Corona-Krise und soziale Dreigliederung • Anthroblog

corona-krise-und-soziale-dreigliederung-•-anthroblog

28-06-20 09:25:00,

Zuletzt aktualisiert am 27. Juni 2020

Stefan Padberg über die Corona-Krise und soziale Dreigliederung, das Recht auf Leben, Hygiene, den Krieg gegen Viren und unsere Zukunftsaussichten.

»Ohne Sicherheit vermag der Mensch weder seine Kräfte auszubilden noch die Früchte derselben zu genießen; denn ohne Sicherheit ist keine Freiheit.«

Wilhelm von Humboldt, Ideen zu einem Versuch die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, […] (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. […]

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Art. 2

Im Licht der aktuellen Corona-Krise machen wir gerade die Erfahrung, dass das grundgesetzlich garantierte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und das auf körperliche Unversehrtheit miteinander in Widerspruch geraten können. Die zuständigen Behörden müssen, wenn sie das Recht auf körperliche Unversehrtheit für die Bürgerinnen und Bürger sichern wollen, in das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit eingreifen, indem sie z.B. Quarantänemaßnahmen verhängen oder Distanzregeln festlegen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Das Recht auf Leben

Man könnte jetzt die Frage stellen, warum der Staat überhaupt das Leben seiner Bürgerinnen und Bürger schützen soll. Ist das nicht Privatsache? Kein Mensch wird sich doch freiwillig in Gefahr begeben. Wir müssen für so vieles mittlerweile gerade im Gesundheitsbereich eigenständig Vorsorge treffen. Das fängt bei der Wahl der Krankenversicherung und diverser Zusatzversicherungen an, geht über die Wahl der Therapie bzw. des Arztes oder Therapeuten und endet meist nicht mit der Patientenverfügung und der Vorsorgevollmacht. Der Besuch einer Arztpraxis oder eines Krankenhauses gleicht heute oft einem Crashkurs in Juristik, wenn man Dutzende von Merkblättern und Formularen durchlesen und abzeichnen muss. Und alles nur, weil unsere Rechte als Patienten respektiert werden müssen.

Und jetzt das! In der Corona-Krise dürfen wir auf einmal nicht mehr selbst entscheiden, welche Risiken wir eingehen wollen und welche lieber nicht. Das ist für viele von uns eine völlig neue Erfahrung. Wir empfinden das schnell als verdammungswürdige Eingriffe in garantierte Grundrechte. Die Formulierungen in GG Art.

 » Lees verder

“Andauernde Folter und medizinischen Vernachlässigung von Julian Assange”

“andauernde-folter-und-medizinischen-vernachlassigung-von-julian-assange”

28-06-20 09:15:00,

Skulptur “Anything to say” von Davide Dormino am Brandenburger Tor. Bild: Die Linke

In der medizinischen Fachzeitschrift “The Lancet” warnen mehr als 200 angesehene Ärzte und Psychologen aus 33 Ländern, dass Verantwortliche in Großbritannien für die Folter zur Verantwortung gezogen werden können

Schon im Februar hatten 117 Ärzte und Psychologen aus 18 verschiedenen Ländern in einem in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet in einem Schreiben die “Beendigung der psychologischen Folter und medizinischen Vernachlässigung” am WikiLeaks-Begründers Julian Assange gefordert, worüber Telepolis berichtet. Nun haben 216 Ärzte und Psychologen am Freitag, dem Internationalen Tag zur Unterstützung der Folteropfer, in The Lancet nachgelegt und erneut die “andauernde Folter und medizinische Vernachlässigung” moniert.

Mehr als 200 angesehene Ärzte aus der ganzen Welt haben ihre Forderung nach einem Ende der psychologischen Folter von dem WikiLeaks-Verleger Julian Assange und seiner sofortigen Freilassung aus dem britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh erneuert und beziehen sich dabei auch auf den UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer, der auch im Telepolis-Interview auf die klaren Folterspuren hingewiesen hat.

Die Mediziner haben über sechs Monate Misshandlungen dokumentiert und erklären nun, dass die psychologische Folter sogar noch intensiviert worden sei, die zum Ziel habe, die betroffene Person zu zerstören. Der Journalist sei isoliert und 23 Stunden eingeschlossen. “Isolation und Reizarmut sind zentrale psychologische Foltertaktiken, die schwere Verzweiflung hervorrufen können, Orientierungslosigkeit, Destabilisierung und Zerfall wichtiger geistiger Funktionen”, heißt es in dem Brief. Die Vorgänge stellten einen “Präzedenzfall” von internationaler Bedeutung dar, stellen die Ärzte und Psychologen das Vorgehen gegen den Journalisten und Verleger in den Rahmen der Presse- und Meinungsfreiheit dar.

Die Isolation habe sich im Rahmen der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus sogar noch verschärft und gleichzeitig würden Verteidigungsrechte von Assange darüber grob verletzt. Im Verfahren um seine Auslieferung in die USA werde ihm sogar zum Teil der Kontakt mit seinen Anwälten verweigert. Er konnte zum Großteil an den Anhörungen nicht teilzunehmen. Wenn er anwesend sein konnte, saß der Mann, der niemanden angegriffen oder ermordet hat, sondern vielmehr staatlichen Mord aufgedeckt hat, zum Teil mit Handschellen gefesselt in einem “kugelsicheren Glaskäfig” im Gerichtssaal. Darin konnte er den Ausführungen schon akustisch nicht richtig folgen. Treffen mit den Anwälten würden genauso verweigert, wie eine unzensierte und unkontrollierte Aussprache mit seinen Verteidigern. Bezweifelt wird,

 » Lees verder

„Die Nato-Osterweiterung destabilisiert“ – Historiker Ganser über das „Imperium USA“. Teil 2

„die-nato-osterweiterung-destabilisiert“-–-historiker-ganser-uber-das-„imperium-usa“.-teil-2

28-06-20 09:07:00,

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher hat ein neues Buch geschrieben, in dem er über das „Imperium USA“ aufklärt. Darin schlägt er einen weiten Bogen von der Besiedlung Nordamerikas durch Europäer bis zum digitalen Imperium in Gestalt von Facebook, Google und Co. Im Gespräch hat er erklärt, warum er das Buch geschrieben hat. Teil 2

Der Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser aus der Schweiz beschreibt in seinem neuen Buch über das „Imperium USA“ auch dessen digitale Erscheinungsweise. Er hat die Macht des „digitalen Imperiums“ zu spüren bekommen, indem unter anderem bei Wikipedia von anonymen Autoren behauptet wird, er verbreite „Verschwörungstheorien“.

Anlass dafür sind seine begründeten Zweifel und seine Kritik an den offiziellen Erklärungen zu den Ereignissen am 11. September 2001 in den USA. „Tatsächlich werden Menschen, die den US-Imperialismus kritisieren und 9/11 hinterfragen, mit einem abwertenden Wikipedia-Artikel zu ihrer Person bestraft“, schreibt er dazu in seinem Buch und berichtet, wie er das erlebt hat.

Er wehre sich dagegen, dass jeder, der Ereignisse wie „9/11“ kritisch hinterfragt, auf Plattformen wie Wikipedia diffamiert werde, betonte er im Gespräch. „Ich setze mich dafür ein, dass die wissenschaftliche Forschung frei ist. Daher nehme ich diese Nachteile in Kauf. Da kann ich de facto nichts machen, weil die einflussreichen Autoren bei Wikipedia anonym sind. Die kämpfen nicht mit offenem Visier, sondern verstecken sich und diffamieren aus der Deckung heraus.“

„Kriege sichern Investitionen“

Die Schweizer Forschungsgruppe „Swiss Policy Research“ stellt fest: „Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist ein integraler Bestandteil des transatlantischen Medien- und Informationssystems.“ Die Forscher haben jüngst darauf aufmerksam gemacht, dass die Geschäftsführerin der Wikipedia-Stiftung „Wikimedia“, Katherine Maher, zuvor unter anderem bei der einflussreichen US-„Denkfabrik“ „Council on Foreign Relations“ (CFR) sowie bei einer Untergruppe der von der US-Politik gesteuerten Organisation „National Endowment for Democracy“ (NED) tätig war.

Ganser beschreibt in seinem interessanten Buch ausführlich die Rolle der US-Kriegsmaschinerie, die die Machtansprüche des Imperiums durchsetzt. Nur an einzelnen Stellen benennt er diejenigen, die im Hintergrund an den Kriegen verdienen und deren Profitinteressen auch militärisch durchgesetzt und abgesichert werden. Das macht der Historiker aber mit klaren Worten:

„Kriege werden geführt, um Investitionen zu schützen und möglichst hohe Renditen zu realisieren. Kriege dienen dazu, die Gier einer kleinen Gruppe zu befriedigen.“

Am Beispiel des Ersten Weltkrieges beschreibt er etwas ausführlicher die Rolle der „Händler des Todes“,

 » Lees verder

Warum die IT-Lobby den Bundestag als Werbebühne für die “Welt ohne Bargeld” missbrauchen durfte • STANDPUNKTE | KenFM.de

warum-die-it-lobby-den-bundestag-als-werbebuhne-fur-die-“welt-ohne-bargeld”-missbrauchen-durfte-•-standpunkte-|-kenfm.de

27-06-20 08:13:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Ein Standpunkt von Norbert Häring.

Am 18. Juni fand im Bundestag etwas statt, was man ohne weiteres einen Skandal nennen könnte. Aber alle beteiligten Parlamentarier und Experten fanden es offenbar so normal, dass niemand auch nur ein Wort über die sonderbaren Umstände verlor. Ein Musterbeispiel in Lobbykratie.

Wer dem Fachgespräch “Welt ohne Bargeld” im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung live im Parlamentsfernsehen folgte, der wohnte einer sehr einseitigen Veranstaltung bei. In der Mediathek kann man sich das auch noch nachträglich antun . Der Link findet sich im Schriftartikel

Der Titel ließ natürlich schon so etwas erahnen. Der Moderator zeigte seine Parteilichkeit, indem er seinem Ärger über kleine Einzelhändler und Gaststätteninhaber freien Lauf ließ, die keine Karten akzeptieren wollen. Mit seinen Fragen nötigte er die Vertreter von Banken und Einzelhandel, sich dafür zu rechtfertigen, warum sie immer noch mit diesem unpraktischen, schmutzigen Bargeld hantieren. Der Vertreter des IT-Verbandes Bitkom durfte, assistiert von einem Startup-Verband, mehrfach ohne Diskussion fordern, dass man nicht Bargeld schützen, sondern stattdessen dafür sorgen müsse, dass alle Einzelhändler und Gaststätten (alle) Karten akzeptieren.

Ein Wissenschaftler pries die Datenkrake Paypal als den tollsten aller Zahlungsverkehrsdienste, ein anderer forderte summarisch “mehr Geschwindigkeit bei der Digitalisierung”. Obwohl Datenschutz mehrfach als wichtiges Thema in Sachen Bewahrung der Möglichkeit zum Barzahlen genannt wurde, hatte man irgendwie “vergessen”, einen Datenschützer beizuziehen. Wenn jemand von den anderen Experten aus der Rolle fiel, oder ein Parlamentarier das Thema aufbrachte, wurde es mit tätiger Hilfe des Moderators sofort wieder fallengelassen und nicht weiter verfolgt. Dasselbe geschah mit dem Aspekt, dass Bargeld nun einmal gesetzliches Zahlungsmittel ist, sodass Welt ohne Bargeld auch bedeutet, Welt ohne gesetzliches Zahlungsmittel.

Wie kommt so eine Werbeveranstaltung für die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs im Bundestag zustande, in einem Bundestagsausschuss, in dem alle Parteien vertreten sind? Zumal alle diese Parteien behaupten, sie wollten dem Bargeld nichts Böses. Und bei zweien, der FDP und der AfD, stimmt das sogar. Die größten Zweifel darf man bei der SPD haben,

 » Lees verder

„Panikmache ohne Ende!“: Uli Gellermann attackiert Politik und Medien

„panikmache-ohne-ende!“:-uli-gellermann-attackiert-politik-und-medien

27-06-20 03:50:00,

Politik

17:00 27.06.2020(aktualisiert 18:18 27.06.2020)

Zum Kurzlink

https://cdnde1.img.sputniknews.com/i/logo-itemprop.png

Sputnik Deutschland

https://cdnde2.img.sputniknews.com/i/logo.png

Benjamin Gollme. Sputnik Deutschland

https://de.sputniknews.com/politik/20200627327427413-panikmache-ohne-ende-uli-gellermann-attackiert-politik-und-medien/

Das Coronavirus hat tiefe Spuren hinterlassen. Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Haushaltsloch sind offensichtlich. Doch wie konnte es gelingen, 83 Millionen Menschen hinter die Maske zu bringen?

Denunzianten verrieten Coronasünder, die Opposition war auf Regierungslinie, Demonstranten wurden verhaftet, Abweichler mundtot gemacht, Medien kannten nur die eine Richtung. Unser Gast erkennt klare Zeichen einer „Prädiktatur“.

SNA-Moderator Benjamin Gollme lädt ein: Das erste Sommerinterview der Saison geht an den Journalisten und Autoren Uli Gellermann. Seine „Die Macht um Acht“ ist eine feste Größe der Medienkritik und bei uns setzt er nahtlos an. Aus seiner Sicht versagen die Medien in kritischer Aufarbeitung auf ganzer Linie. Die Gründe dafür laut Gellermann: Einfluss, Karriere, Macht und, wie im Fall von Anne Will, Geld.

 » Lees verder

Die beste Verteidigung

die-beste-verteidigung

27-06-20 01:36:00,

Um diese Frage hinreichend zu beantworten, möchte ich zunächst ein Zitat von Heinz Grill in den Raum stellen; er hat sich über viele Jahrzehnte mit dem Bewusstsein des Menschen und dessen Entwicklung intensiv auseinandergesetzt. Dieses Zitat lautet:

„Die größte Kraft, die der menschliche Geist für seine Mitmenschen und für die Freude der Weltenschöpfung freisetzen kann, geschieht, wenn eine Person an der richtigen Stelle mutige und weisheitsvolle Handlungen mit Entschiedenheit vollbringt“ (1).

Was drückt dieses Zitat aus? Zunächst wird von einer Kraft gesprochen, die der menschliche Geist freisetzen kann. Er spricht aber nicht von einer kleinen Kraft, sondern von der größten Kraft, die der menschliche Geist freisetzen kann. Wir wollen uns zunächst einmal mit dieser Kraft beschäftigen und später dann mit den weiteren Gedanken in diesem Zitat.

Halten wir fest: Der menschliche Geist kann eine sehr große Kraft freisetzen.

Jeder kennt sicher den dreigliedrigen Menschen, der aus Körper, Seele und Geist besteht. Über den Köper muss ich hier sicher nichts weiter aussagen. Er ist ja beim Lesen dieser Zeilen ebenfalls mit anwesend. Was ist nun die Seele? Das ist schnell erklärt: Sie umschließt alles das, was sich im Menschen in bewusster und in unbewusster Art und Weise abspielt. Zur Seele gehören auch die drei Kräfte des Denkens, Fühlens und Wollens. Den Geist des Menschen können wir mit seinem Ich oder Ich-Selbst benennen. Aus diesem Ich heraus kann die geistige Instanz im Menschen tätig werden.

Hier kann uns ein konkretes Beispiel sehr helfen. Mit Bewusstsein bezeichnen wir den Teil der Seele, dessen wir uns bewusst sind. Dazu gehören auch die drei Seelenkräfte: Denken, Fühlen und Wollen. Fangen wir mit dem Denken an: Wie viel ist 7 mal 13? Vielleicht bin ich jetzt mal wieder etwas über das Ziel hinaus geschossen. Bitte entschuldigen Sie. Wie viel ist 4 mal 5? Jetzt kommen sicher viele auf das Ergebnis 20. Wenn ich jetzt frage, ob Sie auch ganz sicher sind, dann sagen mir alle: „Ja, absolut sicher!“ In Ordnung.

Halten wir fest: Im Denken sind wir schnell und flexibel. Statt einer Rechenaufgabe hätten Sie sich auch einen Apfel oder ein Eis vorstellen können. Ja, der Einzelne kann sich sogar Dinge vorstellen, die physisch gar nicht vorhanden sind, wie zum Beispiel einen Engel oder einen Teufel.

 » Lees verder

„Die USA haben nie Kriegsreparationen bezahlt“ – Historiker Ganser über das „Imperium USA“. Teil 1

„die-usa-haben-nie-kriegsreparationen-bezahlt“-–-historiker-ganser-uber-das-„imperium-usa“.-teil-1

27-06-20 01:25:00,

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher hat ein neues Buch geschrieben, in dem er über das „Imperium USA“ aufklärt. Darin schlägt er einen weiten Bogen von der Besiedlung Nordamerikas durch Europäer bis zum digitalen Imperium in Gestalt von Facebook, Google und Co. Im Gespräch hat er erklärt, warum er das Buch geschrieben hat. Teil 1

Eine ganze Reihe von Büchern, die in den vergangenen Jahren erschienen sind, gab bereits Auskunft über den US-Imperialismus: John Pilgers „Verdeckte Ziele“, „Putsch!“ von Stephen Kinzer, Bücher zum Thema von Noam Chomsky und von William Blum. Dazu gehört auch das jüngst erschienene Buch von Daniel Immerwahr, „Das heimliche Imperium – Die USA als moderne Kolonialmacht“. Nun hat Daniele Ganser einen Überblick über das „Imperium USA“ vorgelegt.

©
Foto : danieleganser.ch/ Christoph Hardt

Im Gespräch erklärte der Schweizer Historiker und Friedensforscher, warum er das Buch schreiben musste. Die USA würden als das mächtigste Land der Welt immer wieder das Interesse der Menschen auf sich ziehen. „Weil sie auch die meisten Länder bombardiert haben“, würden sich Menschen immer wieder mit ihr auseinandersetzen. „Mir ist einfach aufgefallen, dass es keine kompakte Übersicht gibt, von der Gründung der ersten Kolonie 1607 bis zu Facebook“, sagte Ganser.

Mit seinem Buch möchte er diesen bisher fehlenden Überblick leisten. „Ich möchte, dass es vor allem junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren lesen können. Das heißt, das Buch ist so geschrieben, dass es kein Vorwissen braucht. Man kann es auch mit 50 oder 70 gut lesen.“

„Jedes Imperium ist gefährlich“

Der Historiker sieht die USA als Imperium in der Krise. Angesichts der aktuellen Unruhen in der US-Gesellschaft meinte er: „Die USA brennen.“ Zudem sei das Land politisch tief gespalten zwischen Arm und Reich sowie zwischen Republikanern und Demokraten, während gleichzeitig sein weltweites Ansehen sinke. „Ich finde, es war immer ein gefährliches Imperium“, sagte er zum Hinweis auf Emmanuel Todds „Nachruf auf die Weltmacht USA“ aus dem Jahr 2002. Der französische Politologe warnte damals vor der Gefährlichkeit des untergehenden Imperiums.

„Jedes Imperium ist gefährlich“, so Ganser dazu. „Und der US-Imperialismus war gefährlich, als sie über Vietnam Napalm abwarfen oder in Chile die Regierung stürzten. Ich sehe jetzt nicht, dass es im Moment gefährlicher ist als früher. Im Gegenteil: Trump hat weniger Kriege geführt als Obama.

 » Lees verder

Bevölkerungs-Bashing, der neue Trend im Corona-Wahn – Tagesdosis 27.6.2020 | KenFM.de

bevolkerungs-bashing,-der-neue-trend-im-corona-wahn-–-tagesdosis-2762020-|-kenfm.de

27-06-20 01:19:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Politiker und Medien werten zunehmend und auf autoritäre Weise die gesamte Bevölkerung ab. Mit gewaltvoller Sprache wird schlechte Stimmung gegen die eigenen Mitbürger gemacht.

Ein Kommentar von Christiane Borowy

Was für eine Woche: Die Polizei in Stuttgart bereitet sich auf große Auseinandersetzungen an diesem Wochenende vor und verstärkt ihre Präsenz in der Stuttgarter Innenstadt, nachdem es am vergangenen Sonntag zu Gewaltausschreitungen von Tätern der so genannten „Vergnügungsszene“ kam und in diesem Zusammenhang auch Polizisten verletzt wurden. Mehr Polizeipräsenz, Videoüberwachung und möglicherweise ein Alkoholverbot sind also für dieses Wochenende geplant.

Die aktuellen Schlagzeilen von verletzten Polizisten und plündernden Menschen haben die friedlichen Demonstrationen gegen die Corona-Regeln längst in den Schatten gestellt – und das gerade in dem Moment, in dem überdeutlich wurde, dass viele tausend Menschen in Stuttgart Woche für Woche in der Lage waren friedlich für den Erhalt ihrer Grundrechte zu demonstrieren.

Horst Seehofer wollte in der Frage, ob gegen eine Journalistin der TAZ Anklage erhoben wird auch die Polizei schützen. Nicht nett, in einer Kolumne die Frage aufzuwerfen, welche Jobs Polizisten im Fall von Arbeitslosigkeit alternativ machen könnten, aber Anklage? Aber vor zwei Tagen, am 25.06.2020, hat sich Seehofer nun entschieden, dass der ganz große Fingerzeig, das ordentliche Donnerwetter ausbleiben und vielleicht nur der Presserat eingeschaltet wird. Angeblich will Seehofer damit einen Diskurs über die Frage des angemessenen menschlichen Umganges miteinander lebendig halten.

„Eine Enthemmung der Worte führt unweigerlich zu einer Enthemmung der Taten und zu Gewaltexzessen“, sagte Seehofer laut Taz der Bild (7). Statt Beifall für dieses Anliegen zu spenden, tönen die Massenmedien aber laut, dass Seehofer nachgegeben habe und dass das ein Fehler war. Die Welt titelt am 25.06.2020 sogar, Seehofer „kneift aus“ (8). Komisch dabei: als es am 9.Mai in Stuttgart zu einem versuchten Anschlag auf den Journalisten Ken Jebsen kam, hat niemand die Frage nach menschlichem Umgang gestellt.

Des weiteren wurde mit dem Ausbruch von Corona in dem Fleischbetrieb Tönnies ein Skandal präsentiert, der den Stachel der ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse weiter ins Fleisch treibt, und der außerdem das Thema Reisefreiheit und Legitimation der Corona-Regelungen wieder auf den Tisch gebracht und die Hoffnung zerstört hat,

 » Lees verder

Die Propaganda-Pandemie

die-propaganda-pandemie

27-06-20 07:48:00,

Es ist Dienstag, der 14. Juni 2020. Seit etwa einem Monat haben fast sämtliche Medien in beeindruckender Synchronizität damit begonnen, ihre Berichterstattung über SARS-CoV-2 umzustellen: Das Virus erscheint weniger im Zeichen apokalyptischer Dauererregung, sondern mehr als unangenehmer Umstand, der uns lange begleiten wird und jederzeit wieder sein Haupt erheben kann. Die Bürger tragen den Terror der Pandemie in sich, es bedarf keiner sensationellen Zahlen mehr, um sie den Ansagen des Ausnahmezustands zu unterwerfen. Am 14. Juni 2020 lautet der Stand der Dinge: Seit Ausbruch der Pandemie in Deutschland wurden 186.269 Infizierte gemeldet. 247 Fälle mehr als am Vortag. Ca. 172.200 Infizierte gelten als genesen. 8.787 Tote waren mit dem Virus infiziert.

Schauen wir uns die Zahlen an jenem Tag näher an: In ganz Deutschland sind demnach heute maximal ca. 14.000 Menschen als „infiziert“ identifiziert. Wie es diesen Infizierten geht, scheint niemanden richtig zu interessieren oder es könnte die Macht der schieren Quantität brechen. Deshalb mit guten Gründen grob geschätzt: Anders als der Begriff „genesen“ impliziert, ist von den positiv Getesteten nur ein Bruchteil symptomatisch erkrankt. Vermutlich werden von diesen 14.000 etwa 7.000 gar keine Symptome zeigen, 5.000 werden an leichten bis mittleren Beschwerden leiden. 2.000 befinden sich in klinischer Behandlung, und von denen wiederum bedürfen etwa 400 intensivmedizinischer Betreuung. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden von Letzteren etwa 20 Menschen sterben. Die meisten waren dann mit Sicherheit über 80 Jahre alt und aufgrund verschiedener Vorerkrankungen geschwächt. Zusammengefasst: am 14. Juni leiden von 80 Millionen Einwohnern etwa 2.000 an einer schweren Grippe, einige Alte werden daran sterben.

Seit einigen Wochen musste ich erleben, wie tiefsinnige, politisch mutige und kritische Menschen sich dutzendfach den Schrecken der Pandemie ergaben. Selbst jene mittleren Alters und bei bester Gesundheit zittern bei der Vorstellung, selbst an Covid-19 zu erkranken. Auf jeden Relativierungsversuch meinerseits folgen unweigerlich tief beseelte Beschwörungen der „Bilder aus Bergamo“ und der „unfasslichen Leichenberge von New York“. Auf der Straße treffe ich auf mundschutzbewehrte Zeitgenossen, in Supermärkten kurven missmutige Kunden um andere missmutige Kunden — stets auf Abstand bedacht. Noch am 31. März hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) das Tragen von Schutzmasken etwa in Supermärkten für überflüssig gehalten, Fachärzte hatten darauf hingewiesen, dass dieser Mundschutz eher respiratorische Krankheiten hervorruft als verhindert. Doch die wachsamen Mitbürger dulden keinen Zweifel. Worum es eigentlich noch geht, wissen die meisten allerdings nicht.

 » Lees verder

Boltons Buch über Trump: Eine erschreckende Selbstenthüllung

boltons-buch-uber-trump:-eine-erschreckende-selbstenthullung

27-06-20 07:48:00,

Erich Gysling

Erich Gysling / 27. Jun 2020 –

Die Erkenntnis nach der peinvollen Lektüre von John Boltons Buch: Gut, dass Trump diesen Mann rechtzeitig losgeworden ist.

Wer sich vornimmt, dieses Buch (John Bolton: «The Room Where it Happened») von A bis Z zu lesen, muss wissen: Mir stehen viele Stunden voller Pein bevor. Ja, die Lektüre artet bald in Masochismus aus – weil der Leser, die Leserin, weiss: So, wie bis jetzt, sagen wir bis zur eben bewältigten Seite 150 oder 200, wird es weitergehen bis zur letzten Zeile auf Seite 588.

Was genau? Akribische Wiedergabe von Gesprächen und Begegnungen (Bolton notierte sich alles, wirklich alles, bei jedem Treffen); summarische Abqualifizierungen von fast jedem/jeder, dem/der er begegnete; prägnante Rechtfertigung seiner eigenen Haltung und Handlungsweise – und, klar, jederzeit, süffig erfasst, eine «träfe» Bemerkung über Donald Trumps Sprunghaftigkeit, dessen Launen, mangelnde Sachkenntnis und Tendenz, persönliche Dinge mit der hohen Politik zu einem Pesto zu vermischen.

Klar, dass dieser Polit-Buchhalter, gut dokumentiert, enthüllen konnte, dass Donald Trump sich nicht scheute, den chinesischen Staatspräsidenten in sein persönliches Boot zu holen, um sich Vorteile für den nächsten Präsidentschaftswahlkampf zu sichern, ist interessant und schockierend. Was, wenn Xi Jinping darauf eingegangen wäre? Die Antwort: reine Spekulation. Gut, interessant, dass Bolton auch (besser als andere Quellen) nun klar stellt, wie Trump versuchte, den unerfahrenen ukrainischen Präsidenten, Wolodymyr Selenskyi, einzuwickeln, um sich Informationen über die Familie von John Biden zu verschaffen. Aber viel interessanter ist etwas anderes – nämlich die Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie es kommen konnte, dass ein John Bolton, nach all dem von ihm zuvor angerichteten Unheil, von Donald Trump ins Amt des einflussreichen Chefs des Nationalen Sicherheitsrats der USA berufen werden konnte.

Stichworte: Bolton, der die so genannte Nordkorea-Frage durch Bombenangriffe «lösen» wollte. Bolton, der empfahl, Iran zu bombardieren. Bolton, der forderte, den gordischen Knoten des Konflikts Israel/Palästinenser mit einer Politik zugunsten der radikalsten Kräfte in Israel zu lösen. Bolton, der sehr gerne Bomben auch auf Venezuela geworfen hätte und der nichts von Verhandlungen mit einzelnen Nato-Mitgliedern hielt – ebenso wenig wie mit der russischen Führung.

Als ich mich rund gut zwei Drittel lang durch das Buch gequält hatte, blitzte mir ein Gedanke auf, der mich selbst schockierte: Wie gut,

 » Lees verder

Die Forderungen des IWF: Respekt vor den Regeln der Marktwirtschaft erzwingen!

die-forderungen-des-iwf:-respekt-vor-den-regeln-der-marktwirtschaft-erzwingen!

27-06-20 07:29:00,

Bild Wolodymyr Selenskyi: Mykhaylo Markiv / The Presidential Administration of Ukraine / CC-BY-4.0 / Grafik: TP

  1. Die Forderungen des IWF: Respekt vor den Regeln der Marktwirtschaft erzwingen!

  2. III. Eigenheiten der ukrainischen Demokratie


  3. Auf einer Seite lesen

Von Russland befreit, bis zum Ruin verwestlicht, von Krisen überrollt. Die Ukraine in den Zeiten von Corona – Teil 2 & 3

Der IWF nimmt die Krise regelrecht als Gelegenheit wahr, die Erpressung zu verschärfen, mit der er die Selenskyj-Regierung seit ihrem Amtsantritt konfrontiert – neuen Kredit, im Hinblick auf die Corona-Krise sogar noch ein paar Milliarden Dollar mehr, gibt es nur bei der Zustimmung zu “Reformen”, eine Erpressung, die umso wirksamer ist, als die Genehmigung des IWF-Kredits auch von Seiten anderer Kreditgeber zur Bedingung für den Zugang zu ihren Krediten gemacht wird.1

Der Fonds knüpft seine Hilfe ultimativ an die Verabschiedung von zwei Gesetzen, in denen er Meilensteine für den Weg des Landes in eine vernünftige marktwirtschaftliche Zukunft sieht, die freilich aus gutem Grund bislang nicht zustande gekommen sind: Die Landreform zwingt die Regierung dazu, den Ausverkauf des Landes voranzutreiben und das Bankengesetz dazu, gegen einen der mächtigsten Oligarchen vorzugehen. Beides zusammen treibt die Regierung in eine Machtprobe, die sie sich wirklich nicht bestellt hat. Die Wahl, vor die der Staatschef sein Parlament stellt, hat dann auch eine gewisse Ähnlichkeit mit der Alternative “Geld oder Leben!”:

Infolge des Coronavirus ist unser Land tatsächlich an einem Scheideweg angekommen und zwei Wege stehen ihm offen. Der erste besteht darin, zwei lebenswichtige Gesetze zu verabschieden; danach würden wir von unseren internationalen Finanzpartnern Unterstützung in Höhe von mindestens 10 Milliarden USD erhalten. Das ist notwendig, um die Ökonomie des Landes zu stabilisieren und die Krise zu überwinden. Andernfalls, nämlich bei Nichtverabschiedung dieser Gesetze – das wäre der zweite Weg – käme es zum Verfall der Ökonomie und sogar zur Gefahr eines Staatsbankrotts.
(112.ua, 9.3.20)

Jetzt brauchen wir sie [die Unterstützung des IWF] wie Blut für den menschlichen Körper… Wären wir in anderen Zeiten, herrschte Ruhe, könnten wir darüber reden, ob sie für uns profitabel ist oder nicht.

 » Lees verder

Erweiterte Anklage gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange

erweiterte-anklage-gegen-wikileaks-grunder-julian-assange

26-06-20 07:44:00,

Erweiterte Anklage gegen Julian Assange

Sie stammt von FBI-Agenten und verurteilten Kinderschändern

von Oscar Grenfell

Julian-Assange-Auslieferung-Auslieferungsantrag-investigativer-Journalist-WikiLeaks-Kritisches-Netzwerk-Verleumdung-Verleumdungskampagne-FBI-Ogmundur-JonassonDas Justizministerium hat am Mittwoch eine Neufassung der Klage gegen Julian Assange erlassen. Sie zielt darauf ab, den Ruf des WikiLeaks-Gründers zu ruinieren und ihn persönlich zu vernichten. Es ist der jüngste Angriff in einer seit Jahren andauernden Kampagne der US-Regierung und ihrer Geheimdienste.

Die neue Anklageschrift enthält keine neuen Anklagepunkte, die zu denen vom Mai 2019 hinzukommen würden. Die 17 Anklagepunkte aufgrund des Spionagegesetzes bleiben weiter bestehen. Sie beziehen sich auf die Veröffentlichung von Dokumenten, die Chelsea Manning an WikiLeaks weitergereicht hatte. Damit wurden historische Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan und illegale diplomatische Intrigen aufgedeckt.

Diese Anklagepunkte stellen einen massiven Angriff auf die Pressefreiheit und den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung dar und zielen direkt auf das Recht jedes Journalisten, Material über die „nationale Sicherheit“ zu veröffentlichen.

„Der Kongress soll kein Gesetz erlassen, das eine Einrichtung einer Religion zum Gegenstand hat oder deren freie Ausübung beschränkt, oder eines, das Rede- und Pressefreiheit oder das Recht des Volkes, sich friedlich zu versammeln und an die Regierung eine Petition zur Abstellung von Missständen zu richten, einschränkt.“[ergä. durch H.S.]

Die Anklageschrift enthält außerdem eine Anklage wegen Verschwörung zum Hacken von Computern. Das war die erste Anklage der USA, die gegen Assange erhoben wurde, nachdem die britische Polizei ihn im April 2019 aus der ecuadorianischen Botschaft in London verschleppt hatte.

Das neue Material, das nun dem einleitenden Teil der neuen Anklageschrift hinzugefügt wurde, ist ein verzweifelter Versuch, diesen einen Anklagepunkt zu untermauern und das Narrativ zu stärken, dem zufolge Assange ein „Hacker“ sei, aber kein Verleger oder Journalist.

Die Anklageschrift wurde in dieser Frage ausgeweitet, weil der Vorwurf, Assange habe Computer gehackt, in der Öffentlichkeit völlig diskreditiert ist. Das hatte auch der Beginn der britischen Auslieferungsanhörungen in der letzten Februarwoche ergeben. Der Anklageschrift zufolge soll Manning Assange im März 2010 um Hilfe beim Knacken einer Hash-Funktion oder eines Passworts gebeten haben, um sich anonym in das Computernetzwerk der US-Armee einzuloggen.

Inzwischen wird praktisch allgemein anerkannt, dass die betreffende kryptographische Einheit niemals gehackt wurde. Darüber hinaus hatte Manning zu diesem Zeitpunkt bereits das Material beisammen, das sie WikiLeaks zur Verfügung stellen wollte. Der Zweck ihrer halb im Scherz gestellten Anfrage war es,

 » Lees verder

Der Lockdown-Irrsinn

der-lockdown-irrsinn

26-06-20 04:42:00,

von J. B. Handley

Wie Ihnen jeder Virologe sagen könnte, sinkt die Infektionstödlichkeitsrate (englisch: Infection Fatality Rate, IFR) bei jedem neuen Virus immer mit der Zeit, je mehr Daten verfügbar werden. In den frühen Tagen von COVID-19, als wir nur Daten aus China hatten, bestand die Befürchtung, dass die IFR bis zu 3,4 Prozent betragen könnte, was in der Tat katastrophal wäre. Am 17. April wurde die erste Studie von Forschern aus Stanford veröffentlicht, die alle Sperren sofort hätte aufheben sollen, da die Wissenschaftler berichteten, dass ihre Forschung „impliziert, dass die Infektion viel weiter verbreitet ist, als die Zahl der bestätigten Fälle vermuten lässt“ und den IFR zwischen 0,12 und 0,2 Prozent festlegte. Die Forscher spekulierten auch, dass die endgültige IFR, wenn mehr Daten bekannt würden, wahrscheinlich „niedriger“ ausfallen würde. Zum Vergleich: Die saisonale Grippe hat eine IFR von 0,1 Prozent. Pocken? 30 Prozent.

Als erste Studie, die den IFR festlegte, geriet die Stanford-Studie in vernichtende Kritik, was den leitenden Forscher, Dr. John Ioannidis, zu der Bemerkung veranlasste:

„Es gibt hier eine Art Mafia-Mentalität, die darauf besteht, dass dies das Ende der Welt sein muss, und es muss sein, dass der Himmel einstürzt. Sie greift Studien mit Daten an, die auf Spekulationen und Science-Fiction basieren. Aber reale Daten zugunsten mathematischer Spekulationen zu verwerfen, ist verwirrend.“

Wie alle gute Wissenschaft wurden die Stanford-Daten zur IFR inzwischen so oft repliziert, dass unsere eigenen Centers for Disease Control, CDC, diese Woche bekannt gaben, dass ihre „beste Schätzung“ eine IFR unter 0,3 Prozent ergab. In diesem Artikel über die neuen Daten der CDC hoben sie auch hervor, wie der kaskadenartige Rückgang der IFR alle Ängste vor dem Jüngsten Tag beseitigt hat:

Dieses „beste Schätzung“-Szenario geht auch davon aus, dass 35 Prozent der Infektionen ohne Symptome verlaufen, das heißt, die Gesamtzahl der Infektionen ist um mehr als 50 Prozent größer als die Zahl der symptomatischen Fälle. Es impliziert daher, dass die IFR zwischen 0,2 Prozent und 0,3 Prozent liegt. Im Gegensatz dazu gingen die Hochrechnungen der CDC vom März, die vorhersagten, dass bis zu 1,7 Millionen Amerikaner ohne Intervention an COVID-19 sterben könnten, von einer IFR von 0,8 Prozent aus. Etwa zur gleichen Zeit erstellten die Forscher am Imperial College ein Worst-Case-Szenario,

 » Lees verder

Geopolitik: Der große Rückzug der USA | www.konjunktion.info

geopolitik:-der-grose-ruckzug-der-usa-|-wwwkonjunktion.info

26-06-20 04:35:00,

Soldaten - Bildquelle: Pixabay / Defence-Imagery; Pixabay Lisence

Soldaten – Bildquelle: Pixabay / Defence-Imagery; Pixabay Lisence

In der letzten Woche ist etwas Außergewöhnliches passiert: Taro Kono, Japans Verteidigungsminister, kündigte an, dass die japanische Regierung ihren Plan, ein neues, mehrere Milliarden Dollar teures Raketenabwehrsystem zu stationieren, aufgeben werde. Tokio hatte sich 2017 verpflichtet, den Kriegstreibern von Lockheed Martin das Aegis-Ashore-System abzukaufen, d.h. just zum Höhepunkt der Hysterie bzgl. der Raketenprovokationen Nordkoreas. Doch Kono hat die Pläne unter Berufung auf Budget- und Zeitüberschreitungen für unbestimmte Zeit “auf Eis gelegt”.

Was diese Ankündigung so ungewöhnlich macht, ist, dass sie alle überrascht hat. Nicht nur die Gouverneure der Präfekturen, in denen das System aufgebaut werden sollte – die laut Kyodo News erst in letzter Minute per Telefonanruf über die Planänderung informiert wurden -, sondern auch die US-Regierung, die laut Nikkei Asian Review nicht vorzeitig über die Entscheidung informiert wurde.

Japan hat damit ohne Vorwarnung einen Multimilliarden-Dollar-Vertrag im Verteidigungsbereich mit einem wichtigen US-Auftragnehmer platzen lassen. Da scheint die Frage “Was geht hier vor sich?” mehr als gerechtfertigt zu sein…

Für diejenigen, die sich nicht mit Geopolitik und Militärangelegenheiten im asiatisch-pazifischen Raum befassen, klingt dies vielleicht nicht nach dem Außergewöhnlichsten, was im Jahr 2020 passieren wird – und, um fair zu sein, angesichts des Jahres, das wir gerade erleben, ist es das vielleicht auch wirklich nicht. Aber das Militärbündnis zwischen Japan und den USA ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs das Rückgrat der Sicherheitsordnung im asiatisch-pazifischen Raum, und die Vorstellung, dass Japan eine solch monumentale Entscheidung einseitig trifft, ohne seine US-amerikanischen Gegenspieler vorher auch nur zu informieren, wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. Doch diesmal ist es anders.

Tatsächlich geht es nicht nur um den asiatisch-pazifischen Raum. Von Europa über den Nahen Osten bis nach Südamerika vollzieht sich ein außerordentlicher Wandel, der die Macht und den Einfluss der USA rund um den Globus schwinden sieht. Ist die Ära der “Pax Americana” nach dem Zweiten Weltkrieg also wirklich vorbei? Und wenn ja, was bedeutet das für die Zukunft der globalen Geopolitik?

Um diese Frage besser zu verstehen, werfen wir einen Blick auf einige der unglaublichen Geschichten, die unter dem öffentlichen Radar bleiben, während die Amerikaner sich mit dem Streit um die Werbefigur eines Pfannkuchensirupherstellers (Aunt Jemima) beschäftigen.

 » Lees verder

Kurz eingeworfen: US-Finanzcasino – Vocker-Regel wird abgeschafft | www.konjunktion.info

kurz-eingeworfen:-us-finanzcasino-–-vocker-regel-wird-abgeschafft-|-wwwkonjunktion.info

26-06-20 04:27:00,

Kurz eingeworfen - Bildquelle: Wikipedia / 4028mdk09

Kurz eingeworfen – Bildquelle: Wikipedia / 4028mdk09

Die Volcker-Regel ist Teil des Dodd-Frank-Gesetzes von 2010, das verabschiedet wurde, um eine weitere Finanzkrise zu verhindern, die teilweise durch verantwortungsloses Eingehen von Risiken bei Banken verursacht wurde. Die Volcker-Regel sollte verhindern, dass sich Banken wie Hedgefonds verhalten. Das allgemeine Prinzip ist, dass sie den Kunden den Handel erleichtern dürfen, aber das Risiko für große proprietäre Wetten nicht einschränken dürfen.

Die nach ihrem Befürworter, dem verstorbenen Vorsitzenden der US-Notenbank, Paul Volcker, benannte Regel verbot den Banken jedoch auch, potenziell spekulative Investitionen mit den FDIC-versicherten Einlagen der Kunden zu tätigen. Dies schloss Risikokapitalfonds ein, obwohl der Gesetzgeber angegeben hat, dass die VC-Branche möglicherweise zu Unrecht mit zu den Hedgefonds und Private Equity eingruppiert wurde.

(The Volcker Rule is part of the 2010 Dodd-Frank Act, which was passed in an attempt to prevent another financial crisis caused in part by irresponsible risk-taking at banks. The Volcker Rule was designed to prevent banks from acting like hedge funds. The general principle is that they are allowed to facilitate trades for clients, but not allowed to strap on risk for big proprietary bets.

But the rule, named for its proponent, the late Federal Reserve Chairman Paul Volcker, also barred banks from making potentially speculative investments using customers’ FDIC-insured deposits. That included venture capital funds, although lawmakers have said the VC industry may have been unfairly grouped with hedge funds and private equity.)

Dieses politische Geschenk an das Finanzcasino bedeutet, dass

  • die Banken wieder selbst zocken dürfen.
  • sie das auch mit dem Guthaben ihrer Kunden tun dürfen.

Aktuell ist eine Einschätzung bzgl. der Folgen auf das Gesamtsystem noch schwierig. Aber ich gehe davon aus, dass in dessen Folge mittelfristig der Status des US-Dollar weiter leiden wird – auch wenn es in den nächsten Wochen zu einer nicht nachhaltigen Rally an den Börsen kommen wird. Angetrieben vor allem durch Aktien aus der Finanzindustrie.

Quelle:
Bank stocks surge after regulators ease Volcker Rule, JPMorgan Chase climbs 2%

Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen.

 » Lees verder

Trump dreht durch. Von Oskar Lafontaine.

trump-dreht-durch-von-oskar-lafontaine.

26-06-20 04:18:00,

Endlich sagt einer offen, dass die USA nicht unseretwegen mit ihrem Militär hier bei uns sind, und dass nicht wir ihnen, sondern sie uns Milliarden schulden. Dabei sind die Zusammenhänge doch so einfach zu erkennen. Albrecht Müller.

Beim Besuch des polnischen Staatspräsidenten Duda sagte Trump, Deutschland vernachlässige „auf kriminelle Weise seine Pflichten gegenüber der Nato“, weil es nicht zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgebe.

Jetzt reicht‘s allmählich. Dass Trump nicht der Hellste ist, wissen wir. Dass er ein Waffennarr ist und im Dienst der US-Rüstungsindustrie steht, die ihm seinen Wahlkampf sponsert, ist offensichtlich. Wenn aber jemand „auf kriminelle Weise“ seine Pflichten gegenüber der Nato nicht erfüllt, dann sind es die USA. Die Nato ist nämlich ein Verteidigungsbündnis und nicht geschaffen worden, um Kriege zu führen, zu foltern, zu morden und zu plündern. Die Nato ist auf das Völkerrecht verpflichtet, das Trumps USA täglich mit Füßen treten.

Wann wird es einen deutschen Kanzler geben, der der Verbrecher-Clique in Washington den Marsch geigt? Die USA schulden Deutschland mehrere hunderte Milliarden, weil sie den Nahen Osten kaputtgebombt haben und Deutschland wie auch andere Länder für die Folgen aufkommen muss, durch die Aufnahme vieler Kriegsflüchtlinge. Mit dem ursprünglichen Auftrag der Nato hat das schon lange nichts mehr zu tun.

Und nicht vergessen: Die US-Truppen sind nicht in Deutschland stationiert, um uns zu schützen, sondern um von Deutschland aus die völkerrechtswidrigen Kriege in aller Welt zu führen, wie der frühere Befehlshaber der US-Truppen in Europa, General Ben Hodges, bestätigt: „Sie sind nicht dort, um Deutschland zu verteidigen, sondern sie sind für uns dort.“

Auch wenn die deutschen „Verteidigungsexperten“ es nicht begreifen: Russische und demnächst auch chinesische Nuklearraketen sind notwendigerweise angesichts der Einkreisungspolitik der USA auf die US-Militäreinrichtungen in Deutschland programmiert. Und Technik kann immer versagen, wie 1983, als die Computer der Sowjetunion einen US-Raketenangriff anzeigten und nur die Besonnenheit des sowjetischen Oberst Petrow ein nukleares Inferno verhinderte.

Quelle: Oskar Lafontaine via facebook

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele – aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!

 » Lees verder

Im falschen Film: „NATO 2030“ – Tagesdosis 26.6.2020 | KenFM.de

im-falschen-film:-„nato-2030“-–-tagesdosis-2662020-|-kenfm.de

26-06-20 04:17:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Nachdem die europäischen Staaten im organisatorischen Rahmen der Nordatlantischen Vertragsorganisation NATO in den letzten 30 Jahren den USA dabei geholfen haben, mit völkerrechtswidrigen Angriffskriegen den Balkan, Afghanistan, den Nahen Osten und Nordafrika in die Luft zu sprengen und in Kriegs- und Spannungszonen aufzuteilen,

  •  und nachdem die NATO mit ihren Angriffswaffen immer weiter in Richtung Osten bis direkt an die Grenze Russlands vorgestoßen ist,
  • und nachdem die USA unterstützt von der NATO in der Ukraine den rechtmäßig gewählten Präsidenten gewaltsam weggeputscht hat und das Land mit Hilfe einer Armada von Neonazi-Kampfgruppen auf den Kopf gestellt hat,
  • nachdem die USA den INF-Rüstungskontrollvertrag über atomare Mittelstreckenraketen zwischen Russland und den USA jüngst mit Unterstützung der NATO-Länder gekündigt hat,
  • und nachdem die USA mit Unterstützung der NATO Russland mit einem ballistischen Raketenschild umzingelt hat,

nach all diesen gefährlichen und verbrecherischen Taten haben die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer der NATO, – dieses monströsen Relikts aus dem Kalten Krieg – entschieden, dass angesichts der überall rapide wachsenden politischen Instabilität es am besten für die Völker der Erde ist, die Welt mit noch mehr NATO zu beglücken, und zwar mit dem Projekt „NATO 2030“. Man kommt sich vor wie in einem falschen Film.

Nein Danke.

Ein kurzer Rückblick wird jeden Leser bei vernünftigem Menschenverstand überzeugen, dass wir nicht mehr, sondern weniger NATO brauchen, und wir Deutsche am besten ganz ohne NATO und die amerikanischen quasi-Besatzer auskommen. Denn von denen geht die permanente Gefahr aus, dass sie uns jederzeit – mit oder ohne Zutun unserer eigenen, deutschen Kriegstreiber – in einen neuen, großen Krieg mit Russland hineinziehen können.

Laut dem englischen Lord Ismay, der von 1952 bis 1957 der erste Generalsekretär der NATO war, bestanden Sinn und Zweck der Nordatlantischen Vertragsorganisation darin, „die Russen aus Westeuropa raus, die Amerikaner drin und die Deutschen unten zu halten“. Diese Aufgabe hat die NATO im Dienst des erz-kapitalistischen Washingtoner Ausbeuter- und Oligarchenregimes mit Erfolg absolviert.

 » Lees verder

Im App-Fieber

im-app-fieber

26-06-20 04:08:00,

Unter Merkel — siehe Ansprache auf YouTube zur Corona-App — zeigt sich ganz besonders eindeutig die Diskrepanz zwischen Willen und Realität des Volkes und dem Willen der Parlaments-Palast-Parallelwelt. Das Dislike-Verhältnis beträgt rund 97 Prozent. Und auch die Kommentare darunter machen deutlich: Ein breiter Teil der Bevölkerung möchte diese App nicht haben!

Alle Beteuerungen, die App sei stets freiwillig und würde niemanden ausspionieren, kann man nur noch unter „bodenloser Unverschämtheit“ verbuchen. Unverschämtheit ob des Glaubens, die Bevölkerung hätte ein so mieses Gedächtnis und wüsste nicht mehr, wie häufig sich Versprechen deutscher Politiker ins Gegenteil verkehrten. Sei es Walter Ulbricht, der beteuerte, niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten, ein Martin Schulz, der 2017/18 versicherte, es werde keine große Koalition geben, oder das jüngste, aktuellste und prägnanteste Beispiel: die Bundesregierung. Diese warnte am 14. März 2020 eindringlich, dass im Internet Fake-News kursierten, nach denen es bald erhebliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens geben würde. Nicht einmal zehn (!) Tage später befanden wir uns im grundgesetzwidrigen Lockdown.

Jetzt mal Buddha bei die Fische! Wer, der sich durch das stundenlange Maskentragen noch nicht komplett die Birne vernebelt hat und noch halbwegs bei Verstand ist, glaubt dieser Regierung und all ihren Karrieristen noch? Heute sagt die Regierung, es gebe keine Einschränkungen des öffentlichen Lebens, und morgen schon ist der Lockdown. Was um alles in der Welt liefert uns die Garantie dafür, dass eine heute noch freiwillige und anonymisierende App morgen nicht ins komplette Gegenteil verkehrt wird? Und wenn auch nur über indirekte Umwege, zum Beispiel dass gewisse Formen der gesellschaftlichen Partizipation nur noch mit dieser App möglich sind.

Jedenfalls gibt es diese Garantie nicht. Der Gehalt der Versprechen von Politikerinnen und Politikern pulverisiert sich just in dem Moment, in dem die Wörter verhallen.

Es macht wenig Sinn, die ganze Energie darauf zu verwenden, sich in langen Texten über den undemokratischen Charakter dieser App zu echauffieren. Stattdessen sollten wir die gegen die Demokratie gerichteten Kräfte betrachten, sie umlenken, transformieren und für unsere demokratischen Ziele verwenden. Ganz so wie das beispielsweise der Physiker Hans-Peter Dürr allgemein beschreibt oder Rüdiger Lenz in Bezug auf das Nichtkampf-Prinzip.

Wir erleben derzeit einen App-Hype, wie wir ihn seit 2016 mit der Pokémon-Go-App nicht mehr erlebt haben. Dieses Mal ist der Hype noch um ein Vielfaches aufgeladener,

 » Lees verder

Niemand hat die Absicht einen Immunitätsausweis einzuführen

niemand-hat-die-absicht-einen-immunitatsausweis-einzufuhren

26-06-20 09:36:00,

Nach widersprüchlichen Signalen aus der SPD rudert die Partei beim Immunitätsausweis nun zurück. Aber das Projekt ist nicht vom Tisch. Die aktuellen, selektiven Reisebeschränkungen geben einen Vorgeschmack auf mögliche weitreichende Szenarien. Von Tobias Riegel.

Die SPD lehnt einen Immunitätsausweis für das Coronavirus weiter ab. Das betonten am Donnerstag sowohl die Parteivorsitzende Saskia Esken als auch Fraktionsvize Bärbel Bas, wie Medien berichten. Aufhorchen lassen aber die Fragen, warum die SPD dieses Bekenntnis nun erneuern musste und ob dieses Bekenntnis glaubhaft ist. Festzustellen ist, dass die Position der Partei zu dem potenziell hochproblematischen Gesundheitsnachweis mindestens inkonsequent, wenn nicht fragwürdig ist.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat nämlich durchaus die erklärte Absicht, einen solchen Immunitätsausweis einzuführen. Wegen Widerstands aus der SPD hatte er seine Pläne im Mai jedoch vorerst auf Eis gelegt, wie Medien berichten. Warum die Pläne abzulehnen sind, dazu werden unten im Text Kritiker zitiert. Angesichts der Kontroverse hatte Spahn den Deutschen Ethikrat eingeschaltet. Das Gremium berät seit dem gestrigen Donnerstag darüber, in diesem Zusammenhang wurde das Thema in den letzten Tagen erneut behandelt.

Absurde SPD-Position zur Zwei-Klassen-Gesellschaft

Das Problem mit der Position der SPD ist, dass sie nicht die wichtigsten Gründe für eine Ablehnung des Immunitätsausweises ins Zentrum stellt: nämlich die Etablierung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft mit „Passierscheinen“ für die einen Bürger und Schikanen für die anderen Bürger. Dieser Aspekt des „Passierscheins“ wird zwar von der SPD thematisiert und auch abgelehnt, aber in einer absurden und widersprüchlichen Weise: Entscheidend sei, “dass aus dem Immunitätsstatus keine Stigmatisierung entstehen darf. Wir werden darauf zu achten haben, dass für diese Personen keine anderen Freiheits- oder Persönlichkeitsrechte gelten”, sagte die SPD-Gesundheitspolitikerin Bärbel Bas gerade in einem vielbeachteten, nach Darstellung von Bas teils falsch wiedergegebenen, Interview.

Da fehlen einem zunächst die Worte: Was für eine Funktion sollte ein Immunitätsausweis haben, der keine unterschiedliche Behandlung der jeweiligen Gruppen nach sich zieht? Das ganze fragwürdige Prinzip der Dokumentation des Gesundheitszustands der Bürger zielt doch darauf, für „immune“ Bürger Vorteile in Form von privilegierten Freiheitsrechten einzuführen. Diese Vorteile sollen auch die Beteiligung an einer solchen Dokumentation attraktiv machen. Wenn den Sozialdemokraten der Punkt mit der Stigmatisierung tatsächlich wichtig ist, dann müssten sie den Immunitätsausweis eigentlich viel prinzipieller verdammen, als sie das nun tun.

 » Lees verder

Ein bisschen Diktatur

ein-bisschen-diktatur

26-06-20 09:17:00,

Fährt man in diesen Tagen durch dieses Land, am besten im eigenen Auto mit Lieblingsmusik und einem zugeneigten Menschen an der Seite, dann sehnt man sich danach, den Augen nicht trauen zu müssen. Die imperiale Seuche mit, Stand 21. Juni 2020 knapp 500.000 Toten — so viele Menschen sterben übrigens weltweit an zwei Tagen — aus dem Hause WHO & Wuhan hat der ohnehin überforderten Nation den Rest gegeben. Die Nachhallkriege von 9/11, das daraus erfolgende Migrationschaos, serielle Klimaapokalypsen und die Verblödungskampagnen der Medienkartelle haben die nervliche Zerrüttung vorbereitet. Nur so lässt sich erklären, dass eine Handvoll eloquenter Virenexperten und ein Stab ahnungsloser Politdarsteller mit ein paar Handstreichen einen nationalen Lockdown mit offenem Ende ausrufen konnten. Wie von hypnotisierten Pagageien wurden und werden dabei die im November 2019 vorformulierten Strategieworthülsen des „WEF & Event 201“-Meetings nachgeplappert. Diese unverhohlene Kriegserklärung an die Menschheit lässt sich seit Monaten ganz einfach auf YouTube betrachten — mittlerweile sogar mit deutschen Untertiteln. Wer höflich auf diesen Irrsinn hinweist, gilt in den Augen der Regenbogen- Groko-Oberkommando-Untertanen als Holocaustleugner. Auf so was muss man erst mal kommen.

Aber es soll von etwas ganz anderem die Rede sein. Die systematische Traumatisierung hat die Gesichter und Herzen und Gedanken der Deutschen radikal und dauerhaft verwandelt. Ich möchte die kollektive Selbstaufgabe anhand eines eher kleinen sprachlichen Alltagsphänomens beschreiben. Und zwar geht es um die hyperinflationäre Verwendung des unbewusst-verschämten: „ein bisschen.“

Was sich zunächst wie eine Petitesse ausnimmt, ist längst ein alles durchwucherndes Krankheitsbild der deutschen Verzagung geworden.

Sie halten das für banal? Vielleicht haben Sie recht. Ich halte es für kennzeichnend und alarmierend. Schalten Sie einfach zu einem beliebigen Zeitpunkt TV oder Radio an, wo es Sendungen gibt, in denen über Politik, Sport, Kultur oder auch über Viren, CO2 und Sklavenhandel debattiert wird. Es dauert keine zehn Sekunden, bis die ersten ein bisschens ins Spiel kommen. Hobbykabarettisten wie Lars Klingbeil oder Robert Habeck bringen es auf gut 5 Anschläge pro Minute, stets flankiert von einer zwangssäuerlichen und um Seriosität bemühten Mimik.

Es vergeht kein Statement, ob Volksvertreter, Impfstoff-Experte oder Medienschaffender ohne dieses matte, leblose „ein bisschen“. Jogi Löw fordert Verständnis für „ein bisschen einen harten Generationswechsel“. Norbert Röttgen plädiert für ein bisschen mehr glasklare Kante gegenüber Putin, Trump und Corona. Und vom SPD-Lars ist zu vernehmen,

 » Lees verder

Das Leben eines typischen Tönnies-Schweines

das-leben-eines-typischen-tonnies-schweines

26-06-20 09:05:00,

Schweinezucht. Bild: Animal Rights Watch e.V. (ARIWA). Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Friederike Schmitz

Die Tierrechtlerin Friederike Schmitz beschreibt das Leben eines typischen Tönnies-Schweines: Von seiner Geburt bis zur Schlachtung

Das Leben des Schweins beginnt in der Schweinezuchtanlage. Dort werden die Sauen in Deutschland häufig zur Besamung in Kastenständen gehalten. Bis zu vier Wochen verbringen sie dort, ohne sich bewegen zu können. Dann kommen sie eine Weile in Gruppenhaltung und zur Geburt wieder in einen körpergroßen Käfig. Dort werden die Ferkel geboren. In der Natur würde die Mutter jetzt ein Nest bauen, die Ferkel beschnuppern, ihnen zeigen, wo es essen gibt, sie aufziehen, wie es alle Säugetiere machen. Das alles ist dort nicht möglich.

Den Schweinen werden dann die Ringelschwänze abgeschnitten. In den Mastanlagen würde sie sich die sonst später gegenseitig abfressen: aus Stress und Langeweile. Außerdem werden den männlichen Ferkeln ohne Betäubung die Hoden herausgeschnitten. Die Schweine entwickeln sonst in ihrer Pubertät – also mit circa einem halben Jahr – eine bestimmten Ebergeruch. Solches Fleisch lässt sich nicht gut verkaufen.

Nach drei bis vier Wochen werden die Ferkel dann der Mutter weggenommen und kommen in einen Aufzuchtstall. Sie ziehen dann mehrmals um – entweder innerhalb eines Betriebes, oft aber auch zwischen mehreren Betrieben. Wie viel Platz sie haben, richtet sich nach ihrem Gewicht: Unter 50 kg haben sie 0,5 Quadratmeter Platz, das steigert sich bis 0,75 Quadratmeter pro Schwein mit 110 kg. Das ist dann auch das Schlachtgewicht.

In der Mastanlage haben sie unter sich einen Spaltenboden, der Kot und Urin durchlassen soll. Das klappt natürlich nur bedingt. Dort können sie eigentlich nichts machen, was sie unter natürlichen Umständen gern machen würden. Schweine sind lebhafte, neugierige Tiere. Zur Nahrungssuche wühlen sie eigentlich im Boden. Das geht dort nicht.

Zur Körperpflege und Abkühlung würden sie sich suhlen. Das können sie in der Mastanlage bestenfalls in den eigenen Exkrementen. Schweine rennen und erkunden gern die Gegend. Auch das ist unmöglich. In Deutschland ist es vorgeschrieben, ihnen Beschäftigungsmaterial zu bieten. Das ist häufig ein Holzklöppel an einer Metallkette. Auf dem kauen sie ein bisschen herum, verlieren aber schnell wieder das Interesse. Schweine sind eben auch recht schlaue Tiere. Für die ist es nicht so spannend, die ganze Zeit an einem Holzklotz herumzukauen.

 » Lees verder

Schwachstellen-Management – Der Staat sollte alle IT-Sicherheitslücken schließen. Manche lässt er lieber offen.

schwachstellen-management-–-der-staat-sollte-alle-it-sicherheitslucken-schliesen-manche-lasst-er-lieber-offen.

26-06-20 07:23:00,

Mal angenommen, die Schlösser sämtlicher Diesel-Autos haben eine Schwachstelle, mit denen man die Fahrzeuge unbefugt öffnen und wegfahren kann. Und ein deutscher Beamter erfährt von dem Problem. Muss er die Sicherheitslücke melden und beseitigen lassen, damit Kriminelle auf der ganzen Welt nicht millionenfach Autos stehlen? Oder darf er das geheim halten, weil sein Arbeitgeber vielleicht mal einen Schlüssel für einen Firmenwagen verlieren könnte und dann wäre das ja ganz praktisch?

Das klingt absurd, ist es aber nicht. So gehen deutsche Behörden mit Sicherheitslücken in Hard- und Software um. Das Bundeskriminalamt hat zugegeben, Schwachstellen nicht an Hersteller zu melden, um sie für Hacking-Angriffe ausnutzen zu können. Im schlimmsten Fall überwacht die Polizei einen Drogendealer per Staatstrojaner, während mit der selben Lücke der Bundestag gehackt wird. Dem US-Geheimdienst NSA ist das mit mit der Schadsoftware WannaCry passiert.

Behörde für IT-Sicherheit

In Deutschland ist eine eigene Bundesoberbehörde zuständig für IT-Sicherheit: das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das BSI erforscht und erhält Sicherheitslücken und meldet diese an die Hersteller, damit sie geschlossen werden.

In den letzten fünf Jahren hat das BSI von „rund 550 den Herstellern bis dato unbekannte IT-Sicherheitslücken“ erfahren und gemeldet. Das antwortet das Innenministerium auf eine Frage des FDP-Bundestagsabgeordneten Konstantin Kuhle, wir veröffentlichen die Antwort.

Das BSI betont in der Öffentlichkeit, nur für defensive Sicherheit zuständig zu sein. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit. Vor fünf Jahren haben wir enthüllt, dass die Bonner Behörde auf Anweisung des Innenministeriums bei der Programmierung des Staatstrojaners geholfen und Quellcode beigesteuert hat. Öffentlich hat das BSI diese Beteiligung abgestritten – das war gelogen.

Behörde und IT-Sicherheit

Im BSI-Gesetz ist geregelt, dass das Bundesamt Informationen über Sicherheitslücken erhält, sowohl von Forschern als auch anderen Behörden, um die Lücken zu melden und zu schließen. Das BSI kann Schwachstellen aber auch an Polizei und Geheimdienste weitergeben, und diese Behörden dürfen die Lücken ausnutzen.

Für diesen Artikel haben wir das BSI erneut gefragt, ob die Behörde schon einmal eine Schwachstelle an Polizei oder Geheimdienste gegeben hat, bevor sie geschlossen wurde. Ein Sprecher hat mit dem selben Standard-Satz wie letztes Mal geantwortet: „Das BSI disktutiert regelmäßig mit den jeweiligen betroffenen Herstellern,

 » Lees verder

Der totalitäre Überwachungsstaat in China – Wer hält ihn bei uns auf?

der-totalitare-uberwachungsstaat-in-china-–-wer-halt-ihn-bei-uns-auf?

26-06-20 07:21:00,

Die traditionell kollektive Orientierung und hierarchische Ordnung der chinesischen Kultur haben die Diktatur der kommunistischen Partei in China außerordentlich begünstigt, die es geschickt versteht, die gewohnte Unterordnung des Einzelnen unter die tief verwurzelten Regeln der Gemeinschaft mit dem sozialistischen Prinzip und der kommunistischen Ideologie zu verbinden. Die so bestehenden seelischen und gesellschaftlichen Strukturen ermöglichen es der herrschenden Klasse, mit den modernen technischen Möglichkeiten der Digitalisierung all ihre gesellschaftlichen Maßnahmen durchzusetzen und den Menschen in einem Ausmaß zu überwachen, wie es dies noch nie gegeben hat.

Methoden

Etliche nationale und internationale Dokumentarfilme haben auf diese Tatsache schon eindrücklich hingewiesen. Ein Artikel der „Freien Welt“ vom 20.5.2020 machte erneut kompakt darauf aufmerksam:
„Die Volksrepublik China entwickelt sich zum radikalsten Überwachungsstaat der Menschheitsgeschichte. Das ist keine Übertreibung. Das ist eher Untertreibung, denn die meisten Menschen im Westen können sich nicht vorstellen, wie weit die Überwachung im Reich der Mitte technologisch und organisatorisch schon vorangeschritten ist. Die Zahl der Überwachungskameras geht in die Hunderte von Millionen. Sie sind an fast allen wichtigen Straßen, Plätzen und Einrichtungen zu finden.

In einem Video des Handelsblattes vom 28.8.2019 war von 170-200 Millionen Überwachungskameras die Rede, die nach aktuellen Schätzungen in ganz China installiert seien. Bis 2020, also bis Ende dieses Jahres, sollen weitere 400 Millionen dazukommen, eine exponentielle Steigerung. Der Spiegel-Korrespondent in Peking, wo die Überwachung sicher besonders intensiv ist, berichtete, dass er in seiner Straße in einer Länge von 500 Metern 60 Kameras gezählt hat. In ganz Peking sollen es 470.000 sein, auf 1.000 Bewohner kommen danach z.Z. knapp 22 Kameras.

Die Handelsblatt-Korrespondentin berichtete von einer Stelle im Diplomaten-Viertel Pekings, wo die dort hängenden Kameras geleakt und das Material veröffentlicht wurde. „Und da hat man zum ersten Mal gesehen, wie viele Daten da eigentlich aufgenommen werden. Es konnten genaue Bewegungsprofile von den Bewohnern hier erstellt werden, und man wusste genau, wann derjenige zur Arbeit geht, wann er die U-Bahn wieder verlässt, wo er hingeht, mit wem er unterwegs ist.“

Und „Freie Welt“ ergänzt: „Kameras filmen oder fotografieren Fußgänger an Ampeln und Straßenüberquerungen. Wenn jemand bei Rot über die Ampel geht, wird sein eingescanntes Gesicht innerhalb von Sekunden mit seinen Daten auf einer großen Leinwand in der Öffentlichkeit bloßgestellt,

 » Lees verder

Afrika: Schuldentilgung oder Schuldenfalle

afrika:-schuldentilgung-oder-schuldenfalle

26-06-20 06:48:00,

Debt Service Suspension Initiative: Die Schuldenstopp-Initiative der G20-Länder klingt nur auf dem Papier gut – Teil eins

Angesichts der Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen herrscht breiter Konsens darüber wirtschaftlich schwachen Ländern helfen zu müssen. Die G20-Länder und der Internationale Währungsfonds (IMF) haben mit der Debt Service Suspension Initiative (DSSI) eine entsprechende Maßnahme in die Wege geleitet. Von Mai an bis Ende des Jahres sollen die Kreditabzahlungen der 77 ärmsten Länder ausgesetzt werden. Die Stundung der Kredite soll mehr als 20 Milliarden Dollar freisetzen, die die Regierungen armer Staaten zur Stärkung ihrer Gesundheitsdienste verwenden könnten, insbesondere in Afrika, wo über die Hälfte der Länder liegen, die vom Schuldenstopp “profitieren” können.

Denn die Last der Zins- und Tilgungszahlungen ist in der Tat eine der Gründe dafür, dass Afrikas Bedarf an öffentlicher Gesundheit überhaupt so hoch ist. Mehr als 30 afrikanische Länder gaben 2019 mehr für die Schuldentilgung aus als für die öffentliche Gesundheitsversorgung, schrieb das Centre for European Policy Studies (CEPS) im Vorfeld der G20-Vereinbarung.

Zwei Monate später sieht die Realität nicht so vielversprechend aus, wie das “Internationale Solidarität von historischer Dimension” anklingen lässt. Neuesten Zahlen der Weltbank zufolge nehmen bisher nur 35 Staaten an der DSSI teil. In Afrika sind es nur 25 der 41 Länder, die Anspruch auf das Programm hätten. Die potenziellen Einsparungen durch die DSSI belaufen sich bei den Teilnehmerländern derzeit auf lediglich neun Milliarden Dollar (wovon auf Angola allein drei Milliarden Dollar entfallen), also knapp die Hälfte der 20 Milliarden Dollar-“Hilfe” in Form eines Schuldenmoratoriums.

Bedingungen gehen an der Realität vorbei

Die Initiative gilt für die 76 Länder, die für eine Unterstützung durch die International Development Association der Weltbank infrage kommen, sowie für alle Nationen, die von den Vereinten Nationen als “am wenigsten entwickelte Länder” definiert werden. Länder mit Zahlungsrückständen gegenüber dem IWF und der Weltbank sind nicht teilnahmeberechtigt. Ausserdem bezieht sich die G20-Initiative nur auf offizielle bilaterale Schulden.

Sie hat zudem noch einen Haken: Denn eine der Bedingungen für die Gewähr einer Schuldenstundung lautet, dass in dem Zeitraum keine neuen Schulden gemacht werden dürfen. 38 Länder haben bisher aus verschiedenen Gründen das Programm abgelehnt. Während sich reiche Länder in Zeiten von Niedrig- und Nullzinspolitik für Konjunkturpakete tief verschulden können, müssen sich DSSI-berechtigte Länder antizyklische Stimuli zweimal überlegen.

 » Lees verder

Die Verlogenheit der EU in Sachen Rassismus | Anti-Spiegel

die-verlogenheit-der-eu-in-sachen-rassismus-|-anti-spiegel

26-06-20 06:41:00,

Die Schlagzeilen werden seit Wochen von einer Rassismusdebatte dominiert und alle Welt entschuldigt sich für Dinge, die vor Hunderten von Jahren geschehen sind. Aber gleichzeitig lehnen die EU-Staaten in internationalen Gremien Resolutionen gegen Rassismus mehrheitlich ab. Das allerdings verschweigen die „Qualitätsmedien“.

Derzeit ist Rassismus in aller Munde. In den USA haben Städte gebrannt, in Europa gab es große Demonstrationen gegen Rassismus und als am letzten Wochenende in Stuttgart amerikanische Zustände herrschten und die Innenstadt geplündert wurde, da fiel den „Qualitätsmedien“ nichts besseres ein, als zu fragen, ob nicht auch diese Unruhen eine Folge von Rassismus wären.

In westlichen Ländern werden Denkmäler von historischen Personen abgerissen oder beschädigt und die Medien finden das verständlich, weil es ja gegen angebliche Rassisten geht. Sogar Gandhi – der in seiner Jugend ein Keuschheitsgelübde abgelegt hat – ist neuerdings ein Rassist und Sexist. Aber selbst wenn es Rassisten waren, was ändert es, ihre Denkmäler abzureißen? Wer die Situation der von Rassimus Betroffenen verbessern will, der sollte nicht über das nachdenken, was vor 300 Jahren war, sondern über das, was heute geschieht!

Was heute geschieht, nennt sich Globalisierung und es ist nichts anderes, als der „der gute, alte“ Kolonialismus (und damit Rassismus) unter einem neuen Namen, wie ich hier aufgezeigt habe. Aber dagegen gibt es in den Medien keine kritischen Kommentare, man streut sich lieber Asche für Dinge auf´s Haupt, die andere vor ein paar hundert Jahren getan haben.

Was heute geschieht, verschweigen die „Qualitätsmedien“ lieber, weil sich die Demonstranten dann von den Denkmälern ab- und den heutigen Politikern zuwenden würden. Und das ist nicht gewollt. Dass sich nun alle für etwas entschuldigen, was vor 300 Jahren passiert ist und womit kein Mensch von heute etwas zu tun hat, das wird gefordert. Aber wenn es um konkrete Maßnahmen gegen Rassismus geht, dann stimmen die Staaten der EU und des Wertewestens sogar dagegen!

Das glauben Sie nicht? Dann zeige ich es Ihnen.

Letztes Jahr hat Russland bei der OSZE eine Resolution mit dem Titel „Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, aggressivem Nationalismus und damit zusammenhängender Intoleranz“ eingebracht. In 18 Punkten hat Russland dort gefordert, dass sich die OSZE gegen Rassismus, Faschismus, Nationalismus, jede Form von Intoleranz und Diskriminierung und so weiter und so fort ausspricht. Englischkenntnisse vorausgesetzt,

 » Lees verder

Italiener für EU-Austritt und Allianz mit China

italiener-fur-eu-austritt-und-allianz-mit-china

25-06-20 05:58:00,

Als die Covid-19-Epidemie Italien traf, bat Italien die Europäische Union um Hilfe, die nicht reagierte. Deutschland dagegen reagierte brutal, indem es den Export von Masken verbot.

Nach der mangelnden Reaktion der EU auf die Wirtschaftskrise von 2008, auf die Migrationskrise 2015 und die Coronaviruskrise von 2020 stieg nun die für die EU ungünstige Quote der Italiener auf 67 %.

Eine weitere Umfrage hat gezeigt, dass von nun an, nach den Reaktionen Deutschlands auf die jüngsten Krisen und seinem Entrismus in Libyen (ehemalige italienische Kolonie), 45 Prozent der Italiener Deutschland als “Feind” betrachten.

Nach Chinas Hilfe für Italien während der Epidemie betrachten 52 % der Italiener China als “Freund”.

Sehr besorgt über einen möglichen Italienexit, beschloss der deutsche Außenminister Heiko Maas (Foto mit seinem Amtskollegen Luigi Di Maio), die deutsch-italienische Solidarität hervorzuheben, wie z.B. mit der Rettung einiger italienischer Covid-19 Patienten durch deutsche Krankenhäuser.

Übersetzung
Horst Frohlich

 » Lees verder

Die Schnüffel-App

die-schnuffel-app

25-06-20 05:46:00,

Lieber Herr M.,

mit Interesse habe ich in der gestrigen Ausgabe „meiner“ Lokalzeitung Ihren Artikel „Installieren oder nicht?“ über die Corona-Warn-App gelesen.

Angenommen, Ihnen geht es in erster Linie darum, zukünftig vom (Tageszeitungs-) Journalismus leben zu können, dann haben Sie alles richtig gemacht. Sie gehen von den offiziellen, von „allen“ geglaubten Darstellungen aus, ergänzen sie um persönliche Erlebnisse, bewahren dabei einen milde kritischen Ton ohne weitere Konsequenzen — und das alles flüssig und ohne Rechtschreibfehler geschrieben: Herzlichen Glückwunsch! Weiter so!

Falls Sie allerdings zu denjenigen Menschen gehören sollten, die sich für den journalistischen Beruf interessieren aus Motiven, die etwas mit Aufklärung, Information, „Hinter-die-Kulissen-Blicken“ oder investigativem Journalismus zu tun haben, dann — verzeihen Sie die Arroganz eines alten Mannes — scheint Ihr Text doch eher in die Kategorie „nett und nutzlos“ zu fallen.

Die Diskussionen um Datenschutz und Akkuverbrauch setzen Sie als bekannt voraus — ok. Und ich moniere hier natürlich nicht, daß Sie auf die Besichtigung kritischer Internetseiten verzichten; man braucht da doch sehr viel Zeit und/oder spezifische Fachkenntnis, um seriöse Kritik einerseits und glaubensgewisse „Wahrheiten“ andererseits auseinanderzuhalten. Ob Bill Gates oder die Bilderberger alles von langer Hand heimlich eingefädelt haben, muß man wirklich nicht in der Lokalzeitung diskutieren. Für kritischen, aufklärerischen Journalismus reicht es für den Hausgebrauch oft schon aus, den eigenen Kopf zu benutzen und bekannte oder leicht beschaffbare Informationen aus seriöser oder offizieller Quelle zu kombinieren. Da könnte zum Beispiel auffallen: Die offizielle Story lautet, die „Warn-App“ solle die „Corona-Pandemie“ bekämpfen helfen. Kann sie das denn? Was sagen die bekannten Fakten dazu aus?

Die App soll Sie warnen, wenn Sie einer mit Corona infizierten Person zu nahegekommen sind. So ist die allgemeine Story. Das ist offenbar eher unsinnig. Die App kann nur warnen, wenn Ihr Smartphone einem anderen Smartphone nahegekommen ist, das einer Person gehört, die 1. positiv auf Corona getestet wurde, 2. die App nicht nur installiert, sondern zum Zeitpunkt des Kontaktes auch aktiviert hatte, 3. ihr Smartphone bei sich trug und 4. die positive Testmeldung brav in die App eingetragen hat. 5. müssen die unter 2. und 3. genannten Voraussetzungen auch bei Ihnen zu diesem Zeitpunkt zugetroffen haben. Nun ist allgemein bekannt, daß es neben den positiv getesteten Personen eine „Dunkelziffer“ gibt.

Ich bin da kein Experte — die mir bekannten Schätzungen bewegen sich vom fünf- bis zehnfachen der per Test identifizierten Fälle oder noch höher.

 » Lees verder

Libyen: Die EU in Not

libyen:-die-eu-in-not

25-06-20 05:46:00,

Die französische Fregate FS Courbet, die kürzlich laut französischer Regierung von türkischen Schiffen im Mittelmeer aggressiv bedroht wurde. Die Nato prüft den Vorfall. Archivbild (von 2017): Marine UK.

Ist Erdogan auch bald Schleusenwärter der zentralen Mittelmeerroute? Deutschland übernimmt nächste Woche die EU-Ratspräsidentschaft

In Libyen bauen sich Fronten auf, die die EU in die Bredouille bringen. Zypern, Griechenland und Frankreich bilden im Streit über Erdgasvorkommen im Mittelmeer einen Block gegen die Türkei. Das türkische Militär ist in Libyen aufseiten der GNA-Regierung im Einsatz, die von der EU (und von der Nato) unterstützt wird.

Deren Gegner, die “Libysche Nationalarmee” (LNA), steht unter dem Kommando von Khalifa Haftar. Der wird wiederum von Frankreich unterstützt, aber auch von einer Reihe von Staaten, angefangen von Ägypten, über Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und indirekt von Russland, bis hin zur syrischen Regierung unter Baschar al-Assad.

Mit ins Bild gehört, dass die Vereinigten Arabischen Emirate wie auch Saudi-Arabien zu den großen Abnehmern von französischen Waffen gehören, was vor gut einem Jahr durch deren Einsatz im Jemenkrieg kurz für einen öffentlichen Skandal sorgte (Frankreich: Waffenverkäufe für den schmutzigen Krieg im Jemen). Frankreich ist der zweitgrößte Waffen-Lieferant an die Vereinigten Arabischen Emirate, die in Libyen der stärkste militärische Unterstützer der LNA von Khalifa Haftar sind.

Bedrohungsanalyse der EU in Arbeit

In welcher Form diese spannungsgeladene Konstellation in der “Bedrohungsanalyse der EU” verarbeitet wird und zu welchen Schlüssen sie kommt, bleibt der Öffentlichkeit noch verborgen. Es gibt aktuelle Stellungnahmen wie die des EU-“Außenministers” Josep Borells, der dieser Tage in Griechenland zu Besuch ist. Heute versicherte Borell, dass die EU nicht nur solidarisch mit Griechenland sei, sondern dem Land verpflichtet. Er sei sich mit dem griechischen Verteidigungsminister darin einig, ein Minimum an Vertrauen und Dialog mit der Türkei wiederherzustellen, “um diese Eskalation zu stoppen”.

Angesprochen ist damit der Streit um die Erdgas-, aber auch Erdölvorkommen vor der zyprischen Küste, die als bedeutend eingeschätzt werden (Schatzinsel Zypern). Auch die beiden italienischen und französischen Energiekonzerne Eni und Total haben dort größere Interessen, was erkennen lässt, dass es beim Engagement der EU für Griechenland und Zypern im Streit mit der Türkei über Ausbeutungsansprüche auch realpolitisch um mehr geht als “Solidarität”.

 » Lees verder

Gesellschaft: Die soziale Spaltung als gewolltes Machtinstrument | www.konjunktion.info

gesellschaft:-die-soziale-spaltung-als-gewolltes-machtinstrument-|-wwwkonjunktion.info

25-06-20 05:21:00,

Gesellschaft - Bildquelle: Pixabay

Gesellschaft – Bildquelle: Pixabay

Können Linke und Konservative unserer modernen Ära innerhalb derselben Gesellschaft friedlich koexistieren?

Hätte mir jemand diese Frage noch vor zehn Jahren gestellt, hätte ich gesagt: “Sicher, ist das möglich.” Heute ist die Antwort auf diese Frage leider zu einem eindeutigen “Nein.” geworden. Die politische Kluft ist so groß geworden, dass es einfach keine Möglichkeit mehr für die beiden Seiten gibt, sich zu versöhnen oder zu vernünftigen Bedingungen mit einander ins Gespräch zu kommen. Machen Sie dabei bitte nicht den Fehler zu denken, dass dies von beiden Seiten ausgeht; denn der weit größere Schaden wird von einer Seite dieser Gleichung angerichtet.

Bereits 2016 schrieb ich zahlreiche Artikel, in denen ich die Themen und Gefahren dieses Konflikts diskutierte, der sich innerhalb der USA und auch in Europa entwickelte, und viele dieser Artikel konzentrierten sich darauf, wer tatsächlich davon profitiert. In meinem Artikel Ordo ab chao: Es ist angerichtet – Der Wahlsieg Donald Trumps vom November 2016 schrieb ich:

Als ich letztens über die SJW [Social Justice Warriors] schrieb, erwähnte ich nicht, dass der Sieg Trumps und der Konservativen ein negatives Echo auslösen könnte. Jetzt wo Trump und die Konservativen ein so starkes politisches Mandat haben, obwohl die Gegner immer davon ausgingen nicht gegen ihn verlieren zu können, ist ihre Reaktion darauf, dass sie ihre Aktivitäten verschieben – bis hin zur offenen Gewalt in einem größeren Maßstab, gestützt vom und vor sich selbst gerechtfertigt durch den Gedanken, dass sie damit den Faschismus bekämpfen, obwohl sie ihn dadurch nur befeuern. Die Mainstreammedien, zumeist von den Gegnern Trumps kontrolliert, tun das Ihre dazu, indem sie mittels Meinungsmache versuchen eine “Revolution” gegen das “Trumpsche Amerika” anzuzetteln. Leider besteht aber die Gefahr, dass diese Kräfte dabei den Frieden zerstören, den es gilt zu bewahren. Sollte dies der Fall sein, dann wird man sich der konservativen Kräfte nicht als Freiheitsbewahrer, die gegen den Globalismus aufgestanden sind, erinnern, sondern als “böse Populisten”, die den globalen Zusammenbruch der Wirtschaft und die Wiederauferstehung des Faschismus ausgelöst haben.

Und die IGE [Internationalisten/Globalisten/Eliten] werden dann dieses Narrativ nutzen und als “Retter” auftreten. Immer mit dem Hinweis versehen, dass Souveränität und Nationalstaaten Wegbereiter für Krieg und Tod sind.

 » Lees verder

Deutschland stockt Hilfe für WHO auf mehr als 500 Millionen Euro auf

deutschland-stockt-hilfe-fur-who-auf-mehr-als-500-millionen-euro-auf

25-06-20 05:20:00,

Deutschland

13:28 25.06.2020(aktualisiert 13:31 25.06.2020)

Zum Kurzlink

https://cdnde1.img.sputniknews.com/img/32682/98/326829866_0:56:3231:1874_1200x675_80_0_0_76f7ad45a2d0fd101d7fa3c0d524c157.jpg.webp

Sputnik Deutschland

https://cdnde2.img.sputniknews.com/i/logo.png

Sputnik

https://cdnde2.img.sputniknews.com/i/logo.png

https://de.sputniknews.com/deutschland/20200625327421409-deutschland-who-500-millionen-euro/

Deutschland wird in der Coronakrise seine finanzielle Unterstützung für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in diesem Jahr auf mehr als 500 Millionen Euro aufstocken. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag bei einem Besuch in Genf an.

„Das ist der höchste Betrag, den Deutschland je in einem Jahr an die WHO gezahlt hat”, sagte Spahn. Zusätzlich zu den von Deutschland zur Eindämmung des Coronavirus bereits zugesagten rund 110 Millionen Euro würden der WHO 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Diese Unterstützung müsse vom Parlament noch genehmigt werden, aber die Regierung sei sehr zuversichtlich, dass das Anfang Juli passiere, erklärte Spahn.

©
Sputnik / Maxim Bogodwid

Außerdem würden weitere 41 Millionen Euro für die Hauptaufgaben der WHO gezahlt. Auch würden Masken und medizinisches Gerät wie Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt. Das sei als ein starkes Zeichen der internationalen Solidarität zu verstehen.

„Wir stehen zusammen, um globale Gesundheitsprobleme zu bekämpfen”, so Spahn. Nationale Alleingänge bei internationalen Problemen seien zum Scheitern verurteilt. Generell bleibe Deutschland ein starker Unterstützer und kritischer Freund der Organisation.

Die WHO war in der Coronakrise unter starken Druck seitens der USA geraten. US-Präsident Donald Trump hatte ihr vorgeworfen, zu spät über die Gefahr informiert zu haben und unter chinesischem Einfluss zu stehen. Die USA haben die Zusammenarbeit mit der WHO jüngst beendet und wollen ihre Beiträge in andere globale Gesundheitsprojekte stecken.

ai/dpa

 » Lees verder

Die Auftragsmörder

die-auftragsmorder

25-06-20 05:02:00,

von Rob Urie

Wie ein Funke, der das Feuer entzündete, war der Mord an George Floyd von entsetzlicher, grauenerregender Gewöhnlichkeit. Gemäß der wenigen vorliegenden Daten über Tötungen durch die Polizei werden täglich etwa drei Menschen in den USA durch die Polizei ums Leben gebracht. Und trotz der Protestbewegungen Black Lives Matter und Occupy Wall Street ist diese Zahl in den letzten Jahren unter demokratischen und republikanischen Regierungen ungefähr gleich geblieben. Diese Beständigkeit steht in Widerspruch zum politischen „Branding“ der Mainstreamparteien, wo Unterschiede beansprucht werden, aber kaum erkennbar sind.

Der Stellenwert, den der Mord an Floyd für die übliche Arbeitsweise amerikanischen Regierungshandelns hat, macht ihn zu einem Katalysator für die aktuellen Proteste und nicht zu deren Ursache. Die zugrunde liegenden Umstände der Wirtschaftsmisere legen nahe, dass politische Spannungen weiterhin zunehmen werden und steigende Arbeitslosigkeit sowie wirtschaftliche Not ihren Tribut von der sozialen Stabilität einfordern. Das Entsetzen über Floyds Mord sollte empörte Bürger auf die Straße treiben — ohne Rücksicht auf die weiteren Umstände. Aber die Geschichte lehrt, dass es diese anderen Gründe sind, die das politische Moment erzeugen. Das unterstreicht die Dringlichkeit des Handelns, solange sich eine Möglichkeit bietet.

Der notwenige Kontext für das unverhältnismäßige Abzielen der Polizei auf Schwarze wird ersichtlich, wenn man die Daten nach wirtschaftlichen Klassen ordnet. Arme und weiße Angehörige der Arbeiterklasse werden etwa so oft verhaftet wie arme Schwarze und deren Angehörige der Arbeiterklasse.

Naturgemäß sagen die Daten nichts über die Geschichte aus. Aber sie bieten strukturelle und politische Einblicke. Zu Ersterem: Die Geschichte lehrt zwar die Gegenwart, definiert sie aber nicht. Zu Letzterem: Erstens trennt die Zugehörigkeit zu einer Rasse Menschen voneinander, die ansonsten gemeinsame Klasseninteressen teilen würden, und zweitens ringen „Alliierte“ der Armen und der Arbeiterklasse um ihren eigenen Freiraum vor Polizeigewalt, unabhängig von ihren Zielen.

Diese Arithmetik der Ungleichheit beinhaltet, dass ein höherer Anteil von Schwarzen als Weißen arm ist und zur Arbeiterklasse gehört. Eine Erklärung, dass die Rasse ökonomische Möglichkeiten bestimmt, ist überaus großzügig gegenüber der Wirkungsweise des Kapitalismus. Welcher Meinung man auch immer anhängt, Sklaverei, Gefangenenvermietung und Jim Crow (Anmerkung des Übersetzers: Verfechter der Rassentrennung in den Südstaaten) hätten ökonomische Erklärungen. Einige Leute, nennen wir sie Kapitalisten, bereichern sich selbst, indem sie andere arm machen und arm bleiben lassen.

 » Lees verder

Lachsfarmen in Norwegen: «Schlimmer als Schweinezucht»

lachsfarmen-in-norwegen:-«schlimmer-als-schweinezucht»

25-06-20 05:02:00,

Barbara Jud / 25. Jun 2020 –

Lachse werden mit Soja gemästet, leiden unter Parasiten. Qualvoll verenden Millionen Fische in den Netzgehegen der Zuchtanlagen.

Einst war Lachs eine rare und teure Delikatesse, die man sich nur zu festlichen Anlässen gönnte. Das ist heute anders. Mit zunehmendem Fischkonsum wurde der Edelfisch zur Alltagsmahlzeit – auch weil die Lachsindustrie mit gigantischen Zuchtanlagen laufend für preiswerten Nachschub sorgt. Allein Norwegen produziert als Leader im weltweiten Lachsgeschäft 1,2 Millionen Tonnen Zuchtlachs pro Jahr. Fast 90 Prozent des Lachses, der in unsere Läden kommt, stammt aus Norwegen. Ein Massenprodukt aus Massentierhaltung mit katastrophalen Folgen für die Natur. Doch ob das den KonsumentInnen so bewusst ist? Die «Arte»-Dokumentation «Die Gier nach Lachs» liefert unappetitliche Fakten zur Lachsindustrie und stellt die unbequeme Frage: «Wollen wir das wirklich essen?»

50 Millionen tote Zuchtlachse jedes Jahr

Unterwasseraufnahmen einer Lachsfarm in Norwegen zeigen, wie sich Tausende Lachse in einem Netzgehege drängen. Dass viele davon krank sind, fällt sofort auf. Einige haben deformierte Körper, sind grossflächig von Pilzen befallen, haben handtellergrosse Wunden, Fischkot verdreckt den Meeresboden. Der schwedische Journalist Mikael Froedig, der die Aufnahmen in der Zuchtanlage gemacht hat, ist nach seinem Tauchgang sichtlich aufgewühlt. Er habe nicht erwartet, «dass es da drin so übel aussieht», sagt er. «Aber das passiert unter der Wasseroberfläche, wo es keiner sieht.»

Wie überall bei der industriellen Produktion von Fleisch, steht der Profit über dem Tierwohl. Das ist bei der Lachszucht nicht anders. Ulrich Pulg, Fischbiologe am Forschungszentrum für Aquakultur im norwegischen Bergen, vergleicht die Lachszucht mit der Schweinezucht – beides industrielle Massentierhaltungen, «nur ist die Lachszucht noch schlimmer». Pulg weist dabei auf die hohe Sterblichkeitsrate beim Zuchtlachs hin: Jeder fünfte Fisch verendet während der Aufzucht. Eine Ausfallquote von 20 Prozent also, die Produzenten bei Schweinen oder Rindern niemals hinnehmen würden – bei Fischen aber offenbar schon. Laut Plug sterben jedes Jahr etwa 50 Millionen Lachse in der Zucht, «weil die Bedingungen so schlecht sind».

Folgen der Massentierhaltung unter Wasser: Zuchtlachs mit handtellergrossen Wunden. (Bild: Arte)

Ein Hauptgrund für das Lachssterben ist ein Parasit, die Lachslaus. Dieser winzig kleine Krebs saugt sich am Fisch fest und frisst sich dann immer tiefer ins Fleisch. Die offenen Wunden machen den Lachs anfällig für Infektionen,

 » Lees verder

Augen zu und mitten rein! Der Kamikaze-Kurs der EZB – Tagesdosis 25.6.2020 | KenFM.de

augen-zu-und-mitten-rein!-der-kamikaze-kurs-der-ezb-–-tagesdosis-2562020-|-kenfm.de

25-06-20 04:59:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Ein Kommentar von Thomas Röper.

Die Geldpolitik der EZB ist an Wahnwitz kaum zu übertreffen, wie ein im Spiegel veröffentlichtes Interview mit EZB-Vize Luis de Guindos (unfreiwillig) zeigt. Für finanzpolitische Laien (also die meisten Menschen) mag das Interview logisch und richtig klingen, wer aber ein wenig von der Materie versteht, dem stehen beim Lesen alle Haare zu Berge.

Der Spiegel weiß natürlich, dass die meisten Menschen von Finanzpolitik kaum etwas verstehen. Und daher ist seine Intention bei dem Interview eine andere gewesen. Wir erinnern uns, dass das deutsche Verfassungsgericht der Geldpolitik der EZB ein kleines Steinchen in den Weg gelegt hat, aber schon dass war Grund genug für einen riesigen Aufschrei von Politik und Medien. Der Artikel über das Urteil ist verlinkt.

Im Grunde genommen ist gar nichts passiert. Die EZB muss nun dem Bundestag alle paar Monate über die Risiken der Geldpolitik für den deutschen Staat berichten, das ist alles. Und da die Parteien im Bundestag die Geldpolitik der EZB mehrheitlich toll finden, werden sie sich den Bericht anhören und dann beschließen, dass alles in bester Ordnung ist und die EZB kann weitermachen, wie bisher. Das Urteil hat also keinerlei praktische Auswirkungen.

Ein beliebtes Mittel der Medien, die Menschen zu verwirren, ist es, ihnen Dinge möglichst kompliziert mitzuteilen. Die Menschen denken dann „das verstehe ich nicht, sollen es besser die Experten entscheiden!“

So verstehe ich auch das Interview im Spiegel. Unter der Überschrift „EZB-Vize im Interview – Warum sind es immer die Deutschen, die Ärger machen, Herr de Guindos?“ ist ein Interview erschienen, in dem schöne Phrasen gedroschen werden, aber ich bin sicher, dass keine zehn Prozent der Leser den Inhalt wirklich verstanden haben. Also will ich versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen.

Beginnen wir mit der ersten Frage. Der Spiegel fragt, ob die EZB-Kritiker Recht haben, wenn sie der EZB vorwerfen, dass sie verdeckte Staatsfinanzierung betreibt, wenn sie Staatsanleihen im Wert von Billionen von Euro aufkauft. Die Antwort war:

„Staatsfinanzierung ist durch die Europäischen Verträge verboten,

 » Lees verder