Die andere Seite des John McCain – www.NachDenkSeiten.de

02-09-18 09:58:00,

2. September 2018 um 11:45 Uhr | Verantwortlich:

Die andere Seite des John McCain

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

John McCain

Wenn die Grabreden der politischen Aufsteiger auf John McCain als abgehoben von der Realität erscheinen, dann deshalb, weil sie die elitäre Sichtweise widerspiegeln, die die militärischen Interventionen der USA als ein Schachspiel betrachten, bei dem die Millionen Toten durch grundlose Angriffe lediglich als statistische Daten erscheinen, sagt Mike Blumenthal. Übersetzung aus dem Englischen von Josefa Zimmermann.

Als der Kalte Krieg 1985 seine Endphase trat, nahm die Journalistin Helena Cobban an einer akademischen Tagung in einem Luxushotel in der Nähe von Tucson, Arizona, teil, bei der es um die amerikanisch-sowjetischen Interaktionen im Nahen Osten ging. Während des „Gala-Dinners mit Grundsatzrede“ erfuhr sie schnell, dass das eigentliche Thema des Abends „Adoptiere einen Mudjahedin“ lautete.

“Ich erinnere mich an die Unterhaltungen mit all diesen wohlhabenden republikanischen Damen aus den Vororten von Phoenix, bei denen ich gefragt wurde: „Haben sie einen Muj adoptiert?“ erzählte mir Cobban. “Jeder hatte Geld versprochen, um ein Mitglied der afghanischen Mudjahedin im Namen des Sieges über die Kommunisten zu sponsern. Einige saßen sogar bei der Veranstaltung neben ihrem persönlichen „Muj“. ”

Der Hauptredner des Abends war laut Cobban ein tatkräftiges Neumitglied des Kongresses namens John McCain. Während des Vietnamkriegs war McCain von der nordvietnamesischen Armee gefangen genommen worden, nachdem er auf dem Weg zur Bombardierung einer zivilen Glühbirnenfabrik angeschossen worden war. Er verbrachte zwei Jahre in Einzelhaft und wurde gefoltert, was dauerhafte Lähmungen bei ihm zur Folge hatte. McCain kehrte mit einer tiefen, anhaltenden Abscheu vor seinen früheren Entführern aus dem Krieg zurück und bemerkte noch im Jahr 2000: “Ich hasse diese Schlitzaugen. Ich werde sie hassen, solange ich lebe.” Er wurde für die rassistische Bemerkung kritisiert und weigerte sich, sich zu entschuldigen. “Ich habe von meinen Gefängniswärtern gesprochen”, sagte er, “und ich werde weiterhin in einer Sprache von ihnen sprechen, die manche Leute beleidigen könnte, aber sie haben meine Freunde misshandelt und gefoltert.“

„McCains tiefsitzender Groll erklärte seine Unterstützung für die Mudjahedin und die rechtsgerichteten Contra-Todesschwadronen in Mittelamerika – für jede Stellvertretergruppe, die auf die Zerstörung kommunistischer Regierungen eingeschworen war.

McCain hatte sich so sehr der antikommunistischen Sache verschworen,

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Obszöner Reichtum: Die oberen 1000 haben jetzt über eine Billion Euro

02-09-18 09:57:00,

(Bild: Pixabay/JosepMonter )

Das Vermögen der Reichsten wächst immer noch schneller als Löhne und Wirtschaft. Ihr Anteil am Kuchen wird immer größer

Die Reichen werden in Deutschland immer reicher. Die Zahl der Millionäre hat in den letzten 15 Jahren um 85.000 zugenommen und liegt jetzt bei 1,4 Millionen, berichtet der Business Insider. Die Zahl der Millionäre steigt also, während die Reallöhne im Durchschnitt eher stagnieren und das Segment der Niedriglöhner wächst und wächst.

Am besten lebt es sich derweil an der Spitze bei den 1000 Reichsten, von denen knapp ein Viertel Milliardäre sind. Deren Vermögen nahm allein im vergangenen Jahr um 13 Prozent zu. 13 Prozent! Wie hoch war noch mal gleich ihre letzte Lohnerhöhung, verehrte Leserin, verehrter Leser?

Die deutsche Wirtschaftsleistung, das Bruttoinlandsprodukt, ist in dieser Zeit jedenfalls nur um 2,2 Prozent gestiegen, das heißt, die oberen 1000 haben nicht nur ihre Position gehalten, sondern ihr Stück vom Kuchen weiter vergrößert.

Dabei ist es nicht so, dass der Haufen, auf den der Teufel da mal wieder sein Geschäft gemacht hat, vorher klein gewesen wäre: Laut Focus wird das Vermögen der 1000 reichsten Deutschen auf 1,177 Billionen Euro geschätzt.

Um das mal ins Verhältnis zu setzen: Der Bund gibt in diesem Jahr rund 335 Milliarden Euro für all seine Aufgaben aus. Das heißt, vom Vermögen der 1000 Reichsten könnte das Land in gewisser Weise drei oder, wenn wir alle öffentlichen Haushalte zusammen nehmen, immer noch knapp zwei Jahre leben.

Nun kann man, wie es das Magazin macht, einfach alle jene, die sich an diesem obszönen Reichtum stoßen, als Neider abstempeln. Man kann auch nach Sündenböcken suchen, damit nicht allzu laut über das Naheliegende nachgedacht wird.

Letzteres wird ja von gewalttätigen Fußtruppen in Chemnitz derzeit eifrig getan und ein bestens situierter ehemaliger Berliner Finanzsenator und Bundesbanker, langjähriger Profiteur und Mitorganisator der Umverteilung von unten nach oben, liefert ihnen und ihren biederen Sympatisanten gerade jede Menge neue Argumentationshilfen.

Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
Art. 14 (2) GG

Man kann aber auch doch noch einmal über das Naheliegende nachdenken, sich an die vom Grundgesetz geforderte soziale Verantwortung des Eigentums erinnern und überlegen,

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Aktualisiert: Medien in Deutschland

02-09-18 07:17:00,

Die Referenzen zu unserer Infografik »Medien in Deutschland: Das Transatlantik-Netzwerk« wurden auf den Stand 2018 aufdatiert.

Die Kenntnis dieses Netzwerks ist essentiell für das Verständnis der Berichterstattung über Kriege und Konflikte, Migration, Terrorismus, Freihandelsverträge, US-Politik, »Fake-News«, Zeitgeschichte und weitere geopolitisch relevante Themengebiete.

Auch die Schweiz ist von diesem Mediennetzwerk tangiert: etwa durch hiesige Marktanteile, diverse Kooperationen, sowie Interventionen bei nicht-konformer Berichterstattung. Darüber hinaus sind Schweizer Medien ihrererseits in transatlantische Netzwerke eingebunden.

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Tagesdosis 1.9.2018 – Lehman Brothers: 10 Jahre danach | KenFM.de

01-09-18 09:06:00,

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Ein Kommentar von Ernst Wolff.

In wenigen Tagen jährt sich zum zehnten Mal der Zusammenbruch der US-Großbank Lehman Brothers auf dem Höhepunkt der Finanzkrise von 2007/ 2008.

Ausgelöst hatte die Krise der Kollaps des US-Subprime-Hypothekenmarktes. In den Jahren vor dem Lehman-Crash hatten amerikanische Banken immer mehr Hauskredite an nicht kreditwürdige Kunden vergeben, diese zu „Wertpapieren“ gebündelt und in alle Welt verkauft. Als die US-Häuserpreise, die jahrelang gestiegen waren, zu sinken begannen und Kreditgeber ihr Geld einforderten, entpuppten sich diese Papiere großenteils als wertlos.

Finanzinstitute in aller Welt mussten riesige Summen abschreiben und gerieten in Zahlungsschwierigkeiten. Daraufhin sprangen die Regierungen ein, erklärten die größten Institute für „too big to fail“ („zu groß um sie zusammenbrechen zu lassen“) und retteten sie mit Steuergeldern. Auf diese Weise wurden die Verursacher der Krise nicht etwa für ihre Verfehlungen (den Handel mit zweifelhaften Wertpapieren) zur Rechenschaft gezogen, sondern für ihre selbstverschuldeten Verluste entschädigt und dazu noch mit einem Freibrief für weitere riskante Geschäfte belohnt.

Anders sahen die Folgen für die arbeitende Bevölkerung aus: Da die zur Rettung der Banken eingesetzten Steuergelder riesige Löcher in die Staatshaushalte rissen, wurde ihr die Last der Krise unter dem Schlagwort der „Austerität“ in Form von Lohnkürzungen, Entlassungen und Sozialabbau aufgebürdet.

Alle Einsparungen aber reichten zur Deckung der Defizite nicht aus. Außerdem kam ein weiteres Problem hinzu: Das globale Finanzsystem ist kreditgetrieben und verlangt daher nach ständigem Wachstum und einer kontinuierlichen Zunahme der Geldmenge. Da sich die globale Wirtschaft jedoch nach 2008 nicht mehr erholte, geriet sie in die Lage eines Patienten, der zu verbluten droht.

Um den Tod des Patienten zu verhindern, sprangen die Zentralbanken ein und taten etwas, das sie in diesem Ausmaß nie zuvor getan hatten: Sie schöpften Unmengen neuen Geldes („Quantitative Easing“) und vergaben es zu immer niedrigeren Zinssätzen. Der Löwenanteil dieses Geldes floss allerdings nicht in die Realwirtschaft, sondern ging an Finanzinstitute und Großinvestoren, die es mehrheitlich wieder zur Spekulation einsetzten und so aufs Neue genau den Kreislauf anheizten, der in die Krise geführt hatte.

Das blieb nicht ohne Folgen: Die ausufernde Spekulation schuf riesige Blasen an den Aktien-,

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Das mörderische System

01-09-18 09:01:00,

Trump und die Politik neoliberaler Zerstörung
von Ajamu Baraka

Spätestens seit der skandalösen Entscheidung des Weißen Hauses, einem sich als Reporter ausgebenden CNN-Propagandisten die Teilnahme an den Pressekonferenzen zu verwehren, merken immer mehr Menschen, wie sehr unsere Pressefreiheit vom „Recht auf Wissen“ und einem ungestörten Informationsfluss abhängt. Wir müssen uns jedoch die Frage stellen, weshalb sich kaum jemand sorgte, als die Demokraten unter Obama das Spionagegesetz dazu nutzten, Whistleblower und Journalisten hinter Gitter zu bringen.

Wo bleibt der Aufschrei, in Zeiten, da es so aussieht, als würde die ecuadorianische Regierung Julian Assange an die westlichen Geheimdienste ausliefern, weil er Dokumente über deren schändliches Handeln veröffentlicht hat?

Und wo versteckten sich die Verteidiger unseres Rechts auf Wissen, als der Staat mit Privatkonzernen wie Google, Twitter und Facebook kollaborierte, um unsere politische Rede- und Informationsfreiheit abzuändern und einzuschränken?

Angesichts der sich verschärfenden ideologischen Grabenkämpfe werden Einige oft als nicht genügend anti-Trump oder seltsamerweise sogar als „pro-Trump“ denunziert, die in ihrer Analyse über jene opportunistischen und simplifizierenden Muster hinausgehen, welche sich lediglich mit bestimmten Persönlichkeiten und individuellen Verhaltensmustern beschäftigen, und sich stattdessen auf handfeste Interessen, Strukturen und Klassengegensätze konzentrieren.

Aber es war nun mal nicht Trump sondern Obama, der 2017 in den letzten Tagen seiner Amtszeit zusammen mit unseren beiden kapitalistischen Parteien das „Gesetz zur Abwehr ausländischer Propaganda und Desinformation“ im Nationalen Verteidigungshaushalt verankerte, ein Gesetz, das zur Einrichtung eines Zentrums für Propaganda im Außenministerium führte, welches in den USA Psychologische Operationen (PSYOPs) in Zusammenarbeit mit Privatunternehmen und Geheimdiensten durchführt.

Der verhaltene Widerstand oder gar die entschiedene Unterstützung vonseiten der liberalen Demokraten ist nicht nur ein klarer Fall von Heuchelei. Vielmehr ist es auch eine vorsätzliche ideologische Position, die bestimmte Aussagen und Informationen für akzeptabel hält, andere hingegen nicht. In einer Zeit, in der die kapitalistische Akkumulation ein solches Ausmaß erreicht hat, dass gerade einmal sechs Konzerne mehr als 90 Prozent der Inhalte der Mainstream Medien kontrollieren, sollte sich eigentlich keiner, der noch zum kritischen Denken in der Lage ist, über die zunehmende Einengung dessen wundern, was als „berichtenswert“ betrachtet wird.

Unsere werten Demokraten machen sich also der Komplizenschaft schuldig, da sie mithelfen, jene Lüge aufrechtzuerhalten, der zufolge unsere kapitalistische Presse unparteiisch und objektiv sei.

Natürlich hat jedes Nachrichtenportal,

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