINKEN, etwa im Erftkreis, sind seit Jahren für den Hambacher Wald aktiv.

Aber im Wald selbst gelten eigene Gesetze. Die Menschen entwickeln neue Formen des Zusammenlebens, die mit der Unkultur vieler traditionspolitischer Moloche nicht zusammengehen. Alle reden sich im Wald mit „Mensch“ an. Der Egofaktor ist extrem zurückgefahren. So richtig berühmt ist keiner, aber irgendwie sind alle berühmt. Handytelefonate werden außerhalb des Waldes erledigt. Vor taktischen Besprechungen werden alle Handys eingesammelt. Eine Erlösung!

Die Idee eines strategischen Zentrums, das die Aktionen im Hambacher Wald quasi von hinten her steuert,

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„Einwanderungsland“ – Gedankenloser Applaus für eine fragwürdige Entscheidung – www.NachDenkSeiten.de

„Einwanderungsland“ – Gedankenloser Applaus für eine fragwürdige Entscheidung – www.NachDenkSeiten.de

08-10-18 03:17:00,

8. Oktober 2018 um 16:13 Uhr | Verantwortlich:

„Einwanderungsland“ – Gedankenloser Applaus für eine fragwürdige Entscheidung

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Genau vor einer Woche, von Montag auf den Dienstag, haben sich die Koalitionspartner CDU, SPD und CSU darauf verständigt, zur Minderung des sogenannten Fachkräftemangels gut ausgebildete Menschen aus anderen Ländern, auch von außerhalb der EU, zuwandern zu lassen. Man muss fragen, ob dies eine richtige Entscheidung ist. Wichtige Fragen sind nicht gestellt und nicht geprüft worden, offensichtlich weder von der Bundesregierung noch von den Medien. Albrecht Müller.

Das Handelsblatt berichtete „ Die Spitzen von Union und SPD haben eine Einigung im Ringen um die Regeln für die Zuwanderung von Fachkräften erzielt. Das teilte SPD-Chefin Andrea Nahles am frühen Dienstagmorgen nach sechsstündigen Beratungen in Berlin mit. Damit soll Deutschland erstmals ein Einwanderungsgesetz bekommen, das sich an Vorbildern wie etwa in Kanada orientiert. Die Eckpunkte sollen schon am Dienstag vom Kabinett beschlossen werden.“ Besonders freundlich wiederum die Tagesschau. Ab Minute 3:35 wird darüber berichtet bei Minute 5:27 kommt der Sprecher der Arbeitgeberverbände zu Wort. Die Wirtschaft wünscht den Zugriff auf gut ausgebildete ausländische Fachkräfte. Bei der Tagesschau wird zum Schluss des Beitrags lapidar festgestellt: „Deutschland braucht geordnete Zuwanderung.“ Parteien und Medien plappern das nach, was die Wirtschaft ihnen vorsagt. Prüfen wir doch einfach mal durch, welche Fragen in diesem Zusammenhang gestellt werden müssten, wenn die Politik auch noch ein bisschen vernünftig und gerecht sein wollte:

  1. Macht es Sinn, die wirtschaftliche Tätigkeit und damit auch die Menschen so zu konzentrieren, wie sich das seit Jahren intern hier bei uns im Land und auch auf Europa bezogen abzeichnet?

    Wir erleben zurzeit eine Konzentration hier bei uns im Land. Vor allem jüngere, leistungsfähige Menschen ziehen aus Mecklenburg-Vorpommern, aus Sachsen-Anhalt und den anderen mittel- und ostdeutschen Ländern in den Ballungsraum Berlin oder ganz in den Westen. Auch in Teilen Westdeutschlands kennen wir diese Tendenz. Man kann das für absolut unproblematisch halten, einfach als eine Konsequenz der Marktverhältnisse betrachten. Man kann aber auch die ursprüngliche Absicht des Grundgesetzes, der Staat habe für eine gewisse Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse zu sorgen, für richtig halten. In unserem Grundgesetz (Art. 72) wurde den Menschen versprochen, dass der Staat für die Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse sorgen wird.

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Iran: Soziale Netzwerke, Zensur und Manipulation

Iran: Soziale Netzwerke, Zensur und Manipulation

07-10-18 06:07:00,

Screenshot aus Al-Jazeera-Video

Wenn wertvolle Berichterstatter blockiert oder gelöscht werden und Bots die die Narrative des Establishments verbreiten unangetastet bleiben

Obwohl Twitter tatsächlich oder angeblich im Iran “verboten” ist, diente es wie andere “soziale Medien” als wertvolle Informationsquelle, zumindest wenn man unterschied zwischen reinen Propagandabots und realen Menschen, die von vor Ort berichteten. Inzwischen stellte ich fest, dass Studenten und Referenten von iranischen Hochschulen (zum Beispiel @seyedmousavi7), mit denen ich über Twitter kommuniziert hatte, plötzlich verschwunden waren. Die bekannte alternative Analystin des Mittleren Ostens, Sharmine Narwani schrieb dazu:

Twitter und @Jack [Anmerkung des Autors: gemeint ist der Gründer von Twitter] haben einen der zuverlässigsten Vor-Ort-Quellen während der Iran-Proteste suspendiert. Seine Fotos, Daten und [Twitter]Threads stellten sich im Nachhinein als seltene akkuraten Beschreibungen der Ereignisse heraus. (…)

Narwani

Die “Säuberung”

Der Iran ist nun das neueste Opfer, welches das Schicksal Russlands teilt, beschuldigt zu werden, das Internet zu missbrauchen, um Chaos bei seinen Gegnern auszulösen. Dabei ist aber die Beweislage der Wirksamkeit solcher angeblicher Aktionen wenig überzeugend. Trotzdem hatte Twitter im August 2018 erklärt, ungefähr 800 Konten gelöscht zu haben, die angeblich in “koordinierte Manipulation” von Nachrichten verwickelt gewesen wären. Dabei gibt es sehr wohl eine andere Seite der Geschichte. Tausende von Seiten, viele davon offensichtlich automatisiert, die versuchen, die islamische Republik Iran als Feind des Westens und Unterdrücker des eigenen Volkes darzustellen, wurden nicht gesperrt, obwohl sie ganz offensichtlich Teil einer Propaganda-Kampagne sind.

Der Wendepunkt hin zu einer massiven Internetkampagne gegen den Iran war die Wahl von Donald Trump. Hunderte von neuen Konten wurden eröffnet. Die Mehrheit dieser Seiten ist die vollkommen einseitige Darstellung, ja die Verbreitung von bewussten Fake-News, Beleidigungen von anderen Twitter-Nutzern, die positive Nachrichten über den Iran verbreiten, ad hominem Angriffe gegen neutrale oder wohlwollende Berichterstattung über den Iran.

Da die meisten Journalisten, die über den Iran berichten, gar keinen Zugang zum Land haben, werden ihre meist sowieso vorhandenen Vorurteile durch diese Seiten bedient. Diese Journalisten glauben, sie könnten durch die “Sozialen Netzwerke” erkennen, welche Trends gesetzt werden, wohin eine Gesellschaft tendiert. Und diese Kampagnen, wie sie zum Beispiel Ende 2017 bis Anfang 2018 gegen den Iran gefahren wurden, waren durchaus erfolgreich. Obwohl eigentlich jeder hätte erkennen müssen, was hinter den Twitter-Konten und den Aussagen stand (Die Kopftuchikone der USA).

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